In dieser Arbeit wird eine sozialwissenschaftliche Innenansicht des Parlaments angestrebt. Das Augenmerk richtet sich auf die Interaktion zwischen Parlament und Medien und auf die Auswirkungen der zeitweisen Medienpräsenz im Parlament.
Die herangezogene Literatur über politische Kommunikation im Allgemeinen und parlamentarische Kommunikation im Besonderen wird nach Beobach-tungen durchleuchtet, welche einen Einblick in die Effekte der Medienpräsenz auf das Parlament geben. Verglichen werden Deutschland und die Schweiz: Zwei Länder mit relativ ähnlichen politischen wie Medien-Systemen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Zentrale Fragestellung
2. Die politischen Systeme Deutschlands und der Schweiz
2.1 Die Schweiz - eine halbdirekte Demokratie
2.1.1 Die politische Organisation der Schweiz
2.2 Deutschland - eine Parlamentarische Demokratie
3. Die Mediensysteme Deutschlands und der Schweiz
4. Forschungs- und Literaturstand
5. Medialisierung
5.1 Medialisierung der individuellen Akteure
5.1.1 Voraussetzung beim Parlamentarier
5.1.1.1 Fähigkeiten der Parlamentarier
5.1.1.2 Wahrnehmungen der Parlamentarier
5.1.1.3 Präferenzen der Parlamentarier
5.1.1.4 Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz in Bezug auf die Voraussetzungen einer Medialisierung bei Parlamentariern
5.1.2 Voraussetzungen bei den Medien
5.1.2.1 Fähigkeiten der Medien
5.1.2.2 Wahrnehmungen der Medien
5.1.2.3 Präferenzen der Medien
5.1.2.4 Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz in Bezug auf die Voraussetzungen einer Medialisierung bei den Medien
5.1.3 Folgen der Medialisierung beim Parlamentarier
5.1.3.1 Fähigkeiten der Parlamentarier
5.1.3.2 Wahrnehmungen der Parlamentarier
5.1.3.3 Präferenzen der Parlamentarier
5.1.3.4 Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz
5.2 Medialisierbarkeit des Parlaments
5.2.1 Voraussetzungen beim Parlament
5.2.1.1 Zuweisungen des Parlaments
5.2.1.2 Kontext des Parlaments
5.2.1.3 Möglichkeiten im Parlament
5.2.1.4 Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz
5.2.2 Voraussetzungen auf Medienseite
5.2.2.1 Zuweisungen der Medien
5.2.2.2 Kontext der Medien
5.2.2.3 Möglichkeiten in den Strukturen der Medien
5.2.2.4 Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz
5.3 Strukturelle Folgen der Medialisierung des Parlaments
5.3.1 Zuweisungen des Parlaments
5.3.2 Kontext des Parlaments
5.3.3 Möglichkeiten im Parlament
5.3.4 Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz
6. Ergebnisse
6.1. Medialisierte Akteure
6.2 Begrenzte Medialisierbarkeit der Institution Parlament
7. Schlussteil
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Medialisierung und Medialisierbarkeit des Parlaments in Deutschland und der Schweiz aus einer sozialwissenschaftlichen Perspektive. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob mediale Berichterstattung die Leistungsfähigkeit und Arbeitsweise parlamentarischer Institutionen beeinflusst.
- Vergleich der politischen Systeme und Mediensysteme in Deutschland und der Schweiz
- Analyse der Medialisierungseffekte auf Ebene der individuellen Akteure (Parlamentarier)
- Untersuchung der Medialisierbarkeit der Institution Parlament
- Interaktion zwischen politischen Akteuren und Medien
- Rolle der Sitzungsöffentlichkeit und nicht-öffentlicher Ausschüsse
Auszug aus dem Buch
5.1.1.1 Fähigkeiten der Parlamentarier
Die Interaktion zwischen Parlamentariern und den Medien ist sicherlich wirkmächtiger, je ausgeprägter die kommunikativen Kompetenzen des Ersteren sind. Entsprechend nimmt auch die Medialisierung eines individuellen Akteurs grössere Ausmasse an, je besser er oder sie kommunizieren kann (vgl. Jarren 1994: 657). Wie er kommuniziert ist also eine Voraussetzung, eine Zweite ist, was er kommuniziert. Das heisst: Hat der individuelle Akteur Informationen beziehungsweise Wissen, welches für Journalisten von Interesse ist (vgl. Jarren/Donges 2002b: 165)?
