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Ursprung der Religion:

Tylors Animismus- und Schmidts Urmonotheismus-Theorie - eine Gegenüberstellung

Título: Ursprung der Religion:

Trabajo Escrito , 2006 , 14 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Anna Ihle (Autor)

Etnología / Folclore
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Die Frage nach dem Ursprung der Religion ist vielleicht schon so alt wie die Frage nach dem Ursprung der Menschheit überhaupt. Verschiedene Theoretiker aus Ethnologie und Religionswissenschaft haben sich lange Zeit mit der Ursprungs-Frage beschäftigt und einige unterschiedliche Ansätze dazu veröffentlicht, meist auch im Zusammenhang mit der jeweiligen Epoche der Wissenschaft.
Zwei Ansichten möchte ich in dieser Arbeit gegenüberstellten: zum einen die Animismus-Theorie von Edward Burnett Tylor und das Konzept des Urmonotheismus von Pater Wilhelm Schmidt. Tylor gehört zu den rationalistisch evolutionistischen Theoretikern, Schmidt dagegen zu den Anhängern des Hochgottglaubens. Ich habe diese beiden Theorien zum Vergleich ausgewählt, da beide Ansätze seit ihrem Bestehen sehr scharf kritisiert wurden, jedoch nie komplett in Vergessenheit gerieten. Vor allem Tylors Ansicht zum Animismus findet immer wieder neue Anhänger, die andere Argumente für oder gegen seine These finden und somit die Diskussion im-mer wieder neu entfachen.
Ziel dieser Arbeit ist es, die zwei sehr kritisierten religionsgeschichtlichen Theorien darzustellen und im Vergleich ihre gegensätzlichen Einstellungen sowie mögliche Gemeinsamkeiten erkennbar zu machen. Die ersten beiden Teile stellen die Theorien dar. Im dritten Teil werden dann beide Hypothesen in verschiedenen Kategorien direkt gegenübergestellt. Die Vergleichspunkte habe ich so gewählt, dass sie über die Darstellung des ersten und zweiten Kapitels hinausgehen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Tylors Animismustheorie

2.1. Definition Animismus

2.2. Tylors Theorie zum Animismus und zum Ursprung der Religion

2.3. Kritik an Tylors Theorien

3. Schmidts Theorie des Urmonotheismus

3.1. Definition Urmonotheismus

3.2. Schmidts Theorie des Urmonotheismus

3.3. Kritik an Schmidts Theorie

4. Vergleich der beiden Theorien

4.1. Blickwinkel/ Einstellung

4.2. Ausgangsgangspunkt der Entwicklung

4.3. Beweisführung und die Bedeutung von survivals

5. Schlussfolgerung

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, die religionsgeschichtlichen Theorien von Edward Burnett Tylor und Pater Wilhelm Schmidt gegenüberzustellen, um gegensätzliche Auffassungen sowie potenzielle Gemeinsamkeiten im Verständnis über den Ursprung der Religion aufzuzeigen.

  • Animismus-Theorie nach E. B. Tylor
  • Urmonotheismus-Konzept nach Pater Wilhelm Schmidt
  • Kritische Reflexion evolutionistischer Ansätze in der Ethnologie
  • Vergleichende Analyse von Forschungsmethodik und "Survivals"
  • Der Einfluss wissenschaftlicher Zeitgeist-Strömungen

Auszug aus dem Buch

3.2. Schmidts Theorie des Urmonotheismus

Pater Wilhelm Schmidt veröffentlichte sein grundlegendes Werk „Ursprung der Gottesidee“ (1912- 1955) in zwölf Bänden. Er wollte mit seiner Urmonotheismus-Theorie den christlichen Gott als ersten und einzigen darstellen, und somit das Christentum als einzige legitime Religion bestätigen. Darüber hinaus lieferte die Theorie ein neues Argument für die große Bedeutung der Mission: Die katholische Kirche bietet einen Ausweg aus der Misere, der Degeneration vom reinen „Ursprungsglauben“ (s. u. S.6). Schmidt versuchte in seinem Werk die Idee des Urmonotheismus durch möglichst viele ethnographische Beispiele zu untermauern. Er wollte beweisen, dass „der christliche Gott der älteste, der einzig wahre und der ursprüngliche“(Weiss 1987: 36) ist. Er griff in diesem Werk auch auf Andrew Langs Grundgedanke vom „Höchsten Wesen“ zurück. Dieser „wollte keine neue Religionstheorie begründen, sondern […] die Höchsten Wesen (‚Supreme Beings’) in den Mittelpunkt seiner Betrachtung“ (Thiel 1984: 26) stellen. Ohne Schmidts Urmonotheismustheorie wäre Langs Konzept jedoch keine weitere Bedeutung zugefallen, so Thiel (1984: 26).

