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Einleitend wird der Begriff Fairness näher beleuchtet werden, um diesen klar zu definieren. Hierzu wird die Theorie Rawls „Fairness als Gerechtigkeit“ hinzugezogen werden und die Definition der Fairness Stiftung wird diese Theorie weiterführend konkretisieren.
Als nächster Schritt wird auf den Lebensbereich Sport eingegangen werden. Die in selbigem vorhandenen Formen von Fairness und bedingende Faktoren wie Regeln und externe Einflüsse werden betrachtet werden.
Vom Leistungs- und Vereinssport ausgehend wird darauf folgend der Schulsport thematisiert werden. Als Grundlage wird soziales Lernen kurz erläutert werden. Abschließend zum Lebensbereich Schule werden Möglichkeiten angeboten werden, wie Fairness im Sportunterricht vermittelt werden kann.
Zusammenfassend wird das persönliche Fazit des Verfassers die aufgeworfene Frage, ob Fairness ein wichtiger Lehrinhalt für den Schulsport ist oder ob er zugunsten des Erfolgsdenkens vernachlässigt werden kann, beantworten.
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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hauptteil
2.1 Was ist Fairness?
2.2 Lebensbereich Sport
2.2.1 Regeln im Sport
2.2.2 Fairness im Sport
2.2.3 Ist Fairness noch praktikabel?
2.3 Lebensbereich Schule
2.3.1 Soziales Lehren und Lernen
2.3.2 Fairness-Erziehung im Sportunterricht – Ansätze
3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Relevanz des Fairness-Begriffs im modernen Sport und im Schulsport. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, ob die Vermittlung von Fairness im Sportunterricht angesichts eines zunehmenden Erfolgsdrucks weiterhin sinnvoll ist oder ob dieser Zeitaufwand zugunsten leistungsorientierter Ziele vernachlässigt werden sollte.
- Theoretische Fundierung des Fairness-Begriffs durch Gerechtigkeitstheorien.
- Analyse des Spannungsfeldes zwischen Fairness und Leistungsmaximierung im Sport.
- Bedeutung des sozialen Lernens im schulischen Kontext.
- Konkrete pädagogische Methoden und Ansätze zur Fairness-Erziehung.
- Die Vorbildfunktion des Sportlehrers in der Vermittlung ethischer Werte.
Auszug aus dem Buch
2.3.2.1 Gesprächsformen
Bei allen genannten Variationen ist darauf zu achten, dass die Diskussion nicht zu häufig eingesetzt wird, da sie zum einen ein hohes Maß an Zeit erfordert und zum anderen ein zu häufiger Einsatz die Bedeutsamkeit des Inhalts reduziert. Der Lehrer fungiert vornehmlich als Vermittler und Diskussionsleiter. Voraussetzung hierfür ist ein fundiertes Wissen und ein klarer Standpunkt seitens des Lehrers um Argumente beizusteuern und glaubhaft zu bleiben. (Geßmann, 1995, S. 144)
Der laufende Spielbetrieb kann vom Lehrer immer dann unterbrochen werden, wenn eine Situation eintritt, in der Regeln gebrochen wurden oder unfaires Verhalten zutage tritt. Hierbei stellt der Lehrer die Situation aus seiner Sicht dar und weist auf die Bedeutung der Fairness hin. (Geßmann, 1995, S. 144)
Ähnlich der oben genannten Möglichkeit ist die Unterbrechung des Spielgeschehens mit der Zielvorgabe, die Schüler zur Diskussion über das eben erlebte unfaire Verhalten anzuregen. Diese Variation benötigt deutlich mehr Zeit, nimmt aber den Lehrer aus der Rolle des Ermahnenden und bringt ihn in die Rolle des Vermittelnden. Als weiterer Vorteil kann angeführt werden, dass Kontroversen unter gleichaltrigen zu mehr Betroffenheit der involvierten Schüler führen als die Kritik des Lehrers. In diesem Zusammenhang kann auch den Schülern die Möglichkeit gegeben werden, den Spielbetrieb selbständig zu unterbrechen. (Geßmann, 1995, S. 144)
Weiterführend besteht die Möglichkeit einen Fairness-Beobachter innerhalb der Klasse auszuwählen, der über die Stunde hinweg diskussionswürdige Situationen beobachtet und diese im Abschlussgespräch mit der Klasse thematisiert. (Geßmann (1995), S. 144)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Spannungsfeldes zwischen sportlicher Fairness und dem Streben nach Erfolg ein und leitet daraus die Forschungsfrage ab.