Eine dritte Handlungsressource sind Beziehungen zu Medienunternehmen, namentlich wirtschaftliche. Verfügt ein Parlamentarier über viel Macht (bspw. Anteile) in einem Medienunternehmen, dann kann er Einfluss auf die Berichterstattung nehmen und erhält unter Umständen mediale Aufmerksamkeit, ohne über spezielle Medienkompetenzen verfügen zu müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die sozialwissenschaftliche Betrachtung der Interaktion zwischen Parlament und Medien ein und erläutert die zentrale Fragestellung sowie das gewählte methodische Vorgehen.
2. Die politischen Systeme Deutschlands und der Schweiz: Hier werden die strukturellen Rahmenbedingungen der untersuchten Länder verglichen, wobei der Fokus auf der halbdirekten Demokratie der Schweiz und der parlamentarischen Demokratie Deutschlands liegt.
3. Die Mediensysteme Deutschlands und der Schweiz: Dieses Kapitel vergleicht die Mediensysteme beider Länder und ordnet sie dem nord-/zentraleuropäischen bzw. demokratisch-korporatistischen Modell zu.
4. Forschungs- und Literaturstand: Der Überblick über die existierende Literatur zur Medialisierung politischer Institutionen bildet die Basis für die in der Arbeit aufgestellten Hypothesen.
5. Medialisierung: Das theoretische Hauptkapitel kombiniert das Medialisierungskonzept von Marcinkowski mit dem akteurszentrierten Institutionalismus von Scharpf, um die Auswirkungen auf Akteurs- und Institutionsebene zu analysieren.
6. Ergebnisse: Die Ergebnisse fassen zusammen, dass das Parlament aufgrund seiner Teilöffentlichkeit und des institutionellen Kontexts nur bedingt medialisierbar ist.
7. Schlussteil: Der Schlussteil reflektiert die Erkenntnisse und diskutiert, dass Medieneffekte vor allem die Ebene der individuellen Akteure betreffen, während die Struktur des Parlaments weitgehend davon verschont bleibt.
Schlüsselwörter
Medialisierung, Medialisierbarkeit, Parlament, Deutschland, Schweiz, Politische Kommunikation, Medienpräsenz, Akteurszentrierter Institutionalismus, Öffentlichkeit, Parlamentsbericht, Interaktion, Institutionen, politische Akteure, Massenmedien, Macht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit untersucht, inwieweit die mediale Berichterstattung über das Parlament dessen Arbeitsweise und Leistungsfähigkeit verändert und ob eine Medialisierung dieser Institution stattfindet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Interaktion zwischen Medien und Parlament, der Vergleich der politischen Systeme in Deutschland und der Schweiz sowie die Analyse von Voraussetzungen und Folgen der Medialisierung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Kernfrage lautet: Hat die mediale Berichterstattung über das Parlament Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und Funktionsweise dieser Institution?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretisch geleiteten Analyse unter Verwendung des Medialisierungskonzepts von Marcinkowski und des akteurszentrierten Institutionalismus von Scharpf; sie ist keine empirische Untersuchung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Medialisierung auf der Ebene der individuellen Parlamentarier und die Analyse der Medialisierbarkeit der Institution Parlament als Ganzes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Medialisierung, politisches System, Parlament, politische Kommunikation und Medienaufmerksamkeit charakterisiert.
Warum wird Deutschland mit der Schweiz verglichen?
Der Vergleich ähnlicher politischer und medialer Systeme dient dazu, die Anzahl relevanter Variablen klein zu halten und somit präzisere Aussagen über Medialisierungseffekte treffen zu können.
Welche Rolle spielt die Öffentlichkeit des Parlaments?
Die teilweise Öffentlichkeit der Sitzungen wird als eine wesentliche Barriere für eine tiefgreifende Medialisierung identifiziert, da nicht-öffentliche Ausschüsse einen geschützten Raum für die eigentliche politische Arbeit bieten.
Welchen Einfluss hat ein Parlamentskanal?
Die Existenz eines Parlamentskanals in Deutschland institutionalisiert die Aufmerksamkeit und führt zu stärkeren Medialisierungseffekten auf Akteursebene im Vergleich zur Schweiz.
Wie lautet die zentrale Schlussfolgerung?
Die Autoren schlussfolgern, dass das Parlament als Institution durch Medienpräsenz kaum verändert wird, während auf der Ebene der individuellen Akteure durchaus eine Anpassung an mediale Anforderungen feststellbar ist.
- Citation du texte
- Master of Arts UZH Stefan Heini (Auteur), Christophe Diederich (Auteur), 2005, Medialisierungsverträglichkeit des Bundestags und des Schweizer Parlaments, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121762