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Die Situation der Schüler mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungswesen

Befunde, Erklärungsansätze und Vorschläge zur Integration

Title: Die Situation der Schüler mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungswesen

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 33 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Hanna Cieslak (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
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„Selektiv, diskriminierend, undemokratisch – das deutsche Schulsystem bietet nicht allen Kindern die gleichen Chancen. (…) und das Recht auf Bildung wird nicht überall ausreichend umgesetzt. Dies betrifft insbesondere Migranten und sozial Schwache. Kinder aus Zuwandererfamilien werden systematisch benachteiligt. Jahre-, wenn nicht jahrzehntelang haben weder Bildungs- noch Sozialpolitiker ihre Hausaufgaben gemacht. (…) Jahrzehnte nach der Ankunft von Migranten müssten heute Tausende deutscher Kinder ausländischer Herkunft besser in das Bildungssystem und in die Gesellschaft integriert worden sein, als es hier in Deutschland der Fall ist!“
(MUÑOZ, V.. IN: BERICHT FÜR DAS RECHT AUF BILDUNG IN DEUTSCHLAND, 2006)

Mit diesen harten Worten kritisierte der UN-Sonderberichterstatter (…) das deutsche Bildungssystem und zeigte damit, dass Deutschland sieben Jahre nach dem ersten PISA-Schock International erneut in der bildungspolitischen Kritik steht. […]

Allein schon die Tatsache, dass sich viele Autoren dazu entschieden haben, über „Migranten im deutschen Schulwesen“ zu schreiben, statt über die Thematik „Deutsche Kinder im deutschen Schulwesen“, zeigt, dass in unserer Kultur spätestens seit PISA die Migranten-Thematik als ein bildungspolitisches Problem eine besondere Beachtung und Begründung verdient. (…).

Das Buch mit einer eingehenden Deskription wichtiger Fakten zur Situation der Migranten im deutschen Schulwesen, in deren Verlauf wichtige Gesichtspunkte über die Lage im Primar- und Sekundarbereich, sowie nationale Unterschiede zwischen den Migranten aufgezeigt werden. Anschließend folgt die Herausarbeitung und Skizzierung verschiedener Erklärungsansätze, die anhand von markanten Befunden und empirischen Studien wie z. B. von DIEFENBACH sowie GOMOLLA UND RADTKE versuchen, den mangelnden schulischen Erfolg von Migrantenkindern zu erklären.

Auf der Grundlage der Befunde zur Situation von Migranten im deutschen Schulwesen und der Darlegung einiger Erklärungsansätze wird abschließend versucht, Interventions- und Fördermaßnahmen herauszuarbeiten, die die Bildungsdiskrepanz in Deutschland deutlich verringern sollen. Hierbei wird das Augenmerk abschließend besonders auf die «REGIONALEN ARBEITSSTELLEN ZUR FÖRDERUNG AUSLÄNDISCHER KINDER UND JUGENDLICHEN» (Kurz: RAA) in NRW gelegt, die im Hinblick auf die Unterstützung schulischer Belange und die Verknüpfung von Schule und Jugendhilfe modellhaft Migrationsförderung betreibt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Die Lage der Migranten im deutschen Schulwesen

2.1 Die Situation im Vorschul- und Primarbereich

2.2 Die Situation im allgemein bildenden Schulwesen

2.3 Unterschiede nach Nationalität und Region

3 Erklärungsansätze für die Nachteile von Schülern mit Migrationshintergrund

3.1 Außerschulische Erklärungsansätze

3.1.1 Die kulturell-defizitäre Erklärung

3.1.2 Die humankapitaltheoretische Erklärung

3.2 Innerschulische Erklärungsansätze

3.2.1 Die Erklärung durch Strukturdefizite des deutschen Schulsystems

3.2.2 Die Erklärung durch institutionelle Diskriminierung

4 Intervention und Fördermaßnahmen zur Verringerung der Bildungsdiskrepanz

4.1 Schulinterne Maßnahmen

4.2 Schulexterne Maßnahmen – »Die RAA«

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Benachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem, analysiert die Ursachen dieser Bildungsdiskrepanz und stellt Lösungsansätze sowie Interventionsmöglichkeiten vor.

  • Aktuelle bildungspolitische Lage von Migrantenkindern in Deutschland
  • Kulturell-defizitäre und humankapitaltheoretische Erklärungsansätze
  • Strukturelle Mängel des gegliederten Schulsystems als Ursache
  • Institutionelle Diskriminierung als einflussreicher Faktor
  • Modellhafte Fördermaßnahmen wie die Arbeit der regionalen Arbeitsstellen (RAA)

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Die Erklärung durch institutionelle Diskriminierung

Erst seit kurzer Zeit widmen sich Migrationsforscher den Bildungsinstitutionen, ihren Erwartungen an die Schülerschaft und ihren Selektionsmechanismen, um den mangelnden Schulerfolg von Migrantenkindern im deutschen Bildungswesen zu erklären. Eine empirische Studie hierzu lieferten GOMOLLA UND RADTKE, die alternativ einen Erklärungsansatz „institutioneller Diskriminierung“ vorgeschlagen haben, der die statistisch messbaren Differenzen im Verlauf der Schulkarrieren von einheimischen und Kindern mit Migrationshintergrund als Effekt schulischer Entscheidungspraktiken auffasst und auf Mechanismen der Diskriminierung in der Organisation Schule zurückführt. Auf der Grundlage von Interviews mit und Gutachten von Lehrern, Schulleitern und Repräsentanten der Schulbehörde untersuchten sie Mitte der 1990er Jahre in Bielefeld, wie Diskriminierung von Migrantenkindern als Ergebnis organisatorischen Handelns in Zusammenhang mit bildungspolitischen Rahmenbedingungen entsteht. Ausgehend von den statistisch messbaren Effekten der ungleichen Verteilung von Schulerfolg entlang ethnischer Unterscheidungen rekonstruierten sie an allen Entscheidungsstellen Diskriminierungsmechanismen, die erstens um den Stand der Deutschkenntnisse von Migrantenkinder und zweitens um die familiären und sozialen Lebenshintergründe zentriert sind.

