Förderung von Kindern mit aggressivem Verhalten

Die Therapieprogramme THOP und THAV im Vergleich


Hausarbeit, 2020

31 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Preventions- und Interventionsansatze bei aggressivem Verhalten

3. Die Therapieprogramme THAV und THOP
3.1 THAV
3.1.1 Formale Struktur
3.1.2 Inhaltliche Struktur
3.1.3 Wirksamkeit
3.2 THOP
3.2.1 Formale Struktur
3.2.2 Inhaltliche Struktur
3.2.3 Wirksamkeit

4. Gegenuberstellung und Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Anhang A

1. Einleitung

Aggressive Verhaltensweisen bleiben vor allem im schulischen Rahmen oft nicht unbemerkt und haben aufgrund ihres externalisierenden Charakters starke Auswirkungen auf ihr Umfeld. Therapieprogramme oder Trainings, die dieses Verhalten regulieren konnen, sind deshalb nicht nur fur die betroffenen Personen selbst, sondern auch fur ihr Umfeld vielversprechend. Aber was konnen diese Interventions- und Praventionsprogramme tatsachlich bewirken und vor al- lem bei wem und in welchem Rahmen?

Der Antwort auf diese Frage soll die vorliegende Arbeit etwas naherkommen, indem sie die Therapieprogramme THAV von Gortz-Dorten und Dopfner (2010) und THOP von Dopfner, Schurmann und Frolich (2007, 2019) uberblicksartig miteinander vergleicht.

Zunachst ist dafur aber erst einmal ein Blick auf Aggressives Verhalten selbst notwendig.

Als eigenes Storungsbild wird Aggressives Verhalten nicht aufgefuhrt, findet sich aber im DSM-5 (Falkai & Wittchen 2015) und ICD-10 (DIMDI 2018) in anderen Storungsbildbezeich- nungen wieder: im DSM-5 in der Storung des Sozialverhaltens (SSV) und der Storung mit op- positionellem Trotzverhalten (SOT) und im ICD-10 als Storung des Sozialverhaltens mit op- positionellem, aufsassigem Verhalten (F91.3) (Symptomkataloge siehe Anhange I - III). Fur einen guten Uberblick uber die Verlinkungen siehe auch Losel und Runkel (2009, S. 455).

Wie viele Kinder betroffen sind, lasst sich aufgrund der Uberschneidungen mit anderen Sto- rungsbildern nur schwer ausmachen (Vgl. Losel & Runkel 2009, S. 456). Gortz-Dorten und Dopfner beziehen sich auf der Basis der „deutschen bundesweit reprasentativen Studie zur Hau- figkeit psychischer Storungen im Kindes- und Jugendalter (PAK-KID)“ (2010 S. 10) auf einen Wert von 3 % aller Madchen und 6 % aller Jungen im Alter von 4 bis 18 Jahren, die „ausgepragt aggressive Verhaltensweisen nach dem Urteil der Eltern“ (ebd.) zeigen.

Fur Aggressiven Verhaltens gibt es verschiedene Diagnoseverfahren in Form von Fragebo- gen, Interviews und Verhaltensbeobachtungen, die sich einer zuverlassigen Diagnose zumin- dest annahern konnen. Auch hier bieten Losel und Runkel (2009, S. 467) eine gute Ubersicht (siehe Anhang IV). Aufgrund der Situations- und Beurteilergruppenabhangigkeit, ist es Klicpera und Gasteiger-Klicpera zufolge aber schwierig, Aggressives Verhalten als siginifi- kante Storung zu diagnostizieren (Vgl. 2007, S. 144).

In den folgenden Ausfuhrungen wird nun zunachst ein Uberblick uber Praventions- und In- terventionsansatze fur Aggressives Verhalten gegeben und anschlieBend die beiden Thera- pieprogramme THAV und THOP auf ihre Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Grenzen und Ein- satzmoglichkeiten hin verglichen.

