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Jean-Jacques Rousseau: Julie ou La Nouvelle Héloïse - Choderlos de Laclos: Les Liaisons dangereuses

Ein Vergleich

Title: Jean-Jacques Rousseau: Julie ou La Nouvelle Héloïse - Choderlos de Laclos: Les Liaisons dangereuses

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nike-Marie Steinbach (Author)

French Studies - Literature
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Summary Excerpt Details

Julie ou la Nouvelle Héloïse von Jean-Jacques Rousseau und Les liaisons dangereuses von Pierre Ambroise François Choderlos de Laclos sind zwei Briefromane, beide entstanden in den Vorwehen der Französischen Revolution, in der Zeit der Aufklärung und in der Zeit der «sensibilité»; in beiden Romanen gibt es ein junges Mädchen, das sich hoffnungslos in ihren ebenfalls jungen Lehrer verliebt, in beiden gibt es diesen jungen Mann, der diese Verliebtheit oder auch Liebe mindestens genauso empfindet, aber in beiden gibt es auch den unbekannten Verlobten des Mädchens; in beiden gibt es die besorgte, aber gegenüber der Gefühle ihrer Tochter ohnmächtige Mutter; in beiden gibt es heimlich Küsse und noch heimlichere Liebesnächte; in beiden gibt es Kämpfe um und gegen Tugend und Leidenschaft; es gibt vertrauliche Briefe und verzweifelte Tränen und glückliche Seufzer; kurz: beide Werke sind Liebesromane.
Sind sie das, weil darin Figuren vorkommen, die «verliebt» sind? Inwiefern sind sie überhaupt «verliebt»? Was überhaupt heißt es, «verliebt» zu sein? Und was, vor allem, ist «Liebe»? Gerade diese letzte Frage ist schwer, wahrscheinlich unmöglich zu beantworten; so schwer, wie die Vorstellungen und das Verständnis von Liebe unterschiedlich sein können; wie unterschiedlich «Liebes»-Beziehungen sein können; wie unterschiedlich die Liebe zum Geliebten, zum Vater, zur Mutter, zur besten Freundin, zur Heimat, zum Leben und zu all dem, was man noch so lieben kann eben ist.
Vielleicht aber ist es möglich, diese Frage für jene beiden «Liebes»-Romane zu beantworten, gerade, weil die Werke im Bezug auf Liebe vielleicht ihre größten Unterschiede verbergen.
Wenn dem nun so ist, und die Liebe bei Rousseau eine ganz andere ist als die bei Laclos, wenn dem so ist, wie oft schon gesagt und die beiden Romane tatsächlich als Gegenmodelle gesehen werden können1, warum zitiert Laclos dann so oft aus der Héloïse? Warum verbindet er sein Werk auf diese Weise so stark mit dem Rousseaus?
Auf diese Fragen soll in dieser Arbeit eine Antwort gefunden werden. Um sie zu finden, werden zuerst die Zitate genauer betrachtet. Im Anschluss daran werden die Paratexte der beiden Werke untersucht, da sie Einblick geben in die Rezeptionswünsche und eventualen Wirkungsabsichten der Autoren – und vielleicht auch in die Gründe der verbindenden Zitate. Schließlich wird versucht, die Frage nach der «Liebe» und ihren beiden Schwestern «Tugend» und «Leidenschaft» für die beiden Romanen zubeantworten. Möglicherweise findet sich dann auch die Antwort auf die Frage warum Laclos Les liaisons dangereuses mit La Nouvelle Héloïse verknüpft hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Julie ou La Nouvelle Héloïse zitiert in Les liaisons dangereuses

3 Un seuil qui offre la possibilité d'entrer: die Paratexte

3.1 Titel

3.2 Vorwort

3.3 Anmerkungen

4 «Liebe»...

4.1 ...in Julie ou La Nouvelle Héloïse

4.2 ...in Les liaisons dangereuses

4.3 «Liebe» im Vergleich

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die intertextuellen Beziehungen zwischen den Briefromanen "Julie ou La Nouvelle Héloïse" von Jean-Jacques Rousseau und "Les liaisons dangereuses" von Choderlos de Laclos, um herauszuarbeiten, inwiefern letzteres Werk als eine ironische Reaktion und ein Gegenmodell zum erstgenannten zu verstehen ist.

  • Analyse der expliziten Zitate und Verweise auf Rousseau in Laclos' Roman.
  • Untersuchung der Paratexte hinsichtlich Authentizitätsanspruch und didaktischer Wirkungsabsicht.
  • Vergleich der zentralen Konzepte von Liebe, Tugend und Leidenschaft in beiden Werken.
  • Interpretation von Laclos' Werk als kritische Auseinandersetzung mit den Idealen der Aufklärung und Empfindsamkeit.

