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Die Opfer schreiben - Tagebücher aus der Holocaustzeit

Título: Die Opfer schreiben - Tagebücher aus der Holocaustzeit

Trabajo , 2008 , 21 Páginas

Autor:in: Genka Yankova-Brust (Autor)

Filología alemana - Literatura comparada
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Ein Tagebuch kann man ganz allgemein als Medium für die Beschäftigung des Menschen mit sich selbst definieren. Gedanken, Gefühle, Ereignisse und Verhalten werden täglich oder zumindest regelmäßig schriftlich fixiert, so „dass dem Tagebuchschreiber die Zeit als Element bewusst wird.“ Das alltägliche Geschehen bildet den notwendigen Bezugsrahmen für die Auseinandersetzung des Individuums mit sich selbst und seiner Umgebung und steht im Mittelpunkt der meisten Tagebücher. Sie gehören eindeutig zu den autobiographischen Gattungen und sind als „Figurationen von Zeiterfahrung“2 zu verstehen. Ein Tagebuch kann neben der Funktion der Ich-Analyse auch eine Funktion als Chronik seiner Zeit erfüllen. Obwohl Tagebücher so unterschiedlich sind, wie die Menschen, die sie schreiben, erweist sich die Zeit, in der sie verfasst wurden, als eine ausschlaggebende Grundlage.
Gegenstand der Untersuchung dieser Arbeit sind einige Tagebücher aus der Holocaustzeit als schriftliche Dokumente und historische Hinterlassenschaft für die heutige Erinnerungsliteratur. Das sind einerseits zwei „Klassiker“ - die Tagebücher von Anne Frank und Viktor Klemperer und andererseits zwei andere, relativ unbekannte Tagebücher – von Leon Guz und Etty Hillesum.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das Tagebuch

1.1 Tagebücher als literarische Gattung

1.2 Forschungssituation

2. Das Tagebuch von Etty Hilessum

2.1 Kurze biographische Erläuterungen

2.2 Der Weg des Tagebuchs. Entdeckung, Probleme der Edition

2.3 Analyse des Tagebuchs

3. Holocaust Tagebücher

3.1 „Also wir leben noch“. Das Tagebuch von Leon Guz

3.2 Das Tagebuch von Anne Frank

3.3 Die Tagebücher von Viktor Klemperer

3.4 Die vier Tagebücher im Vergleich

Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Tagebücher aus der Zeit des Holocaust als historische Zeugnisse und Ausdrucksformen individueller Bewältigungsstrategien. Das primäre Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der funktionalen Nutzung des Tagebuchschreibens (als Überlebenshilfe, innerer Widerstand oder Zeitzeugenschaft) bei bekannten und weniger bekannten Autoren herauszuarbeiten.

  • Literaturwissenschaftliche Einordnung der Gattung Tagebuch
  • Analyse des Tagebuchs von Etty Hillesum als Schwerpunkt
  • Vergleichende Untersuchung von Leon Guz, Anne Frank und Viktor Klemperer
  • Funktion des Schreibens in extremen Lebenssituationen
  • Reflexion über das Tagebuch als privates Vermächtnis und historisches Dokument

Auszug aus dem Buch

2.3 Analyse des Tagebuchs

Das Tagebuch von Etty Hillesum ist ziemlich unbekannt. Lesenswert und bedeutend ist es aber auf jeden Fall und nicht nur weil es als Zeugnis der Holocaustzeit dem Leugnen und dem Vergessen trotzt. „Diese Aufzeichnungen sind außergewöhnlich und einzigartig aufgrund der besonderen Persönlichkeit ihrer Verfasserin und ihres besonderen Blicks auf die Welt.“

In ihrem Tagebuch beschreibt Etty ihr Leben in Amsterdam, bereits unter deutscher Besatzung - chronologisch zitierte Belege, die in aller Kürze ihr Lebensschicksal während der Jahre 1941 und 1942 aufzeigen. Die letzte Eintragung ist von 12. Oktober 1942. Während der Zeit im Durchgangslager Westerbork schrieb sie Briefe, die ebenfalls erhalten geblieben sind und ein untrennbarer Teil ihres Tagebuches darstellen.