2. Preventions- und Interventionsansatze bei aggressivem Verhalten

Um aggressivem Verhalten vorzubeugen, es zu verringern oder Probleme, die in Folge des­sen auftreten, einzudammen, gibt es sowohl international als auch im deutschen Sprachraum zahlreiche Preventions- und Interventionsprogramme. Klicpera und Gasteiger-Klicpera unter- scheiden zwischen den folgenden Formen:

Trainings zur Forderung sozialer Kompetenzen und sozial-kognitiver Problemlosefahigkei- ten zielen neben dem „schrittweisen Erlernen des Problemlosens“ (ebd. S. 155) vor allem darauf ab, die Perspektivenubernahme zu verbessern, das Attributionsverhalten und die Emotionsre- gulation zu verbessern (Vgl. ebd.). Daruber hinaus werden eine hohere „Sensibilisierung fur die eigenen emotionalen Reaktionen sowie jene der Interaktionspartner“ und „Strategien der Selbstverbalisation“ (ebd.) entwickelt. Dabei versuchen „[n]euere soziale Kompetenztrainings“ das Vorgehen vor allem individuell und an den Alltag des Kindes angepasst umzusetzen und so mehr Selbstmanagementstrategien fur den Alltag anzubahnen (Vgl. ebd. S. 156).

Die Trainings zur „Forderung der emotionalen Kompetenzen, Empathie und [des] Argerma- nagement[s]“ wiederum sind vor allem fur Kinder „mit besonders groBen Schwierigkeiten der Emotionsregulation“ konzipiert und sollen diesen z.B. dabei helfen, ihren „aufsteigenden Arger fruhzeitig zu erkennen“ (ebd. S. 157). Daruber hinaus werden den Kindern Strategien an die Hand gelegt, „sich selbst durch kognitive Selbstinstruktion und Stoppsignale zu beruhigen“ und daruber hinaus „[unangemessene], [kognitive] Annahmen, Einstellungen und Attributionen“ (ebd.) zu verandern.

Fur beide eben genannte „kognitiv-verhaltenstherapeutische“ Forderungsansatze betonen Klicpera und Klicpera-Gasteiger zum einen die Bedeutung der „Verbindung aggressiven Ver- haltens mit dem sozialen Kontext“ (S. 158) und zum anderen die Programmdauer im Zusam- menhang mit der Wirkung (Vgl. ebd.). Sie beschreiben dazu, dass die „Fahigkeiten, die in einer getrennten Intervention erlernt wurden, [...] nur selten auf andere Situationen ubertragen wer- den [konnen]“ und dass fur eine langfristige Wirkung der Programme vor allem „dauerhafte MaBnahmen“ (ebd.) gefunden werden mussen.

Eine weitere Moglichkeit der Intervention sind Elterntrainings, bei denen den Eltern „Ein- sicht in ihr Erziehungsverhalten“ vermittelt werden soll und „alternative Losungsmoglichkeiten fur problematische Situationen“ (ebd.) erarbeitet werden. Diese Intervention bezieht sich vor allem auf Eltern von Kindern im Vorschul- und Grundschulalter (Vgl. ebd.).

Bei Jugendlichen wird eher auf familientherapeutische Ansatze gesetzt. Klicpera und Gastei- ger-Klicpera nennen beispielsweise die „funktionale Familientherapie“ und die „multisystemi- sche Therapie“ (ebd.). Vor allem aber sind bei alteren Kindern Problemlosetrainings wie oben beschrieben wirksam, um aggressives Verhalten in verschiedenen Umgebungen zu reduzieren. Dies beschreiben auch Gortz-Dorten und Dopfner (Vgl.2010, S. 23) sowie Losel und Runkel (Vgl. 2009, S. 475).

Auch Interventionen in der Schule konnen ein wichtiger Anknupfungspunkt in der Praven- tion und Intervention von aggressivem Verhalten sein. Hier betonen Klicpera und Gasteiger- Klicpera vor allem die „MaBnahmen auf Klassenebene“: die „Diskussion und das Aufstellen gemeinsamer Regeln in Bezug auf aggressives Verhalten“, „RegelmaBige Klassengesprache zum Thema Aggression und Gewalt“, die „Einfuhrung kooperativer Lernmethoden“, „Rollen- spiele zum Sozialverhalten und zu aggressivem Verhalten“ und „positive Unternehmungen“ (2007, S. 161). Programme im Gruppen- oder Klassenkontext setzen hier insbesondere auf die Vermittlung „konstruktivere[r] Konfliktlosungs- und Emotionsregulationsstrategien“.