Auszug aus dem Buch

3 Un seuil qui offre la possibilité d'entrer: die Paratexte

Beide Briefromane sind von recht umfangreichen Paratexten begleitet. Deren Wichtigkeit für die Rezeption und das Verständnis des Textes ist in folgendem Zitat sehr treffend formuliert:

Le paratexte est donc pour nous ce par quoi un texte se fait livre et se propose comme tel (...) au public. Plus que d'une limite ou d'une frontière étanche, il s'agit ici d'un seuil (...) qui offre (...) la possibilité d'entrer (...) ou, comme disait Philippe Lejeune, 'frange du texte imprimé qui, en réalité, commande toute la lecture'. Cette frange, en effet, toujours porteuse d'un commentaire auctorial, (...) constitue, entre texte et hors-texte, une zone non seulement de transition, mais de transaction: lieu priviligé d'une pragmatique et d'une stratégie, d'une action sur le public au service, bien ou mal compris et accompli, d'un meilleur accueil du texte et d'une lecture plus pertinente.

Der Paratext als die Schwelle, über die man geht, um einem Text zu begegnen, als Leiter, der auf eine bestimmte Art durch den Text führt – als Medium, über den der Autor die Lektüre seines Rezipienten bewusst steuern kann. Inwiefern sich Rousseau und Laclos dieser Möglichkeiten bedienen, wird im folgenden Abschnitt betrachtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Briefromane im Kontext der Aufklärung ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Zusammenhang zwischen Rousseaus Werk und der literarischen Reaktion durch Laclos.

2 Julie ou La Nouvelle Héloïse zitiert in Les liaisons dangereuses: Dieses Kapitel analysiert die konkreten intertextuellen Verweise Laclos' auf Rousseau und kategorisiert diese in formelle und inhaltliche Zitate.

3 Un seuil qui offre la possibilité d'entrer: die Paratexte: Es wird untersucht, wie die Autoren durch Vorworte, Titel und Anmerkungen den Leser steuern und Authentizität suggerieren oder ironisch unterlaufen.

4 «Liebe»...: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der Figurenkonstellationen und Liebesbeziehungen bei Rousseau und Laclos, wobei der Konflikt zwischen Tugend und Leidenschaft im Zentrum steht.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass "Les liaisons dangereuses" als ironisches Gegenmodell zur empfindsamen Welt der "Nouvelle Héloïse" gelesen werden kann.

Schlüsselwörter

Briefroman, Rousseau, Laclos, Aufklärung, Empfindsamkeit, Liebe, Tugend, Leidenschaft, Paratexte, Intertextualität, Libertinage, Moral, Fiktion, Authentizität, Manipulation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die literarischen Bezüge zwischen Rousseaus "Julie ou La Nouvelle Héloïse" und Laclos' "Les liaisons dangereuses", um zu verstehen, wie Laclos sein Werk als Antwort auf Rousseau konzipiert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Paratexte, der Funktion von Zitaten und dem zentralen Spannungsfeld von Tugend und Leidenschaft innerhalb der Liebeskonzeptionen beider Autoren.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Laclos' Roman als eine ironisch-kritische Reaktion auf die Idealisierung der empfindsamen Liebe bei Rousseau gelesen werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die komparative Methoden nutzt, um die Form (Paratexte) und den Inhalt (Liebesverständnis) beider Werke gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Zitatstrategien, eine Analyse der Paratexte (Titel, Vorworte, Anmerkungen) und eine detaillierte Ausarbeitung der Liebesbeziehungen der jeweiligen Romanfiguren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Briefroman, Intertextualität, Libertinage, Tugend, Leidenschaft und die Gegenüberstellung von Aufklärung und deren kritischer Brechung definieren.

Wie unterscheidet sich die Rolle der Herausgeber bei Rousseau und Laclos laut der Autorin?

Rousseau tritt als ernster Herausgeber auf, der den Leser belehren will, während Laclos ironisch mit der Herausgeberrolle spielt und die Authentizität seines Werkes bewusst in Frage stellt.

Warum wird die Liebe in "Les liaisons dangereuses" als Machtinstrument bezeichnet?

Im Gegensatz zu Rousseau, bei dem Liebe eine Form gesellschaftlicher Harmonie sein soll, nutzen die Protagonisten bei Laclos die Leidenschaft als Waffe und Manipulationswerkzeug zur Steigerung ihrer Reputation.

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Details

Title
Jean-Jacques Rousseau: Julie ou La Nouvelle Héloïse - Choderlos de Laclos: Les Liaisons dangereuses
Subtitle
Ein Vergleich
College
University of Heidelberg  (Romanisches Seminar, Abteilung: Französische Literaturwissenschaft)
Course
Rousseau: Julie ou la Nouvelle Héloïse
Grade
1,0
Author
Nike-Marie Steinbach (Author)
Publication Year
2008
Pages
28
Catalog Number
V122040
ISBN (eBook)
9783640273348
ISBN (Book)
9783640273614
Language
German
Tags
Jean-Jacques Rousseau Julie Nouvelle Héloïse Choderlos Laclos Liaisons Rousseau Julie Nouvelle Héloïse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nike-Marie Steinbach (Author), 2008, Jean-Jacques Rousseau: Julie ou La Nouvelle Héloïse - Choderlos de Laclos: Les Liaisons dangereuses, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122040
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