The Truman Show

Der gläserne Mensch


Zwischenprüfungsarbeit, 2002

35 Seiten, Note: 2,6


Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Einleitung

2. Voyeurismus
2.1. Voyeurismus in Medien
2.2. Das Big Brother Phänomen

3. Wenn die Utopie zur realen Welt wird
3.1. 1984 von George Orwell
3.2. 1984 heute
3.2.1. Moderne Technologie
3.2.2. Internet
3.2.3. Erschreckende Entwicklung (Staatliche Überwachung)
3.2.4. Digitale Kameras
3.2.5. Perversionen
3.2.6. Zukunftsmusik, mit Gruseleffekt

4. Die Truman Show
4.1. Truman Burbank als Archtyp
4.2. Die Illusion
4.3. Die Truman Show: Die Story
4.4. Das Vorspiegeln falscher Welten
4.5. Die Auflehnung

5. Anmerkung und Zusammenfassung

Quellenangabe

1. Einleitung

„Der gläserne Mensch“

Vor wenigen Jahrzehnten war dieser Ausdruck noch eher medizinisch gemeint, man sprach davon, in das Innere eines Menschen schauen zu können. Von der Kirche war dies verboten worden, man sprach von der Entweihung des Körpers, vom Schänden des Geistes. Im nachhinein wissen wir, dass es nur zum Schutz der heiligen Schrift geschah, die man in Gefahr sah, wenn bekannt würde, wie der Körper wirklich funktioniert. Der Pioniergeist des Menschen jedoch setzte sich durch, das Geheimnis gelüftet, als es erlaubt wurde, einen menschlichen Körper zu sezieren, damit war das Mysterium enträtselt und alte Vorstellungen, von den vier Körpersäften, gelbe Galle, schwarze Galle, Schleim und Blut, widerlegt.

In unserer Zeit hat der Ausdruck „gläserner Mensch“ eine Inhaltsverschiebung erfahren. Es geht nicht mehr um das Sichtbarmachen von Arterien oder das Freilegen eines menschlichen Herzens, nein, es geht vielmehr um das Durchleuchten der Persönlichkeit, der Intimsphäre, des Heims. Wir wollen Zeuge sein, wollen am Leben anderer Menschen teilnehmen, wollen unser eigenes Leben in den Vordergrund drängen, uns Präsenz verschaffen. Voll Überraschung müssen wir feststellen, dass dieses Verlangen schon so alt ist wie der Mensch selbst. Zwar sind wir ein wenig fortschrittlicher als im alten Rom, hauptsächlich bedingt durch unsere multimediale Vernetzung mit dem Rest der Welt aber auch zu Caesars Zeiten setzten die Menschen sich in Szene, wurden gehetzt von Paparazzi, war das Treiben am Hofe von Ludwig dem Vierzehnten von öffentlichem Interesse.

Ein Wort, das in dieser Thematik schon ihren festen Platz etabliert und gefestigt hat, ist der Ausdruck des Voyeurismus. Auf gut deutsch spannen. Nicht mitmachen, sondern zuschauen, anonym, im Verborgenen. Voyeurismus weckt die Neugierde und Begierde in jedem Menschen, keiner kann sich davon freimachen, jeder schaut verstohlen zu und jeder, der zum gewollten oder ungewollten Zuschauer wird, ergötzt sich an dem ihm Dargebotenen. Sicherlich hat der Voyeurismus durch die Multimedialität unserer Gesellschaft einen Boom erfahren aber spätestens seit Sigmund Freud wissen wir, dass dieses Verlangen zuzuschauen tief in uns verankert liegt. Die Filmindustrie kokettiert mit diesem Verlangen und bringt zuweilen Filme heraus, die uns empören und heftige Diskussionen in der Gesellschaft auslösen. Natürlich kann man diesen Zustand nur als heuchlerisch bezeichnen, weil es immer unangenehm ist, auf seine niedersten Instinkte angesprochen zu werden. Einer dieser Filme, der die Phantasie des Rezipienten und den Voyeurismus förmlich auf die Spitze treibt, ist der Film „The Truman Show“. Er soll im zweiten Teil dieser Arbeit maßgeblich veranschaulichen, wie weit wir bereits sind. Die meisten Menschen belächelten Julé Vernes Werke zu seiner Zeit, keiner tut das heute mehr. Viele Menschen hielten „1984“ von George Orwell für eine Utopie, auch das tut heute keiner mehr. Vielleicht gibt es irgendwann eine Truman Show und keiner wird es dann mehr für übertrieben karikiert halten.

