Die Rolle des Staates bei der Erziehung bei Kant und Rousseau


Hausarbeit, 2006

13 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Lebensverhältnisse der Menschen des 18. Jahrhunderts

3 Die Aufklärung
3.1 Die Leitgedanken der Aufklärung
3.2 Die Grundgedanken der Aufklärungspädagogik

4 Staat und Erziehung
4.1 Die Rolle des Staates in Kants pädagogischen Überlegungen
4.2 Die Rolle des Staates in Rousseaus Erziehungstheorie

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Folgenden möchte ich mich mit der Pädagogik der Aufklärung beschäftigen. Dabei werde ich der Fragestellung nachgehen inwiefern die Aufklärungspädagogik unser heutiges Bildungssystem beeinflusst hat.

Dazu werde ich zunächst die Gesellschaftsstrukturen und wirtschaftlichen Verhältnisse zu der Zeit, als die Aufklärung aufkam, beschreiben.

Daraufhin werde ich versuchen die Grundzüge der Aufklärung kurz zu skizzieren und dann mithilfe von zeitgenössischen Autoren die Grundgedanken der Aufklärung und ihrer Pädagogik aufzeigen. Die Rolle des Staates in den theoretischen Überlegungen der Autoren zur Erziehung in der Zeit der Aufklärung soll erläutert werden.

Zuletzt soll der Bezug zu unserem gegenwärtigen Bildungssystem hergestellt und der Einfluss der Aufklärung auf dieses aufgezeigt werden.

2 Die Lebensverhältnisse der Menschen des 18. Jahrhunderts

Die im 18. Jahrhundert vorherrschende Gesellschaftsordnung war im weitesten Sinne feudal. Der bedeutendste wirtschaftliche Produktionszweig war die Landwirtschaft und nahezu das gesamte bebaute Land war dem Herrenrecht unterworfen. Die Bauern waren, wie im Mittelalter, verpflichtet den Obereigentümern verschiedene Abgaben zu zahlen. Diese kamen allerdings ihren Schutz- und Fürsorgepflichten gegenüber den Untergebenen längst nicht mehr nach.[1]

Die Bevölkerung war in drei Stände aufgeteilt: Der erste Stand war der Klerus, der zweite der Adel. Diese beiden machten zusammen etwa 2% der Gesamtbevölkerung aus, besaßen aber knapp 40% des gesamten Grundbesitzes. Außerdem waren beide Stände mit erheblichen Privilegien ausgestattet. Der dritte Stand bestand zum größten Teil aus der bäuerlichen Bevölkerung, einem kleineren Anteil städtischer Bevölkerung und zum kleinsten Teil aus Rentiers. Diese Gruppe hatte sich mit ihrem Vermögen als Feudalherren eingekauft hatten und lebte nun von den Erträgen ihrer Untertanen.[2] Die Zugehörigkeit dieser Stände wurde durch Geburtsrecht festgelegt.

Das Bürgertum erstarkte, der Außenhandel vervierfachte sich beinahe und die Bevölkerung wuchs von ca. 20 auf ca. 27 Millionen an. Die landwirtschaftliche Produktion konnte kaum mithalten, so dass es wiederholt zu Hungersnöten kam.[3] Die Familienbetriebe, sei es landwirtschaftlicher oder handwerklicher Art, waren nicht mehr in der Lage alle Nachkömmlinge zu ernähren, geschweige denn ihnen eine Existenzmöglichkeit zu eröffnen. Aus diesem Grund herrschte eine große Armut unter dem Volk.[4]

Kulturell gesehen war die damalige Bevölkerung sehr unterentwickelt. Der größte Teil konnte weder lesen noch schreiben, ihr Weltbild war von Religion und Aberglauben bestimmt, Tradition und Sitte standen im Vordergrund.[5]

3 Die Aufklärung

In den folgenden Abschnitten soll auf die Aufklärung eingegangen werden. Dazu werden zunächst die Grundzüge der Aufklärung erläutert und im Anschluss anhand von einigen zeitgenössischen Autoren die Grundgedanken der Pädagogik dieses Zeitalters dargelegt.

