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Controlling in Franchisesystemen der Konsumgüterwirtschaft

Titel: Controlling in Franchisesystemen der Konsumgüterwirtschaft

Diplomarbeit , 2008 , 96 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Martin Weber (Autor:in)

BWL - Controlling
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In einer wirtschaftlich schwierigen Zeit, gekennzeichnet durch regelrechten Konsumverzicht und stagnierende Umsätze, kommt es zwangsläufig zu härterem Wettbewerb im Handel. Noch relativ junge Vertriebskonzepte wie das Franchising bieten Chancen für neue Impulse, was nicht nur mit den stetigen Wachstumsraten an Umsatz, Zahl der Franchisenehmerbetriebe, vergleichsweise niedrigen Insolvenzraten und der steigenden Anzahl an Franchisesystemen belegt werden kann. Auch die Vielfalt der Ausgestaltungen und die Durchdringung von Branchen, welche üblicherweise nicht durch vertikal-kooperative Vertriebssysteme besetzt werden, zeigt das noch bestehende Entwicklungspotenzial auf. Ebendiese positiven Aspekte einer, wenngleich auch noch jungen aber erfolgreichen, Entwicklung von Franchisesystemen steht eine eher karge wissenschaftliche Bearbeitung, besonders im Bereich des Controllings von Franchisesystemen, gegenüber. Franchisesysteme sind durch eine eher schwache Organisations- und eine starke Netzwerkkultur gekennzeichnet. Diese resultiert neben der rechtlichen Selbständigkeit der Partner, obwohl in langfristigen Verträgen miteinander verbunden, auch aus den sich permanent ändernden Umweltbedingungen. Jedoch begründen die Erfolgsgrößen, besonders die Kunden- und Mitgliederzufriedenheit, einer Kooperation, welche gleichzeitig Ziel- und Steuerungsgrößen des Kooperationscontrollings darstellen, die Notwendigkeit des Controllings in Kooperationen, insbesondere in Franchisesystemen.
Ziel dieser Arbeit ist eine kritische Betrachtung von Anforderungen und Aufgaben einer Controllingkonzeption für Franchisesysteme, insbesondere für die Konsumgüterbranche. Ferner sollen zwei geeignete strategische Controllinginstrumente für Franchisesysteme beleuchtet und kritisch diskutiert werden.

Diese als Literaturstudie konzipierte Arbeit, erhebt nicht den Anspruch handbuchartige Praxislösungen oder Gestaltungsempfehlungen zu liefern, sondern vielmehr den aktuellen Stand der Literatur auf dem Gebiet widerzuspiegeln und gegebenenfalls kritisch zu diskutieren. Außerdem sind eigene Ideen und Sichtweisen des Verfassers in die Arbeit eingeflossen. Der Thematik dieser Arbeit kann man sich aus verschiedenen Richtungen nähern.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Ziel

1.2 Vorgehensweise

2 Franchising und seine Erscheinungsformen in der Konsumgüterwirtschaft

2.1 Grundlagen zum Franchising und Franchisesystemen

2.1.1 Begriffe Franchise, Franchising und Franchisesysteme

2.1.2 Wesensbestimmende Merkmale des Franchising

2.1.3 Verschiedene Typologisierungsansätze des Franchising

2.1.4 Grundstruktur von Franchisesystemen

2.1.5 Entwicklung und heutige Bedeutung des Franchising

2.2 Franchisesysteme in der Konsumgüterwirtschaft

2.2.1 Begriffe Konsumgut und Konsumgüterwirtschaft

2.2.2 Unterscheidung in hersteller- und handelsgeführte Franchisesysteme in der Konsumgüterwirtschaft

2.2.3 Ausgewählte Herausforderungen von Franchisesystemen in der Konsumgüterwirtschaft

2.3 Zusammenfassung

3 Grundlagen des Controllings von Kooperationen

3.1 Begriff des Controllings

3.2 Einordnung des Controllingsystems in das Systemgefüge des Unternehmens

3.2.1 Struktur des Gesamtsystems Unternehmen und Unterteilung in Führungs- und Leistungssystem

3.2.2 Controllingsystem als Teil des Führungssystems

3.3 Struktur des Controllings in Kooperationen

3.3.1 Bestimmung und Eingrenzung des Kooperationsbegriffs

3.3.2 Grundzüge des Kooperationsmanagement

3.3.3 Grundzüge des Kooperationscontrollings

3.4 Zusammenfassung und Begründung der Notwendigkeit einer Kooperationscontrollingkonzeption für Franchisesysteme

4 Gestaltungsmöglichkeiten einer Controllingkonzeption in Franchisesystemen der Konsumgüterwirtschaft anhand von entwicklungsphasenorientierten Modellen