Etty Hillesum beginnt ihr Tagebuch ein Jahr nach der deutschen Besatzung Hollands zu führen. Die Ausgrenzung der Juden ist im vollen Gang. Antisemitische Gesetze isolieren sie immer mehr aus der Gesellschaft. Ihnen werden die elementarsten bürgerlichen Rechte untersagt. Ab 1942 werden sie gezwungen, den gelben Stern zu tragen. Sie werden in das Transitlager Westerbork deportiert, das als letzte Station vor dem Transport nach Auschwitz gedacht war. Obwohl diese Ereignisse in dem Tagebuch erwähnt werden, stehen sie nicht im Mittelpunkt ihrer Aufzeichnungen. Etty beschreibt das Jahr 1941 vielmehr als das schönste ihres Lebens. Das zeigt wie ungewöhnlich und einzigartig ihr Tagebuch im Vergleich zu anderen Shoah–Tagebüchern ist. Das gesellschaftliche Geschehen wird in Ettys Tagebuch nur beiläufig erwähnt. „Die Shoah ist in den Text eingepflanzt, aber sie ist nicht der Hauptfaktor und die bedeutendste Kraft.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Tagebuchforschung und Vorstellung der untersuchten Primärquellen, wobei der Fokus auf die psychologische und historische Bedeutung der Texte gelegt wird.

1. Das Tagebuch: Theoretische Grundlegung über Tagebücher als autobiographische Gattung, ihre Funktion als Medium der Selbstanalyse und ihre Abgrenzung in der Literaturwissenschaft.

2. Das Tagebuch von Etty Hilessum: Detaillierte biografische Einordnung von Etty Hillesum sowie eine eingehende Analyse ihrer Tagebuchaufzeichnungen vor dem Hintergrund der Holocaust-Zeit.

3. Holocaust Tagebücher: Vergleichende Betrachtung von vier unterschiedlichen Tagebüchern, um die individuellen Umgangsweisen mit Verfolgung, Angst und Widerstand zu beleuchten.

Schlusswort: Zusammenfassende Reflektion über die Rolle von Tagebüchern als authentische Dokumente, die sowohl individuelles Leid als auch universelle menschliche Werte widerspiegeln.

Schlüsselwörter

Tagebuch, Holocaust, Etty Hillesum, Anne Frank, Viktor Klemperer, Leon Guz, Autobiographie, Widerstand, Zeitzeugnis, Shoah, Selbstanalyse, Erinnerungsliteratur, Literaturwissenschaft, Identität, Überlebenshilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Funktion und Bedeutung von Tagebüchern, die während der Zeit des Holocaust entstanden sind, und untersucht diese als literarische sowie historische Dokumente.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Kategorisierung des Tagebuchs als literarische Gattung, die Analyse individueller Bewältigungsstrategien sowie der Vergleich zwischen bekannten "Klassikern" und weniger dokumentierten Tagebuchschreibern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie das Schreiben in extremen Ausnahmesituationen als Überlebenshilfe und Form des inneren Widerstandes fungiert und welchen Wert diese Texte als Quelle historischer Ereignisse haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Untersuchung, die Sekundärliteratur zur Tagebuchtheorie mit der Analyse von Primärtexten verknüpft, um die Gemeinsamkeiten und Differenzen der ausgewählten Tagebücher herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Gattung, ein Schwerpunktkapitel zu Etty Hillesum sowie eine vergleichende Analyse der Tagebücher von Anne Frank, Viktor Klemperer und Leon Guz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind Tagebuch, Holocaust, Selbstanalyse, innerer Widerstand, historische Authentizität und die Namen der vier behandelten Autoren.

Wie unterscheidet sich das Tagebuch von Etty Hillesum von anderen Shoah-Tagebüchern?

Laut der Untersuchung zeichnet sich Etty Hillesums Tagebuch dadurch aus, dass das äußere gesellschaftliche Geschehen des Holocaust zwar präsent, aber nicht die dominierende Kraft ist; sie konzentriert sich stärker auf ihre eigene psychische und geistige Reifung.

Warum wird Leon Guz' Tagebuch in der Arbeit als erschütterndes Zeitdokument gewertet?

Das Tagebuch von Leon Guz beeindruckt durch seine erstaunliche Objektivität und sachliche Schilderung des Überlebenskampfes im Warschauer Ghetto und im Versteck, wodurch es ein sehr direktes und ungeschöntes Bild der damaligen Zeit vermittelt.

Final del extracto de 21 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Opfer schreiben - Tagebücher aus der Holocaustzeit
Universidad
University of Marburg  (Institut für Neuere Deutsche Literatur)
Curso
Hauptseminar
Autor
Genka Yankova-Brust (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
21
No. de catálogo
V122986
ISBN (Ebook)
9783640274598
ISBN (Libro)
9783640275762
Idioma
Alemán
Etiqueta
Opfer Tagebücher Holocaustzeit Hauptseminar
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Genka Yankova-Brust (Autor), 2008, Die Opfer schreiben - Tagebücher aus der Holocaustzeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122986
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