In der vorliegenden Bachelorarbeit für das Fach Romanische Philologie/Französisch soll ein literarischer Text, "La bûche" von Guy de Maupassant, unter den Gesichtspunkten einer semiotischen Sprachtheorie analysiert werden.Die Arbeit ist folgendermaßen aufgebaut: Einführend soll der theoretische Hintergrund umrissen und die in der Analyse verwendeten Begriffe erläutert werden, im zweiten Teil folgt dann die praktische Analyse. Zunächst wird der Terminus ‘Semiotik‘, danach einige Zeichentheorien wie die von Saussure, Peirce und Eco erklärt, um zu erläutern, warum diese Art der Analyse eine „semiotische“ genannt wird. Danach folgen die Definitionen einiger Theorien, und zwar die der Literatursemiotik, die der Textlinguistik und die der Dependenzgrammatik, die alle im Zusammenhang mit der semiotischen Sprachtheorie stehen. Anschließend werden die verwendeten Termini erläutert, worauf die Analysen der Kohärenz- und Kohäsionsbeziehungen, der Dependenzstruktur und der Gedächtnisbeziehungen folgen, die jeweils auch graphisch dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
1 Semiotik
2 Zeichentheorie
2.1 Saussure
2.2 Peirce und Morris
2.2.1 Vergleich der Theorien
2.3 Eco
3 Literatursemiotik
4 Textlinguistik
5 Dependenzgrammatik
6 Semiotische Textanalyse
6.1 Satzglieder
6.1.1 Relativsätze
6.2 Einfacher Satz
6.3 Satzgefüge
6.4 Nullsubjekte
6.5 Konzepte und Merkmale
6.6 Textstrukturierung/Textgliederungsverfahren
6.7 Kohärenz und Kohäsion
7 Kohärenz- und Kohäsionsbeziehungen
7.1 Analyse der Kohärenz- und Kohäsionsstruktur
8 Analyse eines Satzgefüges
8.1 Satzgefüge
8.2 Dependenz- und Junktionsstruktur
8.3 Analyse
8.4 Gedächtnisausschnitt
8.5 Merkmalsbeziehungen
9 Analyse der Textstruktur
10 Konzepte, Merkmale und Gedächtnisbeziehungen
10.1 Konzepte:
10.1.1 Manifestationen der Konzepte im Text
10.2 Merkmale
10.3 Beziehungen zwischen den Merkmalen
11 Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen literarischen Text von Guy de Maupassant mittels einer semiotischen Sprachtheorie zu analysieren, um die strukturellen und inhaltlichen Zusammenhänge aufzuzeigen.
- Grundlagen der Semiotik und Zeichentheorien (Saussure, Peirce, Eco)
- Methodik der semiotischen Textanalyse nach Udo L. Figge
- Analyse von Kohärenz-, Kohäsions- und Dependenzstrukturen
- Untersuchung der mentalen Repräsentation von Konzepten und Merkmalen
Auszug aus dem Buch
8.1 Satzgefüge
Ils avaient cessé de causer depuis une minute environ, et tous deux regardaient le feu, rêvant à n’importe quoi, en l’un de ces silences amis des gens qui n’ont point besoin de parler toujours pour se plaire l’un près de l’autre.
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Darstellung des Forschungsinteresses an der semiotischen Textanalyse anhand des Werks La bûche.
1 Semiotik: Definition und Herleitung des Begriffs Semiotik als interdisziplinäre Wissenschaft von Zeichen.
2 Zeichentheorie: Erläuterung grundlegender Zeichentheorien von Saussure, Peirce und Morris sowie deren Vergleich.
2.1 Saussure: Vorstellung des dyadischen Zeichenmodells bestehend aus Signifikant und Signifikat.
2.2 Peirce und Morris: Diskussion der triadischen Zeichenmodelle und deren philosophischer versus linguistischer Ausrichtung.
2.2.1 Vergleich der Theorien: Zusammenfassende Betrachtung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der behandelten Zeichentheorien.
2.3 Eco: Fokus auf die kultursemiotische Sichtweise Ecos und den Begriff der „Theorie der Lüge“.
3 Literatursemiotik: Einordnung der Literaturwissenschaft als Teilgebiet der Semiotik und Darstellung verschiedener Strömungen.
4 Textlinguistik: Definition von Texten als kohärente sprachliche Einheiten und deren Analyseansätze.
5 Dependenzgrammatik: Einführung in die Syntax-Struktur von Tesnière mit Fokus auf dem regierenden Verb.
6 Semiotische Textanalyse: Zusammenführung der theoretischen Konzepte zur Analyse der internen und externen Textstruktur.