Der erste Teil dieser Arbeit beschäftigt sich zum einen mit den Vorreitern von „The Truman Show“, zum anderen mit der realen „Truman Show“, in der wir selbst leben. Vielleicht offenbart sich im Verlaufe dieser Arbeit, dass das Phänomen des aus dem Werk von George Orwell stammenden, immer wieder aufgegriffenen, Kultsatzes: „Big Brother is watching you!“, viel realer ist, als man zu glauben meint.

2. Der Voyeurismus

Filmisch gesehen, hat es schon viele Werke zu diesem Thema gegeben. Eigentlich, kann man das Betrachten eines Films bereits als einen voyeuristischen Akt bezeichnen, denn es wird am Leben eines oder mehrer Individuen partizipiert. Spezielles Erkennungsmerkmal jedoch für einen Film mit ausgeprägten voyeuristischen Tendenzen sind Szenen, die ein Unbehagen beim Zuschauer verursachen, weil dieser das Gefühl hat, über eine unsichtbare Grenze zu gehen, die er im „wahren“ Leben nicht überschreiten würde oder dürfte. Zumeist haben diese Filme auch einen sexuellen Hintergrund, der das ganze noch pikanter macht. Sexuelle Auswüchse, die im „wahren“ Leben nur hinter vorgehaltener Hand diskutiert werden, werden schamlos gezeigt. Einige filmische Beispiele hierfür wären zwei Filme von David Lynch, so z.B. „Blue Velvet“ oder „Wild[1] at Heart“. Hier wird der Zuschauer durch geschickte Kameraführung ungewollt zum Voyeur, zum Mitwisser, zum ungewollten Teilnehmer. Im Falle von „Blue Velvet“ und „Wild at Heart“ spielt Sex in der Verbindung mit Gewalt eine tragende Rolle, was natürlich eine provokante Mischung bietet. Zwei andere Beispiele, die unbedingt Erwähnung finden müssen, sind zum einen der Film „Sliver“[2] von Phillip Noyce und zum anderen „Das Fenster zum Hof“[3] von Alfred Hitchcock.

Ein kurzer Abriss zu beiden Filmen soll den Akt des Voyeurismus verdeutlichen.

Sliver

„Sliver“ heißt ein 32-stöckiger Wolkenkratzer in New York City. Die soeben geschiedene Lektorin Carly Norris (Sharon Stone) bezieht hier ihr neues Appartement. Was sie nicht weiß: Ihrer Vormieterin Naomi hat unter mysteriösen Umständen Selbstmord begangen. Im Waschraum trifft Carly auf Zeke (William Baldwin). Er gibt ihr, was sie sehnlichst sucht: belebende Liebe, ekstatischen Sex. Der Romantiker stellt Carly Dutzende von Rosensträußen in die Wohnung und schickt per E-Mail heiße Liebesbotschaften auf ihren Bürocomputer. Mehrere tödliche Unfälle ereignen sich im Haus und wie es scheint, weiß Zeke außergewöhnlich viel über die Nachbarn und die Geschehnisse. Schließlich enthüllt er Carly auch, warum: Er ist der Besitzer des Wolkenkratzers und hat sämtliche Räume im Gebäude mit winzigen Deckenkameras ausstatten lassen. Nun überwacht er die unwissenden Bewohner in einem monströsen Videoraum. Carly ist angewidert, doch zugleich fasziniert: Was sie zu sehen bekommt, ist spannender als jede Fernsehsoap. Auf jede Wohnung lässt sich schalten, jeder Raum kann eingesehen werden. Das reale Leben wird gezeigt in all seiner Schönheit und Hässlichkeit. Aber ist Zeke wirklich nur ein harmloser Voyeur oder hat er sich auch an unschuldigen Menschen vergangen? Hat er Carlys Vormieterin getötet? Ist er liebenswert oder gemeingefährlich? Das muss Carly herausfinden.

„Das Fenster zum Hof“

Nach einem Unfall ist der Fotoreporter Jeff (James Stewart) vorübergehend an den Rollstuhl gefesselt und kann seine Wohnung nicht verlassen. Die einzige Abwechslung in der ungewohnten Bewegungslosigkeit sind die Besuche seiner Verlobten, Lisa (Lisa Fremont). Sonst bleibt Jeff nur der Blick aus dem Fenster. Von hier aus kann er nicht nur den Hinterhof überblicken. Der Blick des Fotografen dringt bis in die Wohnungen seiner Nachbarn. Da ist die einsame Miss Lonely Hearts, das kinderlose Ehepaar, das all seine Liebe auf einen Hund projiziert, das frisch verheiratete Paar, das den ganzen Tag im Bett verbringt. Miss Torso ist eine Tänzerin, die in spärlicher Kleidung zu Hause übt – sehr zum Vergnügen der Nachbarschaft. Ein frustrierter Komponist sucht Erfüllung im Alkohol, und dann ist da noch Mr. Thorwald, der sich mit seiner behinderten Frau im Dauerclinch befindet. Jeffs analytischem Blick scheint nichts zu entgehen. Eines Nachts hört der zur Untätigkeit verdammte Beobachter einen Schrei. Kurz darauf bemerkt er, wie Mr. Thorwald mehrmals seine Wohnung verlässt und jedes Mal einen Aluminiumkoffer dabei hat. Anschließend wird Jeff Zeuge, wie Thorwald das Innere des Koffers und die Wände des Badezimmers reinigt. Durch sein Teleobjektiv kann er genau sehen, dass sein Nachbar eine Säge und ein Küchenmesser in Zeitungspapier einpackt. Ein furchtbarer Verdacht steigt in ihm auf

Diese beiden Filme verdeutlichen den Akt des Voyeurismus auf eindruckvolle Art und Weise. Beide befassen sich mit dem Akt des Zuschauens, beide behandeln das Thema der Gewalt, sprich des Verbrechens, und beide verbindet das Element der Mitwisserschaft des Zuschauers. Zwar ist im älteren von beiden Filmen, sprich im „Fenster zum Hof“, der Akt des „Spannens“ sehr zaghaft und naiv dargestellt aber auch hier zeigt sich die Faszination des Hinschauens.

Was ist nun klinisch gesehen die Definition des Voyeurismus? Eigentlich das, was allseits bekannt ist.[4]

1. Wiederholte oder andauernde Neigung, andere Menschen bei sexuellen oder intimen Tätigkeiten, wie z.B. Entkleiden, anzuschauen, mit sexueller Erregung und Masturbation
2. Es besteht nicht der Wunsch, die eigene Anwesenheit zu offenbaren.
3. Es besteht nicht der Wunsch, mit den Beobachteten eine sexuelle Beziehung einzugehen.

Der letzte Punkt ist meines Erachtens bezeichnend. Es ist nur der Wunsch, zuzuschauen, ohne aktiv zu werden. Ist dann nicht auch das Sitzen auf dem Sofa und das Schauen von Talkshows, in denen die Menschen ihr Innerstes nach außen kehren, eine Form des Voyeurismus? Dies gilt es im Folgenden zu verifizieren.

