Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Théâtrologie, Danse

Wesenszüge der Musik im antiken griechischen Drama

Titre: Wesenszüge der Musik im antiken griechischen Drama

Travail de Recherche , 2005 , 27 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Magister Artium Jennifer Moos (Auteur)

Théâtrologie, Danse
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

[...] Die Grundidee der beiden Regisseure Paul Koeg und Johan Simons basiert auf der kathartischen Wirkung, die das antike Theater Griechenlands auszeichnete. Der dionysische Ursprung des Theaters ist als Leitmotiv der Inszenierung zu sehen. Musik, Tanz, Gesang und gesprochenes Wort sollen wie bei der antiken Aufführungspraxis eine Einheit bilden.
Ein interessanter Punkt ist, dass die Musik dieser Inszenierung, die der Musiker Nouri Iskandar komponierte, ihre Ursprünge in der syrisch-orthodoxen Kirchenmusik hat, die wiederum eine der ältesten durch Notenaufzeichnungen bekannten Musiken ist. Es wird eine große Ähnlichkeit zu der klassischen altgriechischen Musik vermutet. Im ersten Teil der folgenden Arbeit beschreibe ich Ausgangspunkte, Grundideen und Entwicklungen in der Arbeit von ZT Hollandia, sowie deren Zusammenarbeit mit dem syrischen Komponisten Nuri Iskandar für die Inszenierung der „Bakchen“.
Da die Inszenierung die Nähe zur musikalischen Praxis des antiken Theaters sucht über den Weg der syrisch orthodoxen Musik, stelle ich im 2. Teil dar, was uns über die Musik der griechischen Antike bekannt ist. Welche Instrumente wurden verwendet, welche Wesenzüge sind uns bekannt, welche Bedeutung besaß die Musik für das Drama? Dem gegenüber möchte ich die geschichtliche Entwicklung der syrisch orthodoxen Musik und ihren möglichen Zusammenhang mit der altgriechischen Musiktradition stellen, wobei ich auch noch einmal eine Parallele zu Nuri Iskandars Kompositionen in Zusammenhang mit der Inszenierung ziehen werde. Im dritten Teil beschreibe ich die Inszenierung von Euripides „Bakchen“ des niederländischen Ensembles ZT Hollandia. Dabei soll besondere Aufmerksamkeit der Verwendung und Stilistik der Musik gelten. Im Vergleich der Ergebnisse aus dem ersten, zweiten und dritten Teil möchte ich folgende Fragen abschließend beantworten: Welche Parallelen und welche Unterschiede lassen sich Erkennen zwischen der modernen Aufführung ZT Hollandias und den uns bekannten Details aus der griechischen Antike? Welche Wirkung erzielt die Aufführung durch die Verwendung einer Musik, die bewusst in Annäherung an die Antike ausgewählt wurde? Wie ist die Musik der Inszenierung ZT Hollandias abschließend zu bewerten?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. ZT Hollandia und ihre Inszenierung von Euripides „Bakchen“

I.1. Zur Theaterensemble ZT Hollandia

I.2. Musik als Element der Arbeit von ZT Hollandia

I.3. Bisherige Produktionen Antiker Dramatik durch ZT Hollandia

I.4. Die Zusammenarbeit mit Nouri Iskandar

II. Theorie und Geschichte der altgriechischen und der syrisch orthodoxen Musik

II.1. Musik der griechischen Antike im Zusammenhang mit dem Theater

II.1.1 Instrumente und Gesang des griechischen Altertums

II.1.2 Aufkommen der dramatische Dichtung

II.1.3 Der Kult des Dionysos

II.2 Die orthodoxen Liturgien und die volkstümliche Musik Syriens

III. Die Inszenierung der „Bakchen“ 2002 unter dem besonderen Gesichtpunkt der Einbeziehung von Musik

III.1. Formaler Aufbau der Inszenierung

III.2 Inhaltliche und szenische Beschreibung und der Inszenierung

III.2.1 Prolog und Einzugslied

III.2.2. Erste Szene

III.2.3. Zweite Szene

III.2.4 Dritte Szene

III.2.5 Vierte Szene

III.2.6. Schlussszene

IV. Resumee

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Forschungsarbeit untersucht den Einsatz von Musik in der Inszenierung von Euripides’ „Die Bakchen“ durch das niederländische Theaterensemble ZT Hollandia. Dabei liegt der Fokus auf der Verbindung zwischen antiker dramatischer Tradition und der spezifischen Klangästhetik syrisch-orthodoxer Kirchenmusik, die als Mittel zur Schaffung einer Katharsis und als eigenständiges dramatisches Element analysiert wird.

  • Analyse der Arbeitsweise und experimentellen Theaterpraxis von ZT Hollandia.
  • Historische und theoretische Betrachtung der Musik in der griechischen Antike und im Dionysoskult.
  • Untersuchung der syrisch-orthodoxen Musikkultur und ihrer liturgischen Ursprünge.
  • Dokumentation der Zusammenarbeit mit dem Komponisten Nouri Iskandar.
  • Szenische Analyse der Inszenierung unter besonderer Berücksichtigung der musikalischen Dramaturgie.

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung der Musik für das Drama

Die Bedeutung der Musik für den Griechen ist vielfach belegt. „Sie ist ihm mehr als Zeitvertreib, Vergnügen, Unterhaltung, sie ist ein Mittel, den menschlichen Chrakter im Individuum wie in der Masse zu beeinflussen und zu formen.“ Nirgends konnte Musik mehr Menschen erreichen als in den Theatern. Und im Bereich des Dramas erfuhr die Musik nun ihre bedeutendste Entfaltung.