SchlieBlich gibt es noch die Gruppe der multimodalen Programme, zu denen auch die Pro­gramme THAV und THOP gehoren. Sie vereinen die in diesem Kapitel genannten Ansatze und versuchen so, sich der Pravention und Intervention aggressiven Verhalten aus mehreren Per- spektiven zu nahern. Dopfner beschreibt die multimodale Kinder- und Jugendlichenpsychothe- rapie als:

„eine problemorientierte, individualisierte, sequenzielle und adaptive, entwicklungs- und ergebnisorientierte Therapie [...], die auf der Grundlage allgemeiner Wirkprinzipien evidenzbasierte Interventionsmethoden anwendet, dabei den spezifischen Kontext beruck- sichtigt, in dem die Probleme auftreten und mehrere Interventionsebenen integriert.“ (2010, S. 21).

3. Die Therapieprogramme THAV und THOP

Dieses Kapitel beschreibt die Therapieprogramme THAV (Gortz-Dorten & Dopfner 2010) und THOP (Dopfner et al. 2007)) lediglich unter Betrachtung ausgewahlter Aspekte der Pro- grammmanuals als Basis fur die im Kapitel 4 folgende Gegenuberstellung.

3.1 THAV

Das „Therapieprogramm fur Kinder mit aggressivem Verhalten (THAV)“ von Gortz-Dorten und Dopfner (2010) ist ein „umfassendes Behandlungspaket zur multimodalen Behandlung von Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren mit aggressivem Verhalten besonders gegenuber Gleich- altrigen“. Es wurde in Zusammenarbeit der Universitat und Universitatsklinik Koln entwickelt, erprobt und evaluiert (Vgl. ebd., S. 7).

Der multimodale Ansatz verknupft „patienten- und umfeldzentrierte Interventionen“ (ebd.) in Form von Einzel- und Gruppentherapien. Dabei wird das Programm individuell auf das Kind zugeschnitten und die „individuellen Problemsituationen, in denen das Kind ein aggressives 3

Verhalten gegenuber Gleichaltrigen zeigt, in den Mittelpunkt [ge]stellt“ (ebd.). Hier wird vor allem in den Fokus genommen, welche konkreten storungsaufrechterhaltenden Prozesse in den Problemsituationen auftreten. THAV setzt an der betreffenden Schwierigkeit an und legt die Schwerpunkte entsprechend auf die „Schulung der sozial-kognitiven Informationsverarbei- tung“, die „Entwicklung und Starkung von Impulskontrolle“, das „[soziale] Fertigkeitentrai- ning“ und/oder die „Modifikation sozialer Interaktionen“ (ebd.). Das „Storungs- und Interven- tionsmodell fur das Therapieprogramm [...] THAV“ (siehe Anhang V) macht die Zusammen- hange zwischen den storungsaufrechterhaltenden Prozessen und den entsprechenden Interven- tionen noch einmal deutlich.

Da aggressives Verhalten sich vor allem in der Schule und/oder der Familie zeigt, setzt THAV auch hier einen Schwerpunkt in der Therapie. Die Interventionsverfahren setzen auf den „Abbau von aggressionsverstarkendem Erziehungsverhalten der Eltern und anderer Bezugsper- sonen und die Einfuhrung von Belohnung in Bezug auf sozial kompetentes Verhalten des Kin- des“ (ebd.). Letztgenanntes, die Verstarkersysteme werden vor allem dazu eingesetzt, die Mit- arbeit des Kindes an den Therapieaufgaben zu verstarken (Vgl. ebd., S. 34).

