AJAX und Web 2.0. Chancen und Risiken für Unternehmen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008

26 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziele und Aufbau der Arbeit

2 Definition und Begriffserklärung: Web 2.0
2.1 Die sieben Prinzipen des Web 2.0 nach Tim O’Reilly
2.1.1 Prinzip Nr.1: Das Web als Plattform
2.1.2 Prinzip Nr.2: Nutzung kollektiver Intelligenz
2.1.3 Prinzip Nr.3: Daten als „Intel inside“
2.1.4 Prinzip Nr.4: Software ohne Lebenszyklus
2.1.5 Prinzip Nr.5: Lightweight Programming Models
2.1.6 Prinzip Nr.6: Software über Gerätegrenzen hinweg
2.1.7 Prinzip Nr.7: Rich User Experiences

3 AJAX als Schlüsseltechnik zur Realisation von Web 2.0

4 Beschreibung der Anwendungen im Web 2.0
4.1 Weblog
4.2 Podcast
4.3 Social Software

5 Anwendungsbeispiele in der Praxis
5.1 Amazon
5.2 Google AdWords und AdSense

6 Bedeutung für Unternehmen
6.1 Stärken
6.2 Schwächen
6.3 Risiken
6.4 Chancen

7 Ausblick auf Web 3.0

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: http://www.stylewalker.net/wp-content/corporate_blogs_kategorien.gif

Abbildung 2: http://www.bundeskanzlerin.de/Webs/BK/DE/Aktuelles/VideoPodcast/video- podcast.html

Abbildung 3: http://www.thelongtail.com/conceptual.jpg

Abbildung 4: Google AdWords

Abbildung 5: SWOT-Analyse

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Im Jahre 2000 platzte die große Internet-Blase und hinterließ Zweifel, vor allem bei Kapitalanlegern, ob das Internet nicht nur ein überschätzter Hype war. Plötzlich zogen sich die großen Kapitalgeber aus der Branche zurück, denn der eingefahrene Verlust war teilweise immens. Dennoch hatte auch diese Entwicklung positive Folgen: Diese Börsenexplosion trennte die Streu vom Weizen. Neue, revolutionäre Projekte entstanden und brachten viele Web- Unternehmen nicht nur zurück zu ihrem Aktienwert vor 2000, sie prägten zudem auch ein neues Zeitalter der Wahrnehmung von Internetanwendungen.

Seit Tim O’Reilly in seinem Artikel "What is Web 2.0" vom 30. September 2005 den Begriff „WEB 2.0“ geprägt und definiert hat, ist die Internet-Welt in Aufruhr. Eine völlig neue Sichtweise der Möglichkeiten des Internets belebt den Geist der Entwickler: Der User soll nicht nur Leser sein sondern aktiv mitgestalten. Aus dieser Ausgangsituation heraus ergibt sich die Frage, welche Möglichkeiten sich für Unternehmen aller Branchen mit dieser neuen Sichtweise ergeben.

1.2 Ziele und Aufbau der Arbeit

Ziel des einleitenden Kapitels ist es, dem Leser einen Überblick über die Prinzipien des Web 2.0 zu geben. Dabei soll herausgearbeitet werden, welche Hintergründe den Begriff prägen und welche Grundprinzipien Anwendungen finden müssen, um eine Anwendung im Bereich des Web 2.0 ansiedeln zu können. Als eine Basistechnologie des Web 2.0 wird die Verwendung von AJAX näher beschrieben.

Um Einsatzmöglichkeiten für Unternehmen zu identifizieren beschreibt das zweite Kapitel bereits vorhandene Web-Applikationen aus dem Kontext des Web 2.0. Dabei wird mit Beispielen aus der Praxis näher beleuchtet, wie Unternehmen bereits heute die neuen Gegebenheiten und Technologien ausnutzen.

Darauf aufbauend werden im abschließenden Kapitel vorhandene und zukünftige Chancen für Unternehmen definiert. Dabei sollen, anhand einer SWOT-Analyse des WEB 2.0, die Einsatzmöglichkeiten für Unternehmen kritisch hinterfragt werden.

2 Definition und Begriffserklärung: Web 2.0

Der Begriff wurde erstmals bei einer von Tim O´Reilly veranstalteten Brainstorming Session im Jahr 2004 geprägt. Inhalt war es Prinzipien und Kernkompetenzen der Unternehmen zu identifizieren und zu beschreiben, die den Crash der New Economy überlebt haben und weiterhin erfolgreich sind.

