Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Region: Africa

Der Bürgerkrieg im Sudan

Ein „neuer“ Krieg?

Title: Der Bürgerkrieg im Sudan

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Alexandra Mörz (Author)

Politics - Region: Africa
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der Sudan – Afrikas flächenmäßig größter Staat ist uns aus den Medien fast ausschließlich durch negative Schlagzeilen bekannt. Im Moment fokussieren sich die Berichte beinahe ausnahmslos auf das Flüchtlingsdrama in der Provinz Darfur, welches wohl eine humanitäre Katastrophe von noch ungeahntem Ausmaß nach sich ziehen wird.
Seitdem das Land 1956 von den Briten in die Unabhängigkeit entlassen wurde, wurden die vorwiegend kurzen Perioden ziviler Regierungen stets durch Militärdiktaturen abgelöst. Der Bürgerkrieg, der das Land seit 1955, bis auf eine kurze und äußerst brüchige Friedensphase zwischen 1972 und 1983 erschüttert, wird darüber hinaus beinahe vergessen. Als längster Bürgerkrieg der Welt hat der Konflikt zwischen dem Norden und dem Süden leider schon traurige Berühmtheit erlangt.
Diese Arbeit wird die zwei Phasen des Konfliktes genauer untersuchen. Im Zentrum wird dabei die Frage stehen, ob es sich bei der zweiten Phase des Bürgerkrieges um einen sogenannten „neuen“ Krieg handelt, dem andere Motivationen zugrunde liegen, als dies noch in der ersten Phase des Konfliktes der Fall war.
Zunächst ist jedoch eine theoretische Annäherung an das Thema „alte“ versus „neue“ Kriege nötig, um die möglichen Veränderungen im Verlauf des Sudankonfliktes analysieren zu können.
Nach einem kurzen historischen Abriss werden anschließend die Konfliktphasen auf die dahinterliegenden politischen und ökonomischen Motive untersucht, um in der abschließenden, vergleichenden Analyse die Bedeutung der aktuellen Theorien hinsichtlich der „neuen“ Kriege zu beurteilen. Dabei wird vor allem die Frage, ob es sich beim Konflikt im Sudan tatsächlich um einen „neuen“ Krieg handelt, im Zentrum stehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Annäherung an die „neuen“ Kriege

3. Der Bürgerkrieg im Sudan – ein „neuer“ Krieg?

3.1 Historie des Bürgerkrieges

3.2 Die erste Phase des Bürgerkrieges 1955 – 1972

3.2.1 Politische Motive

3.2.2 Ökonomische Motive

3.3 Die zweite Phase des Bürgerkrieges 1983 – heute

3.3.1 Politische Motive

3.3.2 Ökonomische Motive

4. Theoriebezogene, vergleichende Analyse der zwei Konfliktphasen

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den sudanesischen Bürgerkrieg mit dem Ziel zu klären, ob die zweite Konfliktphase ab 1983 als „neuer“ Krieg im Sinne der aktuellen politikwissenschaftlichen Theorie zu klassifizieren ist oder ob historische sowie strukturelle Kontinuitäten überwiegen.

  • Analyse der theoretischen Rahmenbedingungen „neuer“ Kriege
  • Historischer Abriss der beiden Hauptphasen des Konflikts im Sudan
  • Untersuchung politischer und ökonomischer Motive der Konfliktparteien
  • Vergleichende Analyse zur Überprüfung der theoretischen Anwendbarkeit auf den Sudan-Konflikt

Auszug aus dem Buch

3.3.2 Ökonomische Motive

Seit 1983 lässt sich im Vergleich zur vorherigen Phase des Konfliktes ein starker Trend von politischen hin zu ökonomischen Ursachen des Konfliktes beobachten. Vor allem die von beiden Seiten angestrebte Kontrolle über Land, Wasser und Öl führt zunehmend zu einer Verschärfung der Gewaltspirale, und hat auch zu einer Zersplitterung des inneren muslimischen Konsensus im Norden beigetragen. In Zusammenhang der Ressourcenkontrolle muss auch die Islamisierung und Arabisierung des Landes gesehen werden. Sie dient laut Johnson (2003:76) heute weniger rein religiösen Zwecken, sondern ist vielmehr eine Strategie, die es den Machthabern erlaubt, bestimmte Gruppen von der Machtteilhabe oder der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben auszuschließen. Somit dient sie, wie auch die Förderung von Milizen, der Kontrolle der Wirtschaft.

