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Der Albigenserkreuzzug im Spiegel der "schönen" Literatur des 13. Jahrhunderts

Titre: Der Albigenserkreuzzug im Spiegel der "schönen" Literatur des 13. Jahrhunderts

Mémoire de Maîtrise , 2005 , 65 Pages , Note: 3,0

Autor:in: M. A. Christoph Hollergschwandner (Auteur)

Histoire de l'Europe - Moyen Âge, Temps modernes
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«Tan trop de rasos que dire, que non sai vas cal me vire. Mas chascus pes e conssire et en Tolosa se mire!» 1

Wenn man sich diesen Vers der Troubadoure Tomier und Palaizi vor Augen führt, so fällt es einem nicht schwer, diesen mit den Ereignissen des Kreuzzuges gegen die Albigenser zu verbinden. Die hier vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einzelnen Ereignissen aus dieser Zeit, wobei genauer präzisiert werden muss:
Es muss zu Beginn darauf hingewiesen werden, dass diese Arbeit keinen vollständigen Verlauf des Albigenserkreuzzuges präsentiert, sondern ihren Schwerpunkt vielmehr auf die Beschreibung einzelner Geschehnisse legt. Die Arbeit besteht aus zwei grösseren Teilen, da zum einen eine auf zeitgenössischer Geschichtsschreibung beruhende und zum anderen eine auf lyrischen Quellen beruhende Darstellung Gegenstand der Untersuchung ist. Was den ersten Teil betrifft, so habe ich als Grundlage die Historia von Peter von Vaux de Cernay, die Canso de la Crozada von Wilhelm von Tudela und seinem anonymen Fortsetzer sowie die Chronika des Wilhelm von Puylaurens. Hierbei muss erwähnt werden, dass die zeitgenössischen Darstellungen sehr verschieden und alles andere als neutral sind. Während Vaux de Cernay aus der Sicht der Kirche und der Nordfranzosen einen extrem religiösen Standpunkt vertritt, so finden wir bei Tudela und Puylaurens zwar auch einen religiösen, jedoch einen gemässigteren, südfranzösischen Standpunkt vor. Was den anonymen Fortsetzer der Canso betrifft, so stellt dieser das Gegenstück zu Vaux de Cernay dar, da er bei seinen Beschreibungen einen radikalen südfranzösischen Standpunkt vertritt, welcher konsequent das Handeln der Kreuzfahrer in Frage stellt. Der zweite Teil bezieht sich ebenfalls zum Teil auf die selben Ereignisse und zum Teil auf andere Ereignisse. Doch anders als bei Abschnitt II stehen diese nicht im Vordergrund. Vielmehr wurden sie als Gelegenheit genutzt, seine Meinung auf ein bestimmtes Ereignis beziehend zu formulieren und zu verbreiten.
Das, was oben als Schicksal der Stadt Toulouse, welche hier für das gesamte Languedoc und seine Bevölkerung steht, beschrieben wurde, soll im Verlauf des ersten Teils dargestellt werden, so dass sich hier eine lückenhaft dargestellte Zeitspanne von mehr als 60 Jahren ergibt (1179 – 1244). Der zweite Teil hinterfragt nicht die Entstehung einzelner Ereignisse, sondern zeigt auf, wie diese in der zeitgenössischen, „schönen“ Literatur verarbeitet wurden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Historiographische Darstellung

1. Südfrankreich im 12. Jahrhundert

1.1 Geographische und politische Lage

1.2 Die wichtigsten Akteure

2. Der Kreuzzug gegen die Katharer

2.1 Das III. Laterankonzil und seine Folgen

2.2 Die Kreuzzugspolitik unter Papst Innozenz III. bis 1215

2.3 Der Albigenserkreuzzug ab 1209

2.3.1 Béziers

2.3.2 Carcassonne

2.3.3 Der Aufstieg Simons von Montfort

2.4 Peter II. von Aragón und seine Rolle während des Albigenserkreuzzuges

2.4.1 Die Schlacht von Muret

2.5 Das IV. Laterankonzil

2.5.1 Die Konsequenzen der Konzilsbestimmungen, der Tod Simons von Montfort und dessen Auswirkungen auf das Kreuzzugsunternehmen

