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Die Kunst der Fälscher - Von gefälschten Originalen und originalen Fälschungen

Eine Arbeit über Sein und Schein in der Kunst, exemplarisch vertieft an Alan Rudolph: The Moderns (USA 1988)

Title: Die Kunst der Fälscher - Von gefälschten Originalen und originalen Fälschungen

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 34 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: stud. M.A. Brigitte Vordermayer (Author)

Film Science
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„Kunst ist nur eine Impression. Kunst ist nur eine Infektion. Manche infizieren sich,
manche nicht. Kunst ist nur ein Gerücht.“

Kunst ist, wie Pierre Bourdieu beschreibt, was vom Betrachter
als solche empfunden wird. Diese subjektive „Hilflosigkeit“ führt immer wieder zu einer Suche nach Kriterien
für die Bestimmung von Kunst, die oft beim Begriff der
„Originalität“ landen - und damit auch dem der Fälschung.

Wenn Originalität als
Kriterium für Kunst herangezogen wird, kann eine Fälschung dann niemals Kunst sein? Was passiert, wenn die Grenzen zwischen
Original und Fälschung anfangen zu verschwimmen? Und wie verhält es sich dann mit den Künsten, die aufgrund ihrer technischen Produktions- und Reproduktionsmechanismen nicht an einem materiellen Original festhalten wie Photographie oder Film? Können solche Verfahren von vorne herein keinen Kunststatus erlangen oder muss sogar mit der technischen Reproduzierbarkeit von Werken ein neues Kunstverständnis eingeführt werden, das die alten Originale ablöst? Oder, um erneut aus Alan Rudolphs The Moderns zu zitieren: Hollywood, das neue Paris?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Vorwort

B. Hauptteil: Die „Kunst“ der Fälscher – Über Sein und Schein in der Kunst

I. Theoretische Betrachtungen zu Original und Fälschung

1.1. Begriffsklärungen

1.2. Kleine Geschichte der Fälschung

1.2.1. Historische Positionen vom Mittelalter bis Bourdieu

1.2.2. Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit

1.3. Die „Kunst“ der Fälscher? Ein Konflikt zwischen Moral und Ästhetik

II. The Moderns – Satirische Betrachtung einer Epoche

2.1. Zum Regisseur: Alan Rudolph

2.2. Zum Film: Kurze Inhaltsübersicht

2.3. Historischer und kunstgeschichtlicher Hintergrund im Paris der 1920er Jahre

2.3.1. Salons und Bohème: Treten Sie ein und seien sie wichtig!

2.3.2. Kunstströmungen der Jahrhundertwende: Die „Ismen“

2.3.3. Neue Technik: „Hollywood ist das neue Paris“

2.3.4. Wandel des Kunstmarkts: Schaffe, schaffe, Kunstwerk kaufe!

2.4. Die zentralen Charaktere

2.4.1. Nick Hart – der Fälscher

2.4.2. Madame Valentin – die Kunsthändlerin

2.4.3. „Berti“ Stone – der Neureiche

2.4.4. Die „Experten“

2.5. Täuschung, Fälschung, Lüge, Fake

2.5.1. Auf inhaltlicher Ebene

2.5.2. Auf filmischer Ebene

III. Fazit

C. Nachwort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Originalität und Fälschung sowie das Verhältnis von Sein und Schein in der Kunst. Anhand einer vertiefenden Analyse des Films "The Moderns – Wilde Jahre in Paris" von Alan Rudolph wird erörtert, wie technische Reproduzierbarkeit den Kunststatus beeinflusst und welche gesellschaftlichen, finanziellen sowie ästhetischen Faktoren die Wahrnehmung von Fälschungen prägen.

  • Theoretische Grundlagen zur Definition von Original und Fälschung unter Einbezug von Walter Benjamin.
  • Die historische Entwicklung des Fälschungswesens und die Bedeutung des "Aura"-Begriffs.
  • Analytische Untersuchung der zentralen Charaktere und ihrer Rollenbilder im Film "The Moderns".
  • Reflektion über filmische Mittel als Instrumente der Täuschung und Selbstreflexion.

Auszug aus dem Buch

1.3. Die „Kunst“ der Fälscher? Ein Konflikt zwischen Moral und Ästhetik

Anknüpfend an die Überlegungen aus 1.2.1. soll jetzt der Frage nachgegangen werden, warum das Werk eines Fälschers nicht mehr als Kunst angesehen wird, sobald klar ist, dass es sich um eine Fälschung handelt, ganz gleich wie ästhetisch ansprechend und künstlerisch gelungen es sein mag. Ein Bild, das durchgehend als bedeutend, technisch meisterhaft und emotional ergreifend angesehen wurde, wird sofort in seinem emotionalen, kunsthistorischen und finanziellen Wert geschmälert, sobald sich herausstellt, dass der Autor jemand anderer, als bisher gedacht, ist. Selbst wenn die Kopie tatsächlich „besser“ ist als das Original wird ihm aufgrund einer moralischen Wertung ein höherer ästhetischer Wert zugemessen. Warum ist das so?