Bei der Einschulung hängen die Diskriminierungsmechanismen GOMOLLA UND RADTKE zufolge mit der bildungspolitischen Lösung der separaten Vorbereitungsklassen zusammen: „Die Zuweisung von Migrantenkindern in separate Förderklassen aufgrund von Sprachdefiziten und Entwicklungsretardierungen kann mit forciertem Spracherwerb und dem Ziel einer raschen Integration erfolgen. Doch besonders an Schulen, die die Möglichkeit der Delegation von „Problemkindern“ in Förderklassen nicht mehr hatten, findet sich die Praxis, Migrantenkinder mit dem Verweis der Sprachdefizite einfach in den Schulkindergarten zurückzusetzen, obwohl diese Einrichtung ausdrücklich nicht zum Spracherwerb von Migratnekindern vorgesehen ist.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Arbeit beleuchtet die bildungspolitische Kritik am deutschen Schulsystem im Kontext von Migration und PISA.

2 Die Lage der Migranten im deutschen Schulwesen: Dieses Kapitel beschreibt die Benachteiligung von Migrantenkindern im Primar- und Sekundarbereich sowie regionale und herkunftsspezifische Unterschiede.

3 Erklärungsansätze für die Nachteile von Schülern mit Migrationshintergrund: Hier werden theoretische Erklärungen für den geringeren Schulerfolg unterteilt in außerschulische Faktoren und innerschulische Strukturen analysiert.

4 Intervention und Fördermaßnahmen zur Verringerung der Bildungsdiskrepanz: Es werden schulinterne sowie externe Förderansätze zur Verbesserung der Bildungschancen dargestellt.

5 Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass eine Kombination aus komplexen gesellschaftlichen und schulstrukturellen Faktoren die Benachteiligung bedingt und einfache Lösungen nicht ausreichen.

Schlüsselwörter

Migration, Bildungschancen, PISA-Studie, Bildungsdiskrepanz, Migrationshintergrund, institutionelle Diskriminierung, Schulerfolg, Chancengleichheit, RAA, Schulsystem, Sprachförderung, Bildungssoziologie, Integration, Humankapital, Bildungsbenachteiligung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Benachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem und hinterfragt die Ursachen für deren geringeren Schulerfolg.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die empirische Situation von Migrantenkindern an deutschen Schulen, theoretische Erklärungsansätze für Bildungsungleichheit sowie konkrete Interventions- und Fördermaßnahmen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel der Arbeit ist es, die Bildungsdiskrepanzen in Deutschland zu beleuchten und aufzuzeigen, wie schulische und gesellschaftliche Maßnahmen zur Verringerung dieser Nachteile beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung aktueller Bildungsstatistiken, PISA-Befunden und existierender bildungssoziologischer Studien basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Bildungssituation, eine tiefgehende Analyse von Erklärungsansätzen (kulturell-defizitär, humankapitaltheoretisch und institutionelle Diskriminierung) sowie die Vorstellung von Förderprojekten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Migration, Chancengleichheit, Bildungsdiskrepanz, institutionelle Diskriminierung und Sprachförderung charakterisiert.

Was besagt der Erklärungsansatz der institutionellen Diskriminierung?

Dieser Ansatz führt den mangelnden Erfolg von Migrantenkindern auf schulische Entscheidungspraktiken und Auswahlmechanismen zurück, anstatt die Ursache allein bei den Schülern oder ihren Familien zu suchen.

Welche Rolle spielen die "Regionalen Arbeitsstellen zur Förderung ausländischer Kinder und Jugendlichen" (RAA)?

Die RAA werden als beispielhafte schulexterne Einrichtung genannt, die durch multiprofessionelle Ansätze und Vernetzung von Schule und Jugendhilfe gezielt Bildungschancen verbessert.

Welche Bedeutung kommt der Sprachförderung in dieser Arbeit zu?

Sprachkompetenz wird als zentrale Schlüsselqualifikation identifiziert, die über den Bildungserfolg entscheidet, wobei die Arbeit fordert, Sprachförderung fächerübergreifend und durchgängig im Schulalltag zu verankern.

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Details

Title
Die Situation der Schüler mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungswesen
Subtitle
Befunde, Erklärungsansätze und Vorschläge zur Integration
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
1,3
Author
Hanna Cieslak (Author)
Publication Year
2007
Pages
33
Catalog Number
V121898
ISBN (eBook)
9783640258734
ISBN (Book)
9783640260065
Language
German
Tags
Situation Schüler Migrationshintergrund Bildungswesen Befunde Erklärungsansätze Therapievorschläge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hanna Cieslak (Author), 2007, Die Situation der Schüler mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungswesen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121898
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