6.1 Satzglieder: Kategorisierung in verbale und substantivische Satzglieder und ihre Funktion.
6.1.1 Relativsätze: Erläuterung der Funktion von Relativsätzen als Attribute innerhalb substantivischer Satzglieder.
6.2 Einfacher Satz: Definition des einfachen Satzes ohne Komplikationen durch Junktion oder Translation.
6.3 Satzgefüge: Untersuchung komplexer Sätze, die durch Dependenz- oder Junktionsbeziehungen verbunden sind.
6.4 Nullsubjekte: Analyse der Auslassung von Subjekten und deren Erschließung aus dem Kontext.
6.5 Konzepte und Merkmale: Beschreibung der kognitiven Speicherung von Personen- und Gegenstandskonzepten sowie Eigenschaften.
6.6 Textstrukturierung/Textgliederungsverfahren: Methoden der globalen und lokalen Textgliederung durch Strukturmerkmale.
6.7 Kohärenz und Kohäsion: Differenzierung zwischen semantischer Kohärenz und grammatischer Kohäsion.
7 Kohärenz- und Kohäsionsbeziehungen: Praktische Anwendung der Kohärenz-Analyse auf den Text La bûche.
7.1 Analyse der Kohärenz- und Kohäsionsstruktur: Untersuchung der spezifischen Verknüpfungen der Akteure im Text.
8 Analyse eines Satzgefüges: Detaillierte Untersuchung eines exemplarischen Satzgefüges.
8.1 Satzgefüge: Präsentation des ausgewählten Textbeispiels für die syntaktische Analyse.
8.2 Dependenz- und Junktionsstruktur: Graphische Darstellung der hierarchischen Beziehungen im Satzgefüge.
8.3 Analyse: Syntaktische Beschreibung der Beziehung zwischen den Satzteilen im gewählten Beispiel.
8.4 Gedächtnisausschnitt: Visualisierung der mentalen Verbindungen zwischen den Begriffen im Gedächtnis.
8.5 Merkmalsbeziehungen: Analyse der temporalen und logischen Beziehungen zwischen den Merkmalen des Beispielsatzes.
9 Analyse der Textstruktur: Betrachtung der globalen Textstruktur und des Tempusgebrauchs in La bûche.
10 Konzepte, Merkmale und Gedächtnisbeziehungen: Systematische Auflistung der im Text identifizierten Konzepte und Merkmale.
10.1 Konzepte: Kategorisierung der individuellen und allgemeinen Konzepte.
10.1.1 Manifestationen der Konzepte im Text: Auflistung der sprachlichen Belege für die identifizierten Konzepte.
10.2 Merkmale: Zuordnung der Merkmale zu den jeweiligen Konzepten.
10.3 Beziehungen zwischen den Merkmalen: Systematisierung der konversen, temporalen und kausalen Relationen.
11 Schlusswort: Reflexion über die Anwendbarkeit der semiotischen Textanalyse auf romanische Sprachen.
Schlüsselwörter
Semiotik, Textanalyse, Literatursemiotik, Textlinguistik, Dependenzgrammatik, Kohärenz, Kohäsion, Guy de Maupassant, La bûche, Konzept, Merkmal, Zeichentheorie, Syntax, Gedächtnis, Struktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit einer semiotischen Sprachtheorie auf einen konkreten literarischen Text, um dessen interne Strukturen sowie deren Verarbeitung im menschlichen Gedächtnis aufzuzeigen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die allgemeine Zeichentheorie, die Literatursemiotik, die Textlinguistik sowie die spezifische Methodik der Dependenzgrammatik und die semiotische Textanalyse.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch die Analyse der Gliederung, der Kohärenz und der Kohäsion sowie der Merkmalsbeziehungen eine methodisch fundierte semiotische Untersuchung des Textes La bûche von Guy de Maupassant durchzuführen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine semiotische Textanalyse nach den theoretischen Annahmen von Udo L. Figge angewendet, ergänzt durch syntaktische Analysen der Dependenzgrammatik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Zeichen und Textstruktur sowie eine detaillierte praktische Analyse eines ausgewählten Satzgefüges und der globalen Textstruktur von La bûche.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind u.a. Semiotik, Textanalyse, Kohärenz, Kohäsion, Dependenzgrammatik, Konzepte und Merkmale.
Warum spielt die Dependenzgrammatik eine wichtige Rolle für die Analyse?
Sie ermöglicht eine präzise Darstellung der hierarchischen Struktur von Sätzen, indem das Verb als regierendes Element identifiziert wird, was die Grundlage für die weiterführende semiotische Analyse bildet.
Wie ist die Unterscheidung zwischen dem ersten und zweiten Teil der Kurzgeschichte semiotisch begründet?
Der Wechsel zwischen den Teilen wird durch den Wechsel der Erzählperspektive sowie durch eine veränderte Kohäsionsstruktur markiert, die den Übergang von einer allgemeinen Schilderung zur spezifischen Erzählung des Ich-Erzählers verdeutlicht.
- Citar trabajo
- B.A. Anna Theodorou (Autor), 2005, Semiotische Textanalyse anhand des Beispiels "La bûche" von Guy de Maupassant, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122615