Es gibt viele verschiedene Ansichten, ob es förderungswürdig war die duale Berufsausbildung
zu reformieren. Es gibt hierfür Befürworter und Ablehner. Jedoch in einer Zeit
des Wandels in Form neuer Technologien und Innovationen verändern sich die Anforderungen
an die Berufe stetig und eine Modernisierung bzw. Neuordnung der Ausbildungsberufe
ist zwingend erforderlich, um im internationalen Wettbewerb mitzuhalten.
Ein weiterer wichtiger Hintergrund der Reform besteht in der derzeitigen Lehrstellensituation,
die um Veränderungen bittet. Es wird immer mehr Fachpersonal benötigt und
dafür braucht man auch gute Qualität in der Ausbildung. In dieser Arbeit soll nahegebracht
werden wie dieser Prozess der Neuordnung zustande kommt, aus welchen Gründen
dies vollzogen wird, welche Auswirkungen diese Neuordnung mit sich bringt und
was Lernfelder in den Berufsschulen verändern, was Lernfelder sind und warum diese
eingeführt wurden. Als erstes wird die Autorin das Konstrukt Beruf erläutern; ein kurzer
historischer Abriss und aktuelle Aspekte werden dies verdeutlichen. Es stellt sich die
Frage, wie die Ausbildungsinhalte ermittelt werden, um Ausbildungsberufe festzulegen
und welche Rahmenbedingungen von großer Wichtigkeit sind.
Inhaltsverzeichnis
1.Betrachtung des Konstruktes Beruf
1.1.1Allgemeine Definitionen
1.1.2Historische Entwicklung und aktuelle Aspekte
2.Entstehung der Ausbildungsberufe
2.1.1Methoden der Ermittlung von Ausbildungsinhalten
2.1.2Prozess der Neuorientierung der Ausbildungsberufe
3.Rahmenbedingungen der Berufsausbildung
4.Vom Lernziel zum Lernfeld
4.1 Definitionen und Zusammenhänge von Handlungsfeld, Lernfeld, Lernsituation und Handlungssituationen
4.2 Gründe für die Lernfeldeinführung
4.3 Lernfeldcurricula
4.4.1Vor- und Nachteile der Lernfeldtheorie
4.4.2Ablauf der Entwicklung der Handlungsfelder zu Lernsituation
5.Auswirkungen der Neuorientierung
6.Schlussbetrachtungen
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit analysiert den Reformprozess der beruflichen Ausbildung in Deutschland, insbesondere den Übergang von traditionellen Fächern hin zu handlungsorientierten Lernfeldern in Berufsschulen unter Berücksichtigung ordnungspolitischer Rahmenbedingungen.
- Historische Entwicklung und soziologische Einordnung des Begriffs „Beruf“
- Methoden und Prozesse bei der Ermittlung neuer Ausbildungsinhalte
- Detaillierte Analyse der Lernfeldtheorie und deren praktische Umsetzung
- Diskussion von Vor- und Nachteilen handlungsorientierter Didaktik
- Reflektion der Auswirkungen auf Lehrpersonal, Schüler und Bildungsniveau
Auszug aus dem Buch
4.1 Definitionen und Zusammenhänge von Handlungsfeld, Lernfeld, Lernsituation und Handlungssituationen
Nach Frau Prof. Dr. Marianne Friese besteht ein Bezug zwischen den vier Begriffen. Auf diese wird die Autorin kurz eingehen (Prof. Dr. Marianne Friese, Vortrag auf der LAG – Fortbildung „Fächer zu Lernfeldern“ am 14.6.2000 an der Universität Lüneburg).
Handlungsfelder sind nach Prof. Dr. Friese „zusammengehörige Aufgabenkomplexe mit beruflichen sowie lebens – und gesellschaftsbedeutsamen Handlungssituationen, zu deren Bewältigung befähigt werden soll. Handlungsfelder sind immer mehrdimensional, indem sie stets berufliche, gesellschaftliche und individuelle Problemstellungen miteinander verknüpfen. Die Gewichtung der einzelnen Dimensionen kann dabei variieren. Eine Trennung hat nur analytischen Charakter.“ (ebenda, S.9). D.h. also, dass Handlungsfelder alle Bereiche des Lebens betreffen und alle Lebensbereiche angesprochen werden, die Auszubildende erlernen soll.