Eine Erklärungsmöglichkeit ergibt sich daraus, dass der Code „Kunst“ mit dem Begriff des Originals einhergeht. Ohne Originalität stellt sich also der Code auch nicht ein. Der Originalitätsbegriff ist demnach doppelt belegt, einmal in handwerklicher und einmal in moralischer Hinsicht. Doch als Kunst wird das angesehen, was den uns bekannten Kunstbegriff ständig reproduziert, und das scheint die moralische Komponente weit höher anzusetzen als die handwerklich-ästhetische. Deshalb fungiert eine perfekte Fälschung so lange als Kunstwerk, wie es ihr gelingt, den Code zu bedienen und das, was von einem Kenner als einmalig, original und unnachahmlich betrachtet wird, zu wiederholen. Den visuellen Kriterien nach entspricht die Fälschung einem Original, ohne jedoch seine Kriterien tatsächlich zu erfüllen. Ein eventuelles Können und Talent der Fälscher wird also negiert zugunsten der moralischen Verwerflichkeit ihres Schaffens und die Bildidee (vgl. Da Vinci) scheint als zentrales Moment der Kunst betont. Faktisch gelten als wichtige Bewertungskriterien eines Bildes aber nach wie vor auch gerade handwerkliche Fertigkeiten wie Linienführung oder Filigranität. Und diese müssten dem (guten) Werk eines Fälschers genauso zugesprochen werden wie seinem Original.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Theoretische Betrachtungen zu Original und Fälschung: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Begriffe, historische Ansätze zur Fälschung und stützt sich dabei maßgeblich auf Walter Benjamins Theorie der technischen Reproduzierbarkeit.

II. The Moderns – Satirische Betrachtung einer Epoche: Hier erfolgt eine detaillierte Filmanalyse, die den historischen Kontext, die Charakterprofile und das Spiel mit Täuschungsebenen in Alan Rudolphs Werk untersucht.

III. Fazit: Das Fazit führt die theoretischen Erkenntnisse mit den filmischen Beobachtungen zusammen und reflektiert die Rolle von Fälschungen als allgegenwärtiges Phänomen.

C. Nachwort: Das Nachwort schließt mit der Feststellung, dass Fälschungsprozesse in modernen Medien allgegenwärtig sind und die Grenze zwischen Realität und Inszenierung zunehmend verschwimmen lassen.

Schlüsselwörter

Original, Fälschung, Kunst, Walter Benjamin, Reproduzierbarkeit, Aura, The Moderns, Alan Rudolph, Bohème, Ästhetik, Schein, Täuschung, Kunstmarkt, Fake, Kunstgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht den komplexen Zusammenhang von Original und Fälschung in der Kunst. Sie verbindet kunsttheoretische Überlegungen mit einer tiefgehenden Filmanalyse.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind der Verlust der "Aura" bei technischer Reproduktion, die moralische Bewertung von Kunstfälschungen und die Konstruktion von Identitäten in der Kunstwelt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Status des Kunstwerks im 20. Jahrhundert kritisch zu hinterfragen und zu verdeutlichen, wie Kunstfälschungen und "Fakes" die Wahrnehmung von Wahrheit beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus literaturwissenschaftlicher Theoriearbeit (u.a. Benjamin, Bourdieu, Römer) und einer filmwissenschaftlichen Analyse, inklusive Sequenzprotokollierung.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil analysiert Alan Rudolphs Film "The Moderns" als Exempel für den Umgang mit künstlerischer Authentizität und als satirischen Kommentar auf die Kunstszene der 1920er Jahre.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Original, Fälschung, Aura, Reproduzierbarkeit, Kunstmarkt, Authentizität, "The Moderns", Täuschung und Ästhetik.

Inwiefern spielt der Regisseur Alan Rudolph eine Rolle für die These?

Rudolph dient als Beispiel eines Künstlers, der bewusst filmische Täuschungsmanöver einsetzt, um die Gemachtheit von Realität und Kunst für den Zuschauer sichtbar zu machen.

Warum wird im Film ausgerechnet ein "Fake" als Kunstform diskutiert?

Weil der Film zeigt, dass Kunst nicht nur durch den Schöpfungsprozess, sondern oft durch institutionelle Expertenurteile und den finanziellen Marktwert definiert wird, was eine Fälschung zum Meisterwerk erheben kann.

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Details

Title
Die Kunst der Fälscher - Von gefälschten Originalen und originalen Fälschungen
Subtitle
Eine Arbeit über Sein und Schein in der Kunst, exemplarisch vertieft an Alan Rudolph: The Moderns (USA 1988)
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Theater- und Medienwissenschaft)
Course
Hauptseminar "Film und Fälschung"
Grade
2,3
Author
stud. M.A. Brigitte Vordermayer (Author)
Publication Year
2007
Pages
34
Catalog Number
V122700
ISBN (eBook)
9783640266159
ISBN (Book)
9783640266241
Language
German
Tags
Kunst Fälschung Walter Benjamin Original Fake Copy Alan Rudolph The Moderns Paris Aura Reproduktion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
stud. M.A. Brigitte Vordermayer (Author), 2007, Die Kunst der Fälscher - Von gefälschten Originalen und originalen Fälschungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122700
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