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Die Rückkehr der Religionen. Eine Untersuchung des deutschen Säkularisierungsprozesses

Titre: Die Rückkehr der Religionen. Eine Untersuchung des deutschen Säkularisierungsprozesses

Dossier / Travail de Séminaire , 2008 , 30 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Jonathan Widder (Auteur)

Politique - Théorie politique et Histoire des idées politiques
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Entgegen der Prognose Max Webers von der „Entzauberung der Welt“ und dem langsamen Verschwinden von Glauben und Religion in den modernen Gesellschaften ist in den letzten Jahren immer häufiger von einer "Rückkehr der Religionen" die Rede. Diese Arbeit untersucht mögliche Ursachen dieser "Rückkehr" für Deutschland.

Dabei werden neun soziale Funktionen, die Religion haben kann, herausgearbeitet. Anschließend wird anhand der Literatur der Religionssoziologie untersucht, inwieweit Religion in diesen Bereichen bereits durch politische und soziale Entwicklungen abgelöst oder gar "überflüssig" gemacht wurde und in welchen Bereichen Religion auch in Zukunft unersetzbar bleiben dürfte. Die Methode der Arbeit ist eine Sekundärliteraturanalyse.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

3. Erklärungsfunktion

3.1 Neutrale Erklärungsfunktion

3.2 Interpretationsfunktion

4. Orientierungsfunktion

4.1 Legitimationsfunktion

4.2 Formale Orientierungsfunktion: Werte und Normen

4.3 Symbolhaltige Orientierungsfunktion: Rituale

4. Integrationsfunktion

4.1 Gesellschaftliche Integration

4.2 Lokale Gemeinschaftsbildung

5. Kontingenzbewältigung

5.1 Interpersonale Kontingenzbewältigung

5.2 Individuelle Kontingenzbewältigung

6. Fazit

7. Literatur

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht den deutschen Säkularisierungsprozess und analysiert, ob und wie die moderne Gesellschaft religiöse Funktionen durch profane Praktiken oder Institutionen ersetzen kann, um den Hintergrund einer vermeintlichen „Rückkehr der Religionen“ zu verstehen.

  • Analyse funktionaler Definitionen von Religion
  • Untersuchung der Erklärungs-, Orientierungs- und Integrationsfunktion
  • Evaluation der Kontingenzbewältigung im säkularen Kontext
  • Diskussion von Potenzialen für neue soziale Institutionen
  • Kritische Auseinandersetzung mit der These eines allgemeinen Werteverfalls

Auszug aus dem Buch

3.2 Interpretationsfunktion

Daneben hat die Wissenschaft zwei große „Nachteile“ im Vergleich zur Religion: einerseits bietet sie keineswegs klare, eindeutige Ergebnisse; andererseits ist sie aber auch oft zu klar und konfrontiert den Mensch mit Wissen, das einigen seiner Bedürfnisse zuwider läuft, ihn überfordert. Was ihre Unklarheit angeht, so muss konstatiert werden, dass wissenschaftliche Forschung heute einerseits eine Komplexität erreicht hat, die es selbst Fachleuten unmöglich macht, alle Entwicklungen mitzuverfolgen. Damit wird sie für den Normalbürger immer schwerer zu fassen und in vielerlei Hinsicht „unerreichbar“. Selbst Habermas, einer der größten Verfechter eines aufgeklärten Geistes in der Bundesrepublik, konstatiert: die „in die Lebenswelt eindringenden Theorien lassen den Rahmen unseres Alltagswissens im Kern unberührt“ (Habermas 2001: 15). Dazu kommt, dass wissenschaftliche Forschung, paradoxerweise gerade wegen ihres Anspruchs auf Exaktheit und größtmögliche Wahrheit, oft keine eindeutigen Ergebnisse produziert. Vielmehr konkurrieren oft mehrere Theorien gegeneinander, endgültige Ergebnisse gibt es nicht. Selbst breite Konsense über wissenschaftliche Fragestellungen sind nicht unabänderlich und können nach Jahren oder Jahrzehnten wieder überholt sein. Eine Wende folgt der nächsten, anstatt absoluter Sicherheit herrschen Trends. Vor diesem Hintergrund kann das Recht, selbst urteilen zu dürfen, schnell zur Last werden. Geht man mit Antonovsky (1993) davon aus, dass der Mensch ein gewisses Bedürfnis nach Kohärenz hat, dann kann das moderne Wissenschaftssystem für den, der nicht über ausreichend Bildung, Zeit und Interesse verfügt, schnell zur Überforderung werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema des Säkularisierungsprozesses und die Forschungsfrage zur möglichen „Rückkehr der Religionen“.

