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Ideengeschichte der Kriegsgründe von der Antike bis zur Gegenwart

Mit besonderem Augenmerk auf die Rechtfertigungsgründe der USA im Irakkrieg

Titel: Ideengeschichte der Kriegsgründe von der Antike bis zur Gegenwart

Masterarbeit , 2007 , 129 Seiten , Note: Sehr gut

Autor:in: lic. phil Philippe Gubler (Autor:in)

Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In einem ersten Teil widmet sich die Arbeit den verschiedenen Aspekten der Kriegsgründe
sowie deren Rechtfertigung, welche in den verschiedenen Zeitepochen im Rahmen der Debatte
der politischen Theorie jeweils hervorgehoben wurde. Eine Art Ideengeschichte der
Kriegsgründe ist dabei entstanden. Die Auswahl der Zeitepochen wurde hauptsächlich anhand
historischer Wendepunkte festgelegt und sieht wie folgt aus:
Beginnend mit Kapitel 2 werden die verschiedenen Rechtfertigungsgründe für den Peloponnesischen
Krieg im 5. Jahrhundert v. Chr. eruiert. Thukydides als wichtiger Zeitgenosse und
bedeutender Historiker der damaligen Zeit beschreibt nicht nur die Geschehnisse des Peloponnesischen
Kriegs, sondern analysiert auch die Hintergründe, welche zu diesem Krieg
geführt haben sollen. Schon alleine diese Tatsache führt dazu, dass Thukydides und „sein
Krieg“ in dieser Arbeit berücksichtigt werden. Die Wahl des Peloponnesischen Krieges erklärt der Autor zusätzlich damit, dass die Faktenlage über den Krieg relativ gut abgestützt
ist. Kapitel drei befasst sich mit den verschiedenen Kriterien der gerechten Kriegstheorie, die
im Mittelalter von verschiedenen Gelehrten beginnend mit Augustinus entwickelt wurden
und noch heute ihre Anwendung finden, wenn es darum geht, einen Krieg mittels der gerechten
Kriegstheorie zu rechtfertigen. Kapitel vier setzt sich neben der historischen Entwicklung
mit den Errungenschaften des klassischen und modernen Völkerrechts auseinander. Es soll
aufgezeigt werden, inwiefern ein Krieg innerhalb des Völkerrechts gerechtfertigt werden
kann bzw. darf. Clausewitz berühmtes Werk „ vom Kriege“ wird in Kapitel fünf thematisiert.
Clausewitz Auffassung vom Krieg lässt sich in eine existentielle sowie instrumentelle Auffassung
unterteilen. Anhand dieser Unterscheidung wird versucht, die grundlegenden
Kriegsgründe, wie sie Clausewitz verstanden hat, herauszuarbeiten. In Kapitel sechs werden
neben den grundlegenden Aspekten des Kalten Krieges diejenigen Rechtfertigungsgründe
herausgearbeitet, die für diese Epoche so prägend waren. Während in den vorherigen Kapiteln
die Rechtfertigungsgründe für einen Krieg auf einer allgemeinen Stufe abgehandelt
wurden (Ausnahme Peloponnesischer Krieg), wird in Kapitel sechs ein konkretes Fallbeispiel
eines Krieges analysiert. Kapitel sieben befasst sich mit den humanitären Interventionen
in den 1990-er Jahren. Analog zum Völkerrechtskapitel werden in diesem Abschnitt
mögliche Rechtfertigungsgründe innerhalb des Völkerrechts diskutiert. Im Kapitel acht
schliesslich wird der Irak sozusagen als empirisches und hochaktuelles Fallsbeispiel anhand
der verschiedenen Rechtfertigungsgründe, die von den USA ins Feld geführt werden, analysiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Worte

