Bei der Recherche zu dieser Facharbeit hatte ich mir verschiedene Theorien über Führungsstile angeschaut. Für meine Facharbeit habe ich mir ein Führungsstil-Modell ausgesucht, das ich genauer unter die Lupe nehmen möchte. Ich entschied mich für den situationsorientierten Führungsstil, weil dieser mich am meisten interessiert hat und aus meiner Sicht vermutlich am besten zum Leiten eines Kita-Teams passt.
In meiner Facharbeit wollte ich genauer untersuchen, welche Modelle und Theorien zu einem situationsorientierten Führungsstil gehören und was muss die Kita-Leitung bei der Umsetzung zu beachten hat. Meine Facharbeit habe ich wie nachfolgend beschrieben aufgebaut: Ich werde zunächst mit der Begriffserklärung und Bedeutung der "Führung" beginnen. Um ein Teil meiner Fragestellungen zu beantworten, werde ich danach verschiedene Theorien und Modelle des situationsorientierten Führungsstils behandeln.
Ich entschied mich für 4 sehr bekannte Stille. Dadurch möchte ich die vielfältigen Ausprägungen zeigen. Bei den ersten 3 Theorien und Modellen, das sind die Kontingenztheorie, der Entscheidungsbaum und das 3-D-Modell möchte ich kurz die Entstehung erklären und anschließend die Grundlagen der Theorie erläutern. Dabei soll deutlich
werden, welche Möglichkeiten eine Kita-Leitung hat, einen situationsorientierten Führungsstil für sich zu wählen. Das situative Reifegradmodell werde ich im Anschluss beschreiben und aufzeigen, wie eine Kita-Leitung dieses Modell einsetzen kann, welche Konflikte der Führungsstil mit sich bringt oder welche Vorteile es hat, diesen Stil zu nutzen. Dieses Modell ist das jüngste von den mir vorgestellten Modellen und meiner Ansicht nach, das Modell, welches am ehesten in einer Kita umgesetzt werden kann. Da die Motivation der Mitarbeiter*innen eine wichtige Rolle beim Reifegradmodell einnimmt, werde ich noch kurz drei Motivationstheorien von Maslow, Alderfer und Herzberg vorstellen. Am Schluss werde ich mein Fazit ziehen und alle wichtigen Punkte, die mir später als Leitung helfen werden, nochmal erläutern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsdefinition
2.1 Bedeutung von Führung
2.1.1 Die direkte Führung
2.1.2 Die indirekte Führung
2.2 Bedeutung des Führungsstiles
3 Der situationsorientierte Ansatz
4 Die Kontingenztheorie von Fiedler
4.1 Grundlagen von der Kontingenztheorie
4.2 Praxis Beispiel
5 Das 3-D Modell von Reddin
5.1 Grundlagen des 3-D Modells
5.2 Die Führungsstile und deren Effektivität nach dem 3-D Modell
5.2.1 Der Aufgabenstil: Macher oder Autokrat
5.2.2 Der Beziehungsstil: Förderer oder Gefälligkeitsapostel
5.2.3 Der Integrationsstil: Integrierer oder Kompromissler
5.2.4 Der Verfahrensstil: Bürokrat oder Kneifer
6 Der Entscheidungsbaum von Vroon und Yetton
6.1 Grundlagen des Entscheidungsbaums
6.2 Praxis Beispiel
7 Das Reifegradmodell
7.1 Allgemein
7.2 Reifegrade
7.3 Führung nach dem Reifegradmodell
7.3.1 Telling
7.3.2 Selling
7.3.3 Participating
7.3.4 Delegating
7.4 Praxis Beispiel
7.5 Möglichen Schwierigkeiten für die Kita-Leitung
7.6 Positive Aspekte für die Kita-Leitung
8 Motivation
8.1 Maslow: Bedürfnispyramide
8.2 Alderfer: ERG-Theorie
8.3 Herzberg: Zwei-Faktoren-Theorie
9 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht, wie situationsorientierte Führungsstile effektiv in einer Kindertageseinrichtung eingesetzt werden können, um die Leitung in ihrem pädagogischen Alltag zu unterstützen und die Mitarbeitermotivation zu fördern.
- Analyse theoretischer Modelle situationsorientierter Führung (Fiedler, Reddin, Vroon/Yetton, Hersey/Blanchard).
- Untersuchung der Bedeutung von Führung und Führungsstilen im Kita-Kontext.
- Verknüpfung von Führung mit Motivationstheorien (Maslow, Alderfer, Herzberg).
- Praktische Anwendungsbeispiele für die Kita-Leitung.
- Reflexion über Schwierigkeiten und Chancen der situativen Mitarbeiterführung.
Auszug aus dem Buch
7.3.3 Participating
Wenn es um Mitarbeitende geht, die im Reifegrad 3 einzuordnen sind, also mit einem mittleren bis hohen Reifegrad, sollte man den partizipativen Führungsstil wählen. Dieser ist mitarbeiterorientiert und die Leitung beteiligt die Mitarbeitenden.
