Konflikte in Unterrichtssituationen


Seminararbeit, 2005

9 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Zur Begriffsbestimmung von Konflikt

Aufgrund der Tatsache, dass Konflikt als Gegenstand unterschiedlichster wissenschaftlicher Forschungsdisziplinen anzusehen ist und ihre verschiedenen theoretischen Orientierungen und Fragestellungen keine einheitliche Definition im Hinblick auf Beschreibung und Gliederung ermöglichen, sollen an dieser Stelle die bestehenden Übereinstimmungen der zahlreichen Auffassungen Beachtung finden. In erster Linie soll dem, für diese Arbeit gesetzte Rahmen (Handlungsumfeld Schule), dabei besondere Beachtung entgegengebracht werden.

Bei einem Konflikt stehen sich meist zwei oder mehrere Parteien gegenüber, die verschiedene Standpunkte vertreten, sei es in Bezug auf Verhaltensweisen, Bedürfnisbefriedigung, Wertvorstellungen oder ähnliches. Die Standpunkte und Absichten der Parteien lassen sich nur schwer oder gar nicht miteinander vereinbaren.

„Diese diskrepanten Standpunkte erklären sich aus der Wirksamkeit subjektiver Interessen (Motive), grundlegender Überzeugung und Werthaltung sowie aus den damit zusammenhängenden besonderen Erwartungen und Einstellungen.“[1]

Die Meinungen der Parteien über den Sachverhalt schließen sich mehr oder weniger aus, sie werden durch verbale Äußerungen oder Handlungen ausgedrückt. Das Verhalten einer Partei behindert, stört oder blockiert das beabsichtigte Verhalten der anderen Partei.

Ein Konflikt kann im Rahmen des Schulalltags als Auseinandersetzung, Belastung und/oder Schwierigkeit auftreten, der die Betroffenen Parteien emotional, kognitiv und/oder physisch beeinträchtigt.[2] Konflikte können zwischen Lehrern, Schülerinnen und Schülern, Kollegen und Eltern auftreten. In Unterrichtssituationen muss zwischen erwünschten und unerwünschten Konflikten unterschieden werden. Die Erzeugung oder das Auftreten von Konflikten kann dann als erwünscht angesehen werden, wenn sie das Ziel besitzen, erstarrte Strukturen aufzubrechen oder wenn durch die eigenständige Bewältigung des Konflikts durch die Schülerinnen und Schüler selbst, positive Entwicklungen der Persönlichkeit und der Lernprozesse vollzogen werden.

Es gibt eine Vielzahl von Verhaltensmustern die im Umgang mit Konflikten angewandt werden. In den meisten Fällen handelt es sich um eine intuitive Konfliktbewältigung, die mit Verhaltensweisen in Verbindung gebracht wird, von denen ohne zusätzliche Überlegungen Gebrauch gemacht wird und die sich in vorangegangenen Konfliktregelungen als geeignet gezeigt haben. Diese Regelungen laufen meist ohne eine bewusste Steuerung und Kontrolle des Verhaltens ab. Bei Bestehen von Machtungleichheiten zwischen den Parteien, kommt es nicht selten vor, dass der Stärkere bei einem Konflikt seine Überlegenheit dazu benutzt, eine bestimmte Lösung zu erzwingen. Die Durchsetzung der eigenen Interessen durch den Einsatz von Gewalt, kann als typische Form der Konfliktregelung bezeichnet werden. Da durch eine solche Maßnahme oft große Frustrationen entstehen, ergeben sich für die Zukunft daraus erhebliche Konfliktpotentiale.

Eine andere mögliche Regelung ist die rationale/kooperative Konfliktlösung, nutzt man diese, wird die Ursache des Konflikts untersucht und entsprechende Lösungsmöglichkeiten erarbeitet, die der Lösung des Konflikt auf lange Zeit dienen. Dafür wird systematisch vorgegangen, Annahmen, Erwartungen und Lösungsvorschläge werden den anderen Parteien verbal zugänglich gemacht und die eigenen Verhaltensimpulse werden bewusst kontrolliert.

Um bei der Entscheidungsfindung zu einer zufriedenstellenden Regelung zu gelangen, müssen folgende Mindestbedingungen vorliegen:

- Mindestens eine Konfliktpartei muss an einer sinnvollen Lösung interessiert sein und zu diesem Zweck dazu bereit sein, mit den anderen Parteien zusammenzuarbeiten.
- Mindestens eine Konfliktpartei muss die Fähigkeit besitzen, die eigene emotionale Erregung und das Verhalten zu kontrollieren.
- Bei vorhandener Machtungleichheit muss auf jede Art der Gewaltanwendung verzichtet werden. Die beste Lösung muss ausfindig gemacht und realisiert werden und es darf nicht nach Siegern und Besiegten unterschieden werden.

[...]


[1] Neubauer, W.; Gampe, H.; Knapp, R.: Konflikte in der Schule : Möglichkeiten und Grenzen kooperativer Entscheidungsfindung. Neuwied : Hermann Luchterhand Verlag, 1992. S. 7.

[2] Vgl.: Becker, G.: Lehrer lösen Konflikte : Ein Studien- und Übungsbuch. München : Urban & Schwarzenberg, 1981. S. 19.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Konflikte in Unterrichtssituationen
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Fachbereich Erziehungswissenschaften und Psychologie)
Veranstaltung
Konfliktmanagement
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
9
Katalognummer
V121867
ISBN (eBook)
9783640266418
ISBN (Buch)
9783640266654
Dateigröße
371 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konflikte, Unterrichtssituationen, Konfliktmanagement
Arbeit zitieren
Linda Kim Wegener (Autor), 2005, Konflikte in Unterrichtssituationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121867

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