Heutzutage finden wir pädagogische Angebote in fast allen Lebensbereichen, „ohne dass man sich in explizit pädagogischen Situationen, Feldern oder Rollen befindet“. Aus dieser Tatsache heraus abgeleitet wird der Blick der Erziehungswissenschaft auch auf die moderne, massenmedial strukturierte Öffentlichkeit gerichtet, und werden Aneignungsverhältnisse betrachtet, die außerhalb von pädagogischen Institutionen liegen. Bei diesen Aneignungsverhältnissen handelt es sich um grundlegende Momente und Prinzipien pädagogischen Denkens und Handels, die auch außerhalb der üblicherweise pädagogisch eingestuften Institutionen angetroffen werden.
In dieser Arbeit werde ich anhand von Fachliteratur einige pädagogische Momente jenseits von pädagogische Institutionen analysieren. Dadurch werden die Wirkungen von Massenmedien wie z.B. Fernsehen und Internet bewusst. Als Ergänzung dazu werde ich Beispiele, wie Tele- und Funkkolleg, aus der Zusammenarbeit von Medien und Institutionen vorstellen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Pädagogisierung der Gesellschaft
III. Massenmedien in der Pädagogik jenseits von Institutionen
III. 1. Fernsehen
III. 1. 1. Vermischung von Unterhaltung und Pädagogik
III. 1. 2. Biographische Kommunikation und Irritation
III. 1. 3. Herstellung von Sinn und Übersichtlichkeit
III. 1. 4. Personalisierung und Parasozialität
III. 1. 5. Pädagogische Paradoxien
III. 2. Internet
III. 2. 1. Das Internet als dynamisierte Mega-Enzyklopädie
III. 2. 2. Hypertext
III. 2. 3. Virtuelle Identitäten und Gemeinschaften
III. 2. 4. Transformation des Wissens
IV. Medien in Zusammenarbeit mit Institutionen
V. Resümee
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Rolle von Massenmedien wie Fernsehen und Internet in pädagogischen Kontexten außerhalb klassischer Institutionen. Dabei wird analysiert, wie Medien Wissen vermitteln, Identitäten beeinflussen und gesellschaftliche Lernprozesse prägen, um das Spannungsfeld zwischen Unterhaltung und pädagogischem Anspruch zu beleuchten.
- Die Pädagogisierung der modernen Gesellschaft durch Medien.
- Die Vermischung von Unterhaltungsformaten und pädagogischen Elementen im Fernsehen.
- Die Funktion des Internets als dynamische Enzyklopädie und Wissensquelle.
- Die Kooperation zwischen Massenmedien und Institutionen (z. B. Telekolleg).
Auszug aus dem Buch
III. 1. 3. Herstellung von Sinn und Übersichtlichkeit
Unter diesem Aspekt wurden Sendungen von Adelmann/Stauff analysiert, in denen das Bildmaterial einen zentralen Stellenwert einnimmt, wie z.B.: in der Sportsendung „ran“. In dieser Sendung lenkt der Moderator mit seinen Kommentaren die Wahrnehmung des Zuschauers und bettet das jeweilige Einzelspiel in einen erweiterten Wissenskontext ein. Neben diesen Zusatzinformationen sind es aber die Bemühungen des Moderators um Sinnproduktion, die diese Sportsendungen kennzeichnen. Der Moderator verleiht einzelnen „sinnlosen“ Spielzügen einen Sinn, mit Hilfe von Zeitlupe, Analysen, Markierungen. Das zu Sehende wird erklärt und mit Zusatzinformationen deutlich gemacht. Der Moderator mutet dabei seinem Zuschauer ein Fachvokabular zu. Die Bilderklärung in Form des Kommentars wird zu einer „Schule des Sehens“10. Wer häufig solche Sendungen sieht, kann sich mit diesem Wissen eine analytische Kompetenz aneignen. Die Zuschauer werden also zum Beobachten und Einschätzen erzogen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die zunehmende Präsenz pädagogischer Momente in allen Lebensbereichen und führt in die Analyse der Wirkungsweise von Massenmedien ein.
II. Pädagogisierung der Gesellschaft: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Wandel der Erziehungswissenschaft, die sich von einer reinen Institutionsorientierung hin zur Betrachtung gesellschaftlicher Lernprozesse entwickelt hat.
III. Massenmedien in der Pädagogik jenseits von Institutionen: Hier wird untersucht, wie Fernsehen und Internet pädagogische Funktionen übernehmen, ohne explizit als Bildungseinrichtungen konzipiert zu sein.
III. 1. Fernsehen: Es wird analysiert, wie Fernsehformate Wissen und Werte vermitteln, wobei insbesondere die Spannung zwischen Unterhaltung und pädagogischem Anspruch im Fokus steht.
III. 2. Internet: Dieses Kapitel betrachtet das Internet als interaktive Wissensressource, die durch Hypertexte und virtuelle Identitäten neue Lernformen und Wissensstrukturen ermöglicht.
IV. Medien in Zusammenarbeit mit Institutionen: Hier werden Medienverbundsysteme wie das Telekolleg oder Funkkolleg vorgestellt, die eine Brücke zwischen medialer Wissensvermittlung und formaler Bildung schlagen.
V. Resümee: Das Fazit fasst zusammen, dass Medien heute eine wesentliche Rolle bei der Vorbereitung auf den Umgang mit kontingentem Wissen spielen und die Pädagogik zur Auseinandersetzung mit diesen neuen Lernfeldern zwingen.
Schlüsselwörter
Massenmedien, Erwachsenenbildung, Pädagogisierung, Fernsehen, Internet, Wissensvermittlung, Medienverbund, Unterhaltung, Hypertext, Lebenslanges Lernen, Wissensgesellschaft, Parasozialität, Medientheorie, Bildungsprozesse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Bedeutung von Massenmedien und ihrer Rolle als Akteure in Lernprozessen außerhalb klassischer Bildungsinstitutionen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Wirkung des Fernsehens, die Struktur des Internets als Informationsquelle und die institutionalisierte Medienkooperation zur Weiterbildung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Massenmedien Wissen und Normen vermitteln und warum die Erziehungswissenschaft diese Bereiche als wichtige pädagogische Räume anerkennen muss.
Welche methodische Vorgehensweise wird gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse relevanter Fachliteratur, um die pädagogischen Wirkmechanismen verschiedener Medienformate zu dekonstruieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifisch das Fernsehen hinsichtlich Unterhaltung und Wissensvermittlung sowie das Internet als dynamische Enzyklopädie und Plattform für Identitätsbildung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen gehören Pädagogisierung, Medienverbund, Wissenswandel, Parasozialität und Lebenslanges Lernen.
Wie verändert das Internet den klassischen Wissenserwerb?
Das Internet verschiebt die Wissensvermittlung von starren Korpora hin zu einer dynamischen, durch Hypertexte organisierten Struktur, die jedoch auch kritische Anforderungen an den Nutzer stellt.
Welche Bedeutung haben Medienverbunde wie das Telekolleg?
Diese Systeme bieten eine Kombination aus medialer Vermittlung und institutioneller Begleitung, um Lernlücken in der Bevölkerung zielgerichtet zu schließen.
Was kritisiert die Arbeit an politischen Talkshows?
Die Arbeit stellt fest, dass in Talkshows oft mehr Schein als tatsächlicher Wissenszuwachs produziert wird, da das Format eher widersprüchliche Meinungen präsentiert, statt fundierte Aufklärung zu leisten.
- Arbeit zitieren
- Marianna Dreska (Autor:in), 2003, Massenmedien in der Erwachsenenbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12267