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Aspekte des Sensualismus und der Emanzipation in der "Harzreise" von Heinrich Heine

Titel: Aspekte des Sensualismus und der Emanzipation in der "Harzreise" von Heinrich Heine

Hausarbeit , 2021 , 29 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Paula Habermann (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Spätestens in „Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland“ betont Heine den Antagonismus von Spiritualismus und Sensualismus. In dieser und weiteren Schriften wird diese dualistische Weltanschauung von Heine immer wieder aufgegriffen. Er positioniert sich (bis zu einer gedanklichen Wende in seinem Spätwerk) immer wieder positiv zum Sensualismus und kritisch zum Spiritualismus. Der Sensualismus steht hier immer im Kontext eines größeren Grundgedankens Heines, der Emanzipation. Doch wie definiert Heine den Sensualismus und welche Bereiche beinhaltet dieser für ihn? Denn dabei geht es nicht nur um den Aspekt erotischer Emanzipation, sondern auch um die politische Freiheit und die Emanzipation im Allgemeinen. Daraus lässt sich die Frage ableiten, inwiefern sich Heines politische Emanzipation und Sensualismus gegenseitig beeinflussen und miteinander in Verbindung stehen.

Zuallererst sollen sowohl die Emanzipation als auch der Sensualismus im Kontext von Heines Werken als Begriffe definiert werden. Die Definition des Sensualismus beinhaltet auch eine kurze Abgrenzung zum Spiritualismus. Im weiteren Verlauf der Arbeit werden die einzelnen emanzipatorischen Aspekte (Philisterkritik, Kritik an der Aufklärung, Romantikkritik und die Kritik am Christentum) herausgearbeitet und im Hinblick auf ihre Vereinbarung mit dem Sensualismus untersucht. Genau so sollen auch die klassisch sensualistischen Aspekte der „Harzreise“, die Erotik und Sinnlichkeit, im Kontext der Leitidee der Emanzipation betrachtet werden. In der Fachliteratur findet meist der Sensualismus als untergeordneter Aspekt der Emanzipation statt, aber nicht die einzelnen Aspekte der Emanzipation mit dem Sensualismus als Ursprung. Anhand der „Harzreise“ soll in dieser Arbeit untersucht werden, ob diese Leitgedanken Heines sich gegenseitig beeinflussen und auch bedingen, wenn nicht sogar auseinander resultieren.

Schlussendlich wird die „Bergidylle“ als eine Art Lösung des Konfliktes zwischen Sensualismus und Spiritualismus, aber auch als Gesamtdeutung der vorher untersuchten emanzipatorischen Aspekte herangezogen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sensualismus und Emanzipation bei Heinrich Heine

2.1 Definition Sensualismus

2.2 Definition Emanzipation

3 Sensualistische und emanzipatorische Aspekte in der Harzreise

3.1 Philisterkritik und Kritik an der Aufklärung

3.1.1 Göttinger Philister

3.1.2 Traum der Göttinger Bibliothek

3.1.3 Brocken-Episode

3.1.4 Schlussfolgerung

3.2 Romantikkritik

3.2.1 Eingangsgedicht

3.2.2 Kindheit als romantisches Motiv

3.2.3 Bergwerk als romantisches Motiv

3.2.4 Brocken-Episode

3.2.5 Schlussfolgerung

3.3 Kritik am Christentum

3.3.1 Goslar

3.3.2 Schlussfolgerung

3.4 Erotik und Sinnlichkeit

3.4.1 Rauschenwasser und Nörten

3.4.2 Erotischer Traum

3.4.3 Prinzessin Ilse

3.4.4 Schlussfolgerung

4 Die Bergidylle als Gesamtdeutung

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Verschränkung von Heines sensualistischer Weltanschauung und seiner politischen Emanzipationsidee in der "Harzreise". Ziel ist es zu analysieren, inwiefern diese Leitgedanken sich gegenseitig bedingen und wie Heine durch eine "sensualistische Korrektur" den Konflikt zwischen Spiritualismus und Sensualismus in der Literatur und Gesellschaft kritisch bearbeitet.

  • Definition und Abgrenzung der Begriffe Sensualismus und Emanzipation bei Heine.
  • Analyse der Philisterkritik und Aufklärungskritik in der "Harzreise".
  • Kritische Untersuchung romantischer Motive und christlicher Weltbilder.
  • Erotik und Sinnlichkeit als Instrumente politischer und sozialer Emanzipation.
  • Die Funktion der "Bergidylle" als utopische Lösung und Gesamtdeutung des Werks.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Traum der Göttinger Bibliothek

Im ersten Traum in der Göttinger Bibliothek trifft das lyrische Ich auf „zwey junge Doctores juris“60, die der Göttin Themis die „Schleppe ihres grau verblichenen Gewandes“61 tragen. Außerdem findet eine Begegnung mit dem Kantianer und Aufklärungsphilosoph Saul Ascher in Gestalt eines Gespenstes statt, dessen Kleidung ebenfalls mit der Farbe Grau konnotiert wird.62 Dieser eruiert dann aber auf eine komplizierte und kantianische Weise, weshalb er kein Gespenst sein könne.63 „Es ist die Funktion der Ascher-Episode, diesen übersinnlichen Aspekt des Sinnlichen gegen den empirischen Sensualismus der Kanteschen Erkenntniskritik zu behaupten.“64

Olaf Hildebrand schreibt zu diesem Traum: „Die spiritualistische Lebensferne eines nurmehr abstrakten Weltbezugs steigert sich hier zum Schreckgespenst des lebendigen Todes.“65 Er fügt hinzu, dass der Erzähler hier die Eindrücke seiner Studienzeit schildert, außerdem betont er die „gespenstische Leblosigkeit und Rückständigkeit der »Rechtsgelehrten“66, welche meist von Heine mit dem Tod identifiziert wird. 67 Heine spricht sich hier gegen eine Wissenschaft aus, die „Naturphänomene nur in Zahlen erfassen und auf Klassen reduzieren kann“68. „Der wissenschaftliche Rationalismus erhält so, obgleich er zweifellos eine empirische Basis besitzt und auf eine konkrete Naturverwertung zielt, eine durchaus spiritualistische Qualität, weil er das Farbige, Schöne, Herrliche zu eliminieren und stattdessen graue Nüchternheit zu verbreiten droht.“69

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur Wechselwirkung von politischer Emanzipation und Sensualismus bei Heinrich Heine.

2 Sensualismus und Emanzipation bei Heinrich Heine: Definition der zentralen Begriffe und Einordnung in den Kontext von Pantheismus und Saint-Simonismus.

3 Sensualistische und emanzipatorische Aspekte in der Harzreise: Untersuchung der verschiedenen kritischen Ebenen des Werks, von der Philister- über die Romantik- bis zur Religionskritik.

4 Die Bergidylle als Gesamtdeutung: Analyse der "Bergidylle" als Zielpunkt der Reise und als Ort, an dem die vorangegangenen Konflikte utopisch aufgelöst werden.

5 Fazit: Zusammenfassende Erkenntnis, dass Heines Kritik eine sensualistisch-emanzipatorische Korrektur darstellt, in der die Begriffe untrennbar miteinander verschmolzen sind.

Schlüsselwörter

Heinrich Heine, Harzreise, Sensualismus, Emanzipation, Spiritualismus, Philisterkritik, Romantikkritik, Pantheismus, Bergidylle, Sinnlichkeit, Religion, Aufklärung, Gesellschaftskritik, Vormärz, Körperlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Heinrich Heines literarisches Werk "Harzreise" unter den zentralen Gesichtspunkten des Sensualismus und der Emanzipation.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Körper und Geist, die Kritik an gesellschaftlichen und religiösen Zuständen der Zeit sowie die Rolle der Naturdarstellung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Heine politische und erotische Emanzipation verbindet und ob diese Leitgedanken das gesamte Werk durchdringen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte Textanalyse der "Harzreise" sowie auf eine fundierte Auseinandersetzung mit der Heine-Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Philister-, Romantik- und Religionskritik sowie in die Untersuchung erotischer Aspekte und deren Einordnung in die "Bergidylle".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sensualismus, Emanzipation, Pantheismus, Bergidylle, Philisterkritik und die Überwindung des Spiritualismus.

Warum spielt das Bergwerk als Motiv eine zentrale Rolle?

Das Bergwerk dient Heine als Ort, um die Widersprüche zwischen romantischer Tradition und gesellschaftlicher Realität sowie Untertänigkeit offenzulegen.

Welche Funktion hat der "Erotische Traum" in der Harzreise?

Der Traum verdeutlicht den allegorischen Streit zwischen gespenstischem Geist (Spiritualismus) und sinnlich-erotischer Lust (Sensualismus).

Wie deutet der Autor die "Bergidylle"?

Die "Bergidylle" fungiert als utopischer Zielpunkt, der eine Harmonie von Mensch und Natur sowie eine revolutionäre befreite Gesellschaft entwirft.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Aspekte des Sensualismus und der Emanzipation in der "Harzreise" von Heinrich Heine
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Note
1,0
Autor
Paula Habermann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
29
Katalognummer
V1217825
ISBN (PDF)
9783346644312
ISBN (Buch)
9783346644329
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heinrich Heine Sensualismus Emanzipation Erotik Romantikkritik Bergidylle Philister Philisterkritik romantische Motive Bergwerk Kindheit Kritik am Christentum Sinnlichkeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Paula Habermann (Autor:in), 2021, Aspekte des Sensualismus und der Emanzipation in der "Harzreise" von Heinrich Heine, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1217825
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  29  Seiten
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