Das Hauptaugenmerk dieser Hausarbeit liegt vor allem darauf, was sich seit Anfang der 80er Jahre in den deutschen Krankenhäusern, insbesondere auf den Kinderkrebsstationen, verändert hat. Wie hat sich der Bereich der psychosozialen Beratung auf der pädiatrisch-onkologischen Station fortentwickelt? Welche Bedürfnisse, Ängste oder Verhaltensweisen entwickeln die jungen Patienten im Verlauf ihrer Erkrankung sowie während des Krankenhausaufenthaltes? Wie gehen Eltern und Geschwister mit der Krebserkrankung um? Inwieweit ergeben sich eventuelle Unterschiede in der psychosozialen Beratung der erwachsenen Patienten im Gegensatz zu den Kindern? Die nachfolgende Hausarbeit versucht diese Fragen zu beantworten. Demzufolge werden in den folgenden Kapiteln zunächst die Grundlagen der vorliegenden Hausarbeit geklärt. In Kapitel 2 sind die historischen Entwicklungen der Sozialarbeit im Krankenhaus zu nennen, die Aufgaben der Sozialarbeit im Krankenhaus sowie die Akzeptanz zwischen Medizin und Sozialarbeit aufbaut. Dabei wird sowohl der Begriff „Sozialarbeit im Krankenhaus“ als auch die Synonyme „Krankenhaussozialarbeit“, „Sozialarbeit“ sowie „Sozialdienst“ verwendet.
Nachdem in Kapitel 3 die psychosoziale Beratung thematisiert wurde, wird auf den Schwerpunkt der Hausarbeit eingegangen. Als Themenschwerpunkte sind hier die besondere Situation des krebskranken Kindes sowie seinen Umgang mit der Krankheit anzuführen als auch die psychosoziale Beratung im Umgang mit den jungen Patienten und den Angehörigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sozialarbeit im Krankenhaus
2.1 Historische Entwicklungen der Sozialarbeit im Krankenhaus
2.2 Aufgaben der Sozialarbeit im Krankenhaus
2.3 Kooperation zwischen Sozialarbeit und Medizin, Akzeptanz und Probleme
3. Die psychosozial geprägte Beratung
3.1 Was ist psychosoziale Beratung?
3.2 Psychosoziale Beratung in der Sozialarbeit im Krankenhaus
4. Das krebskranke Kind
4.1 Die besondere Situation des Kindes mit seiner Krebserkrankung
4.2 Wie wirken sich die Erkrankung und der Krankenhausaufenthalt auf die Psyche des Kindes aus?
4.2.1 Angst als emotionale Begleitreaktion auf die Stresssituation
4.2.1.1 Trennungsangst
4.2.1.2 Verlustangst
4.2.1.3 Angst vor Neuem und Unbekanntem
4.2.1.4 Angst vor Schmerzen
4.2.1.5 Verstümmelungsangst
4.2.1.6 Todesangst
4.2.2 Verhaltensweisen und Reaktionen zur Bewältigung der Stresssituation
4.2.2.1 Aggression
4.2.2.2 Verweigerung
4.2.2.3 Emotionaler Rückzug - Apathie
4.2.2.4 Depression
4.2.2.5 Regression
4.2.2.6 Verschiebung
4.2.2.7 Rationalisierung
5. Psychosoziale Beratung auf der pädiatrisch-onkologischen Station
5.1 Psychosoziale Beratung der krebskranken Kinder
5.2. Psychosoziale Beratung der Angehörigen
6. Das Konzept des psychosozialen Dienstes des Bonner Modells
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und Bedeutung der psychosozialen Beratung für krebskranke Kinder und deren Familien im Krankenhauskontext seit den 1980er Jahren. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie sich psychosoziale Angebote auf pädiatrisch-onkologischen Stationen etabliert haben, welche spezifischen Belastungen, Ängste und Bewältigungsstrategien junge Patienten entwickeln und wie eine familienorientierte Unterstützung zur Krankheitsverarbeitung beitragen kann.
- Historische Entwicklung der Krankenhaussozialarbeit
- Psychosoziale Aspekte und Belastungsfaktoren bei krebskranken Kindern
- Verhaltensweisen und Bewältigungsstrategien (Coping) von Kindern in Stresssituationen
- Die Rolle der psychosozialen Beratung bei der Betreuung von Angehörigen
- Vorstellung und Anwendung des Bonner Modells in der psychosozialen Versorgung
Auszug aus dem Buch
4.1 Die besondere Situation des Kindes mit seiner Krebserkrankung
„Am Dienstag mußte ich mich ganz doll bei Mutti ausweinen. Ich hatte so ziemlich Pech seit dem Aufstehen, das mit Kreislaufstörungen begann, und dann wurde ich das erstemal hinübertransportiert, und da kannte mich niemand. Die hatten keine Unterlagen, und ich mußte mir alles erkämpfen. An diesem Tag ist mir auch klargeworden, wie schwer krank ich bin, und ich war so unglücklich wie selten in meinem Leben“ (Zachert 1993: 34).
