Gewalt am Arbeitsplatz hemmt in den meisten Fällen das Wohlbefinden und die Leistungserbringung der Betroffenen. Auf Grund der Aufsichtspflicht jedes Arbeitgebers hat dieser unabhängig von seinem persönlichen Interesse in einem gewissen Maße für einen gewaltfreien Betriebsablauf zu sorgen und sollte daher in der Lage sein über präventive und interventive Maßnahmen entscheiden zu können. Dies gilt insbesondere für gesetzlich verbotene Straftaten.
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen Stalking am Arbeitsplatz gegen (Ex-)Partner mit dem Ziel Arbeitgebern, Führungspersonen, Mitarbeitern und Stalking-Opfern in Unternehmen Möglichkeiten der Prävention bzw. Intervention aufzuzeigen. Zunächst wird in einem allgemeinen Überblick eine Definition sowie die geschichtliche Entwicklung des Stalking vorgestellt. Außerdem wird auf Erscheinungsformen und zugehörige Prävalenz eingegangen. Darüber hinaus werden Risiko- und Schutzfaktoren des Stalking dargelegt. Zum Schluss werden mit Hilfe eines Fallbeispiels auf Grundlage eines kurzen Interviews mit einem Stalking-Opfer und unter Hinzuziehen des im Laufe der Hausarbeit erarbeiteten Wissens präventive und interventive Handlungsmöglichkeiten dargestellt. Bei dem Interview wird insbesondere auf die psychische Dynamik, Gefühle und Gedanken des Opfers eingegangen um eventuelle innerbetriebliche Schwierigkeiten der Kommunikation und Zusammenarbeit hervorzuheben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeiner Überblick über das Themengebiet
2.1 Definitionen
2.2 Grschichtliche Entwicklung
2.3 Phänomenologie und Prävalenz
2.3.1 Tätertypologien
2.3.2 Arten der Kontaktaufnahme
2.3.3 Beziehungskonstellationen
2.3.4 Dauer von Stalking-Fällen
2.3.5 Daten aus der Polizeilichen Kriminalstatistik
3. Risiko- und Schutzfaktoren
3.1 Risiko der Abhängigkeit
3.2 Risiko der Gewaltbereitschaft
4. Fallbeispiel
5. Möglichkeiten und Grenzen der Prävention
6. Möglichkeiten und Grenzen des Fallmanagements
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, Arbeitgebern, Führungspersonen und Mitarbeitern das Phänomen Stalking am Arbeitsplatz näherzubringen und konkrete Möglichkeiten für präventive sowie interventive Maßnahmen aufzuzeigen, um betroffene Personen zu schützen.
- Grundlagen des Stalking: Definitionen und geschichtliche Entwicklung
- Analyse von Stalking-Formen, Tätertypologien und Prävalenz
- Untersuchung von Risiko- und Schutzfaktoren beim Ex-Partner-Stalking
- Fallbeispiel einer betroffenen Person im betrieblichen Kontext
- Handlungsmöglichkeiten für betriebliches Fallmanagement und Prävention
Auszug aus dem Buch
4. Fallbeispiel
In diesem Kapitel stelle ich einen Stalking-Fall auf Grundlage eines Interviews mit einer Klientin meiner Mutter vor. Meine Mutter ist Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin und hat mir das Interview mit ihrer Klientin ermöglicht. Sie wird im Folgenden Frau F. genannt.
Fast jeden Morgen und Abend um die gleiche Zeit wurde Frau F. von ihrem Ex-Partner angerufen. Jedes Mal wenn es klingelte wurde ihr mulmig, weil sie wusste: „Das kann nur er sein.“ Wenn sie aus dem Betrieb kam, verfolgte er sie ab und zu mit dem Auto. Sehr oft lagen kleine „Briefchen“ in ihrem Briefkasten, meistens mit dem Inhalt, dass er sie liebe und sie zu ihm zurückkommen solle. Mal stand drin, dass Frau F. für ihn die Einzige sei, zu der er noch Vertrauen haben könne. Andere Male war es eine Drohung, dass er sich oder ihr etwas antun würde, wenn sie nicht zurückkäme. Ihr Ex-Partner war gleichzeitig ihr Arbeitskollege für den sie Vorgesetzte war.
Auf der Arbeit war Frau F. unkonzentriert. Sie sei stets innerlich auf der Hut gewesen, da sie Angst hatte, er könne jeder Zeit zu ihr kommen. „Ich hatte Herzklopfen. Manchmal raste es richtig und mir wurde ganz heiß. (...) Denken, das ging gar nicht. Ich war viel zu unruhig dafür. Manchmal stand ich reglos da und wusste gar nichts mehr. Es war den ganzen Tag so, als wenn er unter meine Haut gekrochen ist. Ich erstarrte und wurde immer regungsloser, weil ich befürchtete bestraft zu werden, wenn ich etwas tat oder sagte. Bis in meine Träume hinein fühlte ich mich verfolgt. Ich habe ihn ja mal gern gehabt und habe mich gefragt wie das alles so kommen konnte.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Erläutert die Relevanz des Themas Gewalt am Arbeitsplatz und definiert das Ziel der Arbeit, Präventions- und Interventionsmöglichkeiten bei Stalking aufzuzeigen.
2. Allgemeiner Überblick über das Themengebiet: Bietet eine theoretische Fundierung durch Definitionen, historische Einordnung sowie eine Betrachtung der Täter- und Opferstrukturen.
3. Risiko- und Schutzfaktoren: Analysiert psychologische und soziale Faktoren, die das Risiko von Stalking und Gewalt erhöhen oder reduzieren können.
4. Fallbeispiel: Dokumentiert ein persönliches Interview mit einem Stalking-Opfer zur Verdeutlichung der psychischen Belastung und Dynamik am Arbeitsplatz.
5. Möglichkeiten und Grenzen der Prävention: Diskutiert Ansätze, wie Unternehmen durch Unternehmenskultur und Vertrauensstrukturen präventiv gegen Stalking wirken können.
6. Möglichkeiten und Grenzen des Fallmanagements: Stellt praktische Maßnahmen für den Umgang mit konkreten Stalking-Fällen im Betrieb dar.
7. Fazit: Führt die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines bewussten Umgangs innerhalb der Gemeinschaft.
Schlüsselwörter
Stalking, Nachstellung, Arbeitsplatz, Ex-Partner, Prävention, Fallmanagement, Psychoterror, Gewaltprävention, Arbeitgeber, Führungskompetenz, Opferhilfe, Risikoanalyse, psychische Dynamik, Intervention, Betriebliche Sicherheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Phänomen Stalking im Kontext des Arbeitsplatzes, insbesondere wenn (Ex-)Partner involviert sind.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Stalking, der Analyse von Risiko- und Schutzfaktoren sowie der praktischen Umsetzung von präventiven Maßnahmen und Fallmanagement in Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, für Arbeitgeber und Führungskräfte Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, um Stalking-Opfer im Betrieb zu unterstützen und den Arbeitsplatz sicherer zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Neben der theoretischen Literaturanalyse wurde ein Fallbeispiel auf Basis eines Experten-Interviews mit einer psychologischen Psychotherapeutin und deren Klientin herangezogen.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition, die Analyse von Stalking-Dynamiken (Risiko- und Schutzfaktoren) und die daraus abgeleiteten praktischen Maßnahmen für Unternehmen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Stalking, Prävention, Fallmanagement, Arbeitsplatz, Macht und Kontrolle.
Welche Rolle spielt die Abhängigkeit des Opfers bei Stalking-Fällen?
Die Abhängigkeit, sei es finanziell, räumlich oder psychisch, ist ein zentraler Faktor, den Stalker ausnutzen, um Kontrolle auszuüben und das Opfer an sich zu binden.
Warum ist eine Unternehmenskultur mit Vertrauenspersonen so wichtig?
Vertrauenspersonen senken die Hemmschwelle für Opfer, frühzeitig über ihre Situation zu berichten, wodurch schleichende Prozesse des Stalkings früher unterbunden werden können.
- Quote paper
- Christian Plate (Author), 2008, Stalking gegen (Ex-)Partner am Arbeitsplatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122077