Die Leitung soll bei einer Aufgabe den Grund kennen oder herausfinden, weshalb der/die Mitarbeiter/in bei dieser Aufgabe frustriert oder unmotiviert ist. Mögliche Gründe dafür können ungeklärte Konflikte aus der Vergangenheit sein oder nicht eingehaltene Vereinbarungen. Bei der Aufgabenstellung wird der/die Mitarbeiter/in einbezogen sowie bei der Problemdefinition und der Zielsetzung. Dabei wird die Verantwortung der Lösung des Problems geteilt. Die Leitung kann auch den/die Mitarbeiter/in bestärken eine Entscheidung zu treffen oder Vorschläge zu machen. Während dieser Aufgabe soll die Leitung selbstständiges Arbeiten fördern, aufmerksam zuhören und nachfragen. Dadurch soll bei dem/der Mitarbeiter/in angeregt werden, sich mitzuteilen. Wichtig ist es auch, zu unterstützen, Ideen anzubieten und zu beruhigen, wenn es nötig ist. Die Bewertung der Aufgabe wird mit dem Mitarbeitenden gemeinsam gemacht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Der Autor erläutert seine Motivation für die Themenwahl und skizziert den Aufbau der Arbeit, beginnend bei Begriffsdefinitionen hin zu verschiedenen Führungsmodellen und Motivationstheorien.
2 Begriffsdefinition: Es werden die Grundlagen von direkter und indirekter Führung sowie die Bedeutung von Führungsstilen als wiederkehrende Muster im Arbeitskontext erläutert.
3 Der situationsorientierte Ansatz: Dieses Kapitel führt in die Grundannahme ein, dass erfolgreiche Personalführung eine Anpassung an situationsabhängige Faktoren voraussetzt.
4 Die Kontingenztheorie von Fiedler: Der Autor stellt das Modell der effektiven Führung vor, welches den Führungsstil über die LPC-Skala bestimmt und von der Führungssituation abhängig macht.
5 Das 3-D Modell von Reddin: Dieses Modell ergänzt aufgaben- und beziehungsorientierte Führungsstile um die Dimension der Effektivität, unterteilt in acht verschiedene Stile.
6 Der Entscheidungsbaum von Vroon und Yetton: Es wird ein systematischer Leitfaden vorgestellt, der der Leitung hilft, durch sieben diagnostische Fragen die passende Entscheidungsstrategie zu wählen.
7 Das Reifegradmodell: Der Fokus liegt hier auf der Entwicklung der Mitarbeitenden, wobei die Leitung ihren Führungsstil (Telling, Selling, Participating, Delegating) an deren Kompetenz und Motivation anpasst.
8 Motivation: Hier werden die Theorien von Maslow, Alderfer und Herzberg herangezogen, um das Handeln und die Bedürfnisse von Mitarbeitenden besser zu verstehen.
9 Fazit: Der Autor reflektiert die vorgestellten Modelle, deren praktische Umsetzbarkeit in einer Kita und betont die Notwendigkeit, individuell auf die Situation und das Team einzugehen.
Schlüsselwörter
Situationsorientierte Führung, Kita-Leitung, Führungsstil, Kontingenztheorie, 3-D-Modell, Reifegradmodell, Entscheidungsbaum, Mitarbeitermotivation, Bedürfnispyramide, Zwei-Faktoren-Theorie, Personalführung, Teamentwicklung, Arbeitsklima, Kompetenz, Engagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung verschiedener situationsorientierter Führungsstile durch Kita-Leitungen, um auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten von Mitarbeitenden professionell zu reagieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind situative Führungstheorien, die methodische Entscheidungsfindung, die gezielte Mitarbeiterentwicklung nach Reifegraden sowie wissenschaftliche Motivationstheorien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, der Kita-Leitung einen theoretischen Überblick zu geben und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie diese Modelle den Arbeitsalltag strukturieren und die Teamarbeit sowie die individuelle Leistung der Mitarbeitenden verbessern können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden verschiedene etablierte Management-Modelle und psychologische Motivationstheorien analysiert und in den praktischen Kontext einer Kindertageseinrichtung übertragen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Kontingenztheorie von Fiedler, das 3-D-Modell von Reddin, der Entscheidungsbaum von Vroon und Yetton sowie das Reifegradmodell detailliert beschrieben und anhand von Praxisbeispielen veranschaulicht.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die Arbeit wird stark durch Begriffe wie situationsorientierter Führungsstil, Reifegrade, Motivationsfaktoren und fachliche Anleitung geprägt.
Warum ist das Reifegradmodell laut Autor besonders für Kitas geeignet?
Der Autor begründet dies damit, dass das Modell Mitarbeitende in den Mittelpunkt stellt und die Möglichkeit bietet, den Führungsstil dynamisch an die wachsende Kompetenz und Motivation des Kita-Teams anzupassen.
Welche Kritik übt der Verfasser am Reifegradmodell?
Er kritisiert die Subjektivität bei der Einschätzung der Reifegrade durch die Leitung, die Gefahr der demotivierenden Fehlzuordnung und das Fehlen von Langzeitbeweisen für den Erfolg des Modells.
Wie hilft der Entscheidungsbaum bei der Aufgabenverteilung?
Der Entscheidungsbaum bietet einen strukturierten Leitfaden, durch den die Leitung anhand von diagnostischen Fragen objektiv prüfen kann, ob sie eine Aufgabe autoritär lösen sollte oder die Mitarbeitenden in den Entscheidungsprozess einbezieht.
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- Marc Fiedler (Author), 2022, Die situationsorientierte Führung in einer Kita, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1224174