Heutzutage besteht eine regelrechte Notwendigkeit für eine Kosten- und Erlösrechnung im Unternehmen, diese muss transparent sein, schenkt man Basel II und KonTraG Aufmerksamkeit.
Für die Planung und Steuerung der innerbetrieblichen Leistungserstellung ist die Kosten- und Erlösrechnung maßgeblich. Die Erlösrechnung dient der Erfassung der Umsätze eines Unternehmens. Sie ist „...das Pendant zur Kostenrechnung.“
Die Kostenrechnung steht bereits seit den Anfängen der Betriebswirtschaftslehre im Mittelpunkt der Betrachtung des internen Rechnungswesens, während die Erlösrechnung mehr oder minder im Schatten der Kostenrechnung zugegen ist.
Der Erlösrechnung wird in der Literatur meist eine weniger ausführliche und tiefgreifende Darstellung und Erwähnung zuteil, obwohl Kosten- und Erlösrechnung gleichsam entscheidend für die Ergebnisrechnung sind.
Als oberstes Ziel dieser Arbeit versteht sich das Aufzeigen der Elemente und Bedeutsamkeit der Erlösrechnung in Hinblick auf die Einordnung in der Kosten- und Erlösrechnung. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Thematik lässt der vorgegebene Umfang nicht zu, deshalb stellt diese Arbeit auf die herrschende Meinung in der Literatur ab.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die Thematik
2. Grundbegriffe und Einteilung der Erlösrechnung
2.1 Begriffe
2.1.1 Leistung und Erlös
2.1.2 Pagatorischer und wertmäßiger Erlösbegriff
2.1.3 Differenzierung von Einzahlungen, Erträgen und Erlösen
2.2 Einteilung der Erlöse
2.2.1 Arten der Erlöse
2.2.2 Zurechenbarkeit und Struktur
2.3. Eingliederung der Erlösrechnung ins Rechnungswesen
3. Planung und Kontrolle der Erlöse
3.1 Die Erlösplanung
3.1.1 Bruttoerlöse
3.1.2 Erlösschmälerung
3.1.3 Nettoerlöse
3.2 Die Erlöskontrolle
4. Aufbau und Systeme der Erlösrechnung
4.1 Aufbau
4.1.1 Erlösartenrechnung
4.1.2 Erlösstellenrechnung
4.1.3 Erlösträgerrechnung
4.2 Erlösrechnungssysteme und deren Kriterien
4.2.1 Kriterien der Systematisierung
4.2.2 Systeme der Erlösrechnung
5. Probleme bei der Erlösrechnung
5.1 Zurechnungsobjekte
5.2 Erlösverbundenheit
5.3 Erlösrealisation
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der theoretischen Einordnung und praktischen Bedeutung der Erlösrechnung als notwendigem Gegenstück zur Kostenrechnung innerhalb des betrieblichen Rechnungswesens, um ein tieferes Verständnis für die Steuerungspotenziale auf der Umsatzseite zu schaffen.
- Grundlegende Begriffsabgrenzungen (Leistung, Erlös, Ertrag)
- Methoden der Erlösplanung und -kontrolle
- Strukturierung der Erlösrechnung nach Arten, Stellen und Trägern
- Systematisierung der Erlösrechnung
- Herausforderungen bei der Zurechnung und Realisation von Erlösen
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Pagatorischer und wertmäßiger Erlösbegriff
Pagatorische Erlöse werden grundsätzlich von den Einnahmen abgeleitet und man versteht darunter bare und kreditorische Einnahmen, die aus Veräußerungen von Gütern oder Dienstleistungen hervorgehen. Diese Definition ist finanzwirtschaftlich ausgerichtet und bezieht sich ebenfalls auf erfolgsunwirksame Einnahmen. Im engeren Sinne spricht man von Erlösen als Entgelt für die an den Markt abgegebenen, vom Unternehmen erstellte, Leistungen. Der wertmäßige Erlösbegriff nimmt ebenfalls Bezug auf Güter und Leistungen im Sinne eines Wertzuwachses für das Unternehmen. Hierbei werden die Erlöse jedoch nicht auf Einnahmen reduziert. Es werden nicht abgesetzte Leistungen zu erwartenden Marktpreisen angesetzt. Dieses Herangehen geht zwar nicht konform mit dem Realisationsprinzip der externen Rechnungslegung, kann aber dennoch von Bedeutung für innerbetriebliche Planungsentscheidungen sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung in die Thematik: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit einer transparenten Kosten- und Erlösrechnung für die Unternehmenssteuerung und begründet das Ziel, die oft vernachlässigte Erlösrechnung stärker in den Fokus zu rücken.
