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Der doppelte Kursus in Hartmanns „Erec“ und Chrétiens „Erec und Enide“

Title:  Der doppelte Kursus in Hartmanns „Erec“ und Chrétiens „Erec und Enide“

Seminar Paper , 2007 , 28 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Dipl.-Kauffrau Katja Schulz (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Hartmann von Aue begründete mit seiner Übertragung von Chrétiens de Troyes „Erec et Enide“ den höfischen und Artusroman in deutscher Sprache. Das Werk steht allerdings nicht wirklich überzeugend vor uns und der Leser gewinnt das Gefühl, das das Ganze nur höchst subtil zusammengesetzt ist. In diesem Sinne hat schon im Jahre 1887 Roetteken die Geschichte des Erec als einen „bunten Haufen von Abenteuern“ bezeichnet. Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass der Text keine eindeutigen Signale liefert, die eine Großgliederung erlauben würden. Im Ambreser Heldenbuch sind auch keine Großinitialen vorhanden, von denen auf eine Abgrenzung der verschiedenen Handlungsblöcke geschlossen werden könnte. Daher waren die Bauprinzipien des Artusromans in den letzten Jahrzehnten Gegenstand lebhafter Forschung. In der folgenden Arbeit wird der doppelte Kursus genauer erläutert. Im Anschluss werden die Probleme erörtert, die sich unmittelbar aus einer genaueren Betrachtung der Theorie ergeben. Danach wird Chrétiens „Erec et Enide“ im Hinblick auf Gliederungsmöglichkeiten untersucht und das Ergebnis mit dem doppelten Kursus von Hartmanns Erec verglichen. Die Fragestellung wird also sein: Falls Hartmann den doppelten Kursus von Chrétien übernommen hat, hat er ihn genauso übernommen oder hat er den Aufbau geändert und wenn ja, warum? Welche Aspekte erschienen ihm wichtiger und welche wollte er in seiner Bedeutung reduzieren? Diese Fragen werden im letzten Abschnitt bearbeitet.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bauform des „Erec“

2.1. Allgemeiner Aufbau des Erec

2.2. Der doppelte Kursus

2.2.1. Überblick

2.2.2. Zusammenhang des Ganzen

2.2.3. Deutung der Form

3. Probleme des „doppelten Kursus“

4. Chrétiens „Erec et Enide“

4.1. Der Aufbau

4.1.2. Gliederung nach den Hinweisen Chrétiens

4.1.3. Der doppelte Kursus bei Chrétien

4.2. Vergleich des doppelten Kursus bei Chrétien und Hartmann

4.3. Versuch einer Erklärung des Unterschiedes

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische Strukturmodell des „doppelten Kursus“ in Hartmanns „Erec“ und Chrétiens „Erec et Enide“. Ziel ist es, die strukturelle Komposition beider Werke zu vergleichen, die Unterschiede in der Darstellung der Charakterentwicklung von Erec und Enide herauszuarbeiten und zu analysieren, wie Hartmann die Vorlage von Chrétien durch gezielte Umdeutungen transformiert hat.

  • Analyse der Bauform und des Konzepts des „doppelten Kursus“ im höfischen Roman.
  • Vergleich der Rollen von Erec und Enide sowie der Schuldfrage bei beiden Autoren.
  • Untersuchung der strukturellen Gliederungshinweise im Text von Chrétien de Troyes.
  • Deutung der symbolischen Bedeutung von Aventiure-Wegen und Herrschaftsverständnis.

Auszug aus dem Buch

2. Die Bauform des „Erec“

Der doppelte Kursus ist allgemein gefasst nichts anderes als der doppelte Weg Erecs durch die Dichtung, also der erste und zweite Abenteuerweg. Abgegrenzt sind die beiden Abenteuerreihen, also die zwei Teile des Werks, durch Szenen am Artushof. Die Handlung beginnt am Artushof. Der Held verlässt den Hof zweimal und zweimal kehrt er dorthin zurück. Die Zweiteilung des Werks wird also äußerlich markiert durch einen zirkulären Ortswechsel. Dazwischen liegen die beiden Abenteuerreihen, die einem allgemeinen Ablauf folgen. Der Held gerät in eine Krise, d.h. einen Zustand der Schmach und Schande, und arbeitet sich auf den Abenteuerwegen durch große Rittertaten zu neuem und höherem Ruhm heraus. Durch die Rückkehr an den Artushof wird beide Male der Status ritterlicher Vorbildlichkeit bestätigt.

