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Wie exotisch waren Frauen in der Frühen Neuzeit?

Titre: Wie exotisch waren Frauen in der Frühen Neuzeit?

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2000 , 16 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Marion Luger (Auteur)

Histoire de l'Europe - Moyen Âge, Temps modernes
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Résumé Extrait Résumé des informations

Nachdem ich mir einen Forschungsüberblick über das Thema Rasse und Geschlecht verschafft hatte, stellte ich fest, daß wenig Literatur vorhanden ist, die beide Aspekte miteinander in Beziehung setzt. Ausgehend von dem Standardwerk Londa Schiebingers „Am Busen der Natur“ boten sich doch einige Möglichkeiten der Auswahl weiterführender Literatur, und so fokussierte ich meinen Themenbereich insofern, als ich weiße Frauen im Vergleich mit weißen und schwarzen Männern in den Mittelpunkt meiner Arbeit stellte. Wie „exotisch“ waren Frauen in der Frühen Neuzeit? Mit dieser Frage versuche ich mich in dieser Proseminar-Arbeit auseinanderzusetzen, indem ich die Rolle der weißen Frauen als „Exotinnen“ in der Wissenschaft betrachte und genauer auf biologische und soziale Ausschließungsgründe durch männliche Wissenschaftler eingehe. Zunächst soll aufgezeigt werden, daß Frauen bis ins 18. Jahrhundert hinein in der Wissenschaft tätig waren. Anschließend werden die Faktoren genannt, die dazu beitrugen, Frauen ebenso wie „das Weibliche“ aus der Wissenschaft auszugrenzen. Weiters wird deutlich gemacht, wie „Gleichheit“ und „Differenz“ als Ein- und Ausschlußkriterien instrumentalisiert wurden. Danach wird gezeigt, wie weiße Männer der sozialen Oberschichten sich selbst zur Norm erhoben und Unterschiede sowohl zu weißen Frauen als auch zu schwarzen Männern in den Körpern festzumachen versuchten. Zudem wird dargelegt, wie wirkmächtig eine Theorie sein konnte, die von scheinbar naturgegebenen körperlichen Eigenschaften auf geistige und soziale Kompetenzbereiche schloss. Außerdem wird klar gemacht, wie widersprüchlich die Argumentationen der Gleichheitsgegner in sich waren. Nicht zuletzt wird offenkundig gemacht, welche Auswirkungen eine ausschließlich von weißen Männern betriebene Wissenschaft zeitigte.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

II. ALLE MENSCHEN SIND VON NATUR AUS UNGLEICH

1. BETEILIGUNGSMÖGLICHKEITEN VON FRAUEN AM ÖFFENTLICHEN GEISTESLEBEN BIS ZUR AUFKLÄRUNG

2. DIE VERBANNUNG ALLES „WEIBLICHEN“ AUS DER WISSENSCHAFT

3. DIE FORDERUNG NACH „NATÜRLICHEN“ RECHTEN

...UND DIE ANTWORT DER WISSENSCHAFT MIT „NATÜRLICHER“ UNGLEICHHEIT

4. DIE ANALOGIE VON RASSE UND GESCHLECHT

5. EINE ANTWORT AUF VIELE PROBLEME: DIE THEORIE VON DER GESCHLECHTERPOLARITÄT

6. WIDERSPRÜCHLICHKEITEN

7. DIE FOLGEN DER „NATÜRLICHEN“ UNGLEICHHEIT FÜR FRAUEN

III. SCHLUSSBETRACHTUNG: DIE AMBIVALENZ DER WISSENSCHAFT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie Frauen in der Frühen Neuzeit aus der Wissenschaft verdrängt wurden, indem biologische und soziale Argumente instrumentalisiert wurden, um eine „natürliche“ Ungleichheit zwischen den Geschlechtern sowie Rassen zu konstruieren.

  • Rolle der Frauen als „Exotinnen“ in der Wissenschaft
  • Wissenschaftliche Instrumentalisierung von „Gleichheit“ und „Differenz“
  • Konstruktion geschlechtsspezifischer und rassistischer Hierarchien in der Anatomie
  • Wirkung der Theorie von der Geschlechterpolarität auf die gesellschaftliche Teilhabe
  • Verlust von Frauenrechten im Zuge der Aufklärung

