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Geschmäcker und Lebensstile

Grundzüge der Theorie der Distinktion nach Pierre Bourdieu

Title: Geschmäcker und Lebensstile

Term Paper , 2007 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Tanja Lange (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Bei der vorliegenden Hausarbeit handelt es sich um die Ausarbeitung eines Referates, welches im Rahmen des Seminars „Soziale Ungleichheit – Geschmack“ vorgetragen wurde. Der Hauptkontext dieser Arbeit liegt in der Aufarbeitung des Hauptwerks Bourdieus „Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft“.
Was und wie man isst, wie man sich einrichtet, welchen Kunst-, und Musikstil wir vorziehen, ist nach Ansicht des französischen Soziologen Pierre Bourdieu keine persönliche Geschmacksache mehr. Seiner Ansicht nach muss Geschmack nicht als etwas Individuelles, sonder immer als etwas Gesellschaftliches angesehen werden. Mit seiner Geschmacktheorie gründet er ein neues Klassifikationssystem, eine neue Klassentheorie. Er vertritt die These, dass Klassenzugehörigkeit am deutlichsten in differentiellen Lebensstilen zum Ausdruck kommt und sich deshalb „Geschmack“ als bevorzugtes Merkmal von `Klasse´ anbietet (vgl. Müller, 1986, S. 162).
Seine Gesellschaftstheorie ist als soziokulturelle Klassentheorie angelegt, die den Zusammenhang zwischen Klassenlagen und –positionen, Bildungspartizipation, Kulturkonsum und Lebensstilen zum Gegenstand hat. So dient also Kultur und Lebensstil als Mittel zur Identitätsfindung und zur Distinktion. Da die in der Kindheit geprägte „Lebensstilkultur“ als ziemlich konstant gesehen wird, werden Kultur und Lebensstil zum „hauptsächlichen Medium der Reproduktion von Klassenstrukturen“ (Müller, 1995, S. 929).
Dabei hat sich Bourdieu mit er Frage beschäftigt, wie die Ungleichheit der schulischen Leistungen von Kindern aus verschiedenen sozialen Klassen entsteht.
Bourdieus Konzeption geht von der Annahme aus, dass die verschiedenen Lebensstile vor allem Ausdruck verschiedener Klassenzugehörigkeiten sind und die Geschmäcker und Lebensstile mit der Klassenzugehörigkeit korrelieren. Um diese Korrelation zwischen den Geschmäckern und Lebensstilen mit der Klassenzugehörigkeit zu erfassen, wird diese Arbeit wie folgt aufgebaut:
Als Kultursoziologe beschäftigt sich Bourdieu mit der subjektiven Alltagspraxis konkreter Individuen, die er jedoch ausschließlich als RepräsentantInnen einer Gruppe mit bestimmten sozioökonomischen Merkmalen versteht, daher soll eingehend ein kurzer Überblick über seine These im Vergleich zu zwei anderen Thesen von Schulz und Beck diskutiert werden. (...)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einstieg

3. Der Raum der soziale Positionen

3.1 Das ökonomische Kapital

3.2 Das kulturelle Kapital

4. Der Raum der Lebensstile

4.1 Der Geschmack der oberen Klassen

4.2 Der Geschmack der mittleren Klassen

4.3 Der Geschmack der unteren Klassen

5. Der Habitus

5.1 Der Klassenhabitus

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die soziologische Geschmackstheorie von Pierre Bourdieu darzustellen und kritisch zu beleuchten, um aufzuzeigen, wie soziale Ungleichheit durch Lebensstile und kulturelle Praktiken reproduziert wird. Dabei steht die Frage im Zentrum, inwiefern individuelle Geschmacksentscheidungen nicht Ausdruck persönlicher Freiheit, sondern tief in der Klassenzugehörigkeit verankert sind.

  • Grundzüge der Bourdieu’schen Geschmackstheorie und Klassentheorie.
  • Differenzierung des Raumes der sozialen Positionen (ökonomisches vs. kulturelles Kapital).
  • Analyse der verschiedenen Geschmacksausprägungen in oberen, mittleren und unteren Klassen.
  • Die Funktion des Habitus als Vermittler zwischen sozialer Struktur und individuellem Handeln.
  • Kritische Diskussion zur Übertragbarkeit des Modells auf heutige Gesellschaftsstrukturen.

Auszug aus dem Buch

4.1 Der Geschmack der oberen Klasse: Sinn für Distinktion

Zur herrschenden Klasse zählt Bourdieu Hochschullehrer und Kunstproduzenten, Sekundarstufenlehrer, Ingenieure, freiberuflich Tätige, Industrie- und Handelsunternehmer. Den Geschmack der oberen Klassen bezeichnet Bourdieu als den „legitimen Geschmack“, der sich „aus Freiheit oder Luxus geboren“ Bourdieu, 1987, S. 36 f.), durch einen Sinn von Distinktion (Bourdieu, 1987, S. 405) auszeichnet und die Werke der herrschenden Kultur, die von bestimmten Legitimationsinstanzen vorgegeben werden, bevorzugt bedient.