2. Begriffsklärung: Abgrenzung von substantiellen zu funktionalen Definitionen von Religion als Grundlage für die soziologische Analyse.

3. Erklärungsfunktion: Untersuchung der Ablösung religiöser Mythen durch wissenschaftliche Erklärungsmodelle und die Grenzen dieses Ersatzes.

4. Orientierungsfunktion: Analyse der gesellschaftlichen Wertvorstellungen und der Rolle von Ritualen als handlungsleitende Instanzen.

4. Integrationsfunktion: Erörterung der Frage, inwieweit die moderne Gesellschaft soziale Integration ohne religiöse Bindung leisten kann.

5. Kontingenzbewältigung: Untersuchung der psychologischen Funktion von Religion bei der Bewältigung von Krisen und emotionalen Belastungen.

6. Fazit: Zusammenfassende Bilanz über den Grad der Säkularisierung einzelner Funktionen in der modernen deutschen Gesellschaft.

7. Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Säkularisierung, Religion, moderne Gesellschaft, Funktionswandel, Kontingenzbewältigung, Integrationsfunktion, Wertewandel, Wissenschaftssystem, Lebenswelt, soziale Kohärenz, Ritual, individuelle Religiosität, Deutschland, Sinnstiftung, Religionssoziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Wandel der Rolle von Religion in der deutschen Gesellschaft und untersucht, inwieweit moderne profane Strukturen religiöse Funktionen erfolgreich ersetzen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Erklärungs-, Orientierungs-, Integrationsfunktion sowie die Kontingenzbewältigung durch Religion und ihre profanen Gegenstücke.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Säkularisierung als Funktionsverlust von Religion an die Moderne zu begreifen ist und wo die Grenzen dieses Ersatzes liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Methode besteht in einer systematischen Analyse und Auswertung einschlägiger religionssoziologischer Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert nacheinander vier Kernfunktionen von Religion und bewertet deren aktuellen Säkularisierungsgrad in der deutschen Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Säkularisierung, funktionale Differenzierung, Kontingenzbewältigung und der gesellschaftliche Wertewandel.

Warum reicht das Wissenschaftssystem oft nicht als Ersatz für Religion aus?

Laut dem Autor fehlt der Wissenschaft die Fähigkeit, für komplexe menschliche Bedürfnisse nach subjektivem Sinn und existenzieller Ordnung in gleicher Weise wie Religion interpretative Angebote zu machen.

Welche Rolle spielt die Neurobiologie in der Argumentation?

Die Neurobiologie wird herangezogen, um zu zeigen, dass moralisches Verhalten und Kooperationsfähigkeit auch biologisch fundiert sind, was die Sorge vor einem Solidaritätsverlust ohne Religion relativiert.

Ist eine „Rückkehr der Religionen“ in Deutschland zu erwarten?

Der Autor verneint dies weitgehend, da für eine echte Umkehr der Nährboden fehlt; religiöse Konjunkturen seien eher als Transformationen in einer spätmodernen Gesellschaft zu deuten.

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Résumé des informations

Titre
Die Rückkehr der Religionen. Eine Untersuchung des deutschen Säkularisierungsprozesses
Université
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Cours
Gegenwartsdiagnosen – Von Fukuyama bis Sloterdijk
Note
1,0
Auteur
Jonathan Widder (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
30
N° de catalogue
V121873
ISBN (ebook)
9783640266449
ISBN (Livre)
9783640266685
Langue
allemand
mots-clé
Gott Religion Religionen Rückkehr Religionssoziologie Moderne Entzauberung der Welt Deutschland Soziologie Funktion Gesellschaft Analyse
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jonathan Widder (Auteur), 2008, Die Rückkehr der Religionen. Eine Untersuchung des deutschen Säkularisierungsprozesses, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121873
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