Entwurf eines Informationssystems zur Gehölzverwendung im Freiland unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten Brandenburgs


Bachelorarbeit, 2005

70 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Zielstellung

2. Grundlagen der Informationstechnologie
2.1 Zum Informationsbegriff
2.1.1 Charakteristika des Informationsbegriffs
2.1.2 Dimensionen des Informationsbegriffs
2.1.3 Information als Wirtschaftsgut
2.1.4 Digitale Informationen
2.1.5 Daten vs. Informationen
2.2 Begriffe der Datenverarbeitung
2.2.1 Was sind Daten?
2.2.2 Was ist eine Datenbank?
2.2.3 Was ist ein Datenbanksystem?
2.2.4 Was ist ein Informationssystem?
2.3 Relationale Datenbanken
2.3.1 Das Relationale Modell
2.3.2 Relationale Objekte
2.3.3 Relationale Integritätsregeln
2.3.4 Datenmanipulationssprache SQL
2.3.5 Relationale Operatoren

3. Konzeption des Informationssystems „Gehölzverwendung im Freiland“
3.1 Bedarfs- und Benutzeranalyse
3.1.1 Aufgaben und Ziele
3.1.2 Expertenbefragungen
3.2 Entwurf des Datenmodells
3.3 Beschreibung der notwendigen Funktionen
3.4 Nutzung und Pflege des Systems

4. Entwicklungsmöglichkeiten und Ausblicke

5. Zusammenfassung

6. Quellenverzeichnis

7. Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text auf die doppelte Nennung von femininen und maskulinen Formen verzichtet. Bezeichnungen in der maskulinen Form wie „der Entwickler, der Anwender, der Benutzer...“ sind als neutral anzusehen und beziehen sich ausdrücklich auf Frauen und Männer

1. Einleitung und Zielstellung

Menschen brauchen Grün und haben sich von jeher gerne im Grünen aufgehalten. Dieses Verlangen stellt Planer und Ausführende in der Außenbegrünung immer wieder vor schwierige und wichtige Entscheidungen. So sollten die Eigenschaften, die Ansprüche und der Verwendungszweck des Gehölzes dem gewählten Standort mit seinen spezifischen Bedingungen gerecht werden. Nur so kann ein optimales Wachstum unter den gegebenen Standortbedingungen gewährleistet sein.

Die Entwurfsidee eines Fachinformationssystems zur sachgerechten Gehölzverwendung im Freiland entwickelte sich als Reaktion auf die konkrete Forderung und dem somit vorhandenen Bedarf an einer Datenbank zur Außenbegrünung. Es soll damit der Grundstein für eine neue Planungshilfe zur sachgerechten Gehölzverwendung gelegt werden.

Die vorliegende Bachelor-Arbeit beschäftigt sich mit den Grundlagen, den möglichen Inhalten und der Funktionsweise eines Fachinformationssystems zur sachgerechten Gehölzverwendung im Freiland. Es wird näher darauf eingegangen wie man ein solches Informationssystem entwirft und richtig plant.

Die große Komplexität des Themas erfordert bei der Entwurfsplanung eine engere Eingrenzung. Ein Schwerpunkt wird deshalb auf die Verwendung von heimischen und standortgerechten Gehölzen für das Land Brandenburg gelegt. Die sich daraus ergebenen Fragestellungen nach den jeweiligen heimischen und standortgerechten Gehölzen sowie nach den relevanten regionalen Besonderheiten Brandenburgs werden bearbeitet.

Ein weiterer Abschnitt der Arbeit beschäftigt sich mit dem möglichen Nutzen und den sich daraus ergebenen Vorteilen bei einer Erstellung und dem Einsatz der benannten Datenbank.

Im Laufe der Entwurfsplanung werden komplexe Zusammenhänge mit Hilfe von Modellen geplant und erklärt. Somit werden das Wesen und der Aufbau des zugrunde liegenden Informationssystems auch für Außenstehende leichter verständlich.

Der Entwurf betrachtet weniger die technischen Aspekte. Es werden vielmehr Wege aufgezeigt, um hohe Praxisnähe und beste Wirksamkeit des Informationssystems zu erreichen.

Ein primäres Ziel dieser Arbeit ist es, ein effizientes und möglichst benutzernahes Informationssystem zu entwerfen. Die daraus entstehende Datenbank soll die Bedürfnisse und Fähigkeiten der späteren Anwender berücksichtigen und muss an die zukünftigen Anwendergruppen angepasst sein, um für diese ein möglichst sinnvolles Werkzeug darzustellen.

Dieser Anspruch verlangt bereits vom Entwickler, die menschliche und soziale Ebene beim Entwurf eines solchen Informationssystems zu verstehen. Das Definieren und Kennenlernen von Ziel- und Anwendergruppen ist somit ein wesentlicher Aspekt im Entwurf eines Informationssystems. In der Arbeit wird deshalb neben der Berücksichtigung themenbezogener Literatur größeres Gewicht auf Informationen aus Gesprächen und Interviews mit Praktikern gelegt.

Als langfristiges, übergeordnetes Ziel steht die Idee einer real existierenden Datenbank, die interessierten Auftraggebern, Gartenbauingenieuren, Planern und Architekten, aber auch Garten- und Landschaftsbauern übersichtlich und schnell Informationen zu einzelnen Schlagwörtern des Themas Außenbegrünung liefert. Mit den Ergebnissen aus der Datenbank sollen zukünftig Vorbehalte, die auf Unwissenheit über Bepflanzungen im Freiland beruhen, abgebaut werden und Fehler, die bereits in der Planung verursacht worden sind, vermieden werden.

Um eine solche Datenbank zu füllen, müssen sehr viele Erfahrungen und Daten einfließen. Diese Arbeit mit dem Schwerpunkt Entwurf eines Informationssystems zur sachgerechten Gehölzverwendung im Freiland befasst sich mit der Erarbeitung der Grundlagen des Themas und kann daher nur ein kleiner Teil einer zukünftigen Datenbank sein.

2. Grundlagen der Informationstechnologie

Bunt, grafisch und vielfältig präsentieren sich die Informationstechnologie und die Datenverarbeitung heute dem Laien sowie dem Experten. Ein paar Mausklicks und oft hat man seine Probleme gelöst. Komplizierte Datenreihen werden als Säulendiagramm dargestellt, Verteilungsprobleme sind als Tortendiagramm veranschaulicht. Wer Informationen benötigt, browst durchs Internet und holt sich die Multimedia-Show auf den Arbeitsplatz.

Diese Beispiele stehen für einen, im Vergleich zu früher, stark vereinfachten und intuitiven Zugriff auf Informationen aller Art. Dass diese verfügbar sind und sich nach verschiedensten Gesichtspunkten auswerten und darstellen lassen, muss allerdings erst einmal gewährleistet werden. Dafür gibt es Datenbanken. Richtig eingesetzt, eröffnen sie alle Möglichkeiten der Informationsverarbeitung. In unverstandener und unvollkommener Weise genutzt, verkommen sie zum Datenfriedhof, aus dem sich nur nach dem Zufallsprinzip nützliche oder unbrauchbare Informationen ziehen lassen.

In diesem Kapitel geht es vor allem um Theorie- und Grundlagenwissen, welches zum besseren Verständnis eines rechnergestützten Informationssystems notwendig ist. Es erläutert grundlegende Erkenntnisse zum Informationsbegriff, befasst sich mit Begriffen der Datenverarbeitung und beschreibt Konzepte der Datenbanktechnologie bei der Entwicklung von praxistauglichen Informationssystemen. Im Mittelpunkt stehen dabei die relationalen Datenbanken. Systeme, die auf dem relationalen Datenmodell basieren, haben mittlerweile einen hohen Reifegrad erlangt, der es gestattet, verlässliche Informationssysteme beliebiger Größenordnungen zu erstellen.

2.1 Zum Informationsbegriff

Information (lat.:informare =bilden, durch Unterweisung Gestalt geben) ist potentiell oder aktuell vorhandenes, nutzbares oder genutztes Wissen. Wobei das Wissen die Gesamtheit aller organisierten Informationen mitsamt ihrer wechselseitigen Zusammenhänge bezeichnet. (www.wikipedia.de 24.05.2005)

Etwas wie Erkenntnis erfolgt erst dann aus Wissen, wenn erkannt wird, welche Wichtigkeit die Einzelinformation für die Lösung eines gegebenen Problems besitzt. Wissen kann man demnach als potentielle Nutzinformation bezeichnen. Entscheidendes Kriterium des Wissens ist das der Überprüfbarkeit bzw. Nachvollziehbarkeit. Als weiterer Maßstab gilt die Übereinstimmung des Wissens mit der wahrnehmbaren Realität.

Wesentlich für die Informationen sind die Wiedererkennbarkeit sowie der Neuigkeitsgehalt anhand eines bestimmten Musters. Das verwendete Muster ist für einen Betrachter innerhalb eines bestimmten Kontextes von Bedeutung und verändert dadurch dessen inneren Zustand – im menschlichen Zusammenhang insbesondere dessen Wissen. (www.wikipedia.de 24.05.2005)

Für die Informationswissenschaft sind die Begriffe Wissen und Information von zentraler Bedeutung. Information ist dabei Wissenstransfer bzw. „Wissen in Aktion“. Information entsteht in diesem Sinne immer nur punktuell, wenn ein Mensch zur Problemlösung Wissen benötigt. Dieses benötigte Wissen geht als Information aus einem Wissensvorrat in einen anderen über, beispielsweise aus einer Gehölzdatenbank in den Wissensvorrat eines Menschen. (www.wikipedia.de 24.05.2005)

2.1.1 Charakteristika des Informationsbegriffs

Information ist in der heutigen Zeit ein sehr weitläufig verwendeter und daher auch sehr schwer abzugrenzender Begriff. Verschiedene Wissenschaften betrachten die Information als ihr Arbeitsgebiet. So zum Beispiel die Informatik, die Informationswissenschaft, die Nachrichtentechnik, die Informationsökonomik und auch die Physik und die Biologie beschäftigen sich mit Informationen. Die jeweiligen Ansätze unterscheiden sich zum Teil erheblich.

Erst in jüngster Zeit gibt es Bestrebungen, die einzelnen Ansätze zu verbinden und zu einem allgemeingültigen Informationsbegriff zu kommen. Allerdings kann von einer vereinheitlichten allgemein akzeptierten Theorie vorläufig noch nicht gesprochen werden.

Beim Versuch der Begriffsbildung lässt sich somit feststellen, dass es in zahlreichen wissenschaftlichen Arbeitsgebieten, bedingt durch die hohe Komplexität des Begriffes, keine einheitliche Auffassung gibt.

2.1.2 Dimensionen des Informationsbegriffs

Auf der Sprachebene umfasst der Informationsbegriff 3 Dimensionen (syntaktische, semantische, pragmatische Dimension).

Die syntaktische Dimension enthält den Informationsbegriff der Informationstheorie. Information wird dabei als binärer Code aufgefasst. Auf dieser Ebene steht auch der Begriff der Daten. Anhand dieses Begriffes können jedoch lediglich Aussagen über die Informationsmenge und deren richtige Übertragung gemacht werden. Probleme des Informationsinhaltes können mit diesem Informationsbegriff nicht untersucht werden. Diese Erweiterung erfolgt durch die semantische Dimension. (Haas 1991)

Auf der semantischen Ebene der Information werden strukturierte, syntaktische Informationen erst verwertbar, indem sie gelesen und interpretiert werden. Das heißt, zur Strukturebene muss die Bedeutungsebene hinzukommen. Dazu muss ein bestimmtes Bezugssystem angelegt werden, um die Strukturen in eine Bedeutung überführen zu können. Das Bezugssystem bezeichnet man als Code. (www.wikipedia.de 24.05.2005) Strukturinformationen der syntaktischen Dimension werden somit während eines Dekodierungsprozesses in die semantische Bedeutungsebene überführt.

Die pragmatische Dimension kann als zweckorientiertes Wissen definiert werden, wobei der Zweck in der Handlungsvorbereitung liegt. Zur Information in diesem Sinne werden die Nachrichten erst durch den Einbezug der Motive oder Ziele des Informationssenders bzw. -empfängers. Wissen, welches schon vorliegt, ohne dass dessen Verwendungszweck bereits vorgegeben wäre, muss ebenfalls als Information bezeichnet werden. Information ist damit uneingeschränkt speicherfähig. (Haas 1991) Zusammenfassend heißt dies, dass auf der pragmatischen Ebene Information zu einem Gewinn an Wissen führt. Information ermöglicht somit die Verringerung von Unwissenheit.

2.1.3 Information als Wirtschaftsgut

Neuere betriebswirtschaftliche Betrachtungsweisen fassen Information als vierten Produktionsfaktor neben Arbeit, Boden und Kapital auf oder erheben die Information sogar zum Steuerinstrument über den Ressourceneinsatz. (Haas 1991)

Information kann als wirtschaftliches Gut angesehen werden, da Informationen im Betrieb durch Einsatz anderer Produktionsfaktoren (Menschen, Computer, Software, Kommunikation) produziert oder von außen angekauft werden können. Information hat somit einen Wert, der handelbar ist. Der Wert ergibt sich aus dem Nutzen der Information und den Kosten zur Produktion, Bereitstellung und Weiterleitung. Problematisch hierbei ist, dass der potenzielle Käufer den Wert der Information nicht immer im Voraus kennt und ihn teilweise erst nachdem er sie erworben hat, bewerten kann. (www.wikipedia.de 24.05.2005)

Information wird dann zum Wirtschaftsgut, wenn der Information ein Nutzungsaspekt zugrunde liegt. Informationen können Nutzen bringen und besitzen infolgedessen einen handelbaren Wert. (http://v.hdm-stuttgart.de 07.06.2005)

2.1.4 Digitale Informationen

Digitale Informationen entstehen durch Digitalisierung beliebiger Informationen. Das Ergebnis sind Daten, welche dann von einem Computer verarbeitet werden können. Vorher sind die Informationen in analoger Form, zum Beispiel an ein Buch als Informationsträger, gebunden.

Digitalisierung ist die Umwandlung von Schrift, Bild, Ton oder jeder anderen Art analoger Signale in eine digitale Form. Dabei geschieht meist eine schrittweise Zerlegung in eine Reihe von zweiwertigen Zuständen. Dies können "Ja-Nein", "Null- Eins", oder "Ein-Aus-Werte" sein. (www.wikipedia.de 07.06.2005)

Digitalisierte Informationen können nur endlich viele Zustände einnehmen, nämlich soviele, wie das zu Grunde liegende Zahlensystem an Ziffern verfügt. Erst durch die Zusammensetzung mit anderen Basis-Zustandseinheiten, wie zum Beispiel Bit (binäre Ziffer) oder Pixel (kleinstes Bildelement) kann eine größere Datenmenge abgebildet und durch Verfeinerung eine Annäherung an das ursprünglich analoge Signal erreicht werden.

Die Unterscheidung zwischen analog und digital enthält keine qualitative Aussage über die Bedeutung der Daten. Die Genauigkeit der Digitalisierung bestimmt, welcher Anteil eines analogen Signals in die digitale Welt übernommen wird.

2.1.5 Daten vs. Informationen

Informationen beziehen sich auf die Bedeutung, die Menschen durch vereinbarte Konventionen den Daten zuordnen. Informationen sind somit vom Menschen interpretierte Daten. (http://v.hdm-stuttgart.de 07.06.2005)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1Interpretation und Repräsentation (Quelle: http://v.hdm-stuttgart.de 07.06.2005)

Daten werden zu Informationen, wenn sie in einem Bedeutungskontext stehen. Dies lässt sich am folgenden Beispiel gut verdeutlichen. 5a kann eine Winterhärtezone sein. Wird dazu der Name des Gehölzes genannt, wird daraus eine Information. Diese Information kann die Grundlage für menschliche Entscheidungen bilden und infolgedessen einen bestimmten Nutzungsaspekt besitzen.

2.2 Begriffe der Datenverarbeitung

Das Kapitel 2.2 befasst sich mit wichtigen Begriffen der Datenverarbeitung. Es geht vor allem um die Beantwortung folgender Fragen:

- Was sind Daten?
- Was ist eine Datenbank?
- Was ist ein Datenbanksystem?
- Was ist ein Informationssystem?

Des Weiteren werden die Zusammenhänge zwischen Daten, Datenbank, Datenbanksystem und Informationssystem beschrieben. In den weiteren Ausführungen werden für einige Fachbegriffe häufig Abkürzungen verwendet:

- Datenbank (DB)
- Datenbankmanagementsystem (DBMS)
- Datenbanksystem (DBS)
- Informationssystem (IS)

2.2.1 Was sind Daten?

Daten sind eine Repräsentation von Fakten, Konzepten oder auch Instruktionen in einer formalisierten Art und Weise. Erst dadurch sind Daten für die Kommunikation, Interpretation und Verarbeitung durch Computer geeignet. (http://v.hdm-stuttgart.de) Die Informatik und Datenverarbeitung benutzen digitalisierte Daten als maschinenlesbare und –bearbeitbare Repräsentation von Informationen. Die Information wird dazu in Zeichenketten kodiert, deren Aufbau strengen Regeln folgt, der sogenannten Syntax. (www.wikipedia.de 07.06.2005)

- Daten in Form eines binären Zustands: 01011100101001010111
- Daten in Form der Städtevorwahl für Berlin: 030

Aus Sicht der elektronischen Datenverarbeitung (EDV) sind Daten einzelne Folgen von Bits (binäre Ziffern). Wobei 1 Bit die kleinste Einheit einer Information ist.

Man unterscheidet:

- strukturierte Daten (z.B. in Datenbanken)
- unstrukturierte Daten (z.B. in Dokumenten)

Während sich strukturierte Daten relativ einfach maschinell weiterverarbeiten lassen, ist dies bei unstrukturierten Daten nur schwer oder ungenau möglich. Um unstrukturierte Daten in Datenbanken zu verarbeiten, sollten diese in die strukturierte Form konvertiert werden.

Erst durch das Typisieren von Daten, in so genannte elementare Datentypen, wird eine effektive Recherchierbarkeit für den Anwender ermöglicht und die Voraussetzung für formale Analysen erfüllt. Die elementaren Datentypen sind ein Bestandteil der strukturierten Daten und stellen die Kleinste, für den Anwender interessierende, verwertbare Information dar. Es gibt verschiedene elementare Datentypen wobei jeder Datentyp einen bestimmten Zweck erfüllt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1Aufgaben von elementaren Datentypen (verändert nach Schels 2004)

So unterscheidet man alphanumerische Daten (Texte, Bezeichnungen), numerische Daten (Zahlen, Maße, Nummern) und weitere Datentypen wie Grafiken, Bilder und Klänge. Alle Datentypen haben zum Ziel, gemeinsam die interessierenden Eigenschaften eines Objektes (z.B. eines Gehölzes) möglichst treffend zu beschreiben und zum Bestandteil einer Datenbasis zu machen.

2.2.2 Was ist eine Datenbank?

Um die gestellte Frage beantworten zu können, soll anhand der Eigenschaften und der Komponenten einer Datenbank etwas zu der unmittelbaren Terminologie rund um den Begriff "Datenbank" (DB) gesagt werden.

Eine DB lässt sich mit folgenden charakteristischen Eigenschaften beschreiben:

Wesentlichstes Merkmal einer DB ist die strukturierte Verwaltung der Daten, was einen Zugriff auf ganz bestimmte Daten und/oder Klassen von Daten ermöglicht. Auf diese Weise wird eine ungeordnete Mehrfachspeicherung durch eine kontrollierte Redundanz (mehrfaches Vorhandensein einer Information) vermieden. Die Datenstruktur ergibt sich aus der Anwendung logischer Datenmodelle. (www.tfh-berlin.de 07.06.2005)

Die Verwendung von Datenbanktechniken ermöglicht eine Trennung der Daten und deren Organisation vom Benutzer und dessen Anwendungen. Das sichert zum einen die Datenunabhängigkeit, zum anderen jene Flexibilität, welche notwendig ist, um neue Bedürfnisse der Benutzer nachträglich zu realisieren. (www.tfh-berlin.de 07.06.2005)

Zur Wahrung der Integrität (Widerspruchsfreiheit) werden beim Aufbau von Datenbanken drei Prinzipien zugrunde gelegt. Dies sind die Eingabekontrolle, die widersprüchliche Daten zurückweist und so für die Konsistenz der DB sorgt, des Weiteren die Datensicherung, um Verlust und/oder Verfälschung der Daten zu verhindern und auch der Datenschutz, der einen möglichen Missbrauch der DB vorbeugt. (www.tfh-berlin.de 07.06.2005)

Kern jeder DB sind die Daten, in ihrer Gesamtheit auch Datenbasis genannt. Die Datenbasis besteht aus den eigentlichen Daten und einer Reihe von systemspezifischen Hilfsmitteln, die zur logischen und physikalischen Verwaltung der Daten dienen. Diese Aufgabe fällt dem Datenbankmanagementsystem zu, in der einschlägigen Literatur oft als DBMS (engl. Database-Management-System) bezeichnet (siehe Kapitel 2.2.3).

Aus einer abstrakten Betrachtungsweise heraus ist eine DB nichts anderes als die elektronische Form eines Karteikastens. Es handelt sich um eine Sammlung von Daten, welche aus der Sicht des jeweiligen Benutzers zusammengehören. Diese Datensammlung bildet als grundlegendes Element einer DB den sogenannten Datensatz (entspricht einer Karteikarte). Zueinander passende Datensätze werden in Tabellen eingegeben. Mehrere Tabellen, die zu einer Gesamtheit zusammengefasst und untereinander verknüpft werden, bilden dann die Datenbank.

Datenbanken dienen hauptsächlich dem Sammeln, Verwalten, Aktualisieren, Auswerten und Wiederfinden gleichartiger Daten. Sie sind dabei auf die Verarbeitung sehr großer Datenmengen ausgelegt.

Eine DB ist die Zuordnung von Daten zueinander und vom Umfang her nicht definiert. Bereits die elektronische Form einer Gehölzliste mit der Zuordnung des botanischen Namens „Acer campestre“ zum deutschen Namen „Feldahorn“ kann also die einfachste Stufe einer DB bilden.

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Datenbanktypen, so zum Beispiel hierarchische, relationale und objektorientierte Datenbanken.

Relationale Datenbanken sind in der heutigen Zeit am weitesten verbreitet. In ihnen werden Daten (Texte, Zahlen) in Tabellen abgespeichert, welche miteinander logisch verknüpft sind. Diese Verknüpfungen werden auch Beziehungen genannt. Der in dieser Arbeit erstellte Entwurf eines rechnergestützten Fachinformationssystems basiert auf dem Konzept einer solchen relationalen Datenbank (siehe Kapitel 2.3).

2.2.3 Was ist ein Datenbanksystem?

Die Datenbank wird üblicherweise von einem Datenbankmanagementsystem (DBMS) verwaltet. Etwas missverständlich wird ein DBMS oft abkürzend als Datenbank bezeichnet. DBMS und Datenbank sind aber getrennt zu sehen und ergeben zusammen erst das Datenbanksystem, auch DBS genannt. (www.wikipedia.de 07.06.2005)

Die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten zwischen DB, DBMS und DBS sollen an dieser Stelle durch ein praktisches Beispiel verdeutlicht werden:

- Eine DB mit dem Namen „Gehölzverwendung“ hat zum Inhalt die Namen und Verwendungszwecke von Gehölzen.
- Die DB „Gehölzverwendung“ wird mit Hilfe des DBMS „Access 2003“ aufgebaut, verwaltet und betrieben.
- Die DB „Gehölzverwendung“ und das DBMS „Access 2003“ ergeben ein gemeinsames DBS „Gehölzverwendungsdatenbank in Access 2003 “.

Ein Datenbanksystem kann man auch als ein einfaches Informationssystem bezeichnen, das aus DB und DBMS gebildet wird.

Als ein Datenbankmanagementsystem (DBMS) kann man sich ein Softwaresystem, welches die anwendungsunabhängige, dauerhafte Speicherung von Daten in einer Datenbank ermöglicht, vorstellen. Ein DBMS übernimmt die Verwaltung aller in der DB vorhandenen Daten, daher kann man auch von einem Datenverwaltungssystem sprechen. Es ist somit auch in der Lage, Such-, Lese- und Schreiboperationen durchzuführen Weitere Aufgaben eines DBMS’s sind die Bereitstellung von verschiedenen Sichten auf die Daten (engl. Views), die Konsistenzprüfung der Daten (Integritätssicherung), die Autorisationsprüfung, die Behandlung gleichzeitiger Zugriffe verschiedener Benutzer und das Bereitstellen einer Datensicherungsmöglichkeit für den Fall von Systemausfällen. (www.wikipedia.de 08.06.2005)

Ein Datenbankmanagementsystem (DBMS) unterstützt den Aufbau und den Betrieb einer Datenbank. Ein DBMS steht ebenfalls im Mittelpunkt bei der Realisierung eines rechnergestützten Informationssystems. Beispiele für verbreitete DBMS sind Microsoft Office Access, SQL Server, MySQL, DB2 und Oracle. (www.wikipedia.de 08.06.2005) Die meisten in der Praxis eingesetzten DBMS’e sind für relationale Datenbanken konzipiert. Ein solches relationales Datenbankmanagementsystem (RDBMS) ist Microsoft Office Access.

Microsoft Access (MS Access) ist ein Datenbank(management)system, welches die Verwaltung von Daten und die Entwicklung von Datenbankanwendungen ermöglicht. MS Access ist Bestandteil des Microsoft Office Professional-Pakets und existiert derzeit in der Version MS Access 2003. Im Gegensatz zu anderen Office-Programmen von Microsoft gibt es Access nur für MS Windows. MS Access unterstützt das Relationale Datenbankmodell sowie einen externen Zugriff auf Access-Datenbanken.

2.2.4 Was ist ein Informationssystem?

In der Theorie und Praxis existiert eine Vielzahl von Definitionen zum Begriff des Informationssystems. Bedingt durch die hohe Komplexität des Begriffes erweist sich eine allgemeingültige Definition als schwierig. Zunächst ist es sinnvoll den Begriff des Systems etwas näher zu betrachten.

Ein System besteht aus einer Menge von Elementen und einer Menge von Beziehungen zwischen diesen Elementen. Die sogenannten Systemelemente sind durch unterschiedliche Eigenschaften gekennzeichnet. Aufgrund der Beziehungen zwischen den Elementen lassen sich unterschiedliche Systemzustände erkennen. Von sozialen Systemen spricht man zum Beispiel, wenn Menschen gemeinsame Zwecke verfolgen. Demgegenüber sind technische Systeme von Menschen gestaltete Systeme zur Erreichung bestimmter Zwecke. Die Elemente dieser Systeme bestehen aus unbelebter Materie und können durch technische Integration zu komplexen Einheiten zusammengefasst werden. Materie, Energie und Information fließen zwischen den Elementen und werden als Strömungsgrößen bezeichnet. (Haas 1991)

Es folgt eine Zusammenstellung der gebräuchlichsten Definitionen zum Begriff des Informationssystems:

„Ein Informationssystem dient der rechnergestützten Erfassung, Speicherung, Verarbeitung, Pflege, Analyse, Benutzung, Verbreitung, Übertragung und Anzeige von Informationen. Das rechnergestütztes Informationssystem besteht aus Hardware, Daten, Datenbank(en) und all deren Anwendungen.“ (www.wikipedia.de 24.05.2005)

„Ein Informationssystem wird als ein System zur Aufnahme, Speicherung, Verarbeitung und Weitergabe von Informationen definiert. Dabei sind die globale Datenbasis (auch Informationsbasis), die Abhängigkeiten der Verarbeitungsprozesse untereinander und die Integration in eine größere Umwelt besonders zu berücksichtigende Aspekte.“ (Johannes 1991, S. 11 ff.)

„Unter einem Informations- und Kommunikatiossystem ist die Summe aller Einrichtungen, Vorschriften und Handlungen zur Gewinnung, Verarbeitung, Weiterleitung und Auswertung von Informationen zu verstehen, welche der Erreichung des Unternehmenszweckes dienen.“ (Haas 1991, S. 40 ff.)

„Es ist ein System, das aus Hardware, Software und Otherware besteht und Informationen sammeln, verarbeiten, schützen und verteilen kann.

Unter Otherware versteht man unter anderem die wichtige menschliche Organisation, die mit der Hardware und der Software arbeitet.“ (van Steenis 1992, S. 8 ff.)

Allgemein lässt sich nun feststellen, dass es sich bei einem Informationssystem mehr oder weniger um ein Anwendungsprogramm handelt. Dieses ermöglicht die Bereitstellung von Informationen aus Daten und die Ablage von Informationen in Form von Daten. Es unterstützt die Vorgänge der Interpretation von Daten und der Repräsentation von Informationen beim Anwender. Kurz gesagt handelt es sich bei einem IS um eine DB mit komfortabler und benutzerorientierter Bedienung.

In der Regel wird ein bestimmtes Informationssystem für einen abgegrenzten und definierbaren Fachbereich entwickelt und zur Verfügung stehen. In der vorliegenden Arbeit trifft dies für das Gebiet der Außenbegrünung mittels Gehölzen zu. Anhand der gegebenen Problemstellung lässt sich ein spezifischer Zweck, den das zu entwerfende IS zu erfüllen hat, ableiten. Näheres dazu folgt im 3. Kapitel zur Konzeption des Informationssystems „Gehölzverwendung im Freiland“. Es folgen einige allgemeine Aussagen, wozu ein modernes IS prinzipiell in der Lage sein kann:

- „Bewältigung der Informations- und Papierflut
- Verbesserung der Produktqualität
- Erhöhung der Produktionsflexibilität
- Verbesserung der Informations- und der Entscheidungsqualität
- Förderung und Durchsetzung einer einheitlichen Begriffsauffassung
- Erzielung von Lerneffekten
- Steigerung der Arbeitsplatzaktivität
- Kostensenkung in der Produktion“ (Haas 1991, S. 43 ff.)

Nach Palme (1987, S. 16 ff.) „muss ein Informationssystem prinzipiell in der Lage sein:

- Informationen der unterschiedlichsten Art zu speichern und abrufbar zu halten
- einem beliebigen Benutzerkreis diese Information zugänglich zu machen
- unabhängig von der Art der Ursprungsinformation in einem einheitlichen in sich kompatiblem System verschiedenartige Informationen bereitstellen zu können
- die gespeicherten Informationen aktualisierbar zu halten
- Informationen problemorientiert selektierbar zu machen“

Das folgende Beispiel soll aufzeigen, wie das Modell eines Fachinformationssystems aussehen kann. Das in Abb. 2 dargestellte Modell wurde mit Hilfe von Informationsregelkreisen erstellt.

[...]

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Details

Titel
Entwurf eines Informationssystems zur Gehölzverwendung im Freiland unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten Brandenburgs
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
70
Katalognummer
V122603
ISBN (eBook)
9783640274321
ISBN (Buch)
9783640274451
Dateigröße
888 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Informationstechnologie, Datenverarbeitung, Datenbank, Informationssystem, Gehölzverwendung, Planungshilfe, Modellplanung, Außenbegrünung, Bedarfsanalyse, Benutzeranalyse
Arbeit zitieren
B.Sc. Ingo Schuch (Autor), 2005, Entwurf eines Informationssystems zur Gehölzverwendung im Freiland unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten Brandenburgs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122603

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