Die Krankenhausaufenthalte bedeuten für das Kind, dass es wiederholt aus seiner gewohnten Umgebung herausgeholt wird und sich stets an den neuen Krankenhausalltag mit seinen festen geregelten Zeiten gewöhnen muss.
Aufgrund der Trennung von seinen Bezugspersonen erhält das Kind weniger emotionale Zuwendung von erwachsenen Personen. Da das Krankenhauspersonal im Schichtdienst arbeitet, ist es dem Kind nicht möglich, sich an eine feste Bezugsperson zu gewöhnen und eine feste emotionale Beziehung aufzubauen. Es tritt von sich aus weniger in Kontakt zu anderen Personen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Arbeit durch persönliche Erfahrungsberichte und skizziert die Fragestellungen zur Entwicklung der psychosozialen Beratung in der pädiatrischen Onkologie.
2. Sozialarbeit im Krankenhaus: Dieses Kapitel erläutert die historischen Ursprünge, das breite Aufgabenspektrum der Krankenhaussozialarbeit sowie die notwendige, aber teils spannungsreiche Kooperation zwischen Sozialarbeit und medizinischem Personal.
3. Die psychosozial geprägte Beratung: Hier werden die Grundlagen der psychosozialen Beratung als Methode der Sozialarbeit sowie deren spezifische Anwendung und Bedeutung für die Sicherung der Lebensqualität im Krankenhaus dargelegt.
4. Das krebskranke Kind: Das Kapitel analysiert die psychischen Belastungen des Kindes durch die Erkrankung, beschreibt verschiedene Angstformen sowie die daraus resultierenden Verhaltensweisen und Bewältigungsmechanismen.
5. Psychosoziale Beratung auf der pädiatrisch-onkologischen Station: Hier liegt der Fokus auf der familienorientierten Beratung, der Rolle des psychosozialen Personals und der Unterstützung der Angehörigen während der Behandlung.
6. Das Konzept des psychosozialen Dienstes des Bonner Modells: Das Bonner Modell wird als ein strukturiertes Konzept vorgestellt, das psychosoziale Interventionen eng an die Phasen der medizinischen Behandlung koppelt.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz einer ganzheitlichen psychosozialen Betreuung zusammen, betont den besonderen Beratungsbedarf für Familien und die Notwendigkeit, das Kind in seinen individuellen Bedürfnissen ernst zu nehmen.
Schlüsselwörter
Krankenhaussozialarbeit, Psychosoziale Beratung, Pädiatrische Onkologie, Krebskranke Kinder, Krankheitsbewältigung, Copingstrategien, Familienorientierte Unterstützung, Angst, Stresssituation, Bonner Modell, Klinische Sozialarbeit, Soziale Unterstützung, Kindeswohl, Trauerarbeit, Stationäre Behandlung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die psychosoziale Beratung von krebskranken Kindern und ihren Familien im stationären Krankenhausumfeld.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung der Krankenhaussozialarbeit, die psychischen Auswirkungen einer Krebserkrankung auf Kinder sowie die Bedeutung einer ganzheitlichen, familienorientierten Unterstützung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Wandel und die Notwendigkeit der psychosozialen Beratung auf pädiatrisch-onkologischen Stationen zu beleuchten und Wege aufzuzeigen, wie betroffene Kinder bei der Krankheitsbewältigung unterstützt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um den aktuellen Stand der psychosozialen Versorgung sowie Konzepte wie das Bonner Modell wissenschaftlich einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Situation des krebskranken Kindes, der Analyse von Ängsten und Stressreaktionen sowie den Interventionsmöglichkeiten für Patienten und deren Angehörige.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Krankenhaussozialarbeit, Copingstrategien, psychosoziale Beratung, pädiatrische Onkologie und das Bonner Modell.
Wie unterscheidet sich die Belastung bei jüngeren und älteren Kindern?
Die Arbeit zeigt, dass ältere Kinder die Krankheit und Symptome kognitiv besser einordnen können, während jüngere Kinder stärker unter Trennungsängsten leiden und weniger Zugriff auf eine rationale Bewältigung haben.
Was besagt das "Bonner Modell"?
Das Bonner Modell ist ein Konzept, das psychosoziale Betreuungsmaßnahmen strukturiert in die verschiedenen Phasen der medizinischen Krebstherapie integriert, um eine passgenaue Unterstützung für Patienten und Familien zu gewährleisten.
- Citation du texte
- Anke Wittkötter (Auteur), 2008, Sozialarbeit im Krankenhaus: Psychosoziale Beratung der krebskranken Kinder und ihrer Familien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122330