4.1 Anforderungen und Aufgabenbereiche von Controllingkonzeptionen in Franchisesystemen der Konsumgüterwirtschaft

4.2 Controllingkonzeptionen in Franchisesystemen der Konsumgüterwirtschaft als kontextspezifische Kombinationsaufgabe

4.2.1 Idee der Gestaltung unternehmensindividueller Controllingkonzepte nach dem Baukastenprinzip

4.2.2 Mögliche Gestaltungsansätze einer Controllingkonzeption des Franchising nach Ahlert

4.2.3 Weitere ausgewählte Gestaltungsebenen einer Controllingkonzeption des Franchising

4.3 Controllingkonzeptionen in Franchisesystemen der Konsumgüterwirtschaft als phasenabhängige Gestaltungsaufgabe

4.3.1 Zeitlich inkonsistentes Verhalten der Franchisenehmer und daraus resultierende Ansprüche an eine Konzeption des Franchisecontrollings

4.3.2 Zeitlich inkonsistente organisationale Bedingungen in Franchisesystemen und daraus resultierende Ansprüche an eine Konzeption des Franchisecontrollings

4.3.3 Gesamtbetrachtung der Entwicklungsphasenmodelle der Franchisenehmer und des Franchisesystems als Ganzes

4.4 Zusammenfassung

5 Ausgewählte strategische Controllinginstrumente in Franchisesystemen

5.1 Balanced Scorecard und deren Modifikationen in Franchisesystemen

5.2 Betriebsvergleich und Benchmarking bei Franchisesystemen

5.3 Zusammenfassung

6. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht kritisch die Anforderungen an ein Controllingkonzept speziell für Franchisesysteme innerhalb der Konsumgüterwirtschaft. Das zentrale Ziel ist es, unter Berücksichtigung der spezifischen Herausforderungen dieser vertikalen Kooperationsform, notwendige Controllingstrukturen abzuleiten und geeignete strategische Instrumente zur langfristigen Steuerung zu identifizieren und zu diskutieren.

  • Theoretische Fundierung von Franchising und Controlling in Kooperationen
  • Analyse des Einflusses von Lebenszyklus- und Verhaltensphasenmodellen auf die Controlling-Gestaltung
  • Untersuchung der hersteller- und handelsgeführten Franchisesysteme in der Konsumgüterwirtschaft
  • Einsatzmöglichkeiten strategischer Controllinginstrumente wie Balanced Scorecard und Benchmarking
  • Anpassung von Controlling-Konzeptionen an spezifische Netzwerkstrukturen und Partnerinteressen

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Begriffe Franchise, Franchising und Franchisesysteme

Der Begriff „Franchise“ beschreibt eine Unternehmensform, „Franchising" hingegen die unternehmerische Tätigkeit mit Hilfe des Gesamtsystems, bezogen auf ein charakteristisches Vertriebskonzept oder eine charakteristische Vertriebsmethode. Ein Franchisesystem stellt ein vertraglich geregeltes Vertriebssystem mit einem selbständigen Franchisegeber, der ein Hersteller oder Großhändler sein kann, und selbständigen Franchisenehmern, die Großhändler oder Einzelhändler sind, dar. Nachfolgend werden die Begriffe Franchisesystem und Franchising synonym verwendet. Ebenfalls bedeutungsgleich für den Begriff Franchisegeber werden Zentrale, Systemzentrale, Systemträger, Kontraktgeber und franchisor, sowie für den Begriff Franchisenehmer die Bezeichnungen Kontraktnehmer, franchisee und Systempartner verwendet. Es handelt sich hier um echte Synonyme, welche sowohl in der wissenschaftlichen Literatur als auch in der Praxis bedeutungsgleich verwendet werden.

Da es in Deutschland keine eindeutige gesetzliche Definition von Franchising gibt, wird eine so genannte Legaldefinition, die wettbewerbsrechtliche Gruppenfreistellungsverordnung für Franchisevereinbarungen Nr. 4087/88 der Europäischen Kommission, die bis zum 31.05.2000 gültig war, verwendet. Der Inhalt lautet: „Franchise ist eine Gesamtheit von Rechten an gewerblichem oder geistigem Eigentum wie Warenzeichen, Handelsnamen, Ladenschilder, Gebrauchsmuster, Geschmacksmuster, Urheberrechte, Know-how oder Patente, die zum Zwecke des Weiterverkaufs von Waren oder der Erbringung von Dienstleistungen an Endverbraucher genutzt wird. Franchisevereinbarungen sind Vereinbarungen, in denen ein Unternehmen, der Franchisegeber, es einem anderen Unternehmen, dem Franchisenehmer, gegen unmittelbare oder mittelbare finanzielle Vergütung gestattet, eine Franchise zum Zwecke der Vermarktung bestimmter Waren und/oder Dienstleistungen zu nutzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert die Problemstellung durch den Wettbewerbsdruck in der Konsumgüterwirtschaft und erläutert die Relevanz des Controllings als zentrales Steuerungselement in Franchisesystemen.