1.1. Fragestellung

1.2. Aufbau und Struktur der Arbeit

1.3. Aktueller Forschungsstand bezogen auf den Irakkrieg

2. Die Kriegsgründe beim Peloponnesischen Krieg

2.1. Thukydides und sein Werk

2.2. Ablaufs des Krieges

2.2.1. Archidamische Krieg (431 bis 421 v. Chr.)

2.2.2. Nikiasfrieden (421 bis 413 v. Chr.)

2.2.3. Dekeleisch-ionische Krieg (413 bis 404 v. Chr.)

2.3. Herleitung der Kriegsgründe: Athens Aufstieg zur Hegemonialmacht

2.3.1. Wesensmerkmale des delisch-attischen Seebundes

2.3.2. Ziele des delisch-attischen Seebundes

2.3.3. Die Ära Kimons: Erweiterung und Konsolidierung des Seebundes

2.3.4. Friedliche Koexistenz zwischen Athen und Sparta auf dem Prüfstein

2.3.5. Die Verschiedenheit der politischen Systeme als weiterer Erklärungsfaktor

2.3.6. Demokratische Umwälzungen in Athen

2.3.7. Neuausrichtung der aussenpolitischen Ziele und der 1. Peloponnesische Krieg

2.3.8. Bündnis-, Wirtschafts- und Handelspolitik in der Zeit des Perikles

2.4. Herleitung der Kriegsgründe: Spartas Aussen- und Kriegspolitik

2.4.1. Rückwirkungen der persischen Kriege auf Sparta

2.4.1.1. Wesen des Peloponnesischen Bundes

2.4.1.2. Ziele des Peloponnesischen Bundes

2.4.2. Spartas Interpretation des Aufstiegs Athens zur Hegemonialmacht

2.4.2.1. Die politische Auseinandersetzung zwischen Falken und Tauben

2.4.2.2. Zwischenfazit: Sonderweg Spartas

2.5. Die Kriegsgründe im Detail

2.5.1. Die unmittelbaren „offiziellen“ Gründe und ihre Plausibilität

2.5.1.1. Der Streit um Epidamnos

2.5.1.2. Die Eskalations-Spirale dreht sich weiter: Potideias Austritt aus dem Seebund

2.5.1.3. Zuspitzung der Krise: Das megarische Psephisma

2.5.2. Machtausweitung und -Anspruch Athens als „wahrster Grund“

2.5.2.1. Die Beendigung der Perserkriege als Einschnitt in die politischen Beziehungen

2.5.2.2. Spartas Angst gegenüber dem athenischen Kulturimperialismus

2.5.2.3. Der Strategos Perikles: Friedenspolitiker oder Kriegstreiber?

2.5.3. Fazit: Unausweichlichkeit des Krieges - Präventiv-Schlag Spartas gegen Athen

3. Die Kriterien der gerechten Kriegslehre

3.1. Einleitende Worte

3.2. Historische Entwicklung und Inhalt der Gerechten Kriegstheorie

3.2.1. Die Ursprünge der Gerechten Kriegstheorie

3.2.2. Frieden oder Krieg: Das Recht zur Kriegserklärung hat das Staatsoberhaupt

3.2.3. Bedrohung und Wiederherstellung der Rechtsordnung als gerechte Gründe

3.2.4. Die richtige Absicht: Wiederherstellung des Friedens und der Gerechtigkeit

3.2.5. Dem Friedensziel entsprechenden gerechte Kriegsführung (Proportionalität)

3.3. Fazit zu Kapitel 3

4. Begrenzung der Rechtfertigungsgründe durch das Völkerrecht

4.1. „Vom Recht des Krieges und des Friedens“

4.1.1. Naturrecht und positives Recht als Quellen des Völkerrechts

4.1.2. Überführung der grotianischen Theorie in das klassische Völkerrecht

4.2. Die Ergebnisse des Westfälischen Friedens

4.3. Klassisches Völkerrecht vom 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts

4.3.1. Das ius ad bellum nach dem Wiener Kongress von 1814/15

4.3.1.1. Ursprung und Inhalt des Wiener Kongresses

4.3.1.2. Konsequenzen des Wiener Kongresses: Die Heilige Allianz als Vorläufer des Europäischen Konzertes

4.3.1.3. Das Europäische Konzert und die Handhabung des ius ad bellums

4.3.1.4. Das System des Europäischen Konzerts als Vorläufer eines Weltbundes?

