Die Schwerfälligkeit von großen Unternehmungen war die Ursache für die Abkehr vom traditionellen Zentralisationsgedanken hin zur Segmentierung der Primärorganisation in relativ kleine, autarke und autonome Center bei gleichzeitiger Dezentralisation und Delegation von Entscheidungen. Hinter der Vereinfachung der Interdependenzstruktur, bei dem die Organisationseinheiten sowohl aufgaben- als auch ressourcenseitig entkoppelt werden, steht die generelle Zielsetzung „unternehmerisches Denken“ in den Segmenten zu verankern. Gegenwärtige Diversifikationsprozesse sehen den Aufbau von Kernkompetenzfeldern bei spezifischen Wertschöpfungsaktivitäten zur Erreichung operativer Spitzenleistungen vor, wofür auf unternehmungsinterner Wertschöpfungsebene Center-Konzepte das Hauptforum bilden.
Im Rahmen dieser Arbeit wird der Begriff der Center-Konzepte signifikant nach seinen Ausprägungen als Cost-, Profit- und Service-Center analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Konstitutive Explikationen zum Begriff der „Center-Konzepte“
2. Center-Konzepte in divisionalen und funktionalen Organisationsstrukturen
2.1 Definition und Zielsetzung von Center-Konzepten
2.2 Paradigmen ausgewählter Center-Konzepte
2.2.1 Cost-Center-Konzeption
2.2.2 Profit-Center-Konzeption
2.2.3 Service-Center-Konzeption
2.3 Center-Konzepte zwischen Steuerungsdilemma und vernetzter zielorientierter Koordination: Anwendungsfelder der Prozeßkostenrechnung zur Center-Steuerung
3. Vergleichende Würdigung von Center-Konzepten anhand beispielhafter Kriterien
3.1 Auswahl von Beurteilungskriterien unter besonderer Berücksichtigung der Zieladäquanz
3.2 Zieladäquanz von Center-Konzepten: Berücksichtigung von Unternehmungs- und Mitarbeiterzielen
3.2.1 Vergleich der Center-Konzepte vor dem Hintergrund sachbezogener und ökonomischer Unternehmungsziele
3.2.2 Relevanz motivationaler- und sozialer Unternehmungs und Mitarbeiterziele im Rahmen von Center-Konzepten
3.3 Situationsadäquanz von Center-Konzepten: Derivative Konstruktion eines kombinierten Center-Konzeptes
4. Fortentwicklung von Center-Konzepten vor dem Hintergrund aktueller Tendenzen und Herausforderungen
5. Call-Center der Continental AG als praktisches Beispiel für die Ausgestaltung eines Service-Centers
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die steuerungstechnische Problematik verschiedener Center-Konzepte (Cost-, Profit- und Service-Center) in Industrieunternehmen und setzt diese in den Kontext moderner Anforderungen an Organisationsstrukturen.
- Konstitutive Merkmale und Differenzierung der Center-Typen
- Methoden der Steuerung und Koordination mittels Controlling
- Zieladäquanz von Center-Konzepten hinsichtlich ökonomischer und motivationaler Ziele
- Praktische Anwendung am Beispiel des Call-Centers der Continental AG
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Cost-Center-Konzeption
Cost-Center sind organisatorische Teilbereiche ohne einen direkten Zugang zum Absatzmarkt, an die in Ermangelung zurechenbarer Erlöse nur die Verantwortlichkeit für die Effizienz der Leistungserstellung delegiert wird. Die Leitung ist somit nur für die von ihr verursachten Kosten verantwortlich, wobei die Bedeutung des Cost-Centers mehr auf der Betrachtung als abrechnungstechnische Einheit liegt.