In der darauffolgenden Zeit wurde der Begriff zum Marketing-Schlagwort und beherrschte über die letzten Jahre die Terminologie des Internets. Dabei war aber nie wirklich definiert, was genau das Prinzip von Webpages im Web 2.0 ausmacht. Dies führte zum werbetechnischen Ausschöpfen des Begriffs in allen web-basierten Branchen weltweit.

Mit neuen Technologien hat sich aber auch der Umfang der Möglichkeiten vergrößert, die von den Entwicklern für die User zur Verfügung gestellt werden können. Es hat sich in den letzten Jahren eine neue Wahrnehmung des Internets gebildet die trotz der schon vorhandenen Applikationen für die User und Firmen revolutionär erscheint:

Der User erstellt, bearbeitet und verwaltet „Inhalte in quantitativ und qualitativ entscheidendem Maße selbst.“[1] Mit Hilfe von sogenannter „sozialer Software“ werden diese Inhalte dann nicht nur verbreitet sondern auch untereinander vernetzt.

Die Release-Nummer „2.0“ zeigt in der Begriffsdefinition, dass es sich um eine Weiterentwicklung der bisherigen Möglichkeiten des Internets handelt. Etwas völlig neues wurde also nicht erschaffen, sondern lediglich versucht mit einem Begriff die jüngsten Entwicklungen der Branche aufzugreifen.

Alles was sich nun Web 2.0-Anwendung nennt basiert somit auf Erfahrungen, Sichtweisen und Technologien die schon in der ersten Generation des Webs angewandt wurden.

Zusammengefasst kann der Begriff „Web 2.0“ mit zwei Aspekten beschrieben werden:

1) Methoden und Werkzeuge (Technologien) wirken in einer bestimmten Weise miteinander zusammen, die dem User und Entwickler neue Möglichkeiten der web-basierten Anwendung bietet.
2) Neben dem Fortschritt der Wahrnehmung des Internets und den eingesetzten Technologien wird aber auch eine weitreichende Änderung der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Benutzerkreise gesehen.

2.1 Die sieben Prinzipen des Web 2.0 nach Tim O’Reilly

Will man die Eigenschaften und Inhalte des Begriffes „Web 2.0“ näher definieren so ist es mehr als nützlich, dies anhand der Gedankengänge des Wortschöpfers vorzunehmen.

Tim O’Reilly formuliert dabei sieben Eigenschaften und Prinzipien, die Anwendungen beschreiben welche mit dem Begriff „Web 2.0“ verbunden sind.[2]

2.1.1 Prinzip Nr.1: Das Web als Plattform

Softwareanwendungen würden „in Zukunft von Webanwendungen abgelöst [werden] und somit nur eine einzige Client-Applikation – nämlich ein Webbrowser benötigt [werden]“[3]. Diese Vision hatten schon Visionäre der ersten WWW-Ära. Der Arbeitsplatz ist somit nicht mehr auf eine Software basiert sondern durch eine, durch einen Browser überall verfügbare Plattform im Web.

Für Webanwendungen dieser Art nennt Alby vier wesentliche Merkmale[4]:

1) Webanwendungen der Zukunft werden als kostenlose Services angeboten. Ein Beispiel hierfür wären webbasierte Textverarbeitungsprogramme wie „Google Docs“.
2) Es erfolg eine Konzentration auf Marknischen („Long Tails“) durch effiziente Zusammenführung von Kunde und Verkäufer durch E-Marketplaces.
3) Es entstehen Netzwerkeffekte: je mehr Personen eine Dienst nutzen, desto automatisch besser wird dieser.
4) Zu anderen Anwendungen und Diensten liegen offene Schnittstellen vor. Diese garantieren, dass eine Integration in andere Anwendungen erfolgen und durch sogenannte APIs (Application Programming Interfaces) angesprochen werden kann.

Generell soll das Web 2.0 also eine allgemein zugängliche und allgegenwärtige Plattform für die User darstellen.