2 Hauptteil: Der Hauptteil beleuchtet zunächst die theoretischen Grundlagen des Fairness-Begriffs, analysiert die Situation im Leistungs- sowie Schulsport und präsentiert konkrete pädagogische Umsetzungsstrategien.
2.1 Was ist Fairness?: Dieses Kapitel definiert Fairness als eine Form der Gerechtigkeit, basierend auf den Theorien von Rawls und der Fairness Stiftung.
2.2 Lebensbereich Sport: Hier wird die Rolle von Regeln im Sport untersucht und die Differenzierung zwischen formeller und informeller Fairness erarbeitet.
2.2.1 Regeln im Sport: Dieses Kapitel erläutert den zeitlichen und räumlichen Rahmen des Sports und die Bedeutung von Regeln zur Sicherung fairer Wettkampfbedingungen.
2.2.2 Fairness im Sport: Hier werden unterschiedliche Ansätze, etwa die Unterteilung in formelle und informelle Fairness nach Lenk, zur Definition fairen Verhaltens im Sport vorgestellt.
2.2.3 Ist Fairness noch praktikabel?: Dieses Kapitel analysiert die Herausforderungen durch den zunehmenden Erfolgsdruck und die Gefahr einer Doppelmoral im Spitzensport.
2.3 Lebensbereich Schule: Der Fokus liegt hier auf der erzieherischen Verantwortung der Schule und der expliziten Forderung nach Fairness-Vermittlung im Bildungsplan.
2.3.1 Soziales Lehren und Lernen: Dieses Kapitel beschreibt theoretische Grundlagen und Konzepte, wie soziales Lernen im Sportunterricht durch gezielte Methoden initiiert werden kann.
2.3.2 Fairness-Erziehung im Sportunterricht – Ansätze: Hier werden konkrete unterrichtspraktische Methoden wie Gesprächsformen, Empathieübungen und Fair Play Spiele diskutiert.
3 Fazit: Das Fazit bejaht die Notwendigkeit der Fairness-Erziehung als unverzichtbaren Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung im Sportunterricht.
Schlüsselwörter
Fairness, Sportunterricht, Gerechtigkeit, soziale Kompetenz, Fair Play, Leistungsdruck, Schulsport, Werterziehung, Rawls, moralische Kompetenz, Sportethik, Erziehung, Regelbewusstsein, pädagogische Konzepte, Persönlichkeitsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob der Begriff der Fairness im Sport und im Schulsport in der heutigen Zeit noch eine relevante Rolle spielt oder ob er durch den hohen Leistungsdruck verdrängt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die theoretische Definition von Fairness, die Analyse von Regeln im Sport, die Problematik der Erfolgsgesellschaft sowie pädagogische Ansätze zur Vermittlung von Fairness in Schulen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit hinterfragt, ob es heute noch sinnvoll ist, Schülern im Sportunterricht Fairness zu vermitteln, oder ob diese Zeit besser für die Steigerung der sportlichen Leistungsfähigkeit genutzt werden sollte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Aufarbeitung bestehender ethischer und pädagogischer Theorien (z. B. Rawls, Lenk, Geßmann) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung von Fairness, die spezifische Anwendung auf den Sportbereich und die detaillierte Darstellung von Methoden zur Fairness-Erziehung im Sportunterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Fairness, Sportunterricht, soziale Kompetenz, Fair Play, Leistungsdruck und Werterziehung.
Welche Rolle spielen Regeln für die sportliche Fairness?
Regeln bilden das konstitutive Fundament des Sports. Sie schaffen gleiche Ausgangsbedingungen und sind laut der Arbeit eine notwendige Voraussetzung für ein funktionierendes, gerechtes Gegeneinander.
Wie kann ein Sportlehrer Fairness praktisch im Unterricht vermitteln?
Durch verschiedene Methoden wie regelmäßige Gesprächsrunden nach Fouls, den Einsatz von Dilemma-Geschichten, Empathieübungen und die Einbindung der Schüler bei der Entwicklung eigener Spielregeln.
Welche Bedeutung kommt der Vorbildfunktion des Lehrers zu?
Die Lehrperson muss Fairness konsequent vorleben, Standpunkte fundiert begründen und ein aggressionsfreies Lernklima schaffen, um ein glaubwürdiges Beispiel für die Schüler zu sein.
- Citation du texte
- Lars Blisch (Auteur), 2008, Fairness in Schule und Sport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122898