2 Franchising und seine Erscheinungsformen in der Konsumgüterwirtschaft: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Basis, definiert Franchisesysteme und beleuchtet deren spezifische Ausprägungen und Herausforderungen in der Konsumgüterbranche.

3 Grundlagen des Controllings von Kooperationen: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Controllings und dessen Einbettung in Kooperationsstrukturen erarbeitet, um die Notwendigkeit eines spezifischen Kooperationscontrollings abzuleiten.

4 Gestaltungsmöglichkeiten einer Controllingkonzeption in Franchisesystemen der Konsumgüterwirtschaft anhand von entwicklungsphasenorientierten Modellen: Dieses Kapitel widmet sich der konkreten Konfiguration von Controllingkonzeptionen unter Nutzung von Phasenmodellen, die den Lebenszyklus des Systems und das Verhalten der Franchisenehmer berücksichtigen.

5 Ausgewählte strategische Controllinginstrumente in Franchisesystemen: Das Kapitel diskutiert praxisrelevante strategische Instrumente, konkret die Balanced Scorecard und das Benchmarking, zur langfristigen Steuerung von Franchise-Netzwerken.

6. Schlussbemerkung: Die Abschlussbetrachtung resümiert die Notwendigkeit individuell gestalteter Controllingkonzepte und unterstreicht die partnerschaftliche Ausrichtung bei deren Implementierung.

Schlüsselwörter

Franchising, Franchisesysteme, Controlling, Kooperationscontrolling, Konsumgüterwirtschaft, Systemmanagement, Balanced Scorecard, Benchmarking, Lebenszyklusmodell, Franchisenehmer, Franchisegeber, Unternehmenskooperation, Vertriebssysteme, Strategisches Controlling, Systemzentrale

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Gestaltung und Implementierung eines effizienten Controllingsystems für Franchisesysteme, insbesondere in der Konsumgüterbranche.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung des Franchisings, die Struktur von Kooperationen, die Entwicklung phasenorientierter Controlling-Konzeptionen sowie der gezielte Einsatz strategischer Instrumente wie der Balanced Scorecard.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist eine kritische Betrachtung der Anforderungen an eine Controllingkonzeption im Franchising, um dem Systemmanagement fundierte Ansätze für eine erfolgreiche langfristige Steuerung zu liefern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine Literaturstudie, die den aktuellen Stand der Forschung zusammenführt, kritisch würdigt und eigene Perspektiven in die Konzeption einfließen lässt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen von Franchising und Controlling, die Herleitung einer Controlling-Konzeption basierend auf Lebenszyklus- und Verhaltensmodellen sowie die Analyse spezifischer Controllinginstrumente.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Franchising, Kooperationscontrolling, Systemmanagement, Balanced Scorecard, Benchmarking und Konsumgüterwirtschaft bilden die inhaltlichen Eckpfeiler.

Warum ist die Unterscheidung in Entwicklungsphasen für das Controlling so wichtig?

Da sich die Anforderungen von Franchisenehmern und die Erfordernisse des Systems über die Zeit ändern, ermöglicht eine phasenorientierte Betrachtung dem Systemmanagement, proaktiv und situativ auf Konfliktpotenziale zu reagieren.

Welche Rolle spielt die "Konfliktmatrix" bei der Steuerung?

Die Konfliktmatrix visualisiert die kritischen Schnittstellen zwischen Systempartnern und Franchisegeber in verschiedenen Entwicklungsstadien, um daraus gezielte präventive oder korrigierende Controlling-Maßnahmen abzuleiten.

Eignet sich die Balanced Scorecard uneingeschränkt für Franchisesysteme?

Der Autor sieht in ihr ein probates strategisches Instrument, betont jedoch, dass sie individuell an das System angepasst werden muss und ein doppeltes Optimierungsproblem hinsichtlich Partizipation und Steuerungsumfang bewältigen muss.

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Details

Titel
Controlling in Franchisesystemen der Konsumgüterwirtschaft
Hochschule
Universität Leipzig
Note
2,0
Autor
Martin Weber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
96
Katalognummer
V122907
ISBN (eBook)
9783640272969
ISBN (Buch)
9783640283286
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Controlling Franchisesysteme Konsumgüterwirtschaft Balanced Scorecard Franchising Kooperationscontrolling Controllingkonzeptionen Betriebsvergleich Benchmarking Franchisecontrolling Franchise operative und strategische Controllinginstrumente controlling in Franchisesystemen Controlling beim Franchising Franchise Scorecard
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Weber (Autor:in), 2008, Controlling in Franchisesystemen der Konsumgüterwirtschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122907
Blick ins Buch
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