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Der Konflikt um Transnistrien

Ein Pseudo-Staat am Rande Europas

Título: Der Konflikt um Transnistrien

Trabajo Escrito , 2009 , 15 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Toni Börner (Autor)

Ciencias de la Tierra / Geografía - Geografía regional
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Was macht einen Staat zum Staat? Reicht es, wenn sich die betroffene Bevölkerung eines Gebietes als eigenständig betrachtet und den Wunsch nach Unabhängigkeit äußert? Oder wenn sich eine Regierung einer Provinz, eines Bundesstaates oder einer Region für unabhängig erklärt? Muss dieses Gebilde von seinen Nachbarn oder gar von allen Staaten anerkannt werden? Ist es vielleicht ein Sitz in den Vereinten Nationen, der die reale Unabhängigkeit und Souveränität eines Staates markiert?
Im Juni 2004 hatte die UNO 191 Mitglieder (Woyke S. 534), seit 2006 gehört auch Montenegro zu diesem erlauchten Kreis. Da die meisten Staaten tatsächlich kurz nach der internationalen Anerkennung ihrer Unabhängigkeit einen UN-Sitz bekommen, so zum Beispiel fast alle ehemaligen Sowjetrepubliken, die sich zu Beginn der 1990er Jahre für unabhängig erklärten, könnte man der Versuchung anheim fallen, die Mitgliedschaft in internationalen Organisationen und speziell die in der UNO als Kennzeichen von Staatlichkeit zu betrachten. Wenn aber die UN-Mitgliedschaft ausschlaggebendes Kriterium für Staatlichkeit sein soll, als was kann man dann die Schweiz bezeichnen? Obwohl formal schon seit 1648 unabhängig, trat dieses Land erst im Jahre 2002 der UNO bei. Und wie kann man die Defacto- bzw. Möchtegern-Staaten Berg Karabach, Kosovo, Südossetien oder Transnistrien in dieses Raster einordnen?
Besonders das letztgenannte Beispiel erregt hier unsere Aufmerksamkeit. Obwohl im Zuge des Zerfalls der Sowjetunion eine ganze Reihe von Staaten die Unabhängigkeit erlangte, so auch Moldawien, zu dessen Staatsgebiet Transnistrien offiziell gehört, konnte das seit Ende der 1980er Jahre um seine Unabhängigkeit strebende Land diese nicht erreichen.
Im Folgenden wird der Konflikt um das Gebiet, welches kaum größer als das Saarland ist, näher beleuchtet. Dafür werden zuvorderst einige Kriterien zur Staatlichkeit herausgearbeitet. Anschließend wird das Gebiet in seiner Bevölkerungszusammensetzung, seiner Wirtschaft und seiner aktuellen Situation dargestellt. Darauffolgend wird der Fokus auf den eigentlichen Konflikt gerichtet. Wer sich die entscheidenden Akteure? Wo verlaufen die Konfliktlinien? Wie gestaltet sich der Konflikt? Abschließend werden dann mögliche Konfliktlösungskonzepte für die Region vorgestellt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was macht einen Staat zum Staat?

3 Transnistrien – Ein Staat der keiner ist

4 Ursachen und Verlauf des Konflikts

5 Die Konfliktparteien

5.1 Moldawien und Transnistrien

5.2 Russland

5.3 Die Europäische Union

5.4 Die OSZE

5.5 Konfliktlösungspotentiale

6 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen Transnistrien als einen "Pseudo-Staat" am Rande Europas, analysiert die Kriterien für Staatlichkeit und beleuchtet die komplexen Ursachen sowie den aktuellen Status des eingefrorenen Konflikts zwischen Transnistrien und Moldawien unter Einbeziehung internationaler Akteure.

  • Staatstheoretische Grundlagen und Definitionen von Souveränität
  • Historische Ursachen und Genese des transnistrischen Konflikts
  • Die Rolle von Russland, EU und OSZE als externe Konfliktakteure
  • Politische, wirtschaftliche und militärische Strukturen Transnistriens
  • Herausforderungen und Potenziale für eine friedliche Konfliktlösung

Auszug aus dem Buch

3 Transnistrien – Ein Staat der keiner ist

In Transnistrien leben etwa 555.000 – 600.000 Menschen auf einer Fläche von etwa 4.000 km2. Die Region liegt im östlichen Moldawien, hauptsächlich am Ostufer des Dnjestr. De jure gehört Transnistrien zum moldawischen Staatsgebiet, de facto ist es jedoch seit Anfang der 1990er unabhängig und verfügt über quasi-staatliche Strukturen. Dieser Status wird jedoch von keinem Land auf der Erde anerkannt. So gibt es in Transnistrien ein Parlament, den Obersten Sowjet, einen Präsidenten, eigene Ministerien, eine eigene Währung, den transnistrischen Rubel, der jedoch außerhalb des Gebietes nicht verwendungsfähig ist, eigene Briefmarken, die aber nur für innertransnistrische Postsendungen verwendet werden können, eine eigene Hymne, eine eigene Flagge, eigene Pässe, mit denen man jedoch nicht ins Ausland reisen darf, da sie nicht anerkannt werden und eine eigene Armee.

