In diesem Scientific Essay wird die Bedeutung von Stress und Burnout in Bezug auf die Arbeitswelt erläutert. Die Thematiken Stress und Burnout sind besonders in der Arbeitswelt ein aktuelles Problem. Finden widrige oder schädliche Aspekte des Arbeitsinhalts, der Arbeitsumgebung oder der Arbeitsorganisation statt, so reagiert der Mensch emotional, kognitiv, verhaltensmäßig und oder physiologisch, das sich oft als Gefühl der Überforderung äußert.
Auch ein Ungleichgewicht zwischen den Arbeitsanforderungen und den individuellen Möglichkeiten verursacht Stress. Die Arbeitswelt hat sich in den vergangenen Jahren modifiziert. Es existiert eine zunehmende Dienstleistungsgesellschaft mit geistigen und interaktiven Tätigkeiten, moderne Kommunikationstechnologien modernisieren die Arbeitswelt stetig und die Eigenverantwortung für den Ablauf sowie den Erfolg von Arbeitsprozessen nimmt zu. Ferner werden Prozesse der Produktion, Dienstleistung und Kommunikation permanent beschleunigt und die Entstehung neuer Arbeitsformen begünstigt die wachsende berufliche Unsicherheit in diskontinuierlichen Arbeitsverhältnissen.
Durch verschiedene Stressoren am Arbeitsplatz sind diverse Erkrankungen, wie zum Beispiel die Konzentrationsminderung, Depressionen, Suchtprobleme, Bluthochdruck oder Darmbeschwerden möglich. Diese Folgen reduzieren die Arbeitsfähigkeit und verursachen einen erhöhten krankheitsbedingten Arbeitsausfall. Das Betriebsklima kann sich aufgrund der von Stressfolgen verursachten Konflikte deutlich verschlechtern und die Arbeitsproduktivität sowie die Arbeitsqualität verschlechtern sich ebenfalls.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Definitionen
2.1.1 Stress
2.1.2 Burnout
2.2 Entstehung und Folgen von Burnout
2.3 Transaktionales Stressmodell
2.3.1 Zusammenhang mit Burnout
2.4 Stressoren in meinem Arbeitsumfeld
3 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen von Stress und Burnout, um deren Entstehung, psychologische Bewertungsprozesse nach Richard Lazarus sowie die Auswirkungen auf das Arbeitsumfeld und die Gesundheit der Beschäftigten zu erläutern.
- Definitionen und Abgrenzung der Begriffe Stress und Burnout
- Ursachen und Krankheitsverlauf von Burnout
- Das transaktionale Stressmodell nach Lazarus
- Identifikation spezifischer Stressoren im Arbeitsalltag
- Präventionsmöglichkeiten zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit
Auszug aus dem Buch
2.3 Transaktionales Stressmodell
Das transaktionale Stressmodell befasst sich mit der Entstehung von Stress, insbesondere mit den psychischen Bewertungsprozessen und Bewältigungsprozessen. Das Modell beschreibt, warum sich dieselben Reize unterschiedlich auf den Organismus auswirken und wurde Ende des 20. Jahrhunderts von einer Arbeitsgruppe von Richard Lazarus entwickelt. Er definiert den Begriff transaktional als eine Wechselwirkung zwischen der Person und ihrer Umwelt. Dabei hebt er das dynamische Zusammenspiel besonders hervor. Das Modell basiert auf der Grundlage, dass die Situationen durch kognitive Bewertungsprozesse stressrelevant werden. Hierbei ist die Bewertung ein beurteilender Prozess. Dieser Prozess bestimmt, aus welchem Grund und in welchem Ausmaß der Organismus auf einen Reiz aus der Umwelt reagiert.
Erfolgt eine Situation, also ein Reiz aus der Umwelt, so bewertet der Organismus diese primär und sekundär. Während der primäre Bewertungsprozess die Bewertung eines Ereignisses hinsichtlich des Wohlbefindens der Person darstellt, bezieht sich der sekundäre Bewertungsprozess darauf, mit welcher Bewältigungsmöglichkeit er den stressauslösenden Reiz verarbeiten kann. Beide Prozesse beeinflussen sich gegenseitig.
