Frauen und Migration


Hausarbeit, 2008

19 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Frauen und Migration - Ein Überblick -

3. Motive und Formen der Migration
3.1 „Abhängige-„ im Unterschied zu „Unabhängiger“ Migration
3.2 „Domestic Service“
3.3 Frauenhandel und sexuelle Ausbeutung

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einführung

In der folgenden Arbeit soll die lange Zeit unbeachtete Migration von Frauen als ein relativ neues Forschungsthema behandelt und erläutert werden.

Wie so oft ging man auch bei diesem „Frauen“ Thema bis auf weiteres davon aus, dass die Migration von Frauen lange Zeit nur in einer unbedeutenden Größenordung stattfand. Doch wie so oft lässt sich auch hier erkennen, dass das Thema der Migration von Frauen lange Zeit unerforscht blieb und somit eine untergeordnete Rolle spielte und dass man deshalb nicht davon ausgehen kann, dass die Frauenmigration kaum oder auch gar nicht stattfand.

Im Folgenden soll zunächst ein allgemeiner Überblick über wichtige Fakten, Historie, fachliche Diskussionen und Daten in der Frauenmigrationsforschung gegeben werden.

Im Anschluss daran werden Motive und Formen der Frauenmigration erläutert. Ausführlichere Ausführungen hierzu finden sich in den anschließenden Unterpunkten „Abhängige- im Unterschied zu Unabhängiger Migration“, „Domestic Service“ und „Frauenhandel und sexuelle Ausbeutung“.

Abschließend wird ein Fazit gezogen und an letzter Stelle finden sich die Quellen zur genutzten Literatur.

2. Frauen und Migration - Ein Überblick-

Im Jahr 2005 haben Migrantinnen und Migranten etwa 232 Milliarden US-Dollar in ihre Heimatländer überwiesen. Davon flossen insgesamt 167 Milliarden US-Dollar in Entwicklungsländer. Die Summe der Rücküberweisungen lag damit deutlich höher als die weltweiten Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit. Nach den ausländischen Direktinvestitionen bilden die Rücküberweisungen die zweitgrößte externe Finanzierungsquelle für die Entwicklungsländer. (vgl. http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Magazine/emags/evelop/054/t5-internationale-migration.html).

Im Ausland lebende Frauen verdienen weniger als Männer. Sie schicken jedoch einen weitaus höheren Anteil ihres Einkommens an ihre Familien in der Heimat. Migrantinnen aus Bangladesch, die im Nahen Osten arbeiten, überweisen beispielsweise fast drei Viertel ihres Gehalts. Mit dem überwiegenden Teil dieses Geldes investieren die Frauen in die Gesundheitsversorgung und Bildung ihrer Kinder. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Armutsbekämpfung und Entwicklung ihrer Länder. (vgl. http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Magazine/emags/evelop/054/t5-internationale-migration.html).

Zudem fördern Migrantinnen dabei maßgeblich die Wirtschaft und das gesellschaftliche Wohlergehen der Menschen sowohl in ihren Herkunfts-, als auch in den Aufnahmeländern. Dieser Aspekt wurde bislang weitestgehend vernachlässigt. Jedoch wirkt sich die Migration von Frauen nicht nur positiv auf ihre Heimatländer aus. Auf der Suche nach einer besseren Zukunft verlassen immer mehr qualifizierte Arbeitskräfte die Entwicklungsländer. (vgl. http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Magazine/emags/evelop/054/t5-internationale-migration.html).

In der Migrationsforschung herrscht eine Langzeitperspektive vor, in der eine männliche Symbolik dominiert. Es wurde und wird die Wanderung von Frauen entweder nicht wahrgenommen und erwähnt oder sie werden als Abhängige der Männer, als Mit- oder Nachwandernde beschrieben. Dabei sind „Frauen, so wurde bereits zu den Anfängen der Migrationsforschung festgestellt, (…) eine große Gruppe in der weltweiten Migration“ (Prodolliet 1999, zit. n. Lehmann 2008: 34). Jedoch stellte „Die Migration der Frauen (…) bis zum Anfang der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts kaum ein Forschungsthema der Migrationssoziologie“ (Han 2003: 1) dar.

