Der Ansatzpunkt für diese Arbeit ist die Fragestellung, welche besonderen Herausforderungen an das Management eines schnell wachsenden Unternehmens im Segment der New Economy gestellt werden. Welches sind die Merkmale dieser Unternehmen, von denen Unternehmer der New Economy behaupteten, neue Arbeits- und Organisationsformen zu erfinden, in denen die alten Gesetze der Ökonomie keine Gültigkeit hätten? Es soll untersucht werden, welche Gesetze für ein Marktumfeld gelten, das sich als hoch dynamisch sieht. Es ist in diesem Rahmen wichtig zu untersuchen, weshalb einige den Sprung von einem Start-up zu einer stabilen Unternehmung schafften, andere hingegen scheiterten. Hier interessieren die Wachstumsfaktoren und die richtige Geschwindigkeit des Wachstums und die damit verbundenen Problemfelder.2 Diese wurden weltweit umfangreich untersucht und evaluiert. Im Rahmen dieser Arbeit gilt es, Rückschlüsse zu ziehen und Strategien für einen Managementansatz aufzuzeigen.
Im Zentrum wird die Führungsrolle und die damit verbundenen Aufgaben, Strategien und Veränderungen in der Unternehmensführung eines Netzwerkverbundes stehen.
Die Bereiche der Kapitalbeschaffung und des Controllings wurden daher nicht berücksichtigt. Die Arbeit wird den Zusammenhang zwischen der internen Organisation der Unternehmen, dem Erfolg der Personalarbeit, der Sozialkompetenz der Führungspersonen und den Möglichkeiten, hieraus eine flexible Innovationsfähigkeit für das wachsende Unternehmen zu erwerben, darlegen. Das Zusammenspiel dieser Faktoren wird in aktueller Literatur betont und gleichzeitig werden diesbezüglich große Defizite in den Unternehmen gesehen. Diese Faktoren sind die Ansatzpunkte für qualitatives Wachstum.
Schnelles und nachhaltiges Wachstum wird in dem Bereich der New Economy in Zukunft nur im Netzwerk möglich sein.
Diese These wird unter dem Begriff des Patching diskutiert.3 „Patching“ beschreibt ein Organisationskonzept, in dem sich hochspezialisierte und weitestgehend autonom aktionsfähige Geschäftseinheiten immer wieder neu ausrichten können.4 Dies kann innerhalb eines Konzerns oder zwischen selbstständigen Unternehmen geschehen.5 Unternehmen werden nicht mehr als Bauwerk von unten nach oben „zementiert“, sondern sich, ähnlich den Atomen in Molekülverbindungen, je nach Bedarf neu organisieren und so einen „organischen“ Prozess des Wandels vollziehen.“ [...]
Inhaltsverzeichnis
1. PROBLEMSTELLUNG
2. DEFINITION UND ABGRENZUNG
2.1 DEFINITION SCHNELL WACHSENDER UNTERNEHMEN
2.2 MANAGEMENTKRITERIEN SCHNELL WACHSENDER UNTERNEHMEN
3. MERKMALE SCHNELL WACHSENDER UNTERNEHMEN DER NEW ECONOMY
3.1 STRATEGISCHE WACHSTUMSFAKTOREN UND ENTWICKLUNGSPHASEN DER UNTERNEHMEN
3.1.1 Organisation der Wandlungsfähigkeit von Strukturen und Prozessen
3.1.2 Innovationsfähigkeit durch Innovationsmanagement
3.1.3 Von der Personalverwaltung zur Gestaltung von Personalbeziehungen
3.1.4 Führung und Motivation - Rolle und Aufgaben des Managements
3.1.5 Das Marktumfeld im globalen Zusammenhang
3.2 PROBLEMFELDER DES MANAGEMENTS IM WACHSTUMSPROZESS
3.2.1 Personalmanagement als Entwicklungsfeld des Wandels
3.2.2 Wandel der Führungsrolle als Spannungsfeld
3.2.3 Wissensmanagement in Netzwerken
4. ANALYSE UND ANSATZPUNKTE FÜR MAßNAHMEN IM MANAGEMENT
4.1 PATCHING ALS KONZEPT ZUR GESTALTUNG DYNAMISCHER ORGANISATIONSSTRUKTUREN
4.2 INFORMATIONSTECHNOLOGIE IM UNTERNEHMEN ALS ERFOLGSFAKTOR
4.3 DAS ARBEITSUMFELD ALS PRODUKTIVITÄTSFAKTOR
4.4 MITARBEITERMOTIVATION UND -FÜHRUNG
5. ABSCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die spezifischen Herausforderungen, mit denen das Management von schnell wachsenden Unternehmen im Segment der New Economy konfrontiert ist. Ziel ist es, Wachstumsfaktoren zu identifizieren, die Mechanismen erfolgreichen Managements in dynamischen Märkten zu beleuchten und Strategien für eine nachhaltige Unternehmensführung aufzuzeigen, insbesondere im Kontext von Netzwerkverbünden.
- Analyse von Wachstumsfaktoren und Problemfeldern in der New Economy.
- Untersuchung der Führungsrolle und deren notwendiger Anpassung im Wachstumsprozess.
- Bedeutung von Personalmanagement, Unternehmenskultur und Sozialkompetenz.
- Strategien zur Implementierung von Innovationsfähigkeit und Wissensmanagement.