3.1.1 Formale Struktur

THAV besteht aus funf Modulen (Bsp.: „Modul III: Argerkontrolltraining“ ebd., S. 38) mit jeweils bis zu drei Bausteinen (Bsp.: „Baustein 7: Impulskontrolle“ ebd.). Die Bausteine wie- derum sind auch noch einmal in viele Teilubungen sowohl fur die Kinder (Bsp.: K7.03: „Dampf ablassen!“ ebd.) als auch fur die Bezugspersonen (Bsp.: B7.03: „Coaching Helfen Sie Ihrem Kind, seine Wut in den Griff zu bekommen!“ ebd.) aufgeteilt und erstrecken sich deshalb uber mehrere Sitzungen (Vgl. ebd. S. 40). Insgesamt ergibt sich fur die Gesamtdauer des Programms eine vergleichbare Dauer mit der einer Kurzzeittherapie von ca. 31 Sitzungen oder mehr (Vgl. ebd.). Die Dauer einer Sitzung belauft sich mit dem „Besprechen der Therapieaufgaben“, der „Einfuhrung neuer Arbeitsblatter“ und dem „[freien] oder [angeleiteten] Spiel“ (ebd.) auf ca. 45 min (Vgl. ebd.). Die einzelnen Bausteine werden je nach Art sowohl mit dem Kind oder der Bezugsperson allein, als auch mit Kind und Bezugsperson gemeinsam durchgefuhrt (Vgl. ebd.).

Zum Programm gehoren, neben dem Manual und einer CD-ROM, die alle Arbeitsblatter zum Ausdrucken enthalt, noch vier Handpuppen, zwei Brillen, ein Zauberwaldspiel, Emotions- karten, ein Argerthermometer und Soziogrammtafeln, welche aber kein Muss fur die Durch- fuhrung der Therapie sind (Ubersicht uber Module, zugehorige Bausteine und Materialien siehe Anhang VI) (Vgl. ebd. S. 32 ff).

3.1.2 Inhaltliche Struktur

Da THAV sich, wie in Kapitel 3.1 beschrieben, am konkreten individuellen Problemverhal- ten des Kindes orientiert, werden die Module und jeweiligen Bausteine entsprechend danach zusammengestellt (Vgl. ebd., S. 33). Einen Uberblick uber die Indikationen und die zugehori- gen Bausteine bietet der im Manual enthaltene Entscheidungsbaum (siehe Anhang VII).

Zunachst werden im Modul I die vergangenen Konfliktsituationen exploriert und anhand dessen mithilfe von Explorationsschemata und Fragebogen Probleme definiert sowie diagnos- tiziert (Vgl. ebd.). Im Modul II werden anhand der Explorationen „kognitive Fehler identifi- zier[t]“ (ebd.) und sozial-kognitive Interventionen veranlasst. Modul III dient, wieder auf der Basis der Explorationen, der Ermittlung vom AusmaB des Argers und bei „Hinweisen auf aus- gepragte Probleme in der Impulskontrolle“ der Indizierung eines „Argerkontrolltraining[s]“ (ebd. S. 33ff). In allen Modulen wird das Kind zusatzlich in jeder sozialen Situation nach einer Verhaltensalternative gefragt (Vgl. ebd.). Sollte die Therapeutin hier „Hinweise auf Defizite in der Problemlosung oder auf mangelnde soziale Fertigkeiten“ (ebd., S. 34) vorfinden, wurden Interventionen zum Problemlose- und Fertigkeitentraining im Modul IV durchgefuhrt werden (Vgl. ebd.). Modul V bildet den Abschluss mit einer „Bilanzierung“, der „Ruckfallpravention“ und der „Ablosung“ (ebd., S. 33). Eine Ubersicht uber die Ansatzpunkte der Interventionen bei den verschiedenen Problemverhaltensweisen ist noch einmal in Anhang VIII ersichtlich. Um- feldzentrierte Interventionen erstrecken sich uber die Module II bis IV (Vgl. ebd., S. 34).

3.1.3 Wirksamkeit

Die Wirksamkeit des Therapieprogramms THAV wurde zunachst in einer Pilotstudie uber- pruft (Vgl. ebd., S. 28). Dazu wurde im Eigenkontrollgruppendesign mit einer teilrandomisier- ten Kontrollgruppe „die Anwendbarkeit der Materialien und die Zufriedenheit der Patienten und der Eltern“ (ebd.) uberpruft. Sie ergab, dass THAV „eine gut praktikable Intervention im klinischen Alltag ist“. Dies zeigte sich in der „Behandlungszufriedenheit der Eltern“ und der „Reduktion der aggressiven Symptomatik und der Verbesserung psychologischer Merkmale des Kindes und dem Erziehungsverhalten der Bezugspersonen“ (ebd.).

