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Arthur Aronymus und seine Väter

Eine Analyse der Verbindung von Werk und Inszenierung

Title: Arthur Aronymus und seine Väter

Seminar Paper , 2002 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magister Artium Jennifer Moos (Author)

Theater Studies, Dance
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Das Drama „Arthur Aronymus und seine Väter“ in 15 Bildern erschien 1932 als Bühnenmanuskript bei S. Fischer in Berlin.
Es spielt um 1840 in dem westfälischen Ort Geseke ( Hexengäsecke). Der Ausbruch des Hexenglaubens in Westfalen steht im Zentrum des Stückes. Dora, eine der Töchter des jüdischen Gutsbesitzers Schüler, die an der Nervenkrankheit Veitstanz erkrankt ist, wird von der christlichen Dorfgemeinschaft bezichtigt, eine Hexe zu sein. Gleiches Schicksal ereilt auch die Töchter anderer Juden.
Doras Bruder Arthur Aronymus ist des Vaters fünfzehntes Kind und zugleich Schützling und Augapfel des katholischen Kaplans Bernhard Michalski sowie Lieblingsenkel seines Großvaters Rabbi Uriel. Um Dora von den Beschuldigungen zu befreien und vor Schlimmerem zu bewahren, schlägt Kaplan Michalski vor, Arthur Aronymus taufen zu lassen. Doch der Vater lehnt dies entschieden ab. Dank des Einsatzes des Kaplans und eines bischöflichen Briefes, der an die Dorfgemeinde gerichtet ist, kann das Unheil, eine mögliche Ermordung Doras, abgewendet werden und es findet eine Versöhnung zwischen Juden und Christen im Hause Schülers statt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Zusammenhänge zwischen Inhalt und Biographie

I.1. Über den Inhalt

I.2. Biographische Reflexion

II. Die Schwierigkeiten der Bühnenumsetzung

III. Inszenierungsgeschichte

III. 1. gescheiterte Versuche vor 1936

III.2. Die Uraufführung am 19. Dezember 1936 in Zürich

III.3. Nach 1945

III.4. Die Aufführung 1968

III.5. Die Inszenierung 1988

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Verbindung zwischen dem literarischen Werk „Arthur Aronymus und seine Väter“ von Else Lasker-Schüler und dessen praktischer Umsetzung auf der Theaterbühne. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der biographischen Hintergründe des Stücks sowie den spezifischen Herausforderungen, die Regisseure bei der Inszenierung dieses komplexen, bildreichen Werkes im Laufe der Zeit zu bewältigen hatten.

  • Biographische Bezüge und Entstehungsgeschichte des Dramas
  • Technisch-theatralische Herausforderungen der Bühnenadaption
  • Chronologische Untersuchung der Inszenierungsgeschichte von 1936 bis 1988
  • Diskurs über das Spannungsfeld zwischen poetischem Text und politischer Rezeption
  • Analyse der Wirkung von Bühnenbildern und Regieentscheidungen

Auszug aus dem Buch

II. Die Schwierigkeiten der Bühnenumsetzung

Zunächst einmal scheint schon die große Personenzahl, 62 Rollen ohne Mägde, Knechte und Dorfbewohner, ein großes Hindernis für eine Bühne. Zumal sind von ihnen fünfundzwanzig mit Kindern zu besetzen, was die Arbeit zusätzlich erschwert. Leopold Lindtberg, der Regisseur der Uraufführung 1936 in Zürich, bei seiner Inszenierung mit diesem Problem zu tun: „Die Anordnung der vielen Menschen auf der kleinen Bühne des Züricher Schauspielhauses bereitete mir einigermaßen Sorgen.“ Auch Sigrid Bauschinger, Biographin Else lasker Schülers, kommt zu dem Schluß: „Arthur Aronymus und seine Väter ist kein leicht zu inszenierendes Stück. Allein die vielen Personen machen es schon technisch äußerst schwierig, was auch sicher dazu beigetragen hat, dass es erst 1968 in Wuppertal anlässlich des 100. Geburtstages der Dichterin wieder aufgeführt wurde.“

Eine weitere Hürde stellt die Vielzahl der Bilder dar: Gutsgarten Schülers (1., 5., 14. Bild), Synagogengarten (2. Bild), Sitzungsraum des Rabbis (3. Bild), Marktplatz (4., 8., 13. Bild), Kaplanhaus (6. Bild), Schlafstube (7. Bild),Essraum (8., 15. Bild), Judenfriedhof (9. Bild), Wohnstube (10. Bild), Vor dem Kaplanhaus (11. Bild).

Jedes Bild ist detailgenau beschrieben, um die Atmosphäre exakt darzustellen. Damit die Umbauphasen möglichst kurz gehalten und ein so umfangreiches Bühnenbild überhaupt realisiert werden kann, muß stark reduziert oder vereinfacht werden.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Zusammenhänge zwischen Inhalt und Biographie: Dieses Kapitel führt in den Inhalt des Dramas ein und beleuchtet die starke Verflechtung der fiktionalen Handlung mit den persönlichen Erlebnissen und der Familiengeschichte der Autorin Else Lasker-Schüler.

II. Die Schwierigkeiten der Bühnenumsetzung: Hier werden die strukturellen Hürden des Stücks für Theaterproduktionen analysiert, insbesondere die hohe Anzahl an Rollen, die Komplexität der zahlreichen Szenenbilder sowie die Schwierigkeit, die epischen Elemente in bühnenwirksame Form zu bringen.

III. Inszenierungsgeschichte: Dieser Abschnitt bietet einen chronologischen Überblick über die verschiedenen Aufführungsversuche, von gescheiterten Projekten in der Vorkriegszeit über die Uraufführung 1936 in Zürich bis hin zu den späteren Inszenierungen 1968 und 1988, unter Berücksichtigung der jeweiligen zeitgenössischen Kritik.

Schlüsselwörter

Else Lasker-Schüler, Arthur Aronymus und seine Väter, Theaterwissenschaft, Inszenierungsgeschichte, Bühnenbild, Literaturadaption, Leopold Lindtberg, Biedermeier, Antisemitismus, Dramaturgie, Theateraufführung, Regiearbeit, Werkbiographie, Toleranz, Spielbarkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit Else Lasker-Schülers Drama „Arthur Aronymus und seine Väter“ und analysiert, wie literarische Stoffe in theatrale Inszenierungen übersetzt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Themenfelder umfassen die biographischen Ursprünge des Stücks, die technischen Herausforderungen bei der Umsetzung auf der Bühne sowie die wechselvolle Rezeptions- und Inszenierungsgeschichte zwischen 1936 und 1988.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum das Stück trotz seiner literarischen Qualität nur selten inszeniert wurde und welche theatertechnischen sowie interpretatorischen Probleme dabei eine Rolle spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theaterwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext des Dramas mit biographischen Dokumenten sowie Kritiken und Berichten zu den unterschiedlichen Inszenierungen abgleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche sowie biographische Herleitung und eine detaillierte Untersuchung der Inszenierungsgeschichte, die spezifische Herausforderungen wie Bühnenbildgestaltung und Personenzahl beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Charakterisierende Begriffe sind unter anderem Inszenierungsgeschichte, Bühnenbild, Literaturadaption, Else Lasker-Schüler und Dramaturgie.

Warum war eine Bühnenumsetzung des Stücks historisch so schwierig?

Die Schwierigkeiten lagen vor allem in der immensen Personenzahl (62 Rollen), der Vielzahl an detaillierten Bildern sowie der Herausforderung, die im Nebentext beschriebenen epischen Stimmungen bühnenwirksam darzustellen.

Wie reagierte das Publikum auf die Inszenierung von 1968?

Die Aufnahme war gespalten: Während die Ensembleleistung und das Bühnenbild gelobt wurden, gab es bei den Gastspielen in Berlin und Zürich Unverständnis für die Regieentscheidungen und eine eher gelangweilte bzw. politisch skeptische Reaktion des Publikums.

Welche Rolle spielt das Bühnenbild in der Inszenierung von 1988?

Die Inszenierung 1988 wählte einen anti-naturalistischen Ansatz mit einer Ansammlung von Objekten („Sperrmüll-Sammelstelle“), was als Sinnbild für die jüdische Verfolgung und die Illustration antisemitischer Vorurteile fungierte.

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Details

Title
Arthur Aronymus und seine Väter
Subtitle
Eine Analyse der Verbindung von Werk und Inszenierung
College
University of Leipzig  (Institut für Theaterwissenschaft)
Course
Das Prinzip Inszenierung im Werk Else Lasker-Sshülers
Grade
1,0
Author
Magister Artium Jennifer Moos (Author)
Publication Year
2002
Pages
13
Catalog Number
V122576
ISBN (eBook)
9783640279135
ISBN (Book)
9783656761600
Language
German
Tags
Arthur Aronymus Väter Prinzip Inszenierung Werk Else Lasker-Sshülers
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Jennifer Moos (Author), 2002, Arthur Aronymus und seine Väter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122576
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