2.6 Die Albigenserpolitik des kapetingischen Königtums

2.7 Das Ende des Territorialkriegs

2.7.1 Der Friedensvertrag von Paris

2.7.2 Das Konzil von Toulouse

2.8 Der Fall Montségurs als Ende der Katharerverfolgung

III. Die „literarische“ Darstellung der Katharerverfolgung

1. Einleitung

1.1 Das sirventes

2. Roger-Raimund Trencavel, Béziers und Carcassonne

3. Peter II. von Aragón und sein Tod

4. Die Rückeroberungskampagne Raimunds VII.

4.1 Beaucaire

4.2 Die 2. Belagerung von Toulouse 1217

4.3 Avignon

5. Der Friedensvertrag

5.1 Okzitanische Reaktion auf den Friedensvertrag von Paris

5.2 Kampf gegen den Friedensvertrag

6. Darstellung der Inquisition

IV. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Albigenserkreuzzug im 13. Jahrhundert durch eine vergleichende Analyse von zeitgenössischer Historiographie und der literarischen Gattung der sirventes. Ziel ist es aufzuzeigen, wie politisch und religiös motivierte Berichterstattung die Wahrnehmung dieses Konflikts prägte und inwiefern sich die offizielle kirchliche Darstellung von der kritischen, oft pro-okzitanischen Perspektive der zeitgenössischen Poeten unterschied.

  • Vergleich zwischen kirchennaher Historiographie und satirischer Troubadour-Dichtung (sirventes).
  • Analyse der politischen Instrumentalisierung des Kreuzzugsbegriffs als Territorialkrieg.
  • Untersuchung der Rolle einflussreicher Akteure wie Simon von Montfort und Peter II. von Aragón.
  • Reflexion über das Zusammengehörigkeitsgefühl des okzitanischen Adels und der Bevölkerung.
  • Untersuchung der langfristigen Auswirkungen von Konzilsbeschlüssen und Friedensverträgen auf die Region.

Auszug aus dem Buch

2. 3. 1 Béziers

VAUX-DE-CERNAY beschreibt in genugtuender Weise, wie schnell und überaus brutal die Stadt Béziers von den Kreuzfahrern eingenommen wurde, da sich die Bewohner der Stadt nicht bereit erklärten, die unter Verdacht stehenden Häretiker herauszugeben. „Die unverzüglich Eindringenden töteten fast alle, von den Jüngsten bis zu den Ältesten, und steckten anschliessend die Stadt in Brand.“ Es ist anzunehmen, dass nicht nur als Häretiker bekannte Stadtbewohner gefordert wurden, sondern auch solche, welche über Reichtum und Einfluss verfügten, da der Antrieb der Kreuzfahrer nicht nur aus einem totalen Sündenerlass bestehen konnte. Vielmehr dürfte dabei die materielle Entschädigung eine wichtige Rolle gespielt haben.

Dieser Gedanke sollte auf alle Fälle nicht vernachlässigt werden und wird deshalb in Kapitel 3.2 nochmals aufgegriffen.

Fast ein Monat nach Kreuzzugsbeginn, am 22. Juli 1209, fiel die Stadt Béziers. Während VAUX-DE-CERNAY das Massaker an der Bevölkerung als gerechte Strafe Gottes bezeichnet, beklagt TUDELA, „rien ne put les sauver […]; pas un, je crois, n‘échappa. Dieu reçoive leurs âmes, s‘il lui plaît, dans son paradis! Je ne crois pas que jamais si sauvage tuerie ait été résolue ni accomplie depuis le temps des Sarrasins“ und kritisiert somit das Vorgehen der Kreuzfahrer als ungerecht.

Schenkt man Tudela Glauben, so vernichteten die Kreuzfahrer nicht nur die gesamte Stadt, sondern auch ihre gesamte Bevölkerung. LAMBERT weist darauf hin, dass „kaum mehr als 10 % der Bevölkerung entweder Häretiker oder Sympathisanten waren,“ was von unzureichend informierten Fußsoldaten zeugt, welche davon ausgingen, eine Hochburg der Häresie zu erobern.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Albigenserkreuzzugs ein und erläutert die methodische Zweiteilung der Arbeit in eine Analyse historiographischer Quellen und lyrischer Troubadour-Dichtungen.

