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Don Juan als philosophisches Paradigma und Inbegriff sinnlicher Genialität?

Title: Don Juan als philosophisches Paradigma und Inbegriff sinnlicher Genialität?

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Simon Schönborn (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit ist eine Ausarbeitung des Referats 'Don Juan als philosophisches Paradigma und Inbegriff sinnlicher Genialität?' aus dem Sommersemester 2008. Die Arbeit stützt sich hauptsächlich auf den Text 'Die unmittelbaren Stadien oder das musikalisch Erotische' von Sören Kierkegaard und die Oper 'Don Giovanni' von W. A. Mozart. Ergänzt wird sie durch die Erkenntnisse aus den beiden Seminaren sowie die zum Schluss angegebene Literatur.
Zum Aufbau ist anzumerken, dass ich vorweg eine kurze Einordnung des Textes innerhalb von 'Entweder Oder’ geben werde. Hiernach werde ich eine überblicksartige Darstellung dreier relevanter existenzialistischer Positionen Kierkegaards zu geben versuchen, um den oftmals sehr heterogenen Text, neben der Oper, auch mit den existentialistischen Positionen Kierkegaards zu kontextualisieren. Dieses, so hoffe ich, wird nicht nur den Text selbst erhellen, sondern auch für das Verständnis der Kritik zum Schluss hilfreich sein.
Im Hauptteil der Arbeit werde ich versuchen die von Kierkegaard beschrieben unmittelbar erotischen Stadien im Werk Mozarts darzustellen, und diese in Zusammenhang mit dem hier näher zu behandelnden Begriff der Sinnlichkeit zu erläutern. Im Anschluss werde ich versuchen die erarbeiteten Thesen auf die Figur Don Juans anzuwenden. Eine Kritik, die sich wesentlich der Methodik widmen wird, wird die Arbeit abschließen.
Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung und Kritik des Textes, die Prüfung der Relevanz für Mozarts Oper, sowie die Kontextualisierung mit dem Werk Kierkegaards, wobei die Darstellung seiner philosophischen Postionen sehr stark verkürzt, damit vereinfacht und deshalb unzureichend ausfallen wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einordnung des Textes

2.1 Entweder Oder

2.2 Drei mögliche Formen der Existenz

2.3 Zusammenfassung der ersten Überlegungen

3. Die unmittelbar-erotischen Stadien der Sinnlichkeit im Werk Mozarts

3.1 Die Träumende Begierde

3.2 Die Suchende Begierde

3.3 Die begehrende Begierde

4. Die Sinnlichkeit

4.1 Die Sinnlichkeit bei den alten Griechen und im Christentum

4.2 Die Sinnlichkeit der Kunst

4.3 Das Unmittelbare der Kunst

5. Don Juan

5.1 Wie Don Juan verführt

5.2 Woran Don Juan scheitert und warum

6. Kritik

6.1 Die Paraderolle Don Giovannis

6.2 Zur Methode

6.3 Der Ästhet als Wegweiser

7. Schluss

8. Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit Sören Kierkegaards Analyse des „unmittelbar-erotischen“ im Kontext von Mozarts Oper „Don Giovanni“ auseinander. Ziel ist es, Kierkegaards philosophische Konstruktion der Sinnlichkeit darzustellen, auf die Figur Don Juans anzuwenden und methodisch zu hinterfragen, wobei der Fokus auf der Einordnung der Thesen innerhalb der existenziellen Philosophie Kierkegaards liegt.

  • Existenzialistische Positionen Sören Kierkegaards innerhalb von „Entweder Oder“
  • Die dreistufige Konzeption der unmittelbar-erotischen Stadien (Träumende, Suchende, Begehrende Begierde)
  • Die philosophische Bestimmung von Sinnlichkeit im Spannungsfeld von Griechentum, Christentum und Kunst
  • Die Rolle der Musik als Medium des Unmittelbaren und Dämonischen
  • Methodische Kritik an Kierkegaards subjektiver und teils ironischer Argumentationsweise

Auszug aus dem Buch

3.3 Die begehrende Begierde

In Don Juan schließlich begehrt die Begierde ihren Gegenstand absolut: „[..] er liebt in jeder einzelnen Frau die gesamte Weiblichkeit.“12 Leporello hat in seinem Tagebuch allein 1003 glückliche Opfer vermerkt. Diese Zahl, wie Kierkegaard bemerkt, ist derart prahlerisch, dass sie geradezu lächerlich wirkt, wenn man sie als blanke Bilanz nimmt. Sie wird allerdings gleichsam mythisch überwältigend wenn sie musikalisch ausgedrückt wird. Dann nämlich bedeutet sie nicht mehr 1003 Frauen, sondern alle, deren Weg Don Juan kreuzte. Und deshalb ist auch die Begierde Don Juans nicht die eines Individuums sondern rein musikalisch ausgedrückt als unmittelbar erotisches Prinzip. Sie ist die Idee der sinnlichen Genialität, sie ist „intensiv und extensiv verstanden, die unmittelbare Einheit der zwei vorausgegangenen Stadien.13 Hierin liegt die Bestimmung der Begierde, ihre dialektische Vollkommenheit. „Wie bei Hegel der Weltgeist in einem dialektischen Dreischritt im preußischen Staat zu sich selbst kommt, so entwickelt sich das erotische Prinzip in einem ähnlichen Dreischritt zu höchster Vollendung in Mozarts Oper 'Don Giovanni'.“14