2.1.2 Prinzip Nr.2: Nutzung kollektiver Intelligenz

Die Vernetzung von Inhalten des World Wide Web wird als zweites Prinzip von O’Reilly genannt. Er benutzt hierfür die Phrase der „Nutzung kollektiver Intelligenz“[5]

Mehr und mehr Daten werden in das globale Netzwerk eingegeben, und Menschen schreiben Programme, die neue Verbindungen erstellen. Es scheint, als würden die Synapsen des kollektiven Gehirns wachsen.

Beispiele für das wachsende Netz der Verbindungen ist die weit verbreitete Benutzung von Hyperlinks. Neue Inhalte und Seiten werden durch Hyperlinks in die Struktur des Webs aufgenommen und somit vernetzt.

2.1.3 Prinzip Nr.3: Daten als „Intel inside“

Große Internetanwendungen basieren heutzutage auf spezialisierten Datenbanken denn laut O’Reilly ist Datenbankmanagement eine Kernkompetenz von Firmen die Web 2.0 basierte Anwendungen vermarkten.[6] Die Datenflut muss nicht nur aufgenommen sondern auch effizient verwaltet werden. Die Tendenz aber geht nach O’Reilly dahin, die Datenbestände auf den Webservern mehr und mehr den Web 2.0 – Usern und Communities zur Verfügung zu stellen.[7]

2.1.4 Prinzip Nr.4: Software ohne Lebenszyklus

Der Paradigmenwechsel erfolgt von Software-Produkten hin zu Service Produkten, welche nahtlos aktualisiert und verändert werden können. Dadurch verliert die „Software“ ihren Lebenszyklus. Die Anforderungen für Entwickler und Programmierer verlagert sich mehr und mehr auf webbasierte Anwendungen und Änderungen.

O’Reilly nennt hier zwei fundamentale Änderungen die dabei auftreten:[8]

1) Betriebsabläufe werden für Web 2.0 Unternehmen zu Kernkompetenzen. Denn der Verlust des Lebenszyklus erfordert eine ständige Iteration und Weiterentwicklung sowie Pflege der Software. Dies erfolgt quasi auf täglicher Basis.
2) Die User werden als Mit-Entwickler angesehen werden. Der Open-Source Gedanke verursacht eine Veränderung eines Produktes durch die User auf täglicher Basis, was diesen meist das Attribut „ewige Betas“ verleiht.

2.1.5 Prinzip Nr.5: Lightweight Programming Models

Dieses Prinzip nach O’Reilly besagt, dass Anwendungen im Web 2.0 Bereich, Informationen und Daten als Webservices darstellen. Dies verwirklicht die Idee von losen, aber gekoppelten Systemen.

Hierzu werden drei erklärende Grundsätze für Unternehmen von O’Reilly formuliert:[9]

1) Unterstütze die LPM’s, welche die losen und gekoppelten Systeme ermöglichen.
2) Kooperiere ohne zu koordinieren. Daten sollen verteilt und ausgetauscht werden, nicht kontrolliert.
3) Gestalte mit Blick auf „Hackability“ und „Remixability“. Der Ausspruch „einige Rechte vorbehalten“, von Creative Commons geprägt, zeigt, in welche Richtung diese Entwicklung für Web 2.0 Anwendungen geht.

2.1.6 Prinzip Nr.6: Software über Gerätegrenzen hinweg

Nicht nur Computer sind die Träger des zukünftigen Web 2.0 Prinzips: Handys, PDA aber auch iTunes sind typische Beispiele für neue mobile Träger der web-basierten Software. Die Kommunikation erfolgt demnach über die bisher bekannten Grenzen hinaus und vernetzt so noch weitere Felder der mobilen Kommunikation.

Dies erfordert im Umkehrschluss eine erneute übergreifende Programmierung und Produktentwicklung, welche die Open-Source Programme auf den unterschiedlichsten Geräten lauffähig macht.

2.1.7 Prinzip Nr.7: Rich User Experiences

Das letzte von O’Reilly formulierte Prinzip befasst sich sowohl mit der verbesserten Benutzerführung als auch mit der clientseitigen Programmierung. Diese beiden Begriffe werden unter dem Ausdruck der „Rich User Experiences“ vereinigt und stellen eine weitere Grundlage für Anwendungen auf Web 2.0 basierten Applikationen dar.