Auszug aus dem Buch

Die Verbannung alles „Weiblichen“ aus der Wissenschaft

Obwohl ihnen der Zugang zu Universitäten und Akademien verschlossen blieb, konnten europäische Frauen in der frühen Neuzeit durch die Netzwerke des Adels und durch die gewerbliche Tätigkeit im öffentlichen Geistesleben eine feste, wenn auch eingeschränkte Stellung behaupten. Nachdem die alte Ordnung zusammengebrochen und das Zunftwesen sowie die Vorrechte des Adels aufgehoben waren und die Wissenschaft sich vom privaten Bereich in die öffentliche Sphäre verschob, verringerte sich der Einflußbereich von Frauen dramatisch. Zugleich trug die neue empirische Wissenschaft zum Untergang der weiblichen Allegorie der Scientia bei, die als Führerin zur Wahrheit gegolten hatte. Daneben forderte der Engländer Bacon eine männliche, aktive Philosophie, welche die als weiblich verstandene Natur formen und sich zugleich gegenüber der Geisteskultur Frankreichs abgrenzen sollte, die - besonders im Hinblick auf die Pariser Salons - ebenfalls feminin erschien. Letztere wurden schließlich - wie auch alles Poetische - durch das herabsetzende Etikett des „Weiblichen“ aus der Wissenschaft verbannt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Die Arbeit beleuchtet die wissenschaftliche Ausgrenzung von Frauen und die Konstruktion von Differenz zwischen Rasse und Geschlecht in der Frühen Neuzeit.

II. ALLE MENSCHEN SIND VON NATUR AUS UNGLEICH: Dieses Kapitel analysiert, wie durch die Instrumentalisierung von Naturwissenschaften und Anatomie Frauen aus dem öffentlichen Geistesleben verdrängt wurden.

III. SCHLUSSBETRACHTUNG: DIE AMBIVALENZ DER WISSENSCHAFT: Das Fazit zeigt auf, dass der Anspruch auf wissenschaftliche Neutralität dazu diente, gesellschaftliche Machtverhältnisse und Ausgrenzungsmechanismen zu legitimieren.

Schlüsselwörter

Frühe Neuzeit, Geschlechterpolarität, Frauen in der Wissenschaft, Anatomie, Aufklärung, Geschlechterdiskurs, Rasse, soziale Ungleichheit, Naturwissenschaft, Ausschlussmechanismen, Körperpolitik, Wissenschaftsgeschichte, Emanzipation, Geschlechterkomplementarität, Humoraltheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung, wie Frauen in der Frühen Neuzeit systematisch aus der Wissenschaft verdrängt wurden, indem ihre „natürliche“ Ungleichheit behauptet wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Wissenschaft, Geschlechterrollen, die Konstruktion von Rassenbildern in der Anatomie und die soziopolitischen Folgen der Aufklärung für Frauen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Autorin stellt die Frage: „Wie ‚exotisch‘ waren Frauen in der Frühen Neuzeit?“ und untersucht dabei die Rolle weißer Frauen als „Exotinnen“ in einem von Männern dominierten Wissenschaftsbetrieb.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit ist eine historische Proseminar-Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse basiert und wissenschaftshistorische Quellen und Theorien zur Geschlechterdifferenz analysiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Einschränkung von Bildungsmöglichkeiten, die Entwicklung der Geschlechterpolarität, die Analogien zwischen Rasse und Geschlecht sowie die negativen Folgen der „Verwissenschaftlichung“ von Geschlechterunterschieden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Geschlechterpolarität, Frühe Neuzeit, Wissenschaftsgeschichte, Anatomie, Ausschlussmechanismen und soziale Ungleichheit.

Welche Rolle spielte die Theorie der Geschlechterpolarität für den Ausschluss von Frauen?

Die Theorie behauptete, dass Männer und Frauen von Natur aus für unterschiedliche Lebensbereiche prädestiniert seien, was den Ausschluss von Frauen aus der öffentlichen wissenschaftlichen Sphäre als „natürliche“ Notwendigkeit erscheinen ließ.

Wie korrespondiert die Rassentheorie mit dem Frauenbild im 18. Jahrhundert?

Beide wurden durch anatomische Vergleiche mit dem männlichen Europäer als Norm definiert, wobei Frauen und Schwarze als minderwertig oder „exotisch“ markiert wurden, um den Ausschluss von Macht und Prestige zu rechtfertigen.

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Résumé des informations

Titre
Wie exotisch waren Frauen in der Frühen Neuzeit?
Université
University of Vienna  (Institut für Geschichte)
Cours
Lesarten der „sexuellen Differenz“ in der Frühen Neuzeit
Note
1,0
Auteur
Marion Luger (Auteur)
Année de publication
2000
Pages
16
N° de catalogue
V121953
ISBN (ebook)
9783640271177
ISBN (Livre)
9783640271351
Langue
allemand
mots-clé
Frauen Frühen Neuzeit Lesarten Differenz“ Frühen Neuzeit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Marion Luger (Auteur), 2000, Wie exotisch waren Frauen in der Frühen Neuzeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121953
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Extrait de  16  pages
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