Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Filmgeschichte Perus. Dabei behandelt der erste Teil die geschichtliche Entwicklung des Films, d.h. die Entstehung der ersten Filmprojektoren und deren Verbreitung sowie die darauf basierende Geschichte des Films in Peru. Dabei wird im besonderen auf den Cine Club Cuzco, die Grupo Chaski, welche repräsentiv für die filmischen Aktivitäten der 1980'er ist, und auf die Frauenfilmgruppe Warmi, stellvertretend für die 1990'er, eingegangen. Ziel ist es, den Verlauf der Filmentwicklung in Peru unter den vorherrschenden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Umständen darzustellen. Dabei ist jedoch anzumerken, dass es nur eine peruanische Filmgeschichte, 1970 geschrieben von Isaac León Frías, im Rahmen der Forschungsliteratur existiert. Somit stützt sich der erste Teil dieser Hausarbeit neben der besagten Filmgeschichte vor allem auf Internetquellen und andere Sekundärliteratur. Der zweite Teil thematisiert die kinematographische Bedeutung der Filme Fransisco Lombardis. Zuerst steht eine kurze biographische Einleitung zum wohl bekanntesten zeitgenössischen Regisseur Perus. Danach wird besonders auf die einzelnen Werke Lombardis von den späten Siebziger Jahren bis hin zu seinem aktuellsten Werk „Ojos que no ven“ und deren nationale und auch internationale Bedeutung eingegangen. Dabei soll auch der Inhalt der Filme dargestellt werden, da die von Lombardi bearbeiteten Themen, zumindest in vielen Werken, in engem Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Situation in Peru stehen. Außerdem wird auf die Arbeitsweise Lombardis genau eingegangen, um zu zeigen, wie er es schafft, seit nunmehr 30 Jahren Filmgeschichte zu schreiben. Das für den zweiten Teil verwendete Material bestand zum Großteil aus Internetquellen, in denen zahlreiche Berichte und auch Interviews zu finden waren. Es wurden aber auch Bücher und Zeitschriften in spanischer Sprache verwendet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Entwicklung des Films in Peru
2.1 Die Stummfilmzeit (1897 – 1936)
2.2 Die Einführung des Tons und der Farbe (1934 – 1955)
2.3 Cine Club Cuzco oder La Escuela del Cuzco
2.4 Spielfilmproduktion ab 1965
2.5 Das Filmförderungsgesetz von 1973 und seine Auswirkungen
2.6 Grupo Chaski- die 1980'er
2.7 Die 1990'er und die Frauenfilmgruppe Warmi
3 Einleitung zum zweiten Teil
4 Kurzbiografie
5 Sein Werk
5.1 Muerte al amanecer- der erste Spielfilm
5.2 Die späten Siebziger Jahre
5.3 Die Achtziger Jahre
5.4 Die Neunziger Jahre
5.5 Werke seit 2000
6 Lombardis Arbeitsweise
7 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung der peruanischen Filmgeschichte unter Berücksichtigung sozioökonomischer Bedingungen und analysiert im zweiten Teil das filmische Schaffen von Francisco Lombardi als zentralem Vertreter des zeitgenössischen peruanischen Kinos.
- Historische Meilensteine des peruanischen Kinos (Stummfilmzeit bis 1990er)
- Die Rolle einflussreicher Gruppen wie Cine Club Cuzco, Grupo Chaski und Warmi
- Auswirkungen staatlicher Eingriffe wie das Filmförderungsgesetz von 1973
- Analyse des Werks von Francisco Lombardi unter Berücksichtigung gesellschaftskritischer Aspekte
Auszug aus dem Buch
2.5 Das Filmförderungsgesetz von 1973 und seine Auswirkungen
Wie auch in den meisten anderen lateinamerikanischen Ländern während der 1960'er und 70'er Jahre kam es am 3. Oktober 1968 in Peru zu einem Militärputsch. Daraufhin setzte sich eine links nationalistische Militärregierung unter dem General Velasco Alvarado gegen das Regime von Fernando Belaunde Terry durch. Die Folgen für die Unterhaltungsindustrie waren einschneidend; 51% des Aktienkapitals der privaten Fernsehfilme und 25% des Aktienkapitals von Rundfunkunternehmen, sowie die Tagespresse wurden durch die Reformen der neuen Regierung enteignet und verstaatlicht. 1973 wurde ein Filmförderungsgesetz, das in Zusammenarbeit mit Robles Godoy verfasst wurde, verabschiedet, wodurch die Vorführung von peruanischen Kurz- und Spielfilmen, sofern sie bestimmten Qualitätsmerkmalen entsprachen, obligatorisch wurde. Der nun mehr abgesicherte Absatzmarkt für peruanische Filme in Peru und die prozentuale Beteiligung der Produzenten am Eintrittspreis führte zu einem enormen Boom der Filmproduktion, der eine Industrialisierung der Filmwirtschaft erahnen ließ.