Die Begierde legt jedoch keinen Wert darauf in der Welt der Erfahrung zu gelten, sondern beweist sich rein aus dem Musikalischen heraus, in dem sie auch nur gilt. Und dort gilt sie vollkommen. Denn das Prinzip Don Juan macht vor keiner Eigenschaft der Frauen halt. Er sondiert nicht nach blonden, braunen, schönen, dicken, dünnen etc., alle Wesen, die die Eigenschaft haben Frau zu sein, werden von dieser Begierde einbezogen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit erläutert den Aufbau der Untersuchung, die auf Kierkegaards „Die unmittelbaren Stadien oder das musikalisch Erotische“ basiert und Mozarts „Don Giovanni“ philosophisch kontextualisiert.

2. Einordnung des Textes: Es erfolgt eine Darstellung der existentialistischen Lebensformen Kierkegaards und deren Einordnung innerhalb seines Frühwerks „Entweder Oder“.

3. Die unmittelbar-erotischen Stadien der Sinnlichkeit im Werk Mozarts: Eine detaillierte Analyse der drei Stadien der Begierde – träumend, suchend, begehrend – anhand von Cherubino, Papageno und Don Juan.

4. Die Sinnlichkeit: Untersuchung des kulturgeschichtlichen Wandels der Sinnlichkeit vom Griechentum zum Christentum sowie deren Darstellung in der Kunst.

5. Don Juan: Analyse des Verführungsbegriffs bei Don Juan und die Untersuchung, warum diese Figur im Kontext der ethischen Instanz des Komturs scheitern muss.

6. Kritik: Kritische Auseinandersetzung mit der methodischen Herangehensweise Kierkegaards und der Rolle des „Ästheten A“ als literarische Denkfigur.

7. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse und Reflexion über den Nutzen der intellektuellen Auseinandersetzung mit Musik für die sinnliche Genussfähigkeit.

8. Literatur: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Sören Kierkegaard, Don Giovanni, Wolfgang Amadeus Mozart, Sinnlichkeit, Erotik, Ästhetik, Existenzialismus, Verführung, Unmittelbarkeit, Musikphilosophie, Entweder Oder, Dialektik, Genialität, Repräsentation, Existenzform

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Sören Kierkegaards philosophische Deutung von Mozarts Oper „Don Giovanni“ und hinterfragt diese kritisch unter Einbeziehung von Kierkegaards existentialistischen Konzepten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Sinnlichkeit und der Begierde, die Dialektik der Existenzformen sowie das Verhältnis von Musik als „unmittelbarem“ Medium im Gegensatz zur reflektierten Sprache.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, Kierkegaards Text auf seine Relevanz für Mozarts Oper zu prüfen, ihn in den Kontext seiner Philosophie einzubetten und methodisch auf seine Validität zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine literatur- und musikwissenschaftliche Analyse, die durch philosophische Exegese und eine kritische Auseinandersetzung mit der methodischen Systematik Kierkegaards ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Stadien der Begierde, die philosophische Einordnung des Sinnlichkeitsbegriffs und eine kritische Analyse der Figur Don Juans sowie der methodischen Schwachstellen des analysierten Textes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sören Kierkegaard, Sinnlichkeit, Erotik, Don Giovanni, Existenzformen und Ästhetik.

Warum hält Kierkegaard die Musik für das geeignete Medium für Don Juan?

Laut Kierkegaard ist Musik das einzige Medium, das „unmittelbar“ ist und nicht durch die reflektierende, ethisch gebundene Sprache korrumpiert wird, wodurch sie die sinnlich-erotische Genialität perfekt abbilden kann.

Welche Rolle spielt die Figur des Komturs in der Argumentation?

Der Komtur fungiert als Repräsentant des Geistes und als ethische Instanz, die der unbegrenzten, „dämonischen“ Sinnlichkeit Don Juans eine Grenze setzt und so die notwendige Sanktion herbeiführt.

Wie bewertet der Autor Kierkegaards methodisches Vorgehen?

Der Autor übt konstruktive Kritik und bemängelt die teils willkürliche, subjektive und paradoxe Argumentationsweise Kierkegaards, die sich der strengen theoretischen Überprüfbarkeit entzieht.

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Details

Title
Don Juan als philosophisches Paradigma und Inbegriff sinnlicher Genialität?
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Neuere Deutsche Literaturwissenschaft)
Course
Don Juan in Literatur und Musik
Grade
1,0
Author
Simon Schönborn (Author)
Publication Year
2008
Pages
21
Catalog Number
V121678
ISBN (eBook)
9783640266852
ISBN (Book)
9783640266982
Language
German
Tags
Don Juan Don Giovanni philosophisches Paradigma Sinnlichkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simon Schönborn (Author), 2008, Don Juan als philosophisches Paradigma und Inbegriff sinnlicher Genialität?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121678
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