Der Einsatz von Schulbüchern macht häufig einen großen Anteil des Geschichtsunterrichts aus. Auch die Verbreitung der neuen visuellen Medien konnte den Stellenwert des Schulgeschichtsbuches bislang nicht wesentlich mindern. Die Schüler erwerben Einblicke über vergangene Zeiten zu großen Teilen aus jenen Büchern. Daher spielt es eine wesentliche Rolle, welche inhaltliche Qualität Schulgeschichtsbücher aufweisen, denn letztendlich prägt diese Art der Vermittlung von Geschichte die Ansichten und Meinungen der Schüler zu den verschiedenen Zeiten und Epochen. So vermitteln Bilder den Schülern einen Einblick in die Geschichte, Textquellen geben Aufschluss über diverse Sachverhalte oder historische Landkarten geben einen Überblick über die territorialen Machtverhältnisse vergangener Zeiten. Jedoch lässt sich direkt daran die Frage anschließen, welches „Bild“ diese verschiedenen Quellen bei den Schülern hinterlassen? Sind diese Elemente der Geschichtsbücher tatsächlich als Abbildung der Geschichtsrealität zu bewerten, sind sie vom Buchhersteller richtig ausgewählt worden und erfüllen somit das nötige Qualitätsniveau? Und welche Bedeutung nehmen die Verfassertexte innerhalb dieses Buchaufbaus ein? In welcher Beziehung stehen die Darstellungsteile und die Materialienteile? Dies sollen einige Ansätze innerhalb dieser Untersuchung sein, um letztlich bewerten zu können, welche Kriterien ein Schulgeschichtsbuch erfüllen sollte, um den Lernprozess des Schülers bestmöglich zu fördern. Des Weiteren werden die Inhalte des ausgewählten Schulgeschichtsbuches mit den Rahmenvorgaben des aktuellen Lehrplans verglichen, um zu prüfen, in welchem Maße sich die Herausgeber des ausgewählten Werkes am Lehrplan orientiert haben...
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Analyse von Schulgeschichtsbüchern
2.1 Erwartungen an das Medium „Schulbuch“
2.2 Das Schulgeschichtsbuch
2.3 Die Zulassung eines Schulgeschichtsbuchs
2.4 Analyseverfahren
3 Die Analyse am ausgewählten Beispiel
3.1 Das Schulgeschichtsbuch „Zeiten und Menschen“
3.2 Für welches Bundesland ist das Buch konzipiert worden?
3.3 Aufbau des Buches
3.4 Die Schülerorientierung des Buches anhand methodischer Schwerpunkte
3.5 Bezug zum Lehrplan
3.6 Fazit
4 Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die inhaltliche und methodische Qualität von Schulgeschichtsbüchern zu bewerten, indem sie ein konkretes Praxisbeispiel analysiert und mit den Vorgaben aktueller Lehrpläne sowie didaktischen Kriterien vergleicht.
- Qualitätsmerkmale von Schulgeschichtsbüchern
- Kriterien für die Zulassung von Lehrwerken
- Methodik der Schulgeschichtsbuchanalyse
- Untersuchung des Werkes "Zeiten und Menschen"
- Vergleich von Darstellungs- und Quellenteilen
- Lehrplanbezug und Schülerorientierung
Auszug aus dem Buch
2.1 Erwartungen an das Medium „Schulbuch“
Das Geschichtsbuch ist das am meisten verwendete Lehrwerk, innerhalb des Unterrichts, und dient aufgrund seines jeweiligen Aufbaus nicht selten als „heimlicher Lehrplan“. Jeder, der seine eigene Schulvergangenheit noch im Bewusstsein hat, dürfte in Erinnerung haben, dass das Schulgeschichtsbuch von der Lehrperson überwiegend chronologisch aufgearbeitet wurde. Allein aus diesem Grund lässt sich die Bedeutung des Lehrwerks ableiten. Dennoch wurde es im Zuge der heutigen Informationsflut einem Wandel unterzogen, der eine Funktionsverschiebung des Mediums Buch in traditioneller Hinsicht mit sich bringt. So lassen sich beispielsweise geschichtliche Ereignisse anhand von Filmmaterial etc. besser veranschaulichen, als es die knappen Bildbeispiele in den Geschichtsbüchern leisten könnten.