Er ist geprägt durch die Demonstration der Distinktion. Dieser Geschmack bezeichnet die kulturelle Praxis des Bildungsbürgertums und des Großbürgertums, die zusammen die herrschende Klasse bilden. Bourdieu unterscheidet in dieser Gruppe Intellektuelle und Bourgeoisie.

Durch die von Bourdieu zu Erhebungszwecken verwendete Korrespondenzanalyse (Visualisierungstechnik für mehrdimensionale Kontingenztabellen – siehe Abschnitte 3.1, 3.2 und 4.3) ist es möglich, die herrschende Klasse in folgende Fraktionen aufzuteilen (Bourdieu, 1987, S. 407):

Am linken Ende der x- Achse befinden sich „die Einkommensschwächsten und zugleich kulturell Kompetentesten. Sie verfügen über die größte Kenntnis musikalischer Werke und Komponisten; behaupten, Werke besonders zu schätzen, welche die reinste ästhetische Einstellung vom Hörer verlangen, …, verfügen gleichermaßen über eine sehr allgemeine Kompetenz, die sie in besonderem Maße befähigt, sich auch weniger hehren Bereichen zu widmen, wie zum Beispiel dem Chanson und dem Film, …, der Inneneinrichtung; sie interessieren sich für abstrakte Malerei, besuchen das Museum für moderne Kunst und bevorzugen Freunde aus Künstlerkreisen“ (Bourdieu, 1987, S. 409).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie soziale Ungleichheit durch Geschmack und Lebensstile konstruiert wird, und bettet dies in Bourdieus Werk ein.

2. Einstieg: Es wird die Auseinandersetzung mit anderen Theorien (Beck, Schulze) aufgezeigt, die die soziale Relevanz von Klassenstrukturen hinterfragen.

3. Der Raum der soziale Positionen: Dieses Kapitel definiert den sozialen Raum über die Dimensionen des Kapitalvolumens sowie die Struktur von ökonomischem und kulturellem Kapital.

4. Der Raum der Lebensstile: Hier werden die klassenspezifischen Geschmacksdimensionen (oben, mitte, unten) detailliert analysiert und deren Wunsch nach Distinktion erläutert.

5. Der Habitus: Der zentrale Begriff des Habitus wird als System von Dispositionen eingeführt, das Wahrnehmung und Handeln der Akteure strukturiert.

6. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert die Erkenntnisse über die Reproduktion sozialer Macht durch Kultur und reflektiert kritisch über Bourdieus Ansatz.

Schlüsselwörter

Pierre Bourdieu, Geschmackstheorie, Soziale Ungleichheit, Habitus, Klassenzugehörigkeit, Kulturelles Kapital, Ökonomisches Kapital, Distinktion, Lebensstil, Klassenhabitus, Soziale Position, Korrespondenzanalyse, Sozialstruktur, Reproduktion, Gesellschaftstheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die soziologische Theorie von Pierre Bourdieu und untersucht, wie Geschmack und Lebensstil als Indikatoren für die Klassenzugehörigkeit dienen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Definition von Kapitalarten (ökonomisch, kulturell), das Konzept des Habitus sowie die Analyse der Geschmacksausprägungen verschiedener sozialer Klassen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und individuellen Lebensstilen aufzuzeigen und zu belegen, dass Geschmack gesellschaftlich konstruiert ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf der theoretischen Aufarbeitung des Hauptwerks von Bourdieu sowie der Erläuterung der von ihm angewandten Korrespondenzanalyse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der soziale Raum, die Klassifizierung von Geschmäckern sowie die Habitustheorie als Vermittlungsinstanz zwischen Struktur und Individuum dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Kapitalarten, Distinktion, Klassenhabitus, soziale Position und Lebensführung.

Wie unterscheidet sich der "Notgeschmack" der unteren Klasse vom Geschmack der oberen Klasse?

Der Geschmack der unteren Klasse ist durch soziale Zwänge und Notwendigkeiten geprägt („funktional, praktisch, günstig“), während der Geschmack der oberen Klasse auf Ästhetik, Distinktion und Luxus basiert.

Warum ist der Begriff des "Habitus" für Bourdieu so zentral?

Der Habitus ist deshalb zentral, weil er als verinnerlichtes System von Dispositionen das unbewusste Handeln steuert und somit Klassenstrukturen im täglichen Leben reproduziert.

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Details

Title
Geschmäcker und Lebensstile
Subtitle
Grundzüge der Theorie der Distinktion nach Pierre Bourdieu
College
University of Applied Sciences Magdeburg  (Fachhochschule)
Course
Soziale Ungleichheit
Grade
1,3
Author
Tanja Lange (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V121742
ISBN (eBook)
9783640262557
ISBN (Book)
9783640262939
Language
German
Tags
Geschmäcker Lebensstile Soziale Ungleichheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tanja Lange (Author), 2007, Geschmäcker und Lebensstile, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121742
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