3.2 THOP

Das „Therapieprogramm fur Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problem- verhalten (THOP)“ von Dopfner, Schurmann und Frolich (2007, S. 56) „wurde an der Klinik und Poliklinik fur Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Universitat zu Koln im Rahmen des DFG-Projektes zur Wirksamkeit multimodaler Therapie bei Kindern mit hyperkinetischen Storungen entwickelt“ (ebd., S. 56). Die Zielgruppe umfasst deshalb nicht nur Kinder mit oppositionellem Verhalten, sondern ebenso mit hyperkinetischem Verhalten bzw. mit Aufmerksamkeitsdefizit- oder Hyperaktivitatsstorungen und schlieBt Kinder im Alter von ca. drei bis zwolf Jahren ein (Vgl. ebd.). Die vorliegende Arbeit wird sich allerdings nur mit den Teilen im Manual auseinandersetzen, welche das Grundschulalter adressieren.

Auch THOP versteht sich als „flexibles System aus verschiedenen Therapiekomponenten und einzelnen Therapiebausteinen“ und somit als multimodales Konzept, das sich individuell an die Bedurfnisse des Kindes und seines Umfeldes anpasst (ebd., S. 57).

Da sich THOP, als Programm mit multimodalem Ansatz, aus verschiedenen Interventions- maBnahmen zusammenspeist, muss zunachst indiziert werden, welche Bestandteile individuell fur das jeweilige Kind von Bedeutung sind. Hier dient der Entscheidungsbaum (siehe Anhang IX) als Orientierung und Einordnung vor Beginn des Programmes. Da das Programm aber in Zusammenarbeit mit einem Projekt zu hyperkinetischen Kindern entstanden ist, sind Interven- tionsmaBnahmen enthalten, die hauptsachlich dieses Storungsbild ansprechen, z.B. die Phar- makotherapie (Vgl. ebd., S. 60f).

THOP setzt bei der Therapie hyperkinetischer und oppositioneller Verhaltensprobleme vor allem auf den Einbezug des Umfelds. So stehen die Interventionen zunachst mit den Eltern und dann die im schulischen Rahmen an zentraler Stelle (Vgl. ebd., S. 63). Begrundet wird dies damit, dass bei sozialen Kompetenztrainings die Ubertragung „von Verhaltensanderungen aus den Therapiesituationen in den Alltag“ (ebd.) eher Probleme erzeugt bzw. den Therapieerfolg verlangsamt, als Interventionen, die unmittelbar beim Umfeld ansetzen (Vgl. ebd.). Erst wenn sich im Anschluss daran noch aggressive Auffalligkeiten im Kontext mit Gleichaltrigen zeigen, setzt THOP auf die Veranlassung von Interventionen im Bereich des „sozialen Kompetenztrai- nings, Argerkontrolltrainings [oder] Problemlosetrainings“ (ebd., S. 58) die dann aber nicht mehr Bestandteil des Programms selbst sind, sondern dieses erganzen (Vgl. ebd.) (siehe auch Anhang IX).

Einen groBen Teil des Programmes nimmt die Diagnostik zur Vorbereitung der Therapie- planung ein. Auf die „Verhaltens- und Interaktionsdiagnostik“ inklusive der Befragung von Eltern, Lehrern und ggf. einer Selbstbeurteilung folgt die „Intelligenz- und Leistungsdiagnos- tik“ sowie die „Familiendiagnostik“ (ebd., S.72). Die Ergebnisse der dadurch erzielten Befunde erlauben dann „eine vorlaufige Definition der Therapieziele“ (Dopfner et al. 2019, S. 122).

Den groBten Teil des Programmes macht aber das Eltern-Kind-Programm aus, welches „In- terventionen auf der Ebene der Eltern und der Familie mit Interventionen auf der Ebene des Kindes“ (ebd., S. 133) zusammenfuhrt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Förderung von Kindern mit aggressivem Verhalten
Untertitel
Die Therapieprogramme THOP und THAV im Vergleich
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
31
Katalognummer
V1225475
ISBN (eBook)
9783346653604
ISBN (Buch)
9783346653611
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Inklusion, Pädagogik, Aggresivität, Aggressives Verhalten, Therapieprogramm, Förderung, Kinder, Vergleich, Prävention, Intervention
Arbeit zitieren
Josephine Schuldt (Autor:in), 2020, Förderung von Kindern mit aggressivem Verhalten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1225475

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