Die Arbeit thematisiert Möglichkeiten der Leistungsbewertung im Reiten, insbesondere beim heilpädagogischen Reiten/Voltigieren in der Schule.
Zunächst werde ich die Leistungsbewertung im allgemeinen Sportunterricht untersuchen. Wie legitimiert sie sich und auf welcher Grundlage kommen Bewertungen zustande? Außerdem werden drei ausgewählte Methoden der Leistungsbewertung im Sportunterricht dargestellt sowie die Abiturprüfung im Fach Sport generell und im Reiten/Voltigieren im Speziellen vorgestellt. Im Anschluss daran werden in aller Kürze die wichtigsten Aspekte zur Leistungsbewertung im wettkampforientierten Pferdesport beschrieben, bevor zum Heilpädagogischen Reiten und Voltigieren übergeleitet wird. Hier wird das HPR/HPV im Bereich des therapeutischen Reitens eingeordnet sowie der Ablauf, die Zielgruppen und die Ziele dargestellt. Anschließend folgt die Beschreibung dreier unterschiedlicher Möglichkeiten, auf welche Art man beim HPR/HPV Rückmeldungen erhalten kann, bevor die Arbeit mit einer Diskussion der wichtigsten Erkenntnisse endet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Leistungsbewertung im Sportunterricht
2.1 Legitimation von Leistungsbewertungen im Sportunterricht
2.2 Bewertungsgrundlagen im Sportunterricht
2.3 Ausgewählte Formen der Leistungsbewertung
2.3.1 Sportnote
2.3.2 Worturteil
2.3.3 Schülerpartizipation an der Bewertung
2.4 Leistungsbewertung im Abitur
2.4.1 Sport als Prüfungsfach im Abitur
2.4.2 Reiten/Voltigieren im Abitur
3. Leistungsbewertung im wettkampforientierten Pferdesport
3.1 Reitsport
3.2 Voltigieren
4. Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren
4.1 Einordnung im therapeutischen Reiten
4.2 Ablauf des Heilpädagogischen Voltigieren
4.3 Zielgruppen und Ziele des HPR/HPV
4.4 Rückmeldungsmöglichkeiten beim HPV
4.4.1 Rückmeldung durch das Pferd für das Kind
4.4.2 Beobachtungsbögen
4.4.3 Voltigierabzeichen
5. Fazit: Leistungsbewertung beim HPR/HPV in der Schule
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und die Sinnhaftigkeit einer Leistungsbewertung im Heilpädagogischen Reiten und Voltigieren (HPR/HPV) innerhalb schulischer Kontexte. Dabei wird analysiert, wie sich klassische schulische Bewertungsmethoden von den therapeutisch-pädagogischen Erfordernissen des Arbeitens mit Pferden unterscheiden und wie eine angemessene Rückmeldung gestaltet werden kann.
- Grundlagen der Leistungsbewertung im schulischen Sportunterricht
- Methoden und Problematiken der Zensierung im Sport
- Vergleich zwischen wettkampforientiertem Pferdesport und Heilpädagogischem Reiten
- Formen der individuellen Rückmeldung im HPR/HPV
- Integration von therapeutischen Ansätzen in den Sportförderunterricht
Auszug aus dem Buch
4.4.1 Rückmeldung durch das Pferd für das Kind
Die natürlichste Rückmeldungsmöglichkeit beim HPV geht aus der Beziehung zwischen Pferd und Kind hervor. Pferde sind in ihrem Verhalten konstant und planbar, einfühlsam und rücksichtsvoll. Sie können Stimmen, Stimmungen, Angst, Ungeduld oder Unruhe sehr gut wahrnehmen. Die Tiere möchten umworben und gepflegt werden. Darüber hinaus hat jedes Pferd seinen ganz eigenen Charakter und muss daher unterschiedlich behandelt werden. Die pure Statur, Gestalt und Lebendigkeit von Pferden sorgt bei Kindern in der Regel für das Bedürfnis, mit den Tieren in Kontakt treten zu wollen (Gäng, H., 2015, S. 58f). Pferde können allerdings nicht mit menschlicher Sprache zu etwas bewegt werden, ihre Aufmerksamkeit muss auf anderem Wege gewonnen werden. Das Einfühlen in die Tiere, das Durchsetzen gegen Widerstände oder das Anpassen an die Launen des Pferdes sind soziale Handlungen, die beim Klientel oftmals unterentwickelt sind. Das Pferd gibt den Kindern dabei direkte Rückmeldungen darüber, ob es mit deren Verhalten einverstanden ist oder nicht.