2.1. Voyeurismus in Medien

Als ein Beispiel soll ein Interview herhalten, das vom Abendblatt mit dem Medienforscher Hans-Jürgen Weiß über die Trends im Fernsehen geführt wurde.[5]

ABENDBLATT: Herr Professor, warum sind die Fernsehzuschauer so fasziniert von provinziellen Millionären und Big-Brother-Normalos? Verblöden wir komplett?
WEISS: Der Voyeurismus hat immer zwei Grundformen gehabt. Die "Bild" macht das seit Jahrzehnten vor. Interessant sind einerseits Promis, andererseits der Blick ins Fenster des Nachbarn. Es gibt auch immer mehr Leute, die ihren Narzissmus und Exhibitionismus im Fernsehen oder im Internet ausleben. Big Brother befriedigt beide Seiten dieses Kleine-Leute-Voyeurismus.
ABENDBLATT: Und das Wort "Million", das neuerdings in jedem zweiten Showtitel vorkommt, befriedigt wohl unsere Gier...
WEISS: In der Tat sind Geld und Sex immer Schlüsselreize. Hinzu kommt die Empathie, das Mitfühlen. In ABENDBLATT: Immer mehr Zuschauer nehmen die Boulevard-Shows an. Müssen wir uns um das geistige Niveau unserer Gesellschaft sorgen?
WEISS: Boulevard hat es immer gegeben. Im Mittelalter war das der Marktplatz. Gefährlich wird es, wenn alles auf Boulevard getrimmt wird. Beim Vollprogramm-Sender RTL gibt es nur noch drei Prozent politische Berichterstattung, bei RTL 2 gerade 0,1Prozent. Und wenn Sie deren Nachrichten sehen - das glauben Sie einfach nicht. Da geht es nur um Teenies und Showstars. Die Öffentlich-Rechtlichen haben einen Politikanteil von rund 20 Prozent, aber auch Teile davon sind schon mit Unterhaltungssoße übergossen. Dass das ZDF jetzt "Kennzeichen D" und "Frontal" aus dem Programm nimmt, ist kein gutes Zeichen.

ABENDBLATT: Merkwürdig, dass Politiker das Fernsehen trotzdem als "Leitmedium" bezeichnen.
WEISS: Das liegt daran, dass sie dort kaum noch vorkommen, dass sie um ihren Platz dort kämpfen müssen. Politiker bekommen am meisten Aufmerksamkeit, wenn sie an Shows teilnehmen. Deswegen geht Westerwelle ja auch zu Big Brother.
ABENDBLATT: Muss uns das nicht Angst machen, wenn die Sprüche von Schröder auf Gottschalks Sofa und das Grinsen von Westerwelle im Container die Menschen mehr interessiert als ihre Politik?
WEISS: Naja, der Philosoph Jürgen Habermas hat gesagt: Politik legitimiert sich dadurch, dass sie soziale Sicherheit zur Verfügung stellt. Solange sie das tut, ist alles andere zweitrangig. Auch, wenn das ein wenig zynisch klingt.
ABENDBLATT: Hat Fernsehen nicht auch einen Bildungsauftrag?
WEISS: Man muss sich davor hüten, elitär oder volkspädagogisch aufzutreten. Aber ich glaube, Gelegenheit macht Diebe. Sprich: Wenn es ein größeres Angebot an seriösen Sendungen gäbe, zum Beispiel eine gute Auslandsdokumentation nach einem Fußballspiel - dann würden viele Leute sich das auch ansehen.

