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NANDA-Pflegediagnosen - Ein taugliches Konzept für Deutschland?

Title: NANDA-Pflegediagnosen - Ein taugliches Konzept für Deutschland?

Term Paper , 2005 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christine Thiel (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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Die Aufgaben der Pflege haben sich in den letzten Jahren rasant verändert. Um den an die Qualität und Wirtschaftlichkeit dieser veränderten Aufgaben gerichteten Anforderungen gerecht zu werden, benötigt die Pflege ein neues Wissen; es geht hierbei um ein recht neues Instrument der Pflege: die Entwicklung, Durchsetzbarkeit und Qualitätssicherung von Pflegediagnosen. Durch mein Interesse, der Pflege adäquat mehr Anerkennung, Eigen- sowie Selbstständigkeit und Systematisierung zuzumessen und gleichzeitig wissenschaftlich orientiert zu sein, aber auch die Umsetzung der Theorie in die Praxis transparent zu machen,werde ich mich in dieser Hausarbeit mit dem Begriff und der praxisnahen Tauglichkeit der NANDA-Pflegediagnosen in Deutschland intensiv auseinandersetzen. Das Ziel dieser Hausarbeit ist ein inhaltlich mit der Vorlesung zugrundeliegendes Thema meiner Wahl aufzugreifen und dies systematisch und kritisch darzustellen. In dieser vorliegenden Hausarbeit kann ich mich nur auf einen kleinen Teil der Pflegediagnosen beschränken, alles andere würde den Rahmen einer Hausarbeit
übersteigen. Die Begründung, warum ich mich gerade für das Thema der NANDA- Pflegediagnosen entschieden habe, ist ihr internationaler Bekanntheitsgrad, die schon teilweise praxisorientierte Umsetzung in vielen Ländern der Welt und die kontinuierliche Weiterentwicklung seit mehr als zwanzig Jahren. Meine zentrale Fragestellung ist nun, in wie weit sich die NANDA-Pflegediagnosen für die Praxis in Deutschland als tauglich erweisen und tatsächlich zu einer Verbesserung der Pflegequalität beitragen würden. Ich möchte in meiner Hausarbeit zuerst die Aufgabe von Pflegediagnosen im Pflegeprozess und ihre historische Entwicklung aufzeigen. Anschließend gehe ich explizit auf den Begriff der Pflegediagnosen ein und erkläre, wozu sie eingesetzt werden können, was bei Pflegediagnosen nie außer Acht gelassen werden sollte und zum Schluss werde ich noch mein persönliches Fazit und einen kurzen Ausblick beschreiben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Begründung des Themas

2. Pflegediagnosen im Pflegeprozess

2.1 Der Pflegeprozess

2.2 Der pflegediagnostische Prozess

2.3. Voraussetzung für die Arbeit mit dem Pflegeprozess

3. Historische Entwicklung der Pflegediagnosen

3.1. Entwicklung außerhalb den USA

3.2. Entwicklung im deutschsprachigen Raum

4. Der Begriff Pflegediagnosen

5. Wozu Pflegediagnosen

6. Was man bei Pflegediagnosen nicht außer Acht lassen sollte

7. Fazit und kurzer Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Tauglichkeit und den Mehrwert von NANDA-Pflegediagnosen für die pflegerische Praxis in Deutschland. Dabei wird analysiert, inwiefern eine standardisierte Klassifikation von Pflegeproblemen zur Professionalisierung beitragen kann und welche Risiken hinsichtlich der Etikettierung sowie einer einseitigen Defizitorientierung bestehen.

  • Integration von Pflegediagnosen in den Pflegeprozess
  • Historische Entwicklung und internationale Verbreitung von Pflegediagnosen
  • Vereinheitlichung der pflegerischen Fachsprache zur Qualitätsverbesserung
  • Kritische Analyse der Machtstrukturen und des "Labelings" bei der Diagnosestellung
  • Herausforderungen einer transkulturellen Anwendung in Deutschland

Auszug aus dem Buch

6. Was man bei Pflegediagnosen nicht außer Acht lassen sollte

Henderson (1982, in Friesacher 1998, 31 in Kollak 1999) kritisiert an Verfahren ziel- und maßnahmengerichteten Klassifikationssystemen die Ausblendung intuitiver Entscheidungen, die sich vom klinischen Wissen der Experten ableiten (vgl. Benner: „From Novice to Expert“). Er sieht ein „kaum zu lösendes Problem“ in dem Fall einer ausgeprägten Standardisierung pflegerischen Handels mittels Pflegeprozess und Pflegediagnosen.