II. Historiographische Darstellung: Dieses Hauptkapitel beleuchtet die politischen und religiösen Hintergründe des Kreuzzugs, von der Machtpolitik der Grafen von Toulouse bis hin zum IV. Laterankonzil und den rechtlichen Folgen für die Region.

III. Die „literarische“ Darstellung der Katharerverfolgung: Hier wird untersucht, wie zeitgenössische sirventes als politisches Sprachrohr dienten, um den Widerstand gegen die Kreuzfahrer zu thematisieren und Ereignisse wie die Belagerung von Beaucaire oder den Tod Simons von Montfort zu verarbeiten.

IV. Schlussbetrachtung: Dieses Fazit resümiert die Unterschiede zwischen den kirchlich orientierten Chroniken und der kritischen Dichtung der Troubadoure hinsichtlich der Wahrnehmung und Rechtfertigung des Konflikts.

Schlüsselwörter

Albigenserkreuzzug, Katharer, Languedoc, Troubadoure, Sirventes, Grafschaft Toulouse, Simon von Montfort, Innozenz III., Laterankonzil, Okzitanien, Häresie, Inquisition, Mittelalter, Territorialkrieg, Peter II. von Aragón

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Albigenserkreuzzug des 13. Jahrhunderts, wobei sie insbesondere untersucht, wie dieses Ereignis sowohl in kirchlich geprägten Chroniken als auch in der satirischen Lyrik der Troubadoure, den sogenannten sirventes, dargestellt und reflektiert wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die machtpolitischen Konflikte im mittelalterlichen Südfrankreich, der Gegensatz zwischen religiöser Verfolgung und territorialer Eroberung sowie die literarische Auseinandersetzung mit diesen historischen Umbrüchen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Unterschied in der Quellendarstellung aufzuzeigen: Während kirchliche Quellen das Vorgehen als rechtmäßigen Kampf gegen Häresie legitimierten, spiegeln die sirventes den Widerstand der okzitanischen Bevölkerung wider, die den Kreuzzug als illegitimen Eroberungskrieg betrachtete.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor verwendet eine komparative Methode, bei der historische Berichte (z.B. von Peter von Vaux de Cernay) direkt mit zeitgenössischen lyrischen Quellen verglichen werden, um Perspektivenunterschiede und parteiische Darstellungen offenzulegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte historiographische Darstellung der Ereignisse (z.B. Konzile, Belagerungen) und einen literaturwissenschaftlichen Teil, der spezifische sirventes analysiert, die sich auf zentrale Schlachten und politische Wendepunkte beziehen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Albigenserkreuzzug, Katharismus, Okzitanien, sirventes, Grafschaft Toulouse und die politischen Spannungen zwischen den südfranzösischen Adligen, der Kirche und den nordfranzösischen Invasoren charakterisiert.

Welche Bedeutung kommt dem sirventes in dieser Arbeit zu?

Das sirventes dient als wichtiges literarisches Zeugnis, da es die Stimmung der lokalen Bevölkerung und Troubadoure einfängt und eine alternative Sichtweise zur offiziellen kirchlichen Geschichtsschreibung bietet.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Simon von Montfort?

Der Autor zeigt auf, wie Simon von Montfort in der historiographischen Darstellung einerseits als Held der Kirche, in der zeitgenössischen Dichtung hingegen als machthungriger Invasor und Feind des okzitanischen Adels wahrgenommen wurde.

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Résumé des informations

Titre
Der Albigenserkreuzzug im Spiegel der "schönen" Literatur des 13. Jahrhunderts
Université
University of Constance
Note
3,0
Auteur
M. A. Christoph Hollergschwandner (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
65
N° de catalogue
V122936
ISBN (ebook)
9783640279562
ISBN (Livre)
9783640283293
Langue
allemand
mots-clé
Albigenserkreuzzug Spiegel Literatur Jahrhunderts
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
M. A. Christoph Hollergschwandner (Auteur), 2005, Der Albigenserkreuzzug im Spiegel der "schönen" Literatur des 13. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122936
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