Die vorliegende Arbeit gliedert sich in zwei Abschnitte: Zunächst soll auf die Besonderheiten der gesprochenen Sprache in Abgrenzung zur Schriftsprache eingegangen werden. Danach wird analysiert, inwieweit Talk den Kriterien der gesprochenen Sprache gerecht wird, bevor das Format der Talkshows, denen die vorliegenden Beispiele entnommen wurden, genauer erklärt werden. Im zweiten Teil werden die verschiedenen Hesitationssignale anhand von Fachliteratur differenziert und erklärt und die vorgestellten Varianten in Talkshowausschnitten erläutert. Diese Arbeit stützt sich in ihrer Untersuchung der Hesitationssignale im Wesentlichen auf die Erkenntnisse Johannes Schwitallas in seinem Buch Gesprochenes Deutsch und in ihren Ausführungen über den Talk auf Ulrike Mühlens Studie Talk als Show. Eine linguistische Untersuchung der Gesprächsführung in den Talkshows des deutschen Fernsehens .
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Hauptteil
II.1 Gesprochene Sprache vs. geschriebene Sprache
II.1.2 Gesprochene Sprache vs. Talk
II.1.3 Situation der gewählten Talkshow-Beispiele
II.2 Definition Hesitationssignale
II.2.1 Stille und gefüllte Pausen
II.2.1.1 Transkription von Pausen
II.2.1.2 Anwendung: stille Pause
II.2.1.3 Anwendung: gefüllte Pause
II.2.2 Vokal- und Spirantendehnung
II.2.2.1 Anwendung: Vokal- und Spirantendehnung
II.2.3 Wiederholungen von Lauten, Wörtern und Wortverbindungen
II.2.3.1 Anwendung: Wiederholungen von Lauten, Wörtern und Wortverbindungen
II.2.4 Korrekturen von Wörtern oder Konstruktionen und Wortabbrüche und Konstruktionsabbrüche
II.2.4.1 Anwendung: Korrekturen von Wörtern oder Konstruktionen und Wortabbrüche und Konstruktionsabbrüche
III Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Natur, Funktion und Verbreitung von Hesitationssignalen in der gesprochenen Sprache, wobei Talkshows als Untersuchungsgegenstand dienen, um die Kriterien mündlicher Kommunikation linguistisch zu beleuchten.
- Besonderheiten und Abgrenzung der gesprochenen zur geschriebenen Sprache
- Analyse des Talkshow-Formats im Hinblick auf Natürlichkeit und Spontaneität
- Differenzierung verschiedener Hesitationssignale (Pausen, Dehnungen, Wiederholungen)
- Rolle von Hesitationsphänomenen bei der Gesprächssteuerung und Planung
Auszug aus dem Buch
II.2.1 Stille und gefüllte Pausen
Ein häufig auftretendes Hesitationssignal, vielleicht sogar das häufigste überhaupt, ist die Pause. Schwitalla nimmt bei diesem Phänomen die Unterscheidung „stille“ oder „gefüllte Pause“ vor, denen unterschiedliche Funktionen zugrunde liegen. Bei der stillen Pause wird der Redefluss durch eine Pause unterbrochen, das heißt der reale Sprecher schweigt. Somit kann man vereinfachend sagen, dass die „stille Pause“ unserer üblichen Vorstellung einer Sprechpause entspricht. Die stille Pause wird in der Forschung als ein „wichtiges einheitenabgrenzendes Signal gewertet“. Da sie von sich aus jedoch wenig aussagekräftig ist, kommt es darauf an, in welcher Umgebung sie produziert wird. „Einheitenbeendende“ Pausen, die auf das Ende eines Satzes folgen, welches durch fallende oder steigende Intonation angezeigt wird, dienen der Verstärkung der Äußerungssegmentierung. Damit kommt ihnen eine grundsätzlich andere Funktion als „einheitsinterne“ Pausen zu, die als Unterbrechung verstanden werden. Ihr Kontext lässt vermuten, dass eine Fortsetzung der Rede geplant ist. Außerdem folgen bei der Wiederaufnahme der Rede Signale wie schnelles Sprechen und Tonsprünge.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Die Einleitung führt in das Spannungsfeld zwischen gesprochener und geschriebener Sprache ein und begründet die Relevanz von Hesitationssignalen als notwendige Bestandteile mündlicher Kommunikation.
II Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung von Mündlichkeit und Schriftlichkeit sowie die detaillierte linguistische Kategorisierung und Analyse von Hesitationsphänomenen anhand von Talkshow-Transkripten.
III Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Hesitationssignale trotz ihrer Filterung bei der Dekodierung zentrale rhetorische Funktionen zur Gesprächssteuerung und zur Bewältigung von Planungsprozessen erfüllen.
Schlüsselwörter
Hesitationssignale, gesprochene Sprache, Talkshow, Gesprächssteuerung, Stille Pause, Gefüllte Pause, Vokaldehnung, Spirantendehnung, Wiederholung, Korrektur, Gesprächslinguistik, Turn-Taking, Gesprächsorganisation, Sprachproduktion, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht Hesitationssignale als essenzielle Merkmale gesprochener Sprache und analysiert deren Funktionen innerhalb von Kommunikationssituationen in Talkshows.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind der Kontrast zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit, die Definition von Hesitationsphänomenen und deren spezifische Ausprägung (Pausen, Dehnungen, Wiederholungen, Korrekturen) in Medienformaten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Rolle von Hesitationssignalen als unverzichtbare Mittel der Gesprächsführung und Zeitgewinnung für den Sprecher zu entschlüsseln und deren linguistische Funktion zu belegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer linguistischen Analyse von Transkripten aus Talkshow-Ausschnitten, gestützt auf fachwissenschaftliche Literatur zur Gesprächsforschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil differenziert theoretisch zwischen verschiedenen Arten von Hesitationssignalen und illustriert diese anhand konkreter Beispiele aus der Sendung "Zwei bei Kallwass".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Hesitationssignale, Gesprächssteuerung, Spontaneität, Gesprächspartikel und linguistische Analyse.
Warum eignet sich das Talkshow-Format besonders gut für diese Studie?
Talkshows bieten authentisches Material gesprochener Sprache, das leicht zugänglich ist und aufgrund banaler Alltagsthemen den Fokus auf die linguistische Form statt auf inhaltliche Komplexität lenkt.
Welche Rolle spielen die "gestellten" Szenen in den ausgewählten Beispielen?
Die Autorin stellt fest, dass in den gestellten Szenen von "Zwei bei Kallwass" Hesitationssignale deutlicher und häufiger auftreten als in vollkommen ungeplanten Gesprächen, was sie für die linguistische Auswertung besonders wertvoll macht.
- Citation du texte
- Eva-Maria Dewald (Auteur), 2004, Analyse von Hesitationssignalen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122816