4.3.2. Zwischenfazit: Ende des klassischen Völkerrechts und Urkatastrophe

4.4. Die Institutionalisierung des ius ad bellum im 20. Jahrhundert

4.4.1. Satzung des Völkerbunds

4.4.2. Die Verträge von Locarno

4.4.3. Ächtung des Krieges durch den Kellog-Briand-Pakt

4.4. Generelles Gewaltverbot nach dem 2. Welkrieg

4.4.1. Art. 2 Ziff. 4 UN-Charta

4.4.2. Erste Ausnahme des Gewaltverbotes: Recht auf Selbstverteidigung

4.4.2.1. Individuelles Selbstverteidigungsrecht

A) Bewaffneter Angriff sowie Intensität als Voraussetzung

B) Grenzen der individuellen Selbstverteidigung

4.4.2.2. Kollektives Selbstverteidigungsrecht

4.4.2.3. Präventive Selbstverteidigung als Erweiterung des Art. 51 UN-Charta?

4.4.3. Zweite Ausnahme des Gewaltverbotes: System der kollektiven Sicherheit

4.5. Fazit zu Kapitel 4.4.

5. Ableitung von Rechtfertigungsgründen bei Clausewitz

5.1. Einleitende Worte

5.2. Clausewitz Hauptwerk „Vom Kriege“

5.3. Clausewitz Definition des Krieges

5.4. Existentielle und instrumentelle Auffassung des Krieges

5.4.1. Inhalt und Wesen der „doppelten Art des Krieges“

5.4.2. Existentielle Auffassung des Krieges

5.4.3. Instrumentelle Auffassung des Krieges

5.5. Fazit

6. Die Rechtfertigungsgründe im Kalten Krieg

6.1. Einleitende Worte

6.2. Beendigung des 2. Weltkrieges und Beginn des Kalten Krieges

6.3. Grundströmungen in den Internationalen Beziehungen

6.3.1. Grundannahmen des Realismus

6.3.2. Grundannahmen des Idealismus

6.3.3. Fazit zu Kapitel 6.3.

6.4. Logik und Grundmerkmale des Kalten Krieges

6.4.1. Bipolares Weltsystem als Stabilitätsfaktor in den Internationalen Beziehungen

6.4.2. Gleichgewicht des Schreckens als weiterer Stabilitätsfaktor?

6.4.3. Phase der antagonistischen Blockbildung

6.5. US-Intervention in der Dominikanischen Republik und ihre Motive

6.5.1. Die Containment-Politik als Grundlage der US-Aussenpolitik ab 1947

6.5.2. Politische Ausgangslage in der Dominikanischen Republik

6.5.2.1. Beziehung zwischen den USA und der Dominikanischen Republik

6.5.2.2. Politisches Wirrwarr vor der US-Intervention und Kriegsverlauf

6.5.3. Gründe für die US-Intervention

6.5.3.1. Humanitäre Intervention der USA als Rechtfertigungsgrund

6.5.3.2. Die Eindämmung des internationalen Kommunismus als Rechtfertigungsgrund

6.5.3.3. Wirtschaftliche Interessen als Motiv

7. Humanitäre Interventionen und ihre Rechtfertigung

7.1. Einleitende Worte

7.2. Völkerrecht und humanitäre Intervention

7.2. Kritische Debatte: Grenzen der humanitären Interventionen

7.2.1. Argumentation für die humanitäre Intervention

7.2.2. Argumentation gegen die humanitäre Intervention

7.2.3. Die humanitäre Intervention mit UN-Autorisierung

7.2.4. Die humanitäre Intervention ohne UN-Autorisierung

7.3. Staatenzerfall und humanitäres Desaster als Rechtfertigungsgrund

Die humanitäre Intervention in Somalia

7.3.1. Merkmale und Inhalt des Begriffs „failed state“

7.3.2. „Peace Enforcement“ in Somalia

7.3.2.1. Resolutionen 731, 746 und 751 des UN-Sicherheitsrates: UNOSOM I

7.3.2.2. Resolutionen 794 und 814 des UN-Sicherheitsrates: UNITAF und UNOSOM II

7.3.3. Bewertung der humanitären Intervention

7.4. Fundamentale Menschenrechtsverletzungen und „ethnische Säuberungsaktionen“ als Rechtfertigungsgrund: Der Fall Kosovo