Zu übertriebenes Umarmen führt so wohlmöglich zum Abwenden des Pferdes, Unkonzentriertheit des Kindes zu langsamem, schlampigem Gehen oder Aggressionen zur langfristigen Verweigerung des Tieres. Hier liegt auch der besondere Wert für die pädagogische Arbeit. Wenn die Reaktion auf das eigene Verhalten und der Zusammenhang zwischen diesem und dem Verhalten des Pferdes wahrgenommen und interpretiert werden kann, kann dies zu Verhaltensanpassung, bzw. zu Entwicklungsförderung führen. Auf diese Art und Weise kann man einerseits das kindliche Bedürfnis nach positiver Zuwendung befriedigen und andererseits - wie beschrieben – soziale Fähigkeiten trainieren, was auf anderem (menschlichen) Wege schwerer fallen könnten (ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert vor dem Hintergrund einer Zunahme verhaltensauffälliger Kinder die Frage, inwiefern Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren (HPR/HPV) schulisch bewertbar und sinnvoll sind.
2. Leistungsbewertung im Sportunterricht: Es werden die Legitimationsgrundlagen, Normen und Methoden (Note, Worturteil, Partizipation) sowie die spezifische Situation im Abitur dargelegt.
3. Leistungsbewertung im wettkampforientierten Pferdesport: Dieses Kapitel erläutert die quantitativen und qualitativen Bewertungsmaßstäbe im Reitsport und Voltigieren nach den Regeln der Deutschen Reiterlichen Vereinigung.
4. Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren: Neben der theoretischen Einordnung werden der Ablauf, die Zielgruppen sowie spezifische Rückmeldungsmöglichkeiten wie Beobachtungsbögen und Voltigierabzeichen detailliert beschrieben.
5. Fazit: Leistungsbewertung beim HPR/HPV in der Schule: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass klassische Notengebung beim therapeutischen HPR/HPV keinen Platz hat, wohl aber eine sinnvolle Integration im Rahmen des Sportförderunterrichts möglich ist.
Schlüsselwörter
Leistungsbewertung, Sportunterricht, Heilpädagogisches Reiten, Heilpädagogisches Voltigieren, HPR, HPV, Sportförderunterricht, Rückmeldung, Verhaltensauffälligkeit, Beobachtungsbögen, Voltigierabzeichen, Schulsport, Pädagogik, Therapie, Persönlichkeitsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie die Leistungsbewertung im Sportunterricht gestaltet ist und ob sich diese auf den Bereich des Heilpädagogischen Reitens und Voltigierens (HPR/HPV) in der Schule übertragen lässt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die schulische Sportleistungsbewertung, die Bewertung im Turniersport sowie die therapeutischen Ansätze und Rückmeldungsmethoden im Heilpädagogischen Reiten ab.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, Möglichkeiten und Grenzen einer Leistungsbewertung im HPR/HPV zu definieren und zu diskutieren, ob und wie diese pädagogische Arbeit in schulische Strukturen integriert werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller Fachliteratur, Richtlinien und Kerncurricula, um einen fundierten Vergleich zwischen traditioneller Bewertung und heilpädagogischen Rückmeldungen zu ziehen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Legitimation und Kritik der Sportnote, beschreibt die Besonderheiten des wettkampforientierten Pferdesports und detailliert die therapeutischen Möglichkeiten der Rückmeldung im HPR/HPV.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Leistungsbewertung, Heilpädagogisches Reiten, Sportförderunterricht, Schulsport und Persönlichkeitsentwicklung gekennzeichnet.
Warum ist das "Worturteil" als Bewertungsmethode für das HPR/HPV relevant?
Das Worturteil bietet eine differenzierte Beschreibung des individuellen Verhaltens, was Parallelen zu den qualitativen Beobachtungsbögen im HPR/HPV aufweist, da beide Methoden den Fokus auf die Entwicklung statt auf eine Ziffernbenotung legen.
Welche Rolle spielt das Pferd bei der Rückmeldung im HPV?
Das Pferd fungiert als direkter, neutraler Gegenspieler, der unmittelbar auf das Verhalten des Kindes reagiert und somit prägnante, für das Kind nachvollziehbare Rückmeldungen ohne extrinsischen Notendruck ermöglicht.
Warum wird im Fazit von einer "Leistungsbewertung" abgeraten?
Weil beim therapeutischen HPR/HPV die Sammelung von Erfahrungen und die individuelle Entwicklungsförderung im Vordergrund stehen, weshalb Leistungsdruck und Vergleichsdruck die pädagogische Arbeit eher hemmen würden.
In welchem schulischen Rahmen könnte HPR/HPV am sinnvollsten integriert werden?
Der Autor empfiehlt eine Integration vor allem im Rahmen des Sportförderunterrichts, da hier gezielt Kinder mit motorischen oder psychosozialen Auffälligkeiten in einer erlebnisorientierten Lernumgebung unterstützt werden können.
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- Anonym (Author), 2022, Heilpädagogisches Reiten/Voltigieren in der Schule. Möglichkeiten der Leistungsbewertung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1222726