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Judith Butler

Diskussion der Konstruktion von Sprache und ihrer Rolle

Title: Judith Butler

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 37 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Carolin Miriam Küllmer (Author)

German Studies - Linguistics
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Wer beginnt, sich Gedanken über Judith Butler zu machen bzw. über sie zu schreiben, sieht sich sehr schnell mit der Aufgabe konfrontiert, ein hoch komplexes Theorienprojekt zu vermitteln. Es sollte in einer Art und Weise dem Leser nahe gebracht werden, dass es sich auch unter der Bedingung erschließt, wenn man nicht über etwaige einschlägige Vorkenntnisse zum Stoff verfügt.

In der gegenwärtigen feministischen Theorie hat selten eine andere Autorin für ähnlich viel Aufsehen und kritischen Diskussionsstoff gesorgt wie dieJudith Butler.
Nach dem Erscheinen Ihres Buches: “Das Unbehagen der Geschlechter“, oder “Gender Trouble“, wie der Titel im Englischen lautet, welches im deutschsprachigen Raum 1991 publiziert wurde, folgte eine breite Welle der Diskussion um ihr Werk, ihre Person und ihre Ansichten. Allerdings fand man nicht nur Positives, sondern auch viel Skepsis und Ablehnung unter manchen feministischen Wissenschaftlerinnen wie beispielsweise der amerikanischen Philosophin Martha Nussbaum oder der türkischen Professorin für politische Theorie Seyla Benhabib, welche ihr beide unter anderem “moralischen Nihilismus“ vorwarfen.
Buchrezensionen, Universitätskollegen und nicht zuletzt andere Feministinnen kritisieren Butler bis heute für ihren zum Teil schwer verständlichen und sehr abstrakten, philosophischen Sprachstil. Barbara Duden geht sogar in einem Aufsatz so weit, Butler vorzuwerfen, sie würde einen “stimmlosen, stummen Diskurs“, also reinen Text, zur Grundlage des Wissens über Frauen machen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wie konstituieren sich nach Butler die Kategorien gender/sex und welche Auffassungen von Konstruktion gehen damit einher?

2.1 Wie bewertet Butler den Grad der Konstruktion von biologischem und sozialem Geschlecht?

3. Performativität des Geschlechts durch Sprache: Zitat und Wiederholung im diskursiven Gebrauch; hate speech

3.1 Postsouveräne Subjekte durch Anrufung- Subjekttheorie und Identitätsannahme

4. Materialität des Geschlechtskörpers- Welche Auswirkungen hat die Sprache auf die Konstitution des biologischen Geschlechts?

4.1 Dekonstruktion von (Geschlechts)ontologien – sprachliche Fragmentierung des intelligiblen Geschlechts

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Judith Butlers Theorie der Sprachkonstruktion und deren Auswirkungen auf die Konstitution des Subjekts. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse, wie gesellschaftliche Machtverhältnisse durch Sprache das biologische und soziale Geschlecht materialisieren und welche Handlungsspielräume innerhalb dieses Konstrukts verbleiben.

  • Die kritische Analyse der Geschlechterdifferenz und die Infragestellung der Binarität sex/gender.
  • Die Untersuchung der Performativität durch Zitat und Wiederholung im diskursiven Gebrauch.
  • Die Rolle der Anrufung (Interpellation) bei der Subjektbildung und Identitätsannahme.
  • Die Auswirkungen der Sprache auf die Materialisierung des biologischen Körpers als soziales Konstrukt.

Auszug aus dem Buch

3. Performativität des Geschlechts durch Sprache: Zitat und Wiederholung im diskursiven Gebrauch; hate speech

In ihrem Buch “Psyche der Macht. Das Subjekt der Unterwerfung“ schreibt Butler: „Die Performanz der Geschlechtszugehörigkeit erzeugt rückwirkend den Effekt eines irgendwie wahren oder bleibenden Wesens“.

Die performative Wiederholung von Normen und der Verweis auf eine kulturelle Matrix bilden wesentliche Kriterien für die Verwendung des Performanzbegriffs bei Butler. Die Performativität sei kein “einmaliger Akt“, denn sie wäre immer die Wiederholung einer oder mehrerer Normen. Die Performativität ist sozusagen ein Bindeglied zwischen Butlers Erörterungen der Kategorie “Geschlecht“ und ihrem Nachdenken über Sprache. Bei John L. Austins Sprechakttheorie ist eine performative Äußerung diejenige diskursive Praxis, die das vollzieht oder produziert, was sie benennt. Laut Austin haben bestimmte Sprechakte Handlungscharakter und führen etwas aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die komplexe Thematik von Judith Butlers Theorien und Darstellung der Zielsetzung der Arbeit, die sich mit der Sprachkonstruktion und der Verschränkung von Subjekt und Macht auseinandersetzt.