Der Autor Joachim Rolfes plädiert daher dafür, statt mit dem heutigen multimedialen Angebot zu konkurrieren, den Schwerpunkt der Lehrwerke darauf zu legen, dass eine „konsistente und übersichtliche Ordnung der Lehrinhalte“ die übergeordnete Rolle beim Aufbau eines Schulgeschichtsbuchs einnehmen. Er fordert demnach, dass ein schlüssiger, in sich stimmiger, Aufbau des Lehrwerks eine höhere Bedeutung aufweist, als ein zu stark bebildertes Schulbuch. Damit geht generell die Problematik einher, dass aufgrund der heutigen Präsenz vielfältiger Medienangebote die Auffassung der Verleger dahinreicht, das eigene Buch besonders bilderreich auszustatten. Dies stellt nicht selten eine unübersichtliche Mischung unterschiedlichster Bildtypen dar. Bild ist nämlich nicht gleich Bild.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die anhaltende Bedeutung von Schulgeschichtsbüchern und stellt das Ziel der Arbeit vor, ein konkretes Werk anhand fachdidaktischer Kriterien zu untersuchen.
2 Analyse von Schulgeschichtsbüchern: Dieses Kapitel diskutiert Anforderungen an das Medium Schulbuch, die verschiedenen Buchtypen sowie die formalen Kriterien für deren staatliche Zulassung.
3 Die Analyse am ausgewählten Beispiel: Hier wird das Schulbuch "Zeiten und Menschen" hinsichtlich seines Aufbaus, der Schülerorientierung und der Übereinstimmung mit dem Lehrplan detailliert untersucht.
4 Schluss: Das Schlusskapitel fasst zusammen, dass eine ausgewogene Kombination aus Darstellungstexten und Quellenmaterial den höchsten Lernerfolg garantiert und positiv zu bewerten ist.
Schlüsselwörter
Schulgeschichtsbuch, Geschichtsunterricht, Schulbuchanalyse, Didaktik, Joachim Rolfes, Medienverbund, Schülerorientierung, Quellenarbeit, Lehrplan, Darstellungstext, Zulassungskriterien, Geschichtsvermittlung, Niedersachsen, Zeiten und Menschen, Methodenkompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Bewertung der Qualität von Schulgeschichtsbüchern als zentralem Lehrmittel im Geschichtsunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Kriterien eines "guten" Schulgeschichtsbuchs, die Bedeutung von Bild- und Textquellen sowie die strukturelle Gestaltung von Lehrwerken.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, durch die Anwendung fachdidaktischer Kriterien zu bewerten, inwiefern das ausgewählte Schulbuch den Lernprozess fördert und den Anforderungen des Lehrplans entspricht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine exemplarische Buchanalyse, bei der das Werk "Zeiten und Menschen" anhand eines zuvor erstellten Kriterienkatalogs untersucht wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Überlegungen zur Schulbuchbeschaffenheit und die konkrete Anwendung dieser Parameter auf ein spezifisches Lehrwerk aus Niedersachsen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Schulgeschichtsbuch, Didaktik, Schülerorientierung, Medienverbund und Quellenarbeit.
Warum spielt die Gegenüberstellung von Darstellung und Quellen eine Rolle?
Die Kombination ermöglicht es Schülern, sowohl einen Überblick durch Fachtexte zu erhalten als auch durch eigenständige Quellenarbeit historische Methoden zu erlernen.
Inwiefern beeinflusst der Lehrplan die Buchgestaltung?
Verlage richten ihre Inhalte meist eng an den Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes aus, um die Zulassung für den Schulgebrauch zu sichern und die Vermittlung der geforderten Kompetenzen zu gewährleisten.
- Quote paper
- Tobias Bunse (Author), 2009, Schulgeschichtsbuchanalyse anhand eines ausgewählten Schulbuchbeispiels, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122502