Die besondere Schutzbedürftigkeit von älteren Menschen und von Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen rücken in den Mittelpunkt unserer Gesellschaft. Pflegeheimen kommt aufgrund von Cluster-Häufungen von COVID-19 Erkrankten eine große Aufmerksamkeit zu. Mediziner und Politiker sprechen sich für verschärfte Hygienemaßnahmen in Pflegeheimen, Krankenhäusern und verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens aus, um einer ähnlichen Situation wie in Italien nicht zu begegnen. Pflegeheime verbarrikadieren sich, um sich von dem Infektionsgeschehen abzugrenzen. Das Betreten eines Pflegeheims gleicht einer hoheitlichen Aufgabe, da das Coronavirus auch in deutschen Pflegeheimen für zum Teil schwere Infektionen sorgt. Pflegebedürftige werden zum eigenen Schutz isoliert untergebracht. Besuche von Angehörigen sind in der Anfangsphase der Corona-Pandemie nicht erlaubt gewesen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Begriffsdefinitionen
1.1 Einsamkeit
1.2 Isolation
2 COVID-19
2.1 Risikogruppen
2.2 Todesfälle
3 Einschränkungen und positive Nebeneffekte
4 Hygienemaßnahmen in Pflegeheimen
4.1 Prävention vor Infektion
4.2 Besuchsverbot
5 Isoliert im Pflegeheim
5.1 Digitale Medien – eine Abhilfe?
5.2 Physische Auswirkungen
5.3 Psychische Auswirkungen
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die durch die Corona-Pandemie verursachte Ausnahmesituation in Pflegeheimen zu analysieren und die daraus resultierenden Belastungen für die Bewohner sowie die getroffenen Schutzmaßnahmen kritisch zu untersuchen.
- Gefährdungspotenzial des Coronavirus für ältere Menschen
- Hygienische Schutzmaßnahmen und deren Auswirkungen auf den Pflegealltag
- Soziale Isolation und ihre psychischen Folgen für Heimbewohner
- Physische Folgen durch Bewegungsmangel und eingeschränkte Mobilisation
- Rolle digitaler Medien als Kompensationsmöglichkeit für soziale Kontakte
Auszug aus dem Buch
5.3 Psychische Auswirkungen
Es wird bereits für die Allgemeinbevölkerung durch die Kontaktbeschränkungen und die damit entstehenden Stressreaktionen ein erhöhtes Leiden beschrieben, dass bei nicht ausreichender Bewältigung, zu psychischen Störungen führen kann (Benoy, 2020, S. 24). Mit der Dauer der Isolation steigen die Belastungsreaktionen an. Aggressivität und verärgertes Verhalten nehmen zu und können weitere gesundheitliche Schäden nach sich ziehen (Steffgen & Boer, 2020, S. 84). Dies bedeutet auch für die Pflegenden (Benoy, 2020, S. 24) eine erhöhte psychische Belastung, um den Bewohnern gerecht zu werden. Das Tragen von Schutzkleidung, insbesondere das Tragen von Schutzmasken und Visieren seitens des Pflegepersonals, löst bei den meisten Bewohnern Angst und Unsicherheit aus. Zudem wird durch das Tragen von Schutzkleidung eine Barriere symbolisiert, die eine zusätzliche Distanz schafft. Menschen mit Hörschädigungen oder Erkrankungen des Hörorgans leiden besonders unter der eingeschränkten Kommunikation.
Die Situation für Pflegeempfänger ist durch den Pflegepersonalmangel ebenso belastend, wie für Pflegende. Nicht nur die Zahl der Pflegeempfänger steigt durch den demografischen Wandel und die bessere medizinische Versorgung kontinuierlich an, auch der Arbeitsaufwand hat in den letzten Jahren aufgrund der Zunahme von Multimorbidität2, chronischen Krankheiten und Pflegepersonalmangel zugenommen. Die Corona-Pandemie verschärft die Situation für alle Beteiligten. Die Unterstützung und gesundheitliche Versorgung hat sich für Pflegempfänger verschlechtert (Deutsches Ärzteblatt, 2021). Somit kommt es zu längeren Wartezeiten für jeden einzelnen Pflegebedürftigen, besonders jetzt, wo Hygiene einen neuen Stellenwert erhält.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung führt in die Entstehung der COVID-19-Pandemie ein und verdeutlicht die besondere Schutzbedürftigkeit älterer Menschen, die Gegenstand der Untersuchung ist.