7.4.1. Ausgangslage

7.4.2. Resolutionen 1160, 1199 und 1203 des UN-Sicherheitsrats

7.4.3. Bewertung der humanitären Intervention

7.5. Fazit zu Kapitel 7

8. Die Rechtfertigungsgründe der USA im Irakkrieg

8.1. Einleitende Worte: Der 11. September und seine Konsequenzen

8.2. Die „offiziellen“ Rechtfertigungsgründe der USA im Irakkrieg

8.2.1. Verbreitung von Freiheit und Demokratie als Rechtfertigungsgrund

8.2.1.1. Der „neokonservative Moment“ und die veränderte Bedrohungslage

8.2.1.2. Die Ideologie des Neokonservatismus und seine Wurzeln

8.2.1.3. Think Tanks, die Neocons in der Bush-Administration und ihr Programm

8.2.2. Sicherheitspolitischer Aspekt

8.2.2.1. Der Sicherheitsbericht als Grundlage der US-Kriegspolitik

8.2.2.2. Konzept der präventiven Massnahmen gegen die Schurkenstaaten

8.2.2.3. Die Bush-Doktrin als Antwort auf den transnationalen Terrorismus

8.2.2.4. Sicherheitsproblem Massenvernichtungswaffen im Irak: Realität oder pure Lüge?

8.2.2.5. Al-Kaida und der Link zum Irak

8.2.3. Fazit: Massenvernichtungswaffen und Terrorismus: Eine unheilige Allianz

8.2.4. Völkerrechtliche Rechtfertigungsgründe:

8.2.4.1. Resolution 678 vom 29. November 1990

8.2.4.2. Waffenstillstands-Resolution 687 vom 3. April 1991

8.2.4.3. Resolution 1441 vom 8. November 2002

8.2.4.4. Selbstverteidigungsrecht der USA aus völkerrechtlicher Perspektive

8.2.4.5. Zwischenfazit und kritische Bewertung

8.2.5. Exkurs: Humanitäre Intervention als Rechtfertigungsgrund?

8.2.6. Fazit: Regimewechseln im Irak als logische Konsequenz

8.3. Die „inoffiziellen“ Rechtfertigungsgründe für den Irakkrieg

8.3.1 Weitere „National Interests“ der USA im Irak

8.3.1.1. Wirtschaftliche Aspekte: Kampf um Erdöl sowie Rüstungsindustrie in den USA

A) Wirtschaftliche und geopolitische Bedeutung des irakischen Erdöls für die USA

B) Erdöl- und Rüstungsindustrie und ihre Vertreter in der Bush-Administration

C) Bedeutung der US-Rüstungsindustrie

D) Die Erdölindustrie und ihre Bedeutung beim Wiederaufbau des Iraks

8.3.1.2. Zwischenfazit

8.3.1.3. Militärisch-geopolitischer Aspekt

A) Bedeutung des Nahen und Mittleren Ostens

B) Garantie der Sicherheit Israels: „Special Relationship“ USA–Israel

9. Schlussfolgerungen und Ausblick: Der Irak am Scheideweg

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Ideengeschichte der Kriegsgründe von der Antike bis in die Gegenwart, wobei der Fokus insbesondere auf der Analyse der Rechtfertigungsstrategien der USA im Kontext des Irakkrieges liegt. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu untersuchen, welche Rechtfertigungsgründe in unterschiedlichen Epochen herangezogen wurden und wie sich diese in Bezug auf den aktuellen Konflikt im Irak darstellen.

  • Ideengeschichtliche Entwicklung von Kriegstheorien
  • Völkerrechtliche Rahmenbedingungen und deren Wandel
  • Analyse des Peloponnesischen Krieges als historisches Fallbeispiel
  • Struktur und Logik der Rechtfertigung im Kalten Krieg
  • Einfluss der Neokonservativen auf die US-Außenpolitik

Auszug aus dem Buch

1. Einleitende Worte

„Kriege zu beginnen ist nicht schwer, Kriege beenden um so mehr“, so ein berühmter Satz zum Thema Krieg. Die USA müssen zurzeit im Irak auf schmerzlichste Weise diese Erfahrung machen. Es stellt sich unweigerlich die Frage, aus welchen (Rechtfertigungs-)Gründen Kriege begonnen werden. Das alljährlich herausgegebene Konfliktbarometer des Heidelberger Instituts für internationale Konfliktforschung nennt folgende Punkte, aufgrund deren Kriege im Jahre 2006 geführt wurden: Territorium, Sezession, Dekolonialisierung, Unabhängigkeit, System bzw. Ideologie, nationale und internationale Macht, regionale Vormacht und Streitereien um Ressourcen. Insgesamt verzeichnete das Institut 278 politische Krisen, wovon sechs als Kriege bezeichnet werden. Die Anzahl der geführten Kriege 2006 gegenüber 2005 nahm von zwei auf sechs Kriege zu. Neben dem Sudan (speziell die Region Darfur), Somalia, Afghanistan, Sri Lanka und Israel wird natürlich auch der Irak als Kriegsland erwähnt.

Innert wenigen Wochen konnten die USA das Regime von Saddam Hussein dank der technischen wie physischen militärischen Überlegenheit stürzen. Im Mai 2003 erklärte US-Präsident George W. Bush medienwirksam inszeniert auf dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln den Krieg gegen den Irak formal für beendet. „Freilich ist die Schlacht im Irak nur ein Sieg im Krieg gegen den Terror, der am 11. September 2001 begonnen hat und fortgesetzt wird.“ Ungeachtet der anhaltend schwierigen Sicherheitslage im Irak verkündete Bush mit seinem statement „mission accomplished“ das Ende des Kriegs gegen den Irak. Die USA haben den Krieg gegen das Militär des Iraks gewonnen, nicht aber denjenigen gegen die irakische Gesellschaft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Worte: Einführung in die Thematik der Kriegsgründe anhand aktueller globaler Konflikte und der speziellen Situation im Irak.