3.1 Die Leitgedanken der Aufklärung

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.“[6] So beginnt Kant seine Abhandlung über die Frage, was denn Aufklärung überhaupt sei.

Damit skizziert er einen wesentlichen Gedanken dieser Epoche sehr treffend. Vernunft gehörte zu den Leitbegriffen der Philosophie des 18. Jahrhunderts. Die Aufklärer, hauptsächlich Vertreter des Bildungsbürgertums, kritisierten das von religiösem Fundamentalismus und Aberglauben geprägte Weltbild vieler Menschen. Sie forderten sie auf ihren Verstand zu festigen und ihn zu gebrauchen, anstatt sich den Vorgaben von Kirche und Staat fraglos unterzuordnen.[7]

Die Aufklärung war bemüht die Methodik der Vernunft als Grundlage der Erkenntnis zu definieren und dies nicht nur in den Naturwissenschaften, sondern auch in der Ethik, Geschichte, Politik und Religion.[8]

Einige Aufklärer übten auch radikale Kritik an der vorherrschenden, ständischen Gesellschaftsform, die die Menschen auf Grund von „gottgegeben Rechten“ in Herren und Sklaven einteilte. Stattdessen forderten sie eine Beurteilung jedes Einzelnen, nach seinen individuellen Leistungen.[9]

3.2 Die Grundgedanken der Aufklärungspädagogik von Kant und Rousseau

Immanuel Kant und Jean-Jacques Rousseau gehören zu den bedeutendsten Autoren der Aufklärung. Sie beschäftigen sich zum Teil mit sehr unterschiedlichen Aspekten der Erziehung und sind über die Methoden und andere Punkte, verschiedener Auffassung. Letztendlich stimmen sie aber darin überein, dass der Mensch erzogen werden muss, weil er ohne Erziehung nichts ist[10] ; und, dass die Ausbildung der Vernunft und die Erziehung zu einem mündigen, brauchbaren Menschen die obersten Leitziele der Erziehung sein sollten.

Mit dem Freiheitsstreben des Kindes hat sich auch Rousseau beschäftigt. Er empfiehlt das Kind immer so behandeln, dass es den Eindruck gewinnt, es entscheide allein was es tun und lassen will.[11] Was die Individualität des Menschen betrifft stimmt er mit Locke überein, dass die Erziehung auf den jeweiligen Zögling zugeschnitten sein muss, um erfolgreich zu sein.[12]

Rousseau benennt drei Instanzen der Erziehung: Die Natur, den Menschen und die Dinge. Die Natur sorgt für die Entwicklung der körperlichen und geistigen Fähigkeiten, der Mensch lehrt den Gebrauch der Fertigkeiten und die Dinge ermöglichen einen Zugewinn von Erfahrung. Damit die Erziehung gelingt müssen diese drei Faktoren zusammenwirken.[13]

[...]


[1] Vgl. Prokasky/Tabaczek 2000, S. 52.

[2] Vgl. Prokasky/Tabaczek 2000, S. 53/54.

[3] Vgl. Prokasky/Tabaczek 2000, S. 53.

[4] Vgl. Baumgart 2001, S. 29.

[5] Vgl. Baumgart 2001, S. 30.

[6] Kant 1783, S. 53, aber auch Rousseau S. 107.

[7] Vgl. Baumgart 2001, S. 27.

[8] Vgl. Schalk 1964, S. 469.

[9] Vgl. Baumgart 2001, S. 29.

[10] Vgl. Kant 1776/77, S. 11.

[11] Vgl. Rousseau 1786, S. 264-266.

[12] Vgl. Rousseau 1786, S. 214.

[13] Vgl. Rousseau 1786, S. 109.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Rolle des Staates bei der Erziehung bei Kant und Rousseau
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
2
Autor
Jahr
2006
Seiten
13
Katalognummer
V122347
ISBN (eBook)
9783640275243
Dateigröße
355 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rolle, Staates, Erziehung, Kant, Rousseau
Arbeit zitieren
Katharina Grafmüller (Autor), 2006, Die Rolle des Staates bei der Erziehung bei Kant und Rousseau, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122347

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