1 Begriffsdefinitionen: In diesem Abschnitt werden die zentralen Fachbegriffe "Einsamkeit" und "Isolation" wissenschaftlich voneinander abgegrenzt und definiert.
2 COVID-19: Dieses Kapitel beschreibt das Virus SARS-CoV-2, identifiziert die betroffenen Risikogruppen und analysiert die statistischen Daten zu Todesfällen.
3 Einschränkungen und positive Nebeneffekte: Der Fokus liegt hier auf den allgemeinen gesellschaftlichen Maßnahmen gegen das Virus sowie den überraschenden positiven Effekten, wie einer verkürzten Grippewelle.
4 Hygienemaßnahmen in Pflegeheimen: Das Kapitel befasst sich mit den gesetzlichen und praktischen Hygienevorgaben, der Infektionsprävention sowie den Auswirkungen von Besuchsverboten auf den Heimalltag.
5 Isoliert im Pflegeheim: Hier werden die tiefgreifenden physischen und psychischen Folgen der Isolation auf die Bewohner sowie die potenziellen Lösungsansätze durch digitale Kommunikation beleuchtet.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und betont die Notwendigkeit einer hohen Impfquote sowie Strategien zur Milderung der Isolationsfolgen.
Schlüsselwörter
Corona-Pandemie, Pflegeheime, soziale Isolation, Einsamkeit, COVID-19, Infektionsschutz, Hygiene, Altenpflege, psychische Auswirkungen, physische Folgen, Kontaktbeschränkungen, Digitalisierung, Multimorbidität, Gesundheitswesen, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Pflegebedürftigen in deutschen Pflegeheimen während der Corona-Pandemie und untersucht die Auswirkungen der Schutzmaßnahmen auf das Wohlbefinden der Bewohner.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die Themenfelder umfassen die Definition von Isolation, die medizinische Gefährdung durch COVID-19, hygienische Auflagen sowie die physischen und psychischen Konsequenzen für die Bewohner.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Kernfragen sind: Warum ist COVID-19 für ältere Menschen gefährlich, welche Schutzmaßnahmen ergreifen Pflegeeinrichtungen und wie wirken sich diese Maßnahmen auf die Lebensqualität der Bewohner aus?
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um den aktuellen Forschungsstand und die epidemiologischen Daten zur COVID-19-Situation in Pflegeheimen systematisch aufzuarbeiten.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinitionen, eine Analyse der Pandemiesituation, die Darstellung der strengen Hygienevorschriften sowie die Untersuchung der psychischen und physischen Folgen der Isolation.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Soziale Isolation, Infektionsschutz, Schutzbedürftigkeit, Pflegealltag und psychische Belastung.
Wie beeinflussen digitale Medien das Leben im Pflegeheim während der Pandemie?
Digitale Medien wie Videoanrufe dienen als kostbare, wenn auch begrenzte Möglichkeit, den Kontakt zu Angehörigen aufrechtzuerhalten, sofern die Bewohner kognitiv dazu in der Lage sind.
Welche Rolle spielt die Kontrakturenprophylaxe im Kontext der Pandemie?
Durch die erzwungene Isolation und eingeschränkte Mobilität steigt das Risiko für Kontrakturen (Verkürzungen von Muskeln und Sehnen), weshalb eine gezielte Mobilisation in der Pflege an Bedeutung gewonnen hat.
Inwieweit beeinträchtigt Schutzkleidung die Kommunikation zwischen Pflegenden und Bewohnern?
Das Tragen von Masken verdeckt die Mimik und schafft eine Barriere, die bei Bewohnern – besonders solchen mit Hörschädigungen oder Demenz – zu Angst und Unsicherheit führt.
- Arbeit zitieren
- Sabine Sender (Autor:in), 2021, Hinter verschlossenen Türen – Die Corona-Pandemie und Pflegeheime, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1223192