Findet nun also ein auslösender Reiz statt, bewertet der Mensch diesen primär. Dieser Reiz kann als irrelevant, positiv / günstig oder als stressend eingestuft werden. Wird der Reiz als stressig eingestuft, so differenziert man zwischen einer Bedrohung, einer Schädigung sowie einer Herausforderung. Sowohl die Bedrohung als auch die Schädigung offerieren negative Konsequenzen. Die Herausforderung kann ebenfalls eine Schädigung verursachen, allerdings stehen die positiven Auswirkungen im Fokus. Als nächstes folgt die sekundäre Bewertung. Der Organismus überprüft, welche physischen, sozialen, psychischen oder materiellen Bewältigungsfähigkeiten möglich sind und konzipiert dann eine Bewältigungsstrategie. Dieser Vorgang kann sowohl bewusst als auch unterbewusst stattfinden und beeinflusst den primären Prozess. Bewertet der Organismus den Reiz als gut zu bewältigen, so beurteilt er diesen nachträglich als nicht bedrohlich. Zwischen den beiden Prozessen findet ein interaktiver Prozess statt, der zeitlich nicht festgelegt ist, sodass nach der Wichtigkeit entschieden wird, welcher Prozess zuerst stattfindet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Relevanz von Stress und Burnout in der modernen Dienstleistungsgesellschaft und deren negative Folgen für die Produktivität und Gesundheit.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Stress und Burnout, beleuchtet Entstehungsursachen sowie den Verlauf der Erkrankung.
2.1 Definitionen: Hier werden die theoretischen Grundlagen für die Begriffe Stress und Burnout gelegt, wobei Stress als Reaktion auf Reize und Burnout als langfristiger Erschöpfungszustand definiert wird.
2.1.1 Stress: Der Abschnitt erläutert die physiologischen und psychischen Reaktionen auf Stressoren und unterscheidet dabei verschiedene Kategorien wie physische oder aufgabenbezogene Belastungen.
2.1.2 Burnout: Es wird der Krankheitszustand der totalen emotionalen, geistigen und körperlichen Erschöpfung beschrieben, einschließlich der drei Kriterien nach Christina Maslach.
2.2 Entstehung und Folgen von Burnout: Der Text differenziert zwischen persönlichen, situationsbedingten und gesellschaftspolitischen Ursachen für die Entstehung von Burnout.
2.3 Transaktionales Stressmodell: Dieses Kapitel erklärt das Modell nach Richard Lazarus, welches Stress als dynamische Wechselwirkung zwischen Person und Umwelt durch kognitive Bewertungsprozesse begreift.
2.3.1 Zusammenhang mit Burnout: Hier wird dargelegt, wie die im Modell beschriebenen Bewertungsprozesse bei dauerhafter Fehlbelastung in einen Burnout-Zustand führen können.
2.4 Stressoren in meinem Arbeitsumfeld: Die Autorin reflektiert anhand ihrer Tätigkeit in einer Marketing-Agentur konkrete Belastungsfaktoren wie Lärm, Zeitdruck und Arbeitsverdichtung.
3 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz des Modells zusammen und plädiert für betriebliche Gesundheitsförderung zur Minimierung von Stressfolgen.
Schlüsselwörter
Stress, Burnout, Transaktionales Stressmodell, Richard Lazarus, Arbeitswelt, Gesundheitsförderung, Psychische Belastung, Erschöpfungszustand, Bewertungsprozess, Prävention, Stressoren, Leistungsdruck, Bewältigungsstrategie, Arbeitsorganisation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Bedeutung von Stress und Burnout in der modernen Arbeitswelt und untersucht die psychologischen Mechanismen, die zu einer solchen Erkrankung führen können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Begriffsdefinitionen von Stress und Burnout, die Entstehung der Erschöpfung durch das transaktionale Stressmodell sowie die praktischen Stressoren im beruflichen Alltag.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie Stress entsteht, welche psychologischen Prozesse dabei eine Rolle spielen und wie Unternehmen durch Maßnahmen zur Gesundheitsförderung gegensteuern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer reflektierenden Fallbetrachtung der Arbeitsbedingungen der Autorin in einer Fieldmarketing-Agentur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Vorstellung des transaktionalen Stressmodells nach Lazarus und eine praxisbezogene Analyse der Arbeitsbelastungen im eigenen beruflichen Umfeld.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch die Begriffe Stress, Burnout, transaktionales Stressmodell, psychische Belastung und betriebliche Gesundheitsförderung geprägt.
Was unterscheidet nach dem transaktionalen Stressmodell eine Bedrohung von einer Herausforderung?
Während bei einer Bedrohung negative Konsequenzen für den Organismus im Vordergrund stehen, liegt der Fokus bei der Herausforderung auf den positiven Auswirkungen trotz möglicher Belastung.
Warum spielt die subjektive Bewertung eine so zentrale Rolle bei der Entstehung von Stress?
Die Bewertung entscheidet individuell darüber, ob ein Reiz als irrelevant, angenehm oder stressig eingestuft wird, was den Grundstein für die nachfolgende körperliche und psychische Reaktion legt.
Welche Rolle spielt die sekundäre Bewertung im Stressmodell?
In der sekundären Bewertung prüft der Organismus seine eigenen Bewältigungsmöglichkeiten, um zu entscheiden, welche Strategie er gegen den als stressig empfundenen Reiz einsetzen kann.
- Arbeit zitieren
- Franziska Pommer (Autor:in), 2020, Die Bedeutung von Stress und Burnout für die Arbeitswelt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1223347