Die webbasierten Anwendungen werden ähnlich eines Desktops interaktiv vom User gestaltbar und somit individuell. Bestes Beispiel hierfür ist die individuelle Startseite von „www.igoogle.de“. Schlüsselkomponente ist „AJAX“, welches in Kapitel 4 beschrieben wird.

3 AJAX als Schlüsseltechnik zur Realisation von Web 2.0

Wie im vorausgehenden Unterkapitel erkannt, bezieht sich der Begriff des Web 2.0 „weniger auf spezifische Technologien oder Innovationen, sondern primär auf eine veränderte Nutzung und Wahrnehmung“[10] des Internets. Dennoch kommen verstärkt in den letzten Jahren Technologien und Werkzeuge zur Anwendung, welche die Grundprinzipien des Web 2.0[11] auch technisch realisierbar machen. Dabei wird vor allem AJAX als Schlüsseltechnik zur Realisierung des Web 2.0 häufig genannt.

Die Abkürzung AJAX steht für „Asynchronous JavaScript and XML“. Dieser Begriff „bezeichnet ein Konzept der asynchronen Datenübertragung zwischen einem Server und dem Browser, das es ermöglicht, innerhalb einer HTML-Seite eine HTTP-Anfrage durchzuführen, ohne die Seite komplett neu laden zu müssen.“[12] Neu hierbei, und somit entscheidend für die Realisierung des Web 2.0 ist die Fähigkeit durch AJAX nur gewisse Teile einer HTML-Seite und ebenso reine Nutzdaten sukzessiv bei Bedarf nachladen zu können. Es entsteht also eine Art „offline“-Feeling welches dem Prinzip des web-basierten Desktops gleichkommt.

Zu erwähnen ist dennoch, dass die Technik von AJAX keine neue Erfindung ist sondern schon vorher bekannt, aber ungenutzt war. Der Einsatz für die Realisierung von Web 2.0 ist also einfach eine andere Art der Anwendung dieser Technik.

Dabei sind die AJAX-basierten Anwendungen vollständig unabhängig vom Betriebssystem und erfordern keinerlei Softwareinstallation auf den Client-Systemen. Einzige Voraussetzung ist ein Browser. Mit AJAX lassen sich Anwendungen erstellen, deren Benutzeroberflächen sich von üblichen Windows-Desktop-Anwendungen kaum mehr unterscheiden. Hierbei wird die Grundlage geschaffen, die für die Prinzipien von Web 2.0 nach O’Reilly in Kapitel 3 technisch notwendig sind.

[...]


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Web_2.0 (Neues Netzverständnis 16.04.2008)

[2] Vgl. http://www.oreillynet.com/pub/a/oreilly/tim/news/2005/09/30/what-is-web-20.html (18.04.2008)

[3] Yvonne Reitler in: Kollmann, Tobias / Häsel, Matthias (2007), S.29.

[4] Vgl. Alby, Tom (2007), S. 34.

[5] Vgl. http://www.oreilly.de/artikel/web20.html (Stand 17.04.2008)

[6] Vgl http://www.distinguish.de/?page_id=40 (Stand 18.04.2008)

[7] Vgl http://www.olonda.com/Wiki/Web-2-0.aspx (Stand 14.04.2008)

[8] Vgl. http://www.distinguish.de/?page_id=41 (Stand 15.04.2006)

[9] Vgl. http://www.distinguish.de/?page_id=42 (15.04.2008)

[10] http://de.wikipedia.org/wiki/Web_2.0#Technik (Stand 14.04.2008)

[11] Siehe Kapitel 3

[12] http://de.wikipedia.org/wiki/Ajax_(Programmierung)#Der_Aufbau_einer_Ajax-Anwendung (Stand 15.04.2008)

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
AJAX und Web 2.0. Chancen und Risiken für Unternehmen
Hochschule
Fachhochschule Esslingen Hochschule für Technik Esslingen  (Betriebswirtschaft)
Veranstaltung
eBusiness
Note
1,0
Autoren
Jahr
2008
Seiten
26
Katalognummer
V121667
ISBN (eBook)
9783640255184
ISBN (Buch)
9783640255290
Dateigröße
863 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
web, 2.0, chancen, unternehmen, ebusiness, esslingen, hochschule, fhte
Arbeit zitieren
Matthias Joos (Autor)Dominik Jauss (Autor)Steven Bauer (Autor), 2008, AJAX und Web 2.0. Chancen und Risiken für Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121667

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