Da die formellen Wirtschaftzweige, im Sudan vor allem die Landwirtschaft, im Zuge des jahrzehntelangen Konfliktes zusammengebrochen sind, stellen heute der „Vermögenstransfer“ und der Missbrauch illegaler Hilfslieferungen populäre alternative Mittel dar, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Unter dem Begriff des „Vermögens“- beziehungsweise „Besitztransfers“ versteht Duffield (1995:58) die vornehmlich gewalttätige Aneignung von Ressourcen. Nach den Zerfall der formellen Wirtschaft und der Verschlechterung der Chancen einer legitimen Vermögensbildung kann man vor allem seit Beginn der 80er einen verstärkten Vermögenstransfer beobachten. Dieser nimmt seit Mitte der 80er einen gewaltsamen, interkonfessionellen und inter-ethnischen Charakter an, und äußert sich vor allem in der Beschlagnahmung von Eigentum und der Vertreibung ganzer Gruppen landwirtschaftlicher Erzeuger von ihrem Grund und Boden. Im Norden äußert er sich hauptsächlich durch staatliche Aneignungen sowie Marktmanipulationen, im Süden ist die anhaltende Gewalt vor allem mit der Förderung irregulärer Milizen und der Einschränkung von Nahrungsmittellieferungen verbunden (Duffield 1995:58).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Sudankonflikts und Formulierung der Forschungsfrage hinsichtlich der Einstufung als „neuer“ Krieg.

2. Theoretische Annäherung an die „neuen“ Kriege: Darstellung des theoretischen Konzepts „neuer“ Kriege, die sich durch Privatisierung der Gewalt, Asymmetrie und kommerzielle Interessen auszeichnen.

3. Der Bürgerkrieg im Sudan – ein „neuer“ Krieg?: Detaillierte historische Aufarbeitung der Konfliktphasen von 1955 bis heute unter Berücksichtigung politischer und ökonomischer Faktoren.

4. Theoriebezogene, vergleichende Analyse der zwei Konfliktphasen: Kritische Gegenüberstellung der historischen Ereignisse mit den theoretischen Annahmen, um das Konzept der „neuen“ Kriege auf den Sudankonflikt anzuwenden.

5. Schlussbemerkungen: Zusammenfassendes Fazit zur Einordnung des Konflikts und Ausblick auf die Friedensbemühungen.

Schlüsselwörter

Sudan, Bürgerkrieg, Neue Kriege, SPLA, Islamisierung, Ressourcenkontrolle, Gewaltmärkte, Besitztransfer, Milizen, Nord-Süd-Konflikt, Politische Motive, Ökonomische Motive, Staatsmacht, Friedensprozess, Konfliktanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert den langjährigen Bürgerkrieg im Sudan und hinterfragt kritisch, ob dieser den Merkmalen eines sogenannten „neuen“ Krieges entspricht.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die historischen Phasen des Konflikts, die Rolle von politischer Machtverteilung, religiöse Ideologien sowie die ökonomischen Aspekte wie der „Besitztransfer“ und die Ausbeutung von Ressourcen.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob die zweite Phase des Bürgerkriegs ab 1983 eine neue Qualität aufweist, die eine Einordnung als „neuer“ Krieg rechtfertigt, oder ob historische Kontinuitäten überwiegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung herangezogen?

Es wird eine theoriebezogene, vergleichende Analyse durchgeführt, die historische Daten mit aktuellen politikwissenschaftlichen Theorien zur Kriegsführung konfrontiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Phasen 1955–1972 und 1983–heute, wobei jeweils die politischen und ökonomischen Motive der beteiligten Akteure beleuchtet werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie „neue“ Kriege, Gewaltmärkte, Ressourcenkontrolle, Islamisierung und die Rolle nichtstaatlicher Akteure.

Inwieweit spielt die Religion eine Rolle im sudanesischen Bürgerkrieg?

Die Arbeit stellt fest, dass religiöse Überzeugungen zwar zur Mobilisierung genutzt werden, jedoch nicht als alleinige Ursache für den Konflikt angesehen werden können, da wirtschaftliche und machtpolitische Interessen dominieren.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zur Anwendbarkeit der „Theorie der neuen Kriege“?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Anwendung der Theorie auf den Sudan problematisch ist, da sie historische Komponenten vernachlässigt und der Sudan-Konflikt durch ein komplexes Geflecht aus alten und neuen Mustern geprägt ist.

Excerpt out of 20 pages  - scroll top

Details

Title
Der Bürgerkrieg im Sudan
Subtitle
Ein „neuer“ Krieg?
College
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaften)
Course
„Neue“ oder „alte“ Kriege? - Dimensionen und Ursachen gewaltsamer Konflikte seit den 90er Jahren
Grade
1,0
Author
Alexandra Mörz (Author)
Publication Year
2005
Pages
20
Catalog Number
V122426
ISBN (eBook)
9783640276585
ISBN (Book)
9783640282524
Language
German
Tags
Bürgerkrieg Sudan Gewaltmonopol OAU Globalisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexandra Mörz (Author), 2005, Der Bürgerkrieg im Sudan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122426
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  20  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint