Wie schon der Titel besagt geht es bei dieser Arbeit um eine Bestandsaufnahme des Medieneinsatzes während, vor & nach der französischen Revolution. Dabei ist der Medienbegriff hier als relativer zu betrachten- unter Medien werden alle Dinge verstanden, die neben ihrer augenscheinlichen Funktion darüber hinaus noch etwas kommunizieren- wie z.B. patriotische Kleidung; aber auch die eigentlichen Medien, die eben der Kommunikation dienen: wie z.B. Bücher, Zeitungen, Flugblätter, Karikaturen, Lieder, ect. Ziel ist es auch, zu zeigen welche Medien wie & wofür zum Einsatz gebracht werden und inwiefern diese Propaganda die Revolution ankurbelt. Hier soll in Folge auch gezeigt werden, dass diese Revolution auch durch den Medieneinsatz funktioniert und durch zahlreiche Dokumente bis zur Gegenwart vor allem in ihrer medialen Symbolik präsent bleibt.
Inhaltsverzeichnis
1. Am Beginn der Revolution
– Medien des Aufbruchs
1.1. Das Spitzelwesen, die Straße und die Stimme des Volkes
1.2 Die ‚stillen’ Medien- Karikaturen, Flugblätter und Schmähschriften
1.3 Der Sturm auf die Bastille als Symbol der Befreiung
2. Blütezeit der Revolution
-Medien des Umbruchs
2.1 Die Mode der Revolution
2.2 Marseillaise & Marianne
2.3 Liberté, Égalité, Fraternité
3. Die Revolution frisst ihre Kinder
- Medien des Einbruchs
3.1 Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit unter der Guillotine
3.2 La Liberté ou la Mort
4. Ausblick
Der historische Verlauf der Revolution
-ein Überblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit versteht sich als Bestandsaufnahme des Medieneinsatzes während, vor und nach der Französischen Revolution, wobei Medien als Kommunikationsträger weit gefasst werden (von Kleidung bis zu politischen Schriften). Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese Medien Propaganda zur Ankurbelung der Revolution nutzten und wie die Revolution durch ihre mediale Symbolik bis in die Gegenwart präsent bleibt.
- Untersuchung von Medien als Instrumente der politischen Kommunikation und Propaganda.
- Analyse der Bedeutung von Symbolen (Marianne, Kokarde, Phrygische Mütze) für die Identitätsstiftung.
- Betrachtung der Rolle der "stillen Medien" wie Karikaturen und Flugblätter bei der Mobilisierung der Massen.
- Untersuchung der Guillotine als ambivalentes Symbol der Aufklärung und der Schreckensherrschaft.
- Historische Einordnung der revolutionären Ereignisse in ihren medialen Kontext.
Auszug aus dem Buch
1.3 Der Sturm auf die Bastille als Symbol der Befreiung
Auch die mehr oder minder stille Kritik wird immer lauter- es kommt zur Bildung einer Nationalversammlung; bei der jedoch die von der wirtschaftlichen & politischen Krise am schlimmsten Betroffenen (le peuple) ausgeschlossen sind. Die Stimme, die man ihnen nicht geben will; nimmt sich das Volk 1789 durch den Sturm auf die Bastille. Tatsächlich befanden sich in der Bastille zu diesem Zeitpunkt kaum Gefangene, deren Befreiung sich gelohnt hätte. Auch waren die Bewacher (33 Schweizer & 70 Invalide) bereit sich zu ergeben; wurden aber von der wütenden Menge gelyncht. Strategisch brachte der Sturm auf die Bastille so gut wie nichts; wohl aber in seiner medialen Symbolik: Die Bastille als Symbol der Unterdrückung durch den Adel war ‚besiegt’ worden, als Andenken an dieses Ereignis nahmen viele der Pariser Einwohner Ziegel des Gebäudes als Trophäe der Befreiung mit sich oder verkauften Ziegel an ihre Mitbürger; sodass ein regelrechter Handel um das Baumaterial entstand. Bis Heute ist dieser 14. Juli als französischer Nationalfeiertag das Symbol des Revolutionsbeginns; obwohl viele andere Ereignisse zum eigentlichen Sturz des Regimes führten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Am Beginn der Revolution: Dieses Kapitel beschreibt den Medieneinsatz in der Anfangsphase, geprägt durch die Überwachung des Volkes und das Aufkommen der "stillen Medien" wie Karikaturen und Flugblätter als Ventile für den sozialen Unmut.
2. Blütezeit der Revolution: Der Fokus liegt auf der Entwicklung einer revolutionären Symbolik, von der Kleidermode und der Nationalhymne bis hin zu allegorischen Darstellungen wie der Marianne.
3. Die Revolution frisst ihre Kinder: Hier wird der Umschwung zur Schreckensherrschaft thematisiert, wobei die Guillotine als ambivalentes Symbol für Vernunft und Terror sowie der Wandel der revolutionären Parolen analysiert werden.
4. Ausblick: Das Kapitel reflektiert das Fortbestehen der revolutionären Symbole und ihr Fortwirken in der heutigen nationalen Identität Frankreichs sowie der westlichen Welt.
Der historische Verlauf der Revolution -ein Überblick: Eine chronologische Auflistung der zentralen politischen Ereignisse von den Ursachen der Krise bis hin zum Staatsstreich Napoleon Bonapartes.
Schlüsselwörter
Französische Revolution, Medien, Propaganda, Symbolik, Bastille, Marianne, Marseillaise, Guillotine, Aufklärung, Flugblätter, Karikaturen, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Schreckensherrschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Medien als Instrumente der politischen Kommunikation und Propaganda während der Französischen Revolution.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die mediale Symbolik, die Mobilisierung der Bevölkerung durch verschiedene Medientypen und die ideologische Transformation während der verschiedenen Revolutionsphasen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine Bestandsaufnahme, die zeigt, wie Medien die Revolution ankurbelten und wie diese durch eine anhaltende mediale Präsenz bis heute im kollektiven Gedächtnis verankert bleibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer medienwissenschaftlichen Analyse, die historische Ereignisse anhand ihrer medialen Repräsentation und Symbolkraft interpretiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die drei Phasen der Revolution, in denen jeweils spezifische Medien – von Flugblättern bis hin zu Hymnen und Symbolfiguren – analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Propaganda, mediale Symbolik, Identitätsstiftung, Freiheit, Gleichheit und den Wandel revolutionärer Ideale charakterisiert.
Warum war der Sturm auf die Bastille vor allem ein mediales Ereignis?
Obwohl der Sturm strategisch wenig bedeutete, fungierte er als machtvolles Symbol der Unterdrückung, das durch den Handel mit Mauerziegeln als Trophäen der Befreiung eine breite mediale Wirkung entfaltete.
Wie wandelte sich die Bedeutung der Figur "Marianne"?
Ursprünglich als karikierender Spottname von Gegnern der Revolution geprägt, entwickelte sich Marianne zur offiziellen Verkörperung der französischen Republik und zur zentralen Identifikationsfigur für das Volk.
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- Sara Claire Kerschbaumer (Author), 2007, Aufbruch, Umbruch, Einbruch - (Propaganda-)Medien während der französischen Revolution, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122081