„In Deutschland leben geschätzte 3,2 bis 3,5 Millionen Menschen muslimischer Prägung bzw. muslimischer Abstammung.“
Da der Islam im Gegensatz zum Christentum, das in Deutschland die meisten Anhänger hat , unterschiedliche religiöse Riten und Gebräuche mit sich bringt, kann es bei der Ausführung dieser in einem nicht-islamischen Land, in diesem Beispiel Deutschland, zu Problematiken kommen.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit den islamischen Bestattungsriten und ihre Umsetzung in Deutschland, sowie den Problemen, die dabei entstehen.
Beginnend mit einer Einführung zur allgemeinen Sicht zum Tod und zur Eschatologie des Islam, folgen im Hauptteil die islamischen Bestattungsriten und deren Ausführung in Deutschland als nicht islamisches Land. Dabei werden Einblicke in den Umgang von Institutionen wie Friedhöfe usw. mit diesen Bestattungsriten aufgezeigt, sowie die Problematiken erörtert, die bei der Umsetzung entstehen. Zum Schluss werden Lösungsansätze und Hilfen aufgezeigt, die den Umsetzungs-Problematiken entgegen wirken sollen.
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Inhaltsangabe
1. Einleitung
2. Die grundsätzliche Haltung zum Tod und die Eschatologie des Islam
3. Islamische Bestattungsriten
3.1 Die islamischen Bestattungsriten
4. Die Umsetzung der islamischen Bestattungsriten in Deutschland
4.1 Die Umsetzung der islamischen Bestattungsriten in Deutschland
4.2 Hilfen bei muslimischen Bestattungen in Deutschland
4.3 Überführungen in das Heimatland
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Durchführung islamischer Bestattungsriten in Deutschland. Dabei wird analysiert, inwieweit deutsche rechtliche Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Strukturen mit den religiösen Anforderungen des Islams an die Totenruhe und Bestattungsweise kollidieren und welche Lösungsansätze für muslimische Mitbürger existieren.
- Grundlagen der islamischen Eschatologie und Haltung zum Tod
- Traditionelle islamische Bestattungsvorschriften und Riten
- Konfliktfelder zwischen islamischem Recht und deutscher Bestattungskultur
- Rolle von Bestattungsfirmen, Moscheen und Überführungen in die Heimat
Auszug aus dem Buch
Die islamischen Bestattungsriten
Die oberste Vorschrift nach islamischen Glauben ist, dass die Totenruhe nicht gestört werden darf, da der Tote sich zwischen Leben und Auferstehung befindet. „Daher darf die Ruhe der Toten nicht gestört werden, und die Gräber sind unverletzlich bis zum Jüngsten Tag.“ Somit sind Exhumierungen und Umbettung nur in äußersten Ausnahmefällen, sogar nach Meinung einiger Autoritäten des islamischen Rechts undenkbar. Dies gilt für die islamische und nicht islamische Welt.
Der Ort, an dem der Tote begraben wird, ist in der islamischen Welt ein ausgewiesener Friedhof. Begrabungen der Toten in ihren Häusern ist nach der Prophetentradition strengstens verboten. Jede Besonderheit des Grabes wird abgewiesen, folglich sollten Gräber einfach gestaltet sein und nicht mehr als 20 bis 25 Zentimeter über den Erdboden herausragen. Zudem sollten feste Werkstoffe, wie Beton oder Zement, nicht verwendet werden, noch weniger gestalterische Merkmale wie Kuppelbauten.
Nur am Kopf- und Fußende des Grabes soll ein Stein zur Markierung gesetzt werden. Eine Grabpflege mit Blumenschmuck und ähnlichem, wie im Christentum üblich, hat im Islam keine Tradition.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Situation von Muslimen in Deutschland und skizziert die Problematik bei der Einhaltung religiöser Bestattungsriten in einem nicht-islamischen Umfeld.
2. Die grundsätzliche Haltung zum Tod und die Eschatologie des Islam: Dieses Kapitel erläutert das islamische Verständnis des Todes und die eschatologischen Vorstellungen, welche die Grundlage für die spezifischen Bestattungspraktiken bilden.
3. Islamische Bestattungsriten: Hier werden die religiösen Vorschriften wie Waschung, Einhüllung und Beerdigung detailliert dargestellt.
3.1 Die islamischen Bestattungsriten: Vertiefende Darstellung der Anforderungen an die Totenruhe, die Grabgestaltung und die zeitliche Dringlichkeit der Beisetzung.
4. Die Umsetzung der islamischen Bestattungsriten in Deutschland: Dieses Kapitel analysiert die Diskrepanz zwischen islamischen Riten und den deutschen gesetzlichen Bestimmungen.
4.1 Die Umsetzung der islamischen Bestattungsriten in Deutschland: Konkrete Untersuchung der Konflikte bezüglich Grabnutzungsdauer, Sargpflicht und Ausrichtung des Grabes.
4.2 Hilfen bei muslimischen Bestattungen in Deutschland: Vorstellung von Unterstützungsangeboten durch spezialisierte Bestattungsfirmen und islamische Institutionen.
4.3 Überführungen in das Heimatland: Analyse der Überführung als gängige Praxis zur Einhaltung der islamischen Bestattungsvorschriften.
5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Problemlage und ein Ausblick auf die Rolle der Deutschen Islam Konferenz zur Integration dieser Belange in die deutsche Rechtsordnung.
Schlüsselwörter
Islam, Bestattungsriten, Deutschland, Totenruhe, Eschatologie, Sargpflicht, Überführung, Friedhof, Grabpflege, Migration, Bestattungsrecht, Koran, Trauerrituale, Deutsche Islam Konferenz, Integration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit der Diskrepanz zwischen islamischen Bestattungsvorschriften und der deutschen Bestattungskultur.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören islamische Riten, deutsche Bestattungsgesetze, die Problematik der Befristung von Grabnutzungen und die Praxis der Überführung Verstorbener in ihre Herkunftsländer.
Was ist das Forschungsziel?
Ziel ist es, die spezifischen Schwierigkeiten für muslimische Mitbürger bei der Durchführung traditioneller Bestattungen in Deutschland aufzuzeigen und Lösungsansätze zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die religiöse Quellen (Koran) mit rechts- und sozialwissenschaftlichen Fachpublikationen zur Situation in Deutschland verknüpft.
Was wird im Hauptteil detailliert erörtert?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der islamischen Riten und die Analyse der Konflikte mit deutschen Institutionen sowie Hilfsangebote für Betroffene.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?
Kritische Begriffe sind Bestattungsriten, Totenruhe, Sargpflicht, Grabnutzungsdauer und religiöse Identität in der Migration.
Warum ist die Sargpflicht ein kritisches Thema?
Im Islam ist die Bestattung im Leichentuch und ohne Sarg vorgesehen, was mit der in vielen deutschen Bundesländern gesetzlich verankerten Sargpflicht kollidiert.
Welche Rolle spielt die Überführung in das Heimatland?
Da in Deutschland viele der religiösen Anforderungen (z.B. Totenruhe durch unbegrenzte Grabnutzung) schwer umsetzbar sind, wählen 80 bis 90 Prozent der muslimischen Familien die Überführung in ihr Herkunftsland.
- Citation du texte
- Kathrin Gabur (Auteur), 2007, Islamische Bestattungsriten und ihre Umsetzung in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122956