Im Osten grenzt das Land an die Ukraine, im Westen eben an Moldawien. Die Bevölkerung Transnistriens setzt sich zu etwa zwei Dritteln aus Russen und Ukrainern und zu etwa einem Drittel aus vorwiegend Moldawiern zusammen (Vgl. GEO 2006 S. 1; Troebst 2005 S. 233; SEF 2005 S. 11).

Moldawien gilt als ärmstes Land Europas, besonders weil sich fast die gesamten Industrieanlagen des Landes östlich des Dnjestr in Transnistrien befinden, da während der Industrialisierung durch Stalin diese vor allem im slawisch dominierten Landesteil vorangetrieben wurde. Politisch mag die Region isoliert sein, wirtschaftlich ist sie jedoch international verflochten und ihre noch aus Sowjetzeiten stammenden Fabriken der Schwerindustrie liefern Waren in die Ukraine, nach Kanada, Russland, in die Türkei, nach Italien und Griechenland. Tatkräftige Unterstützung bekommt die hiesige Wirtschaft von russischen Staatskonzernen wie der Gazprom, die auf die Zahlung ausstehender Rechnungen verzichten (Vgl. GEO 2006 S. 2; Hillgruber 2008 S. 3).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung hinterfragt moderne Kriterien von Staatlichkeit und führt in das Fallbeispiel Transnistrien ein.

2 Was macht einen Staat zum Staat?: Dieses Kapitel analysiert theoretische Definitionen von Souveränität und die notwendigen Merkmale eines Staates, wie Staatsvolk und Staatsgewalt.

3 Transnistrien – Ein Staat der keiner ist: Hier werden die quasi-staatlichen Strukturen, die wirtschaftliche Lage und die demografische Zusammensetzung Transnistriens detailliert beschrieben.

4 Ursachen und Verlauf des Konflikts: Das Kapitel beleuchtet die historischen Wurzeln des Konflikts, von sowjetischen Industrialisierungsfolgen bis hin zur Unabhängigkeitserklärung Moldawiens und dem bewaffneten Konflikt 1992.

5 Die Konfliktparteien: Eine Untersuchung der Motivationen und Rollen der direkten Konfliktparteien sowie internationaler Akteure wie Russland, der EU und der OSZE.

6 Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass Transnistrien zwar staatliche Merkmale besitzt, die fehlende Anerkennung sowie machtpolitische Interessen der Akteure jedoch eine Lösung erschweren.

Schlüsselwörter

Transnistrien, Moldawien, Pseudo-Staat, Souveränität, eingefrorener Konflikt, Russland, OSZE, Europäische Union, Staatlichkeit, Unabhängigkeit, Dnjestr, Geopolitik, Sowjetunion, Separatismus, Konfliktlösung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Situation in Transnistrien, einer Region, die de facto unabhängig agiert, aber international nicht als Staat anerkannt ist.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die politikwissenschaftliche Definition von Staatlichkeit, die historische Entwicklung des Konflikts in Moldawien sowie die Interessen der beteiligten internationalen Akteure.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum Transnistrien trotz quasi-staatlicher Strukturen keine internationale Anerkennung erhält und welche Dynamiken den Konflikt bis heute aufrechterhalten.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur, politischen Dokumenten, journalistischen Berichten und Berichten internationaler Organisationen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Staatsdefinition, die Analyse des Konfliktverlaufs und die detaillierte Betrachtung der Akteure Russland, EU und OSZE.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Pseudo-Staat, eingefrorener Konflikt, Souveränität, Geopolitik und internationale Anerkennung.

Welche Rolle spielt Russland in Transnistrien?

Russland fungiert als einflussreicher Akteur, der durch seine militärische Präsenz Stabilität suggeriert, jedoch gleichzeitig eine schnelle Lösung des Konflikts aus machtpolitischen Gründen hemmt.

Inwiefern beeinflusst der "Sheriff"-Konzern die Region?

Der Konzern Sheriff ist ein wirtschaftliches Imperium in Transnistrien, das eng mit der politischen Führung verknüpft ist und eine zentrale Rolle in der wirtschaftlichen Isolation bzw. Anbindung nach außen spielt.

Warum ist die internationale Anerkennung für Transnistrien so schwer erreichbar?

Die fehlende Anerkennung resultiert aus der globalen Ablehnung der Grenzverschiebung und der Befürchtung der internationalen Gemeinschaft, dass eine Anerkennung destabilisierende Signale für andere Sezessionsgebiete senden würde.

Welche Bedeutung hat die OSZE in diesem Kontext?

Die OSZE nimmt eine zentrale Vermittlerrolle ein, um eine friedliche politische Lösung zu fördern und den Dialog zwischen den Konfliktparteien aufrechtzuerhalten.

Final del extracto de 15 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Konflikt um Transnistrien
Subtítulo
Ein Pseudo-Staat am Rande Europas
Universidad
University of Heidelberg  (Geographisches Institut)
Curso
Staaten, die es nicht gibt
Calificación
1,0
Autor
Toni Börner (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
15
No. de catálogo
V122903
ISBN (Ebook)
9783640285150
ISBN (Libro)
9783640285846
Idioma
Alemán
Etiqueta
Transnistrien Moldawien De-Facto Staaten Russland OSZE
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Toni Börner (Autor), 2009, Der Konflikt um Transnistrien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122903
Leer eBook
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