Charakteristisch sind Cost-Center einerseits im (1) Produktionsbereich, in denen der Leiter weder die Vermarktung seines Outputs noch die Investitionen in die maschinelle Ausstattung steuern kann. In diesem Sinne erhält ein Cost-Center nur „...Vorgaben hinsichtlich der zu erstellenden und an andere Subsysteme abzugebenden Gütermengen sowie Handlungsspielraum in Bezug auf den Gütereinsatz.“, wobei die Zielsetzung auf die Minimierung des Inputs gerichtet ist. (2) Anderseits bei der Erstellung interner, nicht marktfähiger Dienstleistungen, wie Personalverwaltung oder Rechtsberatung. Begründet durch die externe Fixierung des Outputs ist die Cost-Center-Leitung nicht für den Beschäftigungsgrad verantwortlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Konstitutive Explikationen zum Begriff der „Center-Konzepte“: Erläuterung der Ursachen für die Segmentierung großer Unternehmungen in Center-Einheiten zur Erhöhung der Autonomie und Dezentralisierung.
2. Center-Konzepte in divisionalen und funktionalen Organisationsstrukturen: Detaillierte Analyse der Ausprägungen von Cost-, Profit- und Service-Centern sowie deren Steuerungsmöglichkeiten durch das Controlling.
3. Vergleichende Würdigung von Center-Konzepten anhand beispielhafter Kriterien: Evaluierung der Konzepte hinsichtlich ihrer Zieladäquanz gegenüber Unternehmens- und Mitarbeiterzielen sowie ihrer Eignung in verschiedenen Unternehmenssituationen.
4. Fortentwicklung von Center-Konzepten vor dem Hintergrund aktueller Tendenzen und Herausforderungen: Diskussion über die zukünftige Rolle von Center-Strukturen beim Aufbau von Kernkompetenzfeldern unter Berücksichtigung moderner Organisationsformen.
5. Call-Center der Continental AG als praktisches Beispiel für die Ausgestaltung eines Service-Centers: Fallstudie über die konkrete Implementierung und Steuerung eines Service-Centers zur Kundenpflege.
Schlüsselwörter
Center-Konzepte, Cost-Center, Profit-Center, Service-Center, Controlling, Dezentralisierung, Ergebnisverantwortung, Prozesskostenrechnung, Unternehmensführung, Organisationsstruktur, Continental AG, Zieladäquanz, Management by Objectives, Outsourcing, Leistungserstellung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Steuerungsproblematik von sogenannten „Center-Konzepten“ in Industrieunternehmen, wobei der Fokus auf dem Vergleich von Cost-, Profit- und Service-Centern liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Abgrenzung dieser Organisationsformen, ihre steuerungstechnische Behandlung durch das Controlling sowie die Analyse ihrer situativen Eignung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine vergleichende Würdigung der Center-Konzepte unter besonderer Berücksichtigung der Zieladäquanz und der Erreichung unternehmerischer Gesamtziele.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen analytischen und systematisierenden Ansatz, der auf betriebswirtschaftlicher Literatur basiert und durch ein praktisches Fallbeispiel (Continental AG) untermauert wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Differenzierung der Center-Modelle, die methodische Steuerung via Prozesskostenrechnung und die kritische Würdigung anhand von Leistungs- und Motivationskriterien.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Autonomie, Ergebnisverantwortung, Kostenminimierung, Prozessorientierung und die Differenzierung zwischen Cost-, Profit- und Service-Centern.
Welche Rolle spielt das Continental-Call-Center in der Arbeit?
Es dient als praxisnahes Fallbeispiel für die Ausgestaltung eines Service-Centers und zeigt die Verschiebung von reiner Kostenminimierung hin zu qualitativen Leistungskriterien.
Wie werden Service-Center in der Arbeit bewertet?
Sie werden als Querschnittsbereiche eingeordnet, die sowohl als Cost-Center (bei rein internen Dienstleistungen) als auch als Profit-Center (bei kompetitivem Angebot an Externe) geführt werden können.
Was ist das „Steuerungsdilemma“ bei Center-Konzepten?
Das Dilemma beschreibt den Konflikt zwischen der notwendigen dezentralen Autonomie der Einheiten und der gleichzeitigen Notwendigkeit einer zielorientierten Koordination zur Erreichung des übergeordneten Unternehmungsziels.
- Quote paper
- Robert Pomes (Author), 2001, Steuerungsproblematik bei Center-Konzepten. Cost-Center, Profit-Center und Service-Center, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122864