Für Aristoteles gehört die Musik zu jenen sechs Teilen, die jede Tragödie haben muss: „Demzufolge enthält jede Tragödie notwendigerweise sechs Teile, die sie so oder so beschaffen sein lassen. Diese Teile sind: Mythos, Charaktere, Sprache, Erkenntnisfähigkeit, Inszenierung und Melodik.“ Melodik und Sprache zählt er zu den Mitteln, mit denen nachgeahmt wird und hebt die Bedeutung der Melodik dann wie folgt heraus: „Von den restlichen Teilen trägt die Melodik am meisten zur anziehenden Formung bei.“ Aristoteles beschreibt die Melodik als Teil der Aufführungspraxis. Er geht jedoch nicht näher auf sie ein, da er sich in erster Linie dem dichterischen Aufbau der Tragödie widmet und nicht der Inszenierung. Unter Melodik ist hier möglicherweise in erster Linie der Vortragsstil, die Art des Sprechens, gemeint. Der Vortrag wiederum wurde von Instrumenten begleitet, und deren Musik unterstützte, begleitete und gab den Sprechrhythmus und die Sprachmelodie vor.

Und noch ein Hinweis verweist auf die musikalische Komponente der Tragödien. Wir finden in ihr vielfach den Begriff des Liedes. Es handelt sich um Lieder, die den Aufbau der Tragödie maßgeblich bestimmen: Einzugslied des Chores (Parados), Standeslied (Stasimon), das Klagelied (Komos) und Auszugslied (Exodos) bei Aischylos, bei Euripides gibt es noch den Lob- und Preisgesang (Hymnus), das ekstatische Lied des Außersichseins (Mania), das Danklied (Päan) und die Totenklage (Threnos).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der Musik im antiken griechischen Theater und stellt das Ziel vor, die Inszenierung der „Bakchen“ durch ZT Hollandia anhand musikalischer Ansätze zu analysieren.

I. ZT Hollandia und ihre Inszenierung von Euripides „Bakchen“: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das Theaterensemble, seine experimentelle Arbeitsweise als Site-Specific-Theatre und die Hintergründe der Zusammenarbeit mit Nouri Iskandar.

II. Theorie und Geschichte der altgriechischen und der syrisch orthodoxen Musik: Es werden die theoretischen Grundlagen zur antiken Musik, zum Dionysoskult sowie die historischen Wurzeln der syrisch-orthodoxen Kirchenmusik dargelegt.

III. Die Inszenierung der „Bakchen“ 2002 unter dem besonderen Gesichtpunkt der Einbeziehung von Musik: Das Kapitel bietet eine detaillierte formale sowie szenische Analyse der Inszenierung von Prolog bis Schlussszene unter Fokus auf die musikalische Gestaltung.

IV. Resumee: Das Fazit fasst zusammen, dass die Inszenierung keine historische Rekonstruktion anstrebt, sondern eine zeitgenössische Klangsprache nutzt, um das antike Drama als Musiktheater zu interpretieren.

Schlüsselwörter

ZT Hollandia, Euripides, Die Bakchen, Musiktheater, Syrisch-orthodoxe Musik, Nouri Iskandar, Griechische Antike, Dionysoskult, Katharsis, Bühneninszenierung, Musikdramaturgie, Musikethnologie, Antikes Drama, Aufführungspraxis, Experimentelles Theater.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Forschungsarbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und Funktion von Musik in der Inszenierung der Tragödie „Die Bakchen“ von Euripides durch das niederländische Ensemble ZT Hollandia.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit verknüpft die experimentelle Theaterpraxis von ZT Hollandia mit der musikalischen Tradition der syrisch-orthodoxen Kirche und der theoretischen Rekonstruktion antiker griechischer Musik.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch die Verwendung syrisch-orthodoxer Musik eine neue Erzählebene geschaffen wird, die das antike Drama für das moderne Publikum erfahrbar macht.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit kombiniert theaterwissenschaftliche Analysen der Inszenierung mit musik- und kulturgeschichtlichen Recherchen zur Antike und zum syrischen Musikraum.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Theatergruppe, den historischen Abriss zur Musik in der Antike und Syrien sowie eine detaillierte szenische Analyse der „Bakchen“-Aufführung.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Musiktheater, ZT Hollandia, Nouri Iskandar, Katharsis, Dionysoskult und das Spannungsfeld zwischen Orient und Okzident.

Warum wurde ausgerechnet die Musik der syrisch-orthodoxen Kirche für die Inszenierung gewählt?

Der Komponist Nouri Iskandar und die Regisseure wählten diese Musik, da sie als eine der ältesten bekannten Musiktraditionen gilt und eine große Ähnlichkeit zur klassischen altgriechischen Musik vermuten lässt.

Inwiefern unterscheidet sich die Inszenierung von ZT Hollandia vom klassischen Sprechtheater?

Die Musik wird hier nicht nur als begleitendes Element eingesetzt, sondern fungiert als gleichwertiger Partner zum gesprochenen Wort, wodurch das Stück zu einem intensiven Musiktheatererlebnis wird.

Fin de l'extrait de 27 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Wesenszüge der Musik im antiken griechischen Drama
Université
University of Leipzig  (Institut für Theaterwissenschaft)
Cours
Forschungsseminar Theatergeschichte
Note
2,0
Auteur
Magister Artium Jennifer Moos (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
27
N° de catalogue
V122463
ISBN (ebook)
9783640278473
ISBN (Livre)
9783640282630
Langue
allemand
mots-clé
Wesenszüge Musik Drama Forschungsseminar Theatergeschichte
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Magister Artium Jennifer Moos (Auteur), 2005, Wesenszüge der Musik im antiken griechischen Drama, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122463
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  27  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint