Die Quotenregelung ist ein Versuch, politische Ämter in gleichen Maßen an Männer und Frauen zu verteilen. Das Ziel ist die Erreichung von Geschlechterparität im öffentlichen Raum der Politik. Oft wird die Bedeutung der Quotenregelung falsch interpretiert. Es sollen Frauen bei gleichen bzw. gleichwertigen Qualifikationen den Männern vorgezogen werden. Da seit jeher die Bevorzugung den Männern galt, soll nun den Frauen zu ihren Chancen verholfen werden.
Vor diesem Hintergrund stellte ich mir die Frage, ob die Quotenregelung als möglicher parlamentarischer Geschlechterausgleich dienen kann. Ich gehe davon aus, dass die Quotenregelung ein maßgeblicher Faktor in der Entwicklung des Frauenanteils in Österreich ist. In dieser Arbeit werde ich versuchen, diese Hypothese zu verifizieren.
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Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
1. QUOTENREGELUNGEN
1.1. SPÖ – Die Sozialdemokratische Partei Österreichs
1.2. ÖVP – Die Österreichische Volkspartei
1.3. Die Grünen
1.4. Die FPÖ – Die Freiheitliche Partei Österreichs
2. FRAUEN IN DEN FRAKTIONEN
3. FRAUENANTEIL IM NATIONALRAT
RESÜMEE
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit von Quotenregelungen als Instrument zur Erreichung von Geschlechterparität in der österreichischen Politik. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob Quotenregelungen tatsächlich als maßgeblicher Faktor für den Anstieg des Frauenanteils im Nationalrat dienen können oder ob sie in der Praxis lediglich symbolischen Charakter haben.
- Analyse parteispezifischer Quotenregelungen in Österreich (SPÖ, ÖVP, Grüne, FPÖ).
- Untersuchung der historischen Entwicklung des Frauenanteils im Nationalrat seit 1945.
- Kritische Beleuchtung der Umsetzung und Sanktionierung von parteiinternen Vorgaben.
- Evaluation des Zusammenhangs zwischen Quoteneinführung und Anstieg weiblicher Mandatare.
- Diskussion über alternative Fördermaßnahmen, wie die Kopplung von Parteiförderungen an Frauenquoten.
Auszug aus dem Buch
1.1. SPÖ – Die Sozialdemokratische Partei Österreichs
Die Sozialdemokratische Partei Österreichs hat die längsten Traditionen bezüglich frauenpolitischer Fragestellungen. So kam es, dass am Parteitag 1985, auf Drängen der SPÖ – Frauen eine 35-Prozent-Quote eingeführt werden sollte. Aufgrund starken innerparteilichen Widerstands, mussten sich die SPÖ-Frauen mit der 25-Prozent-Quote geschlagen geben. Der Umsetzungsrahmen streckt sich auf 10 Jahre.
Diese Quote wurde im Parteistatut verankert, allerdings mit einer viel zu schwachen Formulierung, sodass im Endeffekt diese Quote immer nur mitbedacht werden sollte. Auf eine verbindliche Umsetzung konnte man sich nicht einigen.
Die Handhabung dieser Quote war sehr locker, auf Länderebene wurde sie wenig bis gar nicht beachtet. Diese vor allem bei der SPÖ-Führungsriege nicht ernst genommene 25-Prozent Quote, missfiel den SPÖ-Frauen sehr.
Bei den Nationalratswahlen von 1986 kam die trockene Ernüchterung. Trotz allen Bemühens kam es nur zu weitere zwei weibliche SPÖ-Nationalratsabgeordnete.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Thematik der politischen Geschlechterparität ein und stellt die Hypothese auf, dass Quotenregelungen ein entscheidender Faktor für die Repräsentation von Frauen sind.
1. QUOTENREGELUNGEN: Dieses Kapitel detailliert die parteispezifischen Ansätze zur Frauenförderung bei SPÖ, ÖVP, Grünen und FPÖ und beleuchtet deren unterschiedliche Erfolgsraten.
1.1. SPÖ – Die Sozialdemokratische Partei Österreichs: Es wird die historische Entwicklung der SPÖ-Quoten von der 25-Prozent-Quote bis hin zur 40-Prozent-Vorgabe und die Problematik mangelnder Sanktionsmechanismen beschrieben.
1.2. ÖVP – Die Österreichische Volkspartei: Das Kapitel behandelt den späten Einstieg der ÖVP in die Quotenregelung und das bisher unterdurchschnittliche Ergebnis bei der Erfüllung der angestrebten Drittel-Quote.
1.3. Die Grünen: Hier wird das Reißverschlusssystem der Grünen als Vorreiterrolle analysiert, welches seit 1990 zur Erfüllung der 50-Prozent-Quote führt.
1.4. Die FPÖ – Die Freiheitliche Partei Österreichs: Das Kapitel analysiert die FPÖ als Partei ohne explizite Quotenregelung und deren traditionelles Frauenbild im Kontext politischer Karrieren.
2. FRAUEN IN DEN FRAKTIONEN: Eine Analyse der aktuellen Mandatsverteilung nach der Nationalratswahl 2006, die deutliche Unterschiede zwischen den Parteien hinsichtlich der Frauenrepräsentanz aufzeigt.
3. FRAUENANTEIL IM NATIONALRAT: Dieses Kapitel präsentiert eine statistische Übersicht der kontinuierlichen Entwicklung des Frauenanteils im Nationalrat von 1945 bis 2006.
RESÜMEE: Abschließend wird die Notwendigkeit von Quoten als Fördermaßnahme bekräftigt und das Modell einer sanktionierten Parteiförderung zur weiteren Steigerung des Frauenanteils diskutiert.
Schlüsselwörter
Quotenregelung, Geschlechterparität, Nationalrat, Frauenförderung, SPÖ, ÖVP, Die Grünen, FPÖ, politische Repräsentation, Mandatsverteilung, Parteistatut, Reißverschlusssystem, Gleichstellung, Frauenpolitik, Parteiförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und den Erfolg von parteiinternen Quotenregelungen zur Erhöhung des Frauenanteils in der österreichischen Politik.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung von Frauenquoten, der Vergleich zwischen den politischen Parteien und die statistische Auswertung der Frauenanteile im österreichischen Nationalrat.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu verifizieren, ob Quotenregelungen ein maßgeblicher Faktor für die Entwicklung einer höheren Frauenrepräsentation im Parlament sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive Analyse politischer Parteistatute sowie eine statistische Auswertung der Mandatsverhältnisse in verschiedenen Gesetzgebungsperioden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Aufarbeitung der parteiinternen Quotenregelungen, eine Bestandsaufnahme der Frauen in den Fraktionen (Stand 2006) und eine tabellarische Aufarbeitung des Frauenanteils seit 1945.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Untersuchung wird durch Begriffe wie Quotenregelung, Geschlechterparität, politische Repräsentation und Parteiförderung geprägt.
Warum schneiden die Grünen in der Untersuchung am besten ab?
Die Grünen schneiden am besten ab, da sie durch ein verbindliches Reißverschlusssystem seit 1990 konsequent eine 50-Prozent-Quote erfüllen.
Welcher Vorschlag wird zur weiteren Frauenförderung im Resümee diskutiert?
Der Autor diskutiert den Vorschlag von Madeleine Petrovic, die Parteiförderung an das Erreichen einer Mindestquote von 40 Prozent zu koppeln, um Sanktionen bei Nichteinhaltung zu ermöglichen.
- Arbeit zitieren
- Karin Rammerstorfer (Autor:in), 2006, Quotenregelung als parlamentarischer Geschlechterausgleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122606