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Der Diskurs um den Bau der Moschee in Köln-Neufeld

Im Kontext der Begriffe Kultur und Ethnizität

Titel: Der Diskurs um den Bau der Moschee in Köln-Neufeld

Hausarbeit , 2008 , 20 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Christoph Mayr (Autor:in)

Ethnologie / Volkskunde
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Die Integration ist gescheitert.“ Mit diesem Resümee macht der Schriftsteller Ralph Giordano seit dem letzten Jahr auf sich aufmerksam. Der Satz fällt im Streit um den Bau der DITIB Zentralmoschee in Köln-Neufeld, der am 28. August dieses Jahres endgültig genehmigt wurde. Im diesem Streit geht es um mehr als um den Bau eines Gebetshauses. Der Streit zeigt die polarisierte Meinung einer breiten Gesellschaft gegenüber der Integration von türkischen Muslimen und offenbart die Sprengkraft der Debatte. Es geht tatsächlich um das Bild des Fremden in Deutschland und um die Frage, wie die deutsche Kultur mit diesem umgehen soll. Giordano zeichnet ein Bild apokalyptischen Ausmaßes. Er spricht vom Koran als einer „Lektüre des Schreckens“ und schreibt in einem offenen Brief an den Dialogbeauftragten der türkisch-muslimischen Gemeinde: „Die Stunde der Deeskalation ist gekommen - für beide Seiten.“ Hinter der Polemik verstecken sich Ängste und Vorurteile, die auch in weiten Teilen der Öffentlichkeit vorhanden sind. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse einiger Argumente, die im öffentlichen Streit verwendet werden – auch hinsichtlich der wissenschaftlichen Bedeutung der zentralen Begriffen Ethnizität und Kultur. Eine ganzheitliche Darstellung des Konflikts kann aufgrund der Komplexität des Stoffes nicht geleistet werden. Deshalb ist das Augenmerk auf einzelne Aspekte gerichtet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. BEGRIFFSKLÄRUNGEN UND ANSÄTZE

2. 1. ETHNIZITÄT

2. 2. KULTUR UND KULTURALISMUS

3. HINFÜHRUNG ZUM DISKURS UM DEN BAU DER MOSCHEE IN KÖLN-NEUFELD

3. 1. KULTUR UND ETHNIZITÄT BEI MUSLIMEN IN DEUTSCHLAND

3. ANALYSE DES DISKURSES UM DEN BAU DER MOSCHEE IN KÖLN-EHRENFELD

3. 1. DAS PROJEKT „DITIB ZENTRALMOSCHEE“

3. 2. DIE PARTEIEN

3. 3. DER DISKURS

4. FAZIT & AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den öffentlichen Diskurs rund um den Bau der DITIB-Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld. Dabei wird analysiert, wie in diesem Konflikt die wissenschaftlichen Begriffe Kultur, Ethnizität und Kulturalismus von den beteiligten Akteuren, insbesondere dem Schriftsteller Ralph Giordano, verwendet und instrumentalisiert werden, um Ängste vor einer sogenannten schleichenden Islamisierung zu artikulieren.

  • Analyse der Begriffe Ethnizität und Kultur im wissenschaftlichen Kontext.
  • Untersuchung des Diskurses über den Moscheebau als Auseinandersetzung zwischen Mehrheits- und Minderheitskultur.
  • Kritische Beleuchtung der Argumentationsstrategien von Ralph Giordano.
  • Darstellung der Position der DITIB als Dialogpartner in der öffentlichen Debatte.
  • Reflexion über das Verhältnis von Religionsfreiheit und Integration in Deutschland.

Auszug aus dem Buch

3. 3. Der Diskurs

Ralph Giordano fordert gegenüber der Öffentlichkeit und der Politik: „Stoppen sie diesen Bau, der kein Ausdruck muslimischen Integrationswillens ist, sondern ein Zentrum integrationsfeindlicher Identitätsbewahrung, das Symbol eines Angriffs auf unsere demokratische Lebensform, ein Anspruch auf Macht und Einfluss.“ Er sieht den Bau der Zentralmoschee als „falsches Signal“. Giordano vertritt die These, dass Integration grundlegend gescheitert ist und befürchtet eine schleichende Islamisierung Deutschlands. Da er selbst Jude ist – und so vor der Öffentlichkeit keine Zuordnung in das rechte Lager befürchten muss – kann er seine Kritik offen formulieren. Diese erfährt von verschiedenen Seiten Zustimmung, mit dem Vermerk darauf, dass nun eine – gleichsam politisch korrekte – Kritik am Islam erst möglich sei.

Er befürchtet eine Vergrößerung der Kluft zwischen Mehrheits- und Parallelgesellschaft, sollte die Moschee gebaut werden. Die Argumentation wird von Giordano polemisch geführt. Außerdem ist sie geprägt von Pauschalisierungen, Kulturalisierung und einer homogenen Sicht auf den Kulturkreis des Islam. Im Folgenden sollen einige seiner Standpunkte hinsichtlich dieser Problematik untersucht werden. Die Erörterung orientiert sich an den Aussagen Giordanos in der TV-Sendung „Streit im Turm“ vom 16.05.2007, dem offenen Brief Giordanos an die DITIB, namentlich an Herrn Alboga und dem Aufsatz Giordanos „Nicht die Moschee, der Islam ist das Problem“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Debatte um den Bau der DITIB-Zentralmoschee ein und skizziert das Ziel der Arbeit, die verwendeten Argumente diskursanalytisch unter Einbeziehung zentraler Begriffe wie Kultur und Ethnizität zu untersuchen.