Pater Schmidts Entwurf zum Ursprung der Religion ist zwar sehr vom Evolutionismus beeinflusst, jedoch stellt es vor allem eine direkte Umkehrung des Tylor’schen Evolutionsmodells dar: „man’s spiritual evolution proceeded in inverse relation to his social and technical sophistication.“ (Wallace 1966: 10,11). Er sieht die „Uroffenbarung über die Existenz des einen Gottes an das erste Menschenpaar [als] eine historische Tatsache“(Weiss 1987: 36) an. Dieser allwissende, allmächtige, schöpfende „All-father“ hat sich den Menschen in der Urzeit direkt positiv gezeigt und ferner seine „fundamental monotheistic theology“ und „the natural moral law“(Wallace 1966:12) übermittelt. Der Urzustand der Menschheit bestand, seiner Meinung nach, in einem einfachen, glücklichen Leben mit einer ursprünglichen Religion, in der ein „high god“ verehrt wurde. Die menschliche Gesellschaft wurde bis zur Ankunft Christi allein gelassen, aber während dieser Zeit der spirituellen Unabhängigkeit entfernten sich die Menschen immer weiter von der ursprünglichen Offenbarung (Wallace 1966:12). Der Urmonotheismus verkümmerte durch die wachsende Teilnahme an den „arts of civilization“ (Wallace 1966:11).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die wissenschaftliche Fragestellung nach dem Ursprung der Religion ein und stellt die beiden zu vergleichenden Theoretiker Tylor und Schmidt kurz vor.

2. Tylors Animismustheorie: Dieses Kapitel erläutert Tylors evolutionistisches Modell, welches den Animismus als früheste Stufe der Religionsentwicklung betrachtet, und diskutiert die daran geübte wissenschaftliche Kritik.

3. Schmidts Theorie des Urmonotheismus: Hier wird Schmidts Konzept einer ursprünglichen Offenbarung des Monotheismus dargestellt und die kritische Auseinandersetzung mit seinem methodischen Vorgehen beleuchtet.

4. Vergleich der beiden Theorien: Dieser Abschnitt stellt beide Ansätze direkt gegenüber und analysiert Gemeinsamkeiten in der Forschungspraxis, den Ausgangspunkten und der Verwendung von Überlebseln.

5. Schlussfolgerung: Das Fazit zieht eine Bilanz der Gegenüberstellung und betont, dass trotz gegensätzlicher Ansätze beide Theoretiker durch ihre Konzepte wichtige Impulse für die spätere Religionsethnologie gaben.

Schlüsselwörter

Animismus, Urmonotheismus, Edward Burnett Tylor, Wilhelm Schmidt, Religionsgeschichte, Evolutionismus, Kulturkreislehre, Survivals, Ethnologie, Religionsursprung, Degenerationshypothese, Hochgottglaube, Urzustand, Mission, Wissenschaftsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht und vergleicht die zwei zentralen religionsethnologischen Theorien über den Ursprung der Religion: den Animismus von Edward Burnett Tylor und den Urmonotheismus von Pater Wilhelm Schmidt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der evolutionistische Ansatz von Tylor, die Degenerationshypothese von Schmidt, der Einfluss des wissenschaftlichen Zeitgeists auf diese Theorien sowie die methodische Kritik an sogenannten "Lehnstuhlethnologen".

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die gegensätzlichen Einstellungen der beiden Theoretiker darzustellen und mögliche Gemeinsamkeiten in ihrer Argumentationsweise und ihrer methodischen Vorgehensweise aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse, in der die theoretischen Konzepte der beiden Ethnologen sowie die zeitgenössische und spätere wissenschaftliche Kritik daran systematisch gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Konzepte von Tylor und Schmidt inklusive ihrer jeweiligen Kritik detailliert erläutert, gefolgt von einer vergleichenden Betrachtung hinsichtlich Blickwinkel, Ausgangspunkten und der Bedeutung von "survivals".

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Animismus, Urmonotheismus, Evolutionismus, "survivals" (Überlebsel), Urzustand und Degeneration.

Warum wird Schmidt oft als "Lehnstuhlethnologe" bezeichnet?

Wie auch Tylor hat Schmidt keine eigene Feldforschung betrieben. Er entwickelte seine Theorien am Schreibtisch und stützte sich dabei auf ethnographisches Material, das seine Mitarbeiter oder Missionare für ihn sammelten.

Inwiefern unterscheiden sich Tylor und Schmidt in ihrer Sicht auf die religiöse Entwicklung?

Tylor sieht eine evolutionäre Entwicklung von Atheismus über Animismus hin zum Polytheismus und schließlich Monotheismus. Schmidt hingegen postuliert einen ursprünglichen reinen Monotheismus, von dem sich die Menschheit durch Degeneration entfernt hat.

Was bedeuten "survivals" für die Argumentation der beiden Theoretiker?

Für beide sind "survivals" oder "Überlebsel" wichtige kulturelle Relikte, die als Beweise für vergangene kulturelle Zustände dienen und somit eine Rekonstruktion der Religionsgeschichte ermöglichen sollen.

Final del extracto de 14 páginas  - subir

Detalles

Título
Ursprung der Religion:
Subtítulo
Tylors Animismus- und Schmidts Urmonotheismus-Theorie - eine Gegenüberstellung
Universidad
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Ethnologie und Afrikastudien)
Curso
Vorlesung
Calificación
1,3
Autor
Anna Ihle (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
14
No. de catálogo
V122356
ISBN (Ebook)
9783640275045
Idioma
Alemán
Etiqueta
Ursprung Religion Vorlesung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anna Ihle (Autor), 2006, Ursprung der Religion:, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122356
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