2. Die Kriegsgründe beim Peloponnesischen Krieg: Untersuchung der historischen Ursprünge und Rechtfertigungsstrategien im Konflikt zwischen Athen und Sparta.

3. Die Kriterien der gerechten Kriegslehre: Analyse der ethischen und theologischen Grundlagen der Theorie des Gerechten Krieges seit der Antike.

4. Begrenzung der Rechtfertigungsgründe durch das Völkerrecht: Historische Einordnung der rechtlichen Entwicklung vom klassischen Völkerrecht bis hin zum generellen Gewaltverbot der UN-Charta.

5. Ableitung von Rechtfertigungsgründen bei Clausewitz: Untersuchung der existentiellen und instrumentellen Kriegsauffassungen nach Clausewitz.

6. Die Rechtfertigungsgründe im Kalten Krieg: Diskussion der machtpolitischen Theorien Realismus und Idealismus im Kontext des bipolaren Weltgefüges.

7. Humanitäre Interventionen und ihre Rechtfertigung: Kritische Analyse der völkerrechtlichen Legitimität von humanitären Einsätzen unter Berücksichtigung der Fälle Somalia und Kosovo.

8. Die Rechtfertigungsgründe der USA im Irakkrieg: Detaillierte Prüfung der offiziellen und inoffiziellen Begründungen für den militärischen Einsatz der USA im Irak.

9. Schlussfolgerungen und Ausblick: Der Irak am Scheideweg: Zusammenfassende Bewertung des Scheiterns der US-Politik und Ausblick auf die zukünftige Stabilität der Region.

Schlüsselwörter

Irakkrieg, Kriegsgründe, Rechtfertigung, Völkerrecht, Gerechter Krieg, Clausewitz, Kalter Krieg, Humanitäre Intervention, Neokonservatismus, Massenvernichtungswaffen, Gewaltverbot, UN-Charta, Geopolitik, Terrorismus, Machtpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Lizentiatsarbeit untersucht die Ideengeschichte der Kriegsgründe von der Antike bis in die heutige Zeit und legt dabei einen besonderen Fokus auf die Rechtfertigung der US-Intervention im Irakkrieg.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Entwicklung der Gerechten Kriegstheorie, die historischen und völkerrechtlichen Rahmenbedingungen, die Philosophie von Clausewitz sowie die Bedeutung von Ideologien und Machtinteressen in der Außenpolitik.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, welche Rechtfertigungsgründe für Kriege in verschiedenen Zeitepochen identifiziert werden können und welche spezifischen Argumente die USA zur Begründung des Irakkriegs ins Feld führten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor bedient sich einer ideengeschichtlichen und politikwissenschaftlichen Analyse, indem er historische Quellen, völkerrechtliche Texte und aktuelle sicherheitspolitische Strategiepapiere miteinander verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische und thematische Analyse: von der Antike (Peloponnesischer Krieg) über die gerechte Kriegstheorie und das Völkerrecht bis hin zur Clausewitzschen Theorie, dem Kalten Krieg und den humanitären Interventionen der 1990er Jahre.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind insbesondere das Gewaltverbot, die UN-Charta, der neokonservative Einfluss auf die US-Regierung, das Sicherheits-Dilemma sowie die Unterscheidung zwischen offiziellen und inoffiziellen Motiven.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Völkerrechts im Irakkrieg?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die USA völkerrechtliche Argumente – wie etwa die Berufung auf bestehende UN-Resolutionen – instrumentalisiert haben, um einen Krieg zu führen, dessen Rechtsgrundlage letztlich nicht haltbar war.

Inwiefern spielt der "Neokonservatismus" eine Rolle für die Argumentation der Bush-Administration?

Der Autor führt aus, dass neokonservative Denkmodelle, die auf militärischer Überlegenheit und der Verbreitung von Demokratie basieren, einen zentralen ideologischen Kern der Bush-Administration bildeten und maßgeblich zur Strategie des Präventivkrieges beitrugen.

Ende der Leseprobe aus 129 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ideengeschichte der Kriegsgründe von der Antike bis zur Gegenwart
Untertitel
Mit besonderem Augenmerk auf die Rechtfertigungsgründe der USA im Irakkrieg
Hochschule
Universität Zürich  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Lizentiatskolloquium
Note
Sehr gut
Autor
lic. phil Philippe Gubler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
129
Katalognummer
V121793
ISBN (eBook)
9783640258673
ISBN (Buch)
9783640260034
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kriegsgründe Antike Gegenwart Ideengeschichte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
lic. phil Philippe Gubler (Autor:in), 2007, Ideengeschichte der Kriegsgründe von der Antike bis zur Gegenwart, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121793
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