Dieses Interview verdeutlicht, dass der Trend zum Voyeurismus noch wildere Wege einschlagen wird und der Hang des Menschen, sich an dem Schicksal anderer Menschen zu ergötzen, noch längst nicht den Zenit erreicht hat. Hier greift noch eine Idee, die wir mittlerweile alle in unseren Köpfen tragen, weil man uns zu mündigen Bürgern gemacht hat, eine Idee, die geschickte Journalisten und Moderatoren uns eingepflanzt haben. Wir wollen wissen, was die Menschen, die wir bewundern, die für uns zu Stars geworden sind, treiben und in ihrem Privatleben machen. Wir wollen wissen, ob ihr Leben wirklich so turbulent ist, etwas beinhaltet, das man anstreben muss, etwas hat, worum wir sie beneiden müssen. Dies hat einen neuen Hyp ausgelöst, nämlich die Paparazzis und das in den Kopf-schauen-wollen von Politikern und Film- und Musiksternchen. Sprechen sie es nicht aus, versorgt uns die Presse mit Vorschlägen oder Feststellungen zu jeder nicht ausgesprochenen Sache. Beim Spekulieren wird manchmal ein Gerücht zu einer Wahrheit, ein Hirngespinst zu einer Tatsache. Hier liegt die Gefahr bei der Meinungsmache. War doch der Kopf früher der einzige Ort, an dem man sich zurückziehen und sicher fühlen konnte, weil keiner dort reinschauen konnte, versucht man das heute zu umgehen, indem man einfach festlegt, was offenkundig von dem Individuum gedacht wird. Je geheimnisvoller eine Sache ist, umso neugieriger wird man. War das nur ein Flirt von Boris Becker mit der Kellnerin oder läuft da was? Die Wörter „wir“ und „man“ beziehen sich auf uns alle, wir das Volk, die Bewohner dieses Landes und anderer. Wir denken alle so, wir wollen alles wissen. Manchmal wird der Bogen überspannt und es kommt zur Entrüstung, weil man feststellt, dass die Integrität des Individuums zerstört und mit Füssen getreten wird. Dann kommen die Moralisten zum Zuge und für einen kurzen Moment senken wir alle unser Haupt in Scham für unsere Neugierde. Aber, wie gesagt, nur für kurze Zeit.

Erst wenn wir explizit darauf hingewiesen werden, was eigentlich seriöse Berichterstattung ist, erkennen wir, wie wir zuweilen massiv bevormundet und mit Details gefüttert werden, die uns die Schamesröte ins Gesicht treiben würde, wenn es unser eigenes Privatleben beträfe. So als Beispiel die Clinton-Affäre. Sicherlich hat der Mensch auf der Strasse das Recht zu erfahren, was die Politiker machen und sicherlich ist zu berichten, wenn Politiker ihre vom Volk gegebene Macht missbrauchen. Aber eine Medienschlammschlacht zu veranstalten, mit immer mehr pikanten Details, ist menschenverachtend. Menschen, die im öffentlichem Interesse stehen, müssen darauf gefasst sein, dass ihr Leben durchleuchtet wird. Manchmal sagen wir schelmisch, das ist der Preis der Berühmtheit. Ja, das mag wohl stimmen aber wenn es soweit kommt, dass Promis, gehetzt von übereifrigen Berichterstattern, zu Tode gebracht werden, ist es Zeit, sich zu besinnen. (Lady Dianas fataler Unfall). Sonst müssen wir uns nicht wundern, wenn es bald Endoskopien sichtbar für alle gibt!

Im nächsten Teil wird berichtet, wie weit es bereits gekommen ist und dass wir gar nicht so weit schauen müssen, um unser eigenes Leben durchleuchtet zu sehen.

2.2 Das Big Brother Phänomen

Das Thema des Voyeurismus ist in vielen Bereichen bereits heiß debattiert und diskutiert worden. Es gibt viele Veröffentlichung zu diesem Thema, man muss dazu jedoch sagen, dass diese noch nicht in geeigneter Form gebündelt sind, sprich mit den dazugehörigen Beispielen, filmisch, wie literarisch. Im einzelnen werden neue Sprösslinge und Keime besprochen aber wie bereits offensichtlich geworden ist, ist dieses Thema zu allumfassend, um ein Kompendium zu erschaffen. Darum sollen hier einige Menschen zu Wort kommen, die uns durch ihre Expertise bei unserer eigenen Sichtweise unterstützen sollen.[6]

