Aggressive Verhaltensweisen bleiben vor allem im schulischen Rahmen oft nicht unbemerkt und haben aufgrund ihres externalisierenden Charakters starke Auswirkungen auf ihr Umfeld. Therapieprogramme oder Trainings, die dieses Verhalten regulieren können, sind deshalb nicht nur für die betroffenen Personen selbst, sondern auch für ihr Umfeld vielversprechend. Aber was können diese Interventions- und Präventionsprogramme tatsächlich bewirken und vor allem bei wem und in welchem Rahmen?
Der Antwort auf diese Frage soll die Arbeit etwas näherkommen, indem sie die Therapieprogramme THAV von Görtz-Dorten und Döpfner (2010) und THOP von Döpfner, Schürmann und Frölich (2007, 2019) überblicksartig miteinander vergleicht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Präventions- und Interventionsansätze bei aggressivem Verhalten
3. Die Therapieprogramme THAV und THOP
3.1 THAV
3.1.1 Formale Struktur
3.1.2 Inhaltliche Struktur
3.1.3 Wirksamkeit
3.2 THOP
3.2.1 Formale Struktur
3.2.2 Inhaltliche Struktur
3.2.3 Wirksamkeit
4. Gegenüberstellung und Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit vergleicht die Therapieprogramme THAV und THOP hinsichtlich ihrer Ansätze zur Behandlung von aggressivem Verhalten bei Kindern, um Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Einsatzmöglichkeiten aufzuzeigen und so bei der Auswahl einer geeigneten Intervention zu unterstützen.
- Vergleich der Therapieansätze THAV und THOP
- Multimodale Behandlungskonzepte bei aggressivem Verhalten
- Struktureller Aufbau und Inhalte der Therapieprogramme
- Wirksamkeit und Anwendungsbereiche in der Praxis
- Entscheidungskriterien für die Wahl der geeigneten Therapie
Auszug aus dem Buch
3. Die Therapieprogramme THAV und THOP
Dieses Kapitel beschreibt die Therapieprogramme THAV (Görtz-Dorten & Döpfner 2010) und THOP (Döpfner et al. 2007)) lediglich unter Betrachtung ausgewählter Aspekte der Programmmanuals als Basis für die im Kapitel 4 folgende Gegenüberstellung.
3.1 THAV
Das „Therapieprogramm für Kinder mit aggressivem Verhalten (THAV)“ von Görtz-Dorten und Döpfner (2010) ist ein „umfassendes Behandlungspaket zur multimodalen Behandlung von Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren mit aggressivem Verhalten besonders gegenüber Gleichaltrigen“. Es wurde in Zusammenarbeit der Universität und Universitätsklinik Köln entwickelt, erprobt und evaluiert (Vgl. ebd., S. 7).
Der multimodale Ansatz verknüpft „patienten- und umfeldzentrierte Interventionen“ (ebd.) in Form von Einzel- und Gruppentherapien. Dabei wird das Programm individuell auf das Kind zugeschnitten und die „individuellen Problemsituationen, in denen das Kind ein aggressives Verhalten gegenüber Gleichaltrigen zeigt, in den Mittelpunkt [ge]stellt“ (ebd.). Hier wird vor allem in den Fokus genommen, welche konkreten störungsaufrechterhaltenden Prozesse in den Problemsituationen auftreten. THAV setzt an der betreffenden Schwierigkeit an und legt die Schwerpunkte entsprechend auf die „Schulung der sozial-kognitiven Informationsverarbeitung“, die „Entwicklung und Stärkung von Impulskontrolle“, das „[soziale] Fertigkeitentraining“ und/oder die „Modifikation sozialer Interaktionen“ (ebd.). Das „Störungs- und Interventionsmodell für das Therapieprogramm […] THAV“ (siehe Anhang V) macht die Zusammenhänge zwischen den störungsaufrechterhaltenden Prozessen und den entsprechenden Interventionen noch einmal deutlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über aggressive Verhaltensweisen bei Kindern und stellt die Zielsetzung vor, die Therapieprogramme THAV und THOP vergleichend zu betrachten.
2. Präventions- und Interventionsansätze bei aggressivem Verhalten: Es werden verschiedene Ansätze wie soziale Kompetenztrainings, Elterntrainings und multimodale Interventionsprogramme zur Reduktion aggressiven Verhaltens erläutert.
3. Die Therapieprogramme THAV und THOP: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Beschreibung von THAV und THOP unter Berücksichtigung ihrer formalen Struktur, inhaltlichen Ausrichtung und wissenschaftlichen Wirksamkeit.
4. Gegenüberstellung und Schlussbetrachtung: Die Programme werden direkt verglichen, wobei Unterschiede in der Zielgruppe, den Materialien, der Behandlungsdauer und der Schwerpunktsetzung der Interventionen hervorgehoben und abschließend bewertet werden.
Schlüsselwörter
Aggressives Verhalten, THAV, THOP, Therapieprogramm, Kinder, Multimodale Therapie, Sozialverhalten, Verhaltensstörung, Intervention, Prävention, Impulskontrolle, Soziale Kompetenz, Eltern-Kind-Programm, Diagnose, Wirksamkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit einem vergleichenden Überblick der beiden Therapieprogramme THAV und THOP zur Behandlung von aggressivem Verhalten bei Kindern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Aspekte sind der Aufbau, die inhaltliche Struktur, die Zielgruppen sowie die Wirksamkeit dieser beiden multimodalen Therapiekonzepte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen THAV und THOP herauszuarbeiten, um Therapeuten und Betroffenen eine Entscheidungsgrundlage für die Wahl einer geeigneten Intervention zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literatur- und Manualanalyse, um die Programme strukturiert auf Basis der vorliegenden klinischen Konzepte und Studien zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Grundlagen als auch die spezifischen Therapieprogramme THAV und THOP detailliert in Bezug auf ihre Form und ihre Inhalte analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie multimodale Therapie, aggressives Verhalten, Verhaltensprobleme, Intervention, soziale Kompetenz und die spezifischen Programmnamen THAV und THOP.
Für welche Altersgruppe ist THAV primär konzipiert?
THAV ist für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren entwickelt worden und fokussiert sich auf aggressives Verhalten, insbesondere gegenüber Gleichaltrigen.
Wie unterscheidet sich die Zielsetzung von THOP im Vergleich zu THAV?
THOP adressiert ein breiteres Spektrum, das neben oppositionellem Verhalten auch hyperkinetische Symptome umfasst, und ist bereits für jüngere Kinder im Kindergartenalter einsetzbar.
Warum spielt die Einbeziehung des Umfelds in THOP eine so zentrale Rolle?
THOP betont den Einbezug von Eltern und Schule, da eine direkte Intervention im sozialen Kontext als effektiver für die Generalisierung gelernter Verhaltensweisen in den Alltag angesehen wird.
- Quote paper
- Josephine Schuldt (Author), 2020, Förderung von Kindern mit aggressivem Verhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1225475