2. BEGRIFFSKLÄRUNGEN UND ANSÄTZE: Dieses Kapitel erläutert kurz die wissenschaftlichen Definitionen von Ethnizität, Kultur und Migration, um eine Grundlage für die Analyse der im Diskurs verwendeten Begriffe zu schaffen.

3. HINFÜHRUNG ZUM DISKURS UM DEN BAU DER MOSCHEE IN KÖLN-NEUFELD: Der Abschnitt untersucht die kulturelle und ethnische Identität muslimischer Türken in Deutschland und legt damit den Grundstein für die Analyse des konkreten Moscheebau-Konflikts.

3. ANALYSE DES DISKURSES UM DEN BAU DER MOSCHEE IN KÖLN-EHRENFELD: In diesem Hauptteil wird der Streit um das DITIB-Projekt analysiert, wobei die Projektbeteiligten und ihre jeweiligen Argumente sowie die mediale und öffentliche Resonanz detailliert beleuchtet werden.

3. 1. DAS PROJEKT „DITIB ZENTRALMOSCHEE“: Dieses Unterkapitel beschreibt die Hintergründe des Moscheebauprojekts, die Rolle des Verbandes DITIB und den aktuellen Stand des Bauvorhabens.

3. 2. DIE PARTEIEN: Hier werden die wichtigsten Akteure und Interessenvertreter des Diskurses vorgestellt, darunter die DITIB-Vertreter und prominente Kritiker wie Ralph Giordano.

3. 3. DER DISKURS: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit den polemischen Argumenten von Ralph Giordano auseinander und untersucht die Gegendarstellungen, insbesondere durch Dialogbeauftragte wie Bekir Alboga.

4. FAZIT & AUSBLICK: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass eine friedliche Koexistenz nur durch einen kontinuierlichen Dialogprozess möglich ist, statt durch die Schürung von Ängsten.

Schlüsselwörter

DITIB, Moscheebau, Köln-Ehrenfeld, Ethnizität, Kultur, Kulturalisierung, Integration, Ralph Giordano, Islamisierung, Diskurs, Parallelgesellschaft, Religionsfreiheit, Dialog, Minderheit, Mehrheitsgesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem öffentlichen Diskurs und den dabei verwendeten Argumentationsmustern rund um den geplanten Bau der DITIB-Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentral sind die Begriffe Kultur, Ethnizität und Kulturalisierung sowie deren Einfluss auf die Integrationsdebatte und die öffentliche Wahrnehmung muslimischer Gemeinden in Deutschland.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Rolle der genannten Begriffe in der hitzigen Debatte um das Moscheebauprojekt zu analysieren und aufzuzeigen, wie Vorurteile und Pauschalisierungen den Dialog erschweren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine diskursanalytische Herangehensweise, indem sie verschiedene Quellen wie Zeitungsartikel, TV-Beiträge und Sammelbände untersucht, um die Standpunkte der beteiligten Akteure kritisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Vorstellung der Akteure, der detaillierten Analyse der Argumente von Ralph Giordano gegen den Moscheebau und den Entgegnungen durch DITIB-Vertreter.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem DITIB, Islamisierung, Integration, Kulturalisierung, Ethnizität und der Dialog zwischen den Kulturen.

Welche Rolle spielt Ralph Giordano in der Analyse?

Giordano wird als ein Hauptkritiker des Projekts analysiert, dessen polemische Rhetorik und Warnungen vor einer „schleichenden Islamisierung“ die Diskussion maßgeblich beeinflusst und emotionalisiert haben.

Wie steht die Autorin bzw. der Autor zur Rolle der DITIB?

Die Arbeit zeichnet ein differenziertes Bild der DITIB, betont deren Bemühungen um Transparenz und Dialogbereitschaft und sieht das Projekt als einen Schritt in die Öffentlichkeit statt als Ausdruck einer isolierten Parallelgesellschaft.

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Details

Titel
Der Diskurs um den Bau der Moschee in Köln-Neufeld
Untertitel
Im Kontext der Begriffe Kultur und Ethnizität
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Institut für Volkskunde und Europäische Ethnologie)
Veranstaltung
Zwischen Konzepten und Konstrukten. Diskussion von Ethnizität anhand ausgewählter Fall- und Textbeispiele
Note
1,7
Autor
Christoph Mayr (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
20
Katalognummer
V122756
ISBN (eBook)
9783640279371
ISBN (Buch)
9783640283170
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Diskurs Moschee Köln-Neufeld Zwischen Konzepten Konstrukten Diskussion Ethnizität Fall- Textbeispiele
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christoph Mayr (Autor:in), 2008, Der Diskurs um den Bau der Moschee in Köln-Neufeld, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122756
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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