Die Migration von Frauen mit dem Ziel, eine Arbeitsstelle im Ausland zu finden, ist kein neues Phänomen. So wanderten z.B. im 19. Jahrhundert junge irische Frauen in Massen in die USA aus, um der Armut in ihrem Land zu entfliehen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren es vor allem Frauen aus Italien, Spanien und Portugal, die nach Großbritannien und später auch nach Frankreich emigrierten. In den 60er und 70er Jahren wurde die Zahl asiatischer Arbeitsmigranten im Rahmen der wirtschaftlichen Entwicklung in den so genannten Tigerstaaten auf insgesamt 6 bis 7 Mio. Menschen geschätzt, wobei insbesondere Frauen für feinmotorische und geduldfordernde Produktionstätigkeiten nachgefragt wurden. (http://www.migration-info.de/migration_und_bevoelkerung/artikel/040708.htm)

Seit Ende des zweiten Weltkrieges stellen die Frauen knapp die Hälfte aller MigrantInnen weltweit, wobei sie sich in den weltweiten Migrationsbewegungen unterschiedlich stark repräsentieren. (vgl. Lehmann 2008: 34) „ Die große Zuwanderungswelle in die ‚Gastarbeiterländer’, also auch nach Deutschland wurde anfangs zahlenmäßig sehr stark von Männern dominiert, während wiederum zum Beispiel unter den innereuropäischen Flüchtlingen aus dem ehemaligen Jugoslawien der Anteil von Frauen besonders hoch war.“ (Lehmann 2008: 34)

Nachdem die Beteiligung von Frauen an internationalen und historischen

Migrationsprozessen erst im Verlauf der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts von der

Migrationsforschung "entdeckt" wurde, sprach man in den 90er Jahren gern von der

„Feminisierung“ der Migration; obwohl dies kein neues Phänomen war. (vgl. Han 2003)

Nach Lehmann jedoch, rechtfertigt die aktuelle Datenlage in den 90er Jahren es nicht, von einer „globalen ‚Feminisierung der Migration’“ (Lehmann 2008: 34) zusprechen. „Frauen wurden häufig nicht als Akteurinnen im Migrationsprozess wahrgenommen und dies kommt auch in den internationalen Gesetzgebungen zu Einwanderung und aufenthaltsrechtlichen Bestimmungen zum Ausdruck.“ (Prodolliet 1999, zit. n. Lehmann 2008: 34) Auf Grund des traditionellen Rollenverständnisses, was die Arbeitsverteilung zwischen Mann und Frau betrifft „wurde davon ausgegangen, dass Männer die Entscheidungsträger bei Migrationsbewegungen sind“.

Eines der Ereignisse warum in den 80er Jahren die Migration von Frauen erstmalig Aufmerksamkeit erhielt, war die Publikation migrationssoziologischer Forschungsergebnisse in den USA, die zeigten, dass „von 1930 bis 1979 die Frauen durchgehend mehr als die Hälfte aller Immigranten in den USA ausmachten“ (Han 2003: 2). Diese Entdeckung stellte zum ersten Mal die, wie bisher angenommene Theorie in Frage, „dass die grenzüberschreitende Migration überwiegend die Migration der Männer sei, die diese in jungen Jahren unternähmen“ (Han 2003: 2).

Weiteren Anlass die Migrationsbewegung der Frauen in Augenschein zu nehmen boten „in den Sozialwissenschaften die feministischen Debatten, die generell die Aufmerksamkeit für die Frauenthemen“ (Han 2003: 2) vergrößerten.

Der größere Teil der 6,7 Millionen ausländischen Personen in Deutschland ist männlichen Geschlechts (51,3 %). Der Frauenanteil beträgt insgesamt 48,7 %, wobei sich in den unteren und mittleren Jahrgängen die Geschlechterproportion annähert. (vgl. Statistisches Bundesamt 31.12 2007: Ausländische Bevölkerung nach Altersgruppen und Geschlecht in Tausend) Obwohl die Anzahl der Migranten auf Grund von z.B. illegaler Einwanderung oder Morbidität der, der ausländischen Bevölkerung nicht gleichzusetzen ist, lässt sich hier eine klare Tendenz erkennen. Da sich der Anteil der ausländischen Frauen dem der ausländischen Männer in Deutschland zunehmend angleicht, lässt sich diese Entwicklung auch mit den Migrationsbewegungen nach Deutschland vergleichen.

„Es zeigt sich allgemein, dass Frauen eher an dauerhafter Einwanderung beteiligt sind und seltener zurückkehren als Männer“ (Aufhauser 2000, zit. n. Lehmann 2008: 37)

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Frauen und Migration
Hochschule
Hochschule Bremen
Veranstaltung
Gender-Studies
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
19
Katalognummer
V122513
ISBN (eBook)
9783640278749
ISBN (Buch)
9783640301485
Dateigröße
423 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frauen, Migration, Gender-Studies, Frauenmigration
Arbeit zitieren
Lea Dalldorf (Autor), 2008, Frauen und Migration, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122513

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