Das Selbstkonzept der eigenen Begabung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

12 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Selbstkonzept-Forschung
2.1 Definitionen
2.2 Historischer Abriss der Selbstkonzept-Forschung

3. Begabungskonzept
3.1 Elemente des Begabungskonzepts
3.2 Struktur des Begabungskonzepts

4. Fähigkeitsbeurteilung
4.1 Wie wird die eigene Fähigkeit beurteilt?
4.2 Wie realistisch ist das Bild, das man sich von seinen eigenen Fähigkeiten macht?

5. Informationssuche als Grundlage von Verhalten

6. Bezug auf das Praxisprojekt „E-Recruitment“

7. Fazit

8. Anhang
8.1 Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Der Mensch ist täglich Gegenstand seiner eigenen Gedanken. Diese beziehen sich auf die Merkmale des eigenen Körpers, die nicht-körperlichen psychischen Merkmale und auf Beziehung der eigenen Person zur sozialen und physikalischen Umgebung[1]. Die dabei wahrgenommen Attribute unterliegen häufig einer Wertung. Unfähigkeit wird dabei als negativ empfunden, Kompetenz als positiv. Wir können uns im Prinzip also gar nicht dagegen wehren, über uns selbst zu urteilen.

Warum ist aber nun die Forschung zum Selbstkonzept der eigenen Begabung wichtig?

Zum einen steht fest, dass die Gedanken, die wir uns über uns selbst machen, unser Verhalten und Erleben aktiv beeinflussen und nicht nur Randerscheinungen sind. Zum anderen sind die selbstbezogenen Meinungen relevant hinsichtlich des eigenen Selbstwertgefühls, das aus dem Erleben von der eigenen Begabung resultiert.

Im Verlauf dieser Ausarbeitung sollen daher zunächst die zentralen Begriffe des Themas definiert werden. Danach werden kurz die historischen Forschungsansätze zum Selbstkonzept der eigenen Begabung erläutert. Später werden das Begabungskonzept und Fähigkeitsbeurteilung in Augenschein genommen und zum Schluss wird das Thema „Selbstkonzept der eigenen Begabung“ in Bezug mit dem Praxisprojekt „E-Recruitment“ gesetzt.

2. Selbstkonzept-Forschung

2.1 Definitionen

Da die Begrifflichkeiten sehr unterschiedlich zu interpretieren sind, möchte ich als erstes Definitionen der beiden zentralen Begriffe des Referats, Selbstkonzept und Begabung, geben.

Das Selbstkonzept umfasst die Wahrnehmung der und das Wissen um die eigene Person. Dazu gehört das Wissen über persönliche Eigenschaften, Vorlieben, Gefühle und Verhalten. Häufig werden Begriffe wie Selbstwertgefühl, Selbstmodell, Selbst-Schema oder Selbst-Theorie synonym gebraucht.

Von Begabung oder Talent wird gesprochen, wenn eine Person über eine besondere Leistungsvoraussetzung verfügt. Meist ist das eine oder mehrere überdurchschnittliche Fähigkeit/en. Wenn man auch davon ausgehen kann, dass fast alle Menschen mehr oder minder begabt sind, so ist die Verwendung des Begriffs Begabung doch meist auf überdurchschnittliche Leistungsvorrausetzungen bezogen. In dieser Ausarbeitung wird der Begriff jedoch nicht auf überdurchschnittliche Leistungen bezogen.

2.2 Historischer Abriss der Selbstkonzept-Forschung

Die Erkenntnis, dass das Selbstkonzept ein zentraler Aspekt des menschlichen Verhaltens ist, führte dazu, dass in der 1950er Jahren zahlreiche Forschungen zu diesem Thema betrieben wurden. Zur Erfassung des Selbstkonzepts wurden dabei vornehmlich Fragebogen-Techniken eingesetzt. Allerdings wurde dabei häufig der Fehler gemacht, dass man einen Zusammenhang zwischen einem spezifischen Verhalten und dem globalen Selbstkonzept erfassen wollte. Dass sich hierbei nicht immer Korrelationen ergeben können ist wohl unvermeidlich. Diese unbefriedigende Situation führte dazu, dass sich in den 1970er und 1980er Jahren die Forschung nicht mehr auf globale Beurteilungen der Person bezog, sondern eher „auf einen eingeengten Aspekt der eigenen Person [..], nämlich die eigenen Fähigkeiten oder Begabungen“[2].

Es lassen sich vier theoretische Ansätze aufführen, die das Selbstkonzept der eigenen Begabung untersuchen: (1) Kukla, Meyer und Nicholls meinen, dass ein Konzept geringer eigener Begabung das Leistungsverhalten einschränkt und die mit Erfolg und Misserfolg verknüpften Affekte nachteilig beeinflusst. (2) Deci geht davon aus, dass die Wahrnehmung eigener Unfähigkeit die intrinsische Motivation schwächt. (3) Bandura nimmt an, dass Wahrnehmungen geringer eigener Wirksamkeit können Vermeidungshaltungen und phobische Reaktionen bedingen können, die gezielte Veränderung solcher Wahrnehmungen aber führe zum Nachlassen dieses Verhaltens. Dieser Ansatz gilt jedoch vornehmlich für den klinischen Bereich. Und (4) Abramson, Seligman und Teasdale meinen, dass die Tendenz eigenen Misserfolg mit Fähigkeitsmangel in ursächlichen Zusammenhang zu bringen das Entstehen von Hilflosigkeit und Depressionen begünstig.[3]

Diese vier Theorieansätze machen klar, dass die Ansichten, die wir über uns selbst haben, definitiv das eigene Verhalten steuern und damit ein wichtiger Teil unseres Erlebens sind.

3. Begabungskonzept

3.1 Elemente des Begabungskonzepts

Das Begabungskonzept umfasst die „Gesamtheit der wahrgenommenen eigenen Begabungen bzw. Fähigkeiten und deren Struktur“[4]. Als ein Element wird hierbei einen einzelne Fähigkeit bezeichnet, wie z.B. ein Talent zum Fussball spielen. Die einzelnen Elemente werden in verschiedene Bereiche eingeordnet, wie z.B. der soziale Bereich oder der sportliche Bereich. In den einzelnen Bereichen werden die eigenen Kompetenzen dabei sehr differenziert betrachtet. Die Überzeugung vom eigenen Talent zum Fussball spielen leitet also nicht zwingend ein Talent zu anderen Elementen des selben Bereichs (sportlicher Bereich), wie dem Handball spielen oder Ballett tanzen, her. Die einzelnen Elemente eines Bereichs werden also von einander abgegrenzt.

3.2 Struktur des Begabungskonzepts

Neben der Einordnung in die einzelnen Bereiche unterliegen die Elemente des Begabungskonzepts außerdem noch einer strukturellen Organisation. Diese ist vom Individuum abhängig. Die Begabungselemente werden dabei von dem Individuum mit einem Grad an Wichtigkeit belegt. So entsteht die Unterteilung in zentral und peripher wichtige Elemente. Zentrale Elemente sind also für die Person von hoher persönlicher Wichtigkeit, periphere nur von niedriger persönlicher Wichtigkeit. Je zentraler ein Element für das Individuum ist, desto größere emotionale Folgen kann es haben. Bei objektiv gleicher Begabung zweier Personen z.B. beim Talent für Mathematik, können so unterschiedliche Selbstwertgefühle entstehen. Das Selbstwertgefühl der Person, die eine Begabung für Mathematik als zentral empfindet, also großen Wert auf Erfolg legt, wird beim Versagen mehr beeinträchtigt, als das Selbstwertgefühl der Person, die dieses Element nur als peripher empfindet, obwohl die beiden objektiv die gleiche Begabung besitzen.

[...]


[1] vgl. Meyer, 1984, S. 14

[2] vgl. Meyer, 1984, S.16 ff.

[3] Absatz vlg. ebd, S. 18

[4] vgl. Meyer, 1984, S. 20

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Das Selbstkonzept der eigenen Begabung
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Institut für Kognition und Kommunikation)
Veranstaltung
Praxisprojekt: „E-Recruitment: Entwicklung eines Online-Rekrutierungsspiel für die Selbstselektion von Kommedia-Bewerbern“
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
12
Katalognummer
V121771
ISBN (eBook)
9783640264582
ISBN (Buch)
9783640264858
Dateigröße
391 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Selbstkonzept, Begabung, Praxisprojekt, Entwicklung, Online-Rekrutierungsspiel, Selbstselektion, Kommedia-Bewerbern“
Arbeit zitieren
B. Sc. Katharina Thiemann (Autor), 2006, Das Selbstkonzept der eigenen Begabung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121771

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