2. Grundbegriffe und Einteilung der Erlösrechnung: Dieses Kapitel klärt grundlegende Definitionen wie Leistung und Erlös sowie deren pagatorische und wertmäßige Abgrenzung, um ein einheitliches Verständnis der Terminologie zu schaffen.
3. Planung und Kontrolle der Erlöse: Hier werden die zentralen Instrumente zur Steuerung der Erlöse vorgestellt, angefangen bei der Erlösplanung über die Berücksichtigung von Erlösschmälerungen bis hin zur Erfolgskontrolle.
4. Aufbau und Systeme der Erlösrechnung: Dieses Kapitel erläutert die Gliederung der Erlösrechnung nach Erlösarten, -stellen und -trägern sowie die Differenzierung in verschiedene Rechnungssysteme.
5. Probleme bei der Erlösrechnung: Die kritische Betrachtung widmet sich den Schwierigkeiten bei der Zurechnung von Erlösen auf Objekte sowie den Herausforderungen der Erlösverbundenheit und der zeitlichen Erlösrealisation.
6. Resümee: Das Resümee schließt mit dem Fazit, dass die Erlösseite aufgrund ihrer flexiblen Stellschrauben (Preis und Menge) ein wichtiges, jedoch in der Literatur und Praxis oft unterbewertetes Instrument zur Unternehmenssteuerung darstellt.
Schlüsselwörter
Erlösrechnung, Kostenrechnung, Erlösplanung, Erlöskontrolle, Erlösartenrechnung, Erlösstellenrechnung, Erlösträgerrechnung, Grunderlöse, Kalkulatorische Erlöse, Erlösschmälerungen, Nettoerlöse, Erlösrealisation, Unternehmenssteuerung, Rechnungswesen, Deckungsbeitrag
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Erlösrechnung als einen essenziellen, jedoch oft vernachlässigten Bestandteil des internen Rechnungswesens zur Steuerung von Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Begriffsbestimmung der Erlösrechnung, die Planung und Kontrolle von Erlösen, ihre systematische Strukturierung sowie die damit verbundenen methodischen Probleme.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Bedeutung der Erlösrechnung aufzuzeigen und ihre Rolle innerhalb der Kosten- und Erlösrechnung (KER) kritisch darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und kritischen Auseinandersetzung mit der gängigen Fachliteratur zum Thema Erlösrechnung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die Prozesse der Planung und Kontrolle, den Aufbau der Erlösrechnung sowie die Analyse praktischer Probleme bei der Zurechnung und Realisation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Erlösplanung, Erlösarten, Erlösstellen, Erlösträger, Erlösschmälerung und Erlösrealisation.
Worin liegt der Unterschied zwischen pagatorischen und wertmäßigen Erlösen?
Während pagatorische Erlöse auf tatsächlichen Einnahmen basieren, umfasst der wertmäßige Erlösbegriff zusätzlich auch nicht abgesetzte Leistungen, die zu Marktpreisen bewertet werden.
Warum ist die Abgrenzung von Erlösschmälerungen schwierig?
Die Literatur bietet hier keine einheitliche Trennung zu Kosten, und da Erlösschmälerungen wie Rabatte oder Boni erst zeitversetzt anfallen können, erschweren sie eine periodengerechte Ermittlung der Nettoerlöse.
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- Lars Schmidt (Author), 2006, Erlös-Controlling im Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122349