Lernfelder sind lt. Prof. Dr. Friese „didaktisch begründete, schulisch aufbereitete Handlungsfelder. Sie fassen komplexe Aufgabenstellungen zusammen, deren unterrichtliche Bearbeitung in handlungsorientierten Lernsituationen erfolgt. Lernfelder sind durch Zielformulierungen im Sinne von Kompetenzbeschreibungen und durch Inhaltsangaben ausgelegt.“ (ebenda, S.9). Nach der KMK heißt, dass Lernfelder durch Zielformulierungen beschrieben werden, die Elemente der Handlungskompetenz darstellen. In den Zielformulierungen werden der Berufsbezug der Lernfelder und der fachwissenschaftliche Lerninhalt verdeutlicht. Zusätzlich wird festgelegt, welche inhaltlichen Beiträge die Unterrichtsfächer zur Erreichung der Lernziele zu leisten haben. (Handreichungen für die Erarbeitung von Rahmenlehrplänen der KMK für den berufsbezogenen Unterricht in der Berufsschule und ihre Abstimmung mit Ausbildungsordnungen des Bundes für anerkannte Ausbildungsberufe, 1996, S. 32). „Lernfelder sind durch den Bildungsgang ausgestaltet.“ (Vortrag zu „Fächern zu Lernfeldern“, S.9). D.h. es geht um Kenntnisse und Fertigkeiten, die zum beruflichen Handeln gebraucht werden. Sie sind didaktisch begründet und für die Schularbeit aufbereitet worden. Es geht um zusammenhängende
Zusammenfassung der Kapitel
1.Betrachtung des Konstruktes Beruf: Definiert den Begriff Beruf aus soziologischer Sicht und beleuchtet dessen historische Entwicklung von den Zünften bis zur modernen Ausbildung.
2.Entstehung der Ausbildungsberufe: Erläutert die methodischen Ansätze zur Identifikation von Ausbildungsinhalten sowie die Phasen der Neuordnung von Berufen.
3.Rahmenbedingungen der Berufsausbildung: Beschreibt die rechtlichen und institutionellen Grundlagen des dualen Systems in Deutschland, inklusive der Zuständigkeiten von Bund und Ländern.
4.Vom Lernziel zum Lernfeld: Analysiert den pädagogischen Wandel hin zur Lernfeldorientierung, die Definition der Begriffe sowie deren Vor- und Nachteile.
5.Auswirkungen der Neuorientierung: Diskutiert die Folgen der Reform für die Qualität der Wissensvermittlung und die Anforderungen an das Lehrpersonal.
6.Schlussbetrachtungen: Fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und würdigt den Übergang zu Lernfeldern als positive, wenngleich herausfordernde Entwicklung.
Schlüsselwörter
Berufsausbildung, duales System, Lernfeldkonzept, Handlungskompetenz, Berufsschule, Ausbildungsordnung, didaktische Transformation, Lernsituation, Rahmenlehrplan, berufliche Bildung, Fachkräftemangel, Curriculum, Handlungsfeld, Didaktik, Kompetenzentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation der beruflichen Bildung in Deutschland, speziell dem Übergang von traditionellen, fachorientierten Curricula zu einem handlungsorientierten Lernfeldkonzept.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die rechtlichen Rahmenbedingungen der Ausbildung, die didaktische Strukturierung von Lernprozessen und die soziologische Bedeutung des Berufsbegriffs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Prozess der Neuordnung von Ausbildungsberufen zu analysieren und zu hinterfragen, wie die Einführung von Lernfeldern die berufliche Handlungsfähigkeit der Auszubildenden verbessert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literatur- und Quellenanalyse sowie den Vergleich didaktischer Konzepte (wie die Definitionen von Prof. Dr. Marianne Friese) und offizieller KMK-Handreichungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Herleitung des Berufs, die rechtlichen Grundlagen der Ausbildungsberufe, die theoretische Definition von Lernfeldern und die Diskussion der praktischen Vor- und Nachteile der neuen Didaktik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind duales System, Lernfeldkonzept, Handlungskompetenz, Ausbildungsordnung und didaktische Transformation.
Wie unterscheidet sich ein „Lernfeld“ von einer „Lernsituation“?
Ein Lernfeld ist ein didaktisch aufbereitetes Handlungsfeld mit Zielbeschreibungen, während eine Lernsituation die Konkretisierung dieses Lernfeldes für den Unterricht darstellt, die regional und lernvoraussetzungsabhängig angepasst wird.
Warum wird das Fachlehrerprinzip durch die Reform kritisch betrachtet?
Da Lehrer nun innerhalb eines Lernfeldes interdisziplinär zusammenarbeiten müssen, verlieren sie ihre Rolle als Experten für ein eng abgegrenztes Fach, was eine Umstellung der Arbeitsweise und Kooperationsbereitschaft erfordert.
- Quote paper
- Anja Kischkewitz (Author), 2008, Analyse des Prozesses der Neuordnung von Ausbildungsberufen unter Beachtung rechtlicher und ordnungspolitischer Restriktionen und die Einführung von Lernfeldern in Berufsschulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121955