Interessant ist, dass die Handlungskette aus äußerlich voneinander weithin unabhängigen Episodenmotiven besteht, die aneinander gereiht oder ineinander verschachtelt sind. Nur durch die Figur des Titelhelden, der durchweg Hauptakteur des Geschehens ist, werden die Episoden zu einer Einheit verbunden. Verbindungsmittel ist dabei hauptsächlich der Zufall, der den Helden in neue âventiuren führt, wobei ein Ortswechsel mit oder ohne Ziel die Bedingung ist. Die Handlung ist damit linear auf den Helden zugeschnitten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Gliederung des „Erec“ ein und stellt Hugo Kuhns Theorie des „doppelten Kursus“ als zentrales Analyseinstrument vor.

2. Die Bauform des „Erec“: Hier wird der doppelte Kursus als zweifacher Weg des Helden definiert, bei dem Krisen und Rückkehr an den Artushof die Struktur des Werks maßgeblich bestimmen.

3. Probleme des „doppelten Kursus“: Dieses Kapitel kritisiert die mechanistische Anwendung des Schemas und hinterfragt die Annahme einer strikten Parallelität zwischen den beiden Romanhälften.

4. Chrétiens „Erec et Enide“: Das Kapitel untersucht die eigene Struktur von Chrétiens Werk und vergleicht diese kritisch mit der Bearbeitung durch Hartmann, wobei besonders die unterschiedliche Gewichtung von Enides Entwicklung hervorgehoben wird.

5. Schlussbemerkung: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass Hartmanns Werk eine eigenständige Umdeutung darstellt, die den Fokus stärker auf die individuelle Reifung des Helden legt.

Schlüsselwörter

Erec, Enite, Hartmann von Aue, Chrétien de Troyes, doppelter Kursus, Artusroman, Minnegemeinschaft, Aventiure, höfische Liebe, Struktur, Mittelalter, Charakterentwicklung, höfisches Ideal, Schuldfrage, Rittertum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die literarische Struktur des Romans „Erec“ und vergleicht dabei die Fassung von Hartmann von Aue mit dem Original von Chrétien de Troyes.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die „Bauform“ des Artusromans, die Bedeutung des „doppelten Kursus“, die Rolle der Minne und die Entwicklung der Hauptcharaktere Erec und Enide.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, ob Hartmann das Strukturmodell von Chrétien übernommen hat und welche intentionalen Veränderungen er vorgenommen hat, um die „Geschichte“ des Erec neu zu deuten.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit nutzt die strukturalistische Inhaltsanalyse, insbesondere basierend auf der Theorie des „doppelten Kursus“ von Hugo Kuhn, ergänzt durch einen literaturwissenschaftlichen Vergleich beider Werke.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Bauform bei Hartmann, die kritische Diskussion dieser Theorie, die spezifische Untersuchung von Chrétiens „Erec et Enide“ sowie einen detaillierten Vergleich hinsichtlich Charakterwandel und Handlungsführung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Erec, Enite, Doppelweg, Minnegemeinschaft, Artusroman und höfische Dichtung.

Wie unterscheidet sich Hartmanns Erec von Chrétiens Version?

Hartmann stellt die individuelle Entwicklung des Helden vom unerfahrenen Jüngling zum Herrscher ins Zentrum, während bei Chrétien Enides Entwicklung und das Paar als Einheit eine wichtigere Rolle spielen.

Welche Rolle spielt die „Schuldfrage“ in der Argumentation?

Bei Chrétien wird Enides Schuld innerhalb der höfischen Minnedoktrin verhandelt, während Hartmann die Problematik stärker auf eine religiös-sittliche Ebene der Demut verschiebt.

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Details

Title
Der doppelte Kursus in Hartmanns „Erec“ und Chrétiens „Erec und Enide“
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald
Course
Hartmann von Aue - Erec
Grade
2,3
Author
Dipl.-Kauffrau Katja Schulz (Author)
Publication Year
2007
Pages
28
Catalog Number
V122891
ISBN (eBook)
9783640270132
ISBN (Book)
9783640268672
Language
German
Tags
Kursus Hartmanns Chrétiens Enide“ Hartmann Erec
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Kauffrau Katja Schulz (Author), 2007, Der doppelte Kursus in Hartmanns „Erec“ und Chrétiens „Erec und Enide“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122891
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