Das Thema Big Brother ist an niemandem vorbeigekommen. Es wurde medial so aufgebläht, dass fast jeder Bereich unseres Lebens berührt wurde. Viele Menschen haben sich davon distanziert aber sich gänzlich davor zu versperren wäre nur gegangen, wenn man kein Fernsehen schaut oder keinen Arbeitsplatz hat. Denn dort wurde vielerorts täglich über die neuen Entwicklungen im „Container“ diskutiert. Namhafte Psychologen und Sachverständige, sowie Politiker und Organisationen meldeten sich zu Wort. Es wurde zum nationalen Thema Nr. 1. Es war neu, es war gewagt, es ließ das voyeuristische Herz der Bevölkerung einen Salto machen. Die Folgestaffel floppte, sowie Versuche, auch andere Lebensbereiche zu durchleuchten, missglückten kläglich. Es war nichts Spektakuläres mehr. Es wurde langweilig. Folgesendungen waren unter anderen: Big Diet, Gestrandet, Girls Camp, Robinsons Experdition, Maulwurf oder Popstars. Der Hyp war vorbei.

Die Japaner, die immer die Vorreiter von obskuren und zuweilen menschenverachtenden Sendungen sind, versuchten natürlich die europäische Form von Big Brother zu toppen. Sie sperrten einen einzigen Menschen für einen Zeitraum von 14 Tagen in einen Raum von 15 qm, ohne Fenster und Möbel. Er befindet sich zur Zeit noch in der Psychiatrie. Wo ist die Grenze, wie weit wird es noch gehen? Toppen könnte man alles vielleicht noch, wenn man ohne das Wissen der Bewohner ein Sliverprojekt starten würde. Das wäre Reality TV aller MTV in den 90igern, die im übrigen die ersten waren, die eine Gruppe von Teenagern in jeder Lebenslage und zu jeder Uhrzeit filmten.

Ein Fachmann, der US-Kulturhistoriker Neal Gabler, soll an dieser Stelle über den Reiz von Big Brother und den wachsenden Einfluss des Starkults auf das Privatleben zu Wort kommen. Gabler , 50, wurde bekannt durch Studien zur Geschichte Hollywoods. Es fasst die wichtigsten Punkte noch einmal zusammen und verdeutlicht die einhellige Meinung, die es zu diesem Thema gibt. Hier ist er im Gespräch mit dem Spiegel:[7]

[...]


[1] Quelle: http://www.sgu.ul.bw.schule.de/buchvor/bvt10.htm

http://pages.citenet.net/users/charles/links.html

[2] Quelle: http://www.tu-film.vo.tu-muenchen.de/programs/ss95/sliver.html

[3] Quelle: http://www.dem.de/entertainment/kino/1005/100556.html

[4] Quelle: http://www.informatik.fh-luebeck.de/icdger/f65_3.htm

[5] Quelle: http://www.haonline.de/bin/ha/set_frame/set_frame.cgi?seiten_url=/contents/ha/news/allgemeines/html/060101/1106PAAR2.HTM

[6] Quelle: http://www.nolovelost.com/jire/bigbrother.htm

[7] Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,80143,00.html

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
The Truman Show
Untertitel
Der gläserne Mensch
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Veranstaltung
Von „8 ½“ bis „Wag the Dog“. Film- und Medienreflexion im Film
Note
2,6
Autor
Jahr
2002
Seiten
35
Katalognummer
V122311
ISBN (eBook)
9783640274901
ISBN (Buch)
9783640275090
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Nur Online-Quellen
Schlagworte
Medienreflexion, Medienkultur, Film, Wag the dog, gläserner Mensch, Voyeurismus, big brother, George Orwell, Überwachungsstaat, Perversion, Utopie, Gesellschaft
Arbeit zitieren
Magister Artium Kevin Kutani (Autor), 2002, The Truman Show, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122311

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