2. Wie konstituieren sich nach Butler die Kategorien gender/sex und welche Auffassungen von Konstruktion gehen damit einher?: Analyse der Unterscheidung von Geschlechtskörper und Geschlechtsidentität sowie der Kritik an der Zwangsheterosexualität und der Vorstellung, Biologie sei Schicksal.

2.1 Wie bewertet Butler den Grad der Konstruktion von biologischem und sozialem Geschlecht?: Untersuchung der These, dass das biologische Geschlecht kein vordiskursiver Fakt ist, sondern durch kulturelle und diskursive Wiederholungen materialisiert wird.

3. Performativität des Geschlechts durch Sprache: Zitat und Wiederholung im diskursiven Gebrauch; hate speech: Erörterung des Performanzbegriffs als Wiederholung von Normen und die Bedeutung der Sprechakttheorie für die Konstitution des Subjekts sowie die Analyse von hate speech.

3.1 Postsouveräne Subjekte durch Anrufung- Subjekttheorie und Identitätsannahme: Diskussion der Anrufungstheorie (Interpellation) und wie Individuen durch die Aneignung von Bezeichnungen zu Subjekten werden.

4. Materialität des Geschlechtskörpers- Welche Auswirkungen hat die Sprache auf die Konstitution des biologischen Geschlechts?: Erforschung des Zusammenhangs zwischen Sprache und Körpermaterialität unter kritischer Betrachtung der Debatte zwischen Konstruktivismus und Essentialismus.

4.1 Dekonstruktion von (Geschlechts)ontologien – sprachliche Fragmentierung des intelligiblen Geschlechts: Dekonstruktion der traditionellen Geschlechterontologien und Reflexion über die sprachliche Natur des Begriffs der Frau.

5. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende kritische Würdigung der Butler’schen Theorien und Reflexion über die Umsetzbarkeit sowie die Grenzen ihrer Ansätze im soziologischen Kontext.

Schlüsselwörter

Judith Butler, Performativität, Geschlechtsidentität, Konstruktivismus, Diskurs, Subjektbildung, Macht, Sprechakttheorie, Anrufung, Materialisierung, Geschlechterdifferenz, Dekonstruktion, Zwangsheterosexualität, Körper.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Judith Butlers Theorien zur Konstruktion von Sprache und der daraus resultierenden Konstitution des menschlichen Subjekts und Geschlechts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Performativität von Sprache, die Unterscheidung von gender und sex, der Einfluss von Diskursen auf die Materialisierung des Körpers sowie die Theorie der Anrufung (Interpellation).

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Butlers komplexes Theorienprojekt verständlich darzulegen und zu untersuchen, wie Machtstrukturen durch sprachliche Wiederholungen das Individuum formen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine dekonstruktivistisch-diskurstheoretische Analyse, um Begriffe und Machtmechanismen innerhalb feministischer Theorien kritisch zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Mechanismen der performativen Wiederholung, die Anrufung als Subjektivierung sowie die Verbindung zwischen Sprache und der materiellen Realität des Geschlechtskörpers.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind Performativität, Geschlechtsidentität, Machtformationen, Diskurse, Subjektbildung, Dekonstruktion und Materialisierung.

Wie definiert Butler den Begriff Diskurs?

Butler definiert Diskurs nach Foucault als produktive Kraft, die nicht nur Praktiken darstellt, sondern Objekte und Subjekte in ihrer Intelligibilität erst hervorbringt.

Welche Rolle spielt die Anrufung bei der Identitätsbildung?

Die Anrufung (Interpellation) bildet das Subjekt, indem das Individuum auf eine äußere Bezeichnung reagiert und diese als eigene Identität übernimmt.

Warum wird Butlers Ansatz in der Schlussbemerkung kritisiert?

Die Autorin kritisiert die Radikalität von Butlers Ansatz, da sie die sozialwissenschaftliche Empirie vermisst und die Lebenswirklichkeit des Individuums hinter einer rein theoretischen Sprachtheorie zurücktreten sieht.

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Details

Title
Judith Butler
Subtitle
Diskussion der Konstruktion von Sprache und ihrer Rolle
College
University of Kassel
Course
Sprachphilosophen der Gegenwart
Grade
1.0
Author
Carolin Miriam Küllmer (Author)
Publication Year
2007
Pages
37
Catalog Number
V122329
ISBN (eBook)
9783640274994
ISBN (Book)
9783640275175
Language
German
Tags
Judith Butler Sprachphilosophen Gegenwart
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Miriam Küllmer (Author), 2007, Judith Butler, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122329
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