Kleber berichtet:

„Durch die Möglichkeit, die Welt zu definieren, wächst dem Menschen Macht zu. Menschen, die in einer hierarchischen Sozialordnung beauftragt werden, andere zu definieren, erhalten Macht über diejenigen, die sie etikettieren. Die großen `Definierer` üben in der Weise Macht auf diejenigen aus, die sie etikettieren, dass sie sie manchmal sogar vernichten. Diagnose ist Definition, ist Etikettierung, ist Labelling.“ (Kleber 1995, 111 in Friesacher 1998, 32 in Kollak 1999)

Auch Kesselring meint hierzu:

“Ein normatives Verständnis des Mensches verleitet leicht zu seiner Verurteilung, zur Herabminderung des anderen durch Etikettierung.“ (Kesselring 1999, 227)

Die Tatsache, dass es durch die Anwendung von Klassifikationssystemen zu einer Etikettierung der PflegeempfängerInnen führen kann, kann wohl kaum geleugnet werden. Kesselring, Kleber, Powers und andere Pflegewissenschaftler befürchten schon, dass dies zu Lasten der Patienten führe, indem das Macht- und Herrschaftsgefühl der Pflegekräfte (ich greife hier auf die Aussagen von Penny Powers zurück) erheblich steigen und die eigentlich erforderliche Empathie für den/ der PflegeempfängerInnen verschwinden würde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Begründung des Themas: Die Autorin legt dar, warum Pflegediagnosen ein zentrales Instrument zur Qualitätssicherung und Professionalisierung in der Pflege darstellen und definiert ihre Forschungsfrage.

2. Pflegediagnosen im Pflegeprozess: Dieses Kapitel erläutert den pflegediagnostischen Prozess als integralen Bestandteil des Pflegeprozesses und betont die notwendige diagnostische Kompetenz des Personals.

3. Historische Entwicklung der Pflegediagnosen: Es wird die Genese der Pflegediagnosen von den USA ausgehend bis zur Implementierung in anderen Teilen der Welt sowie im deutschsprachigen Raum nachgezeichnet.

4. Der Begriff Pflegediagnosen: Hier erfolgt eine theoretische Abgrenzung zwischen medizinischen und pflegerischen Diagnosen basierend auf den Definitionen der NANDA.

5. Wozu Pflegediagnosen: Dieses Kapitel erörtert die Vorteile einer einheitlichen Fachsprache, der Strukturierung des Pflegewissens und der objektiven Nachweisbarkeit von Pflegeleistungen.

6. Was man bei Pflegediagnosen nicht außer Acht lassen sollte: Die Autorin beleuchtet kritisch die Gefahren der Etikettierung, der Machtausübung durch Diagnosen und die oft einseitige Defizitorientierung.

7. Fazit und kurzer Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Anwendbarkeit von Pflegediagnosen in Deutschland unter Beibehaltung der menschlichen Zentriertheit.

Schlüsselwörter

Pflegediagnosen, NANDA, Pflegeprozess, Professionalisierung, Fachsprache, Qualitätssicherung, Etikettierung, Defizitorientierung, Pflegequalität, Handlungsautonomie, Diagnostik, Patientenzentrierung, Pflegewissenschaft, Dokumentation, Gesundheitswesen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Einführung und Nutzung von NANDA-Pflegediagnosen in der deutschen Pflegepraxis und deren Auswirkungen auf die Qualität der Versorgung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Schwerpunkte sind die theoretische Fundierung im Pflegeprozess, die Bedeutung einer einheitlichen Fachsprache, berufspolitische Aspekte sowie eine kritische ethische Auseinandersetzung mit Klassifikationssystemen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Mehrwert von Pflegediagnosen für die Praxis zu analysieren und zu prüfen, ob sie tatsächlich zur Verbesserung der Pflegequalität beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine systematische und kritische Literaturarbeit, die theoretische Konzepte der Pflegewissenschaft analysiert und in den Kontext der Praxis überträgt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Einordnung in den Pflegeprozess, die historische Herleitung, die Begriffsklärung, die Nutzenargumentation sowie eine kritische Reflexion potenzieller Risiken wie der Stigmatisierung von Patienten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Pflegediagnosen, Professionalisierung, Pflegeprozess, Etikettierung und Pflegequalität definiert.

Warum ist die Unterscheidung zwischen medizinischen und pflegerischen Diagnosen laut Autorin wichtig?

Die Unterscheidung ist essenziell, da Pflege sich primär mit dem individuellen Erleben von Gesundheit und pflegerelevanten Reaktionsmustern befasst, während Medizin primär auf Krankheit und medizinische Prozeduren fokussiert.

Welches negative Beispiel wird angeführt, um die Gefahr der Etikettierung durch Diagnosen zu verdeutlichen?

Die Autorin zitiert das Experiment von Rosenhan, bei dem Scheinpatienten trotz ihrer Gesundheit aufgrund einer Diagnose psychiatrisch etikettiert und in ihrem gesamten weiteren Aufenthalt anders wahrgenommen wurden.

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Details

Title
NANDA-Pflegediagnosen - Ein taugliches Konzept für Deutschland?
College
University of Applied Sciences Esslingen
Course
Pflegeprozess und Fallverstehen
Grade
1,0
Author
Christine Thiel (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V122226
ISBN (eBook)
9783640269303
ISBN (Book)
9783640270392
Language
German
Tags
NANDA-Pflegediagnosen Konzept Deutschland Pflegeprozess Fallverstehen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christine Thiel (Author), 2005, NANDA-Pflegediagnosen - Ein taugliches Konzept für Deutschland?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122226
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