Kurzfilme jedoch erlebten einen enormen Produktionsboom. Durch ihre gefälligen Themen ohne jegliche Art von Kritik, passten insbesonders sie sich den Normen der Förderungkomission (COPROCI) an. Die meisten Filme beschäftigten sich mit den Themen: Folklore, Archäologie, Ethnologie und unverfänglichen Alltagsbeschreibungen. Der Film hatte jegliche Bedeutung als Ausdrucksmittel, Forum und Reflektion von sozialen, politischen und wirtschaftlichen Mißständen verloren und war somit nur noch ausdruckslose Massenware. „Im Rahmen einer freien und kapitalistischen Demokratie,..., wäre diese Art von Gesetz ( Filmförderungsgesetz) sinnvoll gewesen, jedoch nicht innerhalb einer Regierungsform, die sozialistische Forderungen stellt.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Struktur der Arbeit, die sowohl die geschichtliche Filmentwicklung in Peru als auch das kinematographische Werk von Francisco Lombardi behandelt.
2 Die Entwicklung des Films in Peru: Dieses Kapitel zeichnet den Verlauf der peruanischen Filmgeschichte von den Anfängen der Stummfilmzeit bis in die 1990er Jahre unter Einfluss politischer und sozioökonomischer Faktoren nach.
3 Einleitung zum zweiten Teil: Die Einleitung führt in die filmische Bedeutung von Francisco Lombardi ein und erläutert seinen Stellenwert als zeitgenössischer Regisseur in Peru.
4 Kurzbiografie: Ein kurzer Abriss über die Lebensstationen und die Ausbildung von Francisco Lombardi, inklusive seiner frühen Anfänge als Filmkritiker und Produzent.
5 Sein Werk: Eine detaillierte Betrachtung der wichtigsten Filme Lombardis, chronologisch gegliedert von den späten siebziger Jahren bis zum Jahr 2000.
6 Lombardis Arbeitsweise: Dieses Kapitel beleuchtet den aufwendigen Arbeitsstil des Regisseurs, seine enge Zusammenarbeit mit Autoren und die lineare Erzählstruktur seiner Filme.
7 Zusammenfassung: Das Fazit resümiert die Abhängigkeit des peruanischen Films vom nordamerikanischen Markt und betont die Bedeutung von Francisco Lombardis Erfolg für die nationale Filmkultur.
Schlüsselwörter
Filmgeschichte, Peru, Francisco Lombardi, Cine Club Cuzco, Grupo Chaski, Warmi, Filmförderungsgesetz, Spielfilm, Dokumentarfilm, Regie, Kinematographie, Sozialkritik, Lateinamerika, Kulturpolitik, Medien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der Filmproduktion in Peru sowie die filmische Karriere des Regisseurs Francisco Lombardi.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte des Kinos in Peru, den Einfluss von Filmkollektiven wie Grupo Chaski, die Wirkung staatlicher Gesetzgebung und die filmische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Realität.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den Verlauf der Filmentwicklung in Peru unter den gegebenen politischen und sozialen Rahmenbedingungen darzustellen und die Bedeutung von Francisco Lombardi für das nationale Kino aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf die Auswertung vorhandener Forschungsliteratur, Internetquellen, Berichte sowie Interviews und setzt diese in einen historischen Kontext.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird sowohl die chronologische Entwicklung des peruanischen Films von 1897 bis in die 1990er Jahre beschrieben als auch eine filmografische Analyse von Lombardis Werken vorgenommen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Filmgeschichte Peru, Francisco Lombardi, Filmförderung, soziale Realität und nationale Identität.
Welche Rolle spielte das Filmförderungsgesetz von 1973 für die Produktion?
Es sorgte für einen enormen, quantitativen Boom der Filmproduktion, führte jedoch bei Kurzfilmen oft zu einer inhaltlichen Nivellierung, da sich die Produzenten den Normen der COPROCI anpassten.
Was macht die Arbeitsweise von Francisco Lombardi besonders?
Lombardi zeichnet sich durch eine sehr sorgfältige Drehbucharbeit, den Fokus auf psychologische Konsistenz der Charaktere und eine klare, lineare Erzählstruktur aus.
Warum wird die Grupo Chaski als bedeutend für die 1980er Jahre hervorgehoben?
Die Gruppe war wegweisend beim Aufbau einer spezifischen peruanischen Filmkultur, die sich direkt mit der politischen und sozialen Realität des Landes auseinandersetzte und Laiendarsteller aktiv einbezog.
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- Claudia Adler (Author), 2005, Entwicklung des Films in Peru und die Bedeutung des peruanischen Regisseurs Francisco Lombardi, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122809