- Das Organisationskonzept des "Patching" zur Gestaltung dynamischer Strukturen.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Personalmanagement als Entwicklungsfeld des Wandels
Der Arbeitsalltag der Angestellten in swU ist gekennzeichnet von sich ständig wandelnden Strukturen, Aufgaben, Kompetenzen, Anforderungen und der Integration neuer Kollegen. Dem Wert des einzelnen Mitarbeiters wird in turbulenten Zeiten wenig Beachtung geschenkt, da Führungspersonen diesen selten als zentralen Wertschöpfungsfaktor sehen, sondern, wie in der industriellen Produktion, als ausführenden Kostenfaktor. Für Teamarbeit in Netzwerken ist Wissen und Kooperation der Mitarbeiter jedoch entscheidend. Nur motivierte Menschen werden Innovation und Werte schaffen und diese interpretieren. Hier ist die Aufgabe des Personalwesens von einem administrativ-orientierten Bereich mit Verwaltungstätigkeit mitzuwachsen, um Personalbeziehungen proaktiv zu gestalten und den Wandel SwU zu gewährleisten. Die Unternehmenskultur in Bezug auf die Lösung interner Personalprobleme verdient hier besondere Aufmerksamkeit, da Mitarbeiter und ihr Wissen das immaterielle Kapital eines New Economy Unternehmens darstellen. Bei der Untersuchung zum Management schnell wachsender IT-Unternehmen stellte sich heraus, in die Lösung von Personalproblemen werde zu wenig Zeit investiert und auch der Bedarf nicht oder zu spät erkannt. Die Kosten, die durch ineffektive Personalplanung, Unterkapazitäten und Fluktuation entstehen, schaffen gerade in kleinen Unternehmen existenzielle Probleme. In swU werden Aufgaben fließend verteilt und auf formale Organisationsstrukturen insbesondere anfangs verzichtet. Dies führt häufig zu unklaren Zuständigkeiten und intransparenten Arbeitsabläufen, in denen die Entscheidungsprozesse immer länger werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. PROBLEMSTELLUNG: Definiert die Herausforderungen für das Management schnell wachsender Unternehmen und hinterfragt die Annahme, dass in der New Economy alte ökonomische Gesetze ihre Gültigkeit verlieren.
2. DEFINITION UND ABGRENZUNG: Erarbeitet eine Arbeitsdefinition für schnell wachsende Unternehmen (swU) und legt die relevanten Managementkriterien fest.
3. MERKMALE SCHNELL WACHSENDER UNTERNEHMEN DER NEW ECONOMY: Analysiert strategische Wachstumsfaktoren, Entwicklungsphasen und spezifische Management-Problemfelder wie den Wandel der Führungsrolle und Wissensmanagement.
4. ANALYSE UND ANSATZPUNKTE FÜR MAßNAHMEN IM MANAGEMENT: Untersucht konkrete Managementkonzepte wie das Patching zur Gestaltung dynamischer Strukturen sowie die Rolle von IT und Arbeitsumfeld als Produktivitätsfaktoren.
5. ABSCHLUSSBETRACHTUNG: Führt aus, dass kein universeller Maßnahmenkatalog existiert, betont aber die Notwendigkeit situativer Professionalisierung der Führung und einer strategischen Ausrichtung innerhalb von Netzwerken.
Schlüsselwörter
New Economy, schnell wachsende Unternehmen, swU, Unternehmensmanagement, Wachstumsfaktoren, Innovationsmanagement, Personalmanagement, Unternehmenskultur, Führungsrolle, Netzwerke, Patching, Wissensmanagement, Informationstechnologie, Produktivität, Organisationsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die besonderen Herausforderungen an das Management von schnell wachsenden Unternehmen im Segment der New Economy und identifiziert die Faktoren, die über Erfolg oder Scheitern beim Übergang von einem Start-up zu einem stabilen Unternehmen entscheiden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die strategische Unternehmensführung, das Personalmanagement im Wandel, der Aufbau von Innovationsfähigkeit, Wissensmanagement in Netzwerken und die Gestaltung flexibler Organisationsstrukturen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, Rückschlüsse auf notwendige Managementstrategien zu ziehen und aufzuzeigen, wie Führungskräfte den Wachstumsprozess durch den Aufbau einer Unternehmenskultur und die Nutzung von Netzwerken erfolgreich gestalten können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Studien, insbesondere der Untersuchungen des Fraunhofer IFO-Instituts zu schnell wachsenden Unternehmen und der Gallup-Studien zur Mitarbeiterführung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden strategische Wachstumsfaktoren, die sich wandelnde Rolle der Führungskraft, Probleme der Organisationsstruktur in Wachstumsphasen, Konzepte zur Personalentwicklung sowie die Bedeutung von Informationstechnologie und Arbeitsplatzbedingungen für die Produktivität detailliert untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird charakterisiert durch Begriffe wie New Economy, schnell wachsende Unternehmen, Wachstumsfaktoren, Patching, Wissensmanagement, Führungskompetenz und Organisationsentwicklung.
Was bedeutet das Konzept des "Patching" in diesem Zusammenhang?
Patching ist ein strategisches Konzept, bei dem Geschäftseinheiten je nach Markterfordernissen kontinuierlich neu formiert, fokussiert oder angepasst werden, um in volatilen Märkten maximale Flexibilität und Reaktionsfähigkeit zu wahren.
Warum ist die Sozialkompetenz für das Management so entscheidend?
Sozialkompetenz ist laut der Arbeit erfolgskritisch, da "harte" Faktoren wie Umsatz und Gewinn maßgeblich durch "weiche" Faktoren der Mitarbeiterführung beeinflusst werden und das Betriebsklima einen signifikanten Anteil am Geschäftserfolg hat.
- Quote paper
- Michael Tamayo (Author), 2003, Das Management schnell wachsender Unternehmen im Umfeld der deutschen New Economy, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12229