Max Frisch sagte einmal "Wir haben Arbeitskräfte gerufen, aber es kamen Menschen"... In Deutschland haben geschätzte 14 Mio. Menschen einen so genannten Migrationshintergrund, entweder aufgrund ihres Geburtsortes oder ihrer Muttersprache. Die Schule als gesellschaftliche Institution, steht vor verschiedenen Problemen, bei denen die Migration eine Rolle spielt. Das schlechte Abschneiden deutscher Schüler bei der PISA – Studie hat zu einer neuen „Entdeckung“ schon längst bekannter sozialen Problemfelder geführt. Die Beherrschung der deutschen Sprache erwies sich als entscheidende Voraussetzung für den Bildungserfolg von Migrantenkindern. Ihre Bildungsbenachteiligung ist deutlich ausgeprägt und ihr Schulmisserfolg bleibt über einen längeren Zeitraum stabil.
Gegenstand dieser Arbeit ist die Bildungssituation von Migrantenkindern. Es werden Faktoren, welche die schulische Laufbahn von Kindern mit Migrationshintergrund beeinträchtigen, thematisiert. Dabei liegt der thematische Schwerpunkt auf der Fragestellung, welcher Zusammenhang zwischen dem Migrationshintergrund und der schulischen Leistung der Kinder existiert.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Hauptteil
1. Bildungssystem
2. Die PISA-Studie
3. Migration und Migrationskinder als Randgruppe.
4. Mangelnde Deutschkenntnisse als Bildungsproblem
5. Förderung von Migrantenkindern.
Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Bildungssituation von Kindern mit Migrationshintergrund an deutschen Schulen, wobei der Fokus auf den Faktoren liegt, die deren schulische Laufbahn beeinflussen, insbesondere im Kontext von Sprachkenntnissen und Schulleistungen.
- Die Rolle des deutschen Bildungssystems und die Selektionsfunktion
- Die Auswirkungen der PISA-Studie auf die deutsche Bildungslandschaft
- Migration als soziales Phänomen und Herausforderung für Schulen
- Der Zusammenhang zwischen Sprachkompetenz und Bildungserfolg
- Möglichkeiten und Voraussetzungen der Förderung von Migrantenkindern
Auszug aus dem Buch
Die PISA-Studie
Seit dem ersten Test im Jahr 2000 ist die PISA-Studie das begehrteste Thema, wenn es um die Bildung in Deutschland geht. Das deutsche Schulsystem hat sich als doch nicht so gut erwiesen, wie es immer angenommen wurde. Gerade dieser Effekt führte zu großem Aufsehen in der Öffentlichkeit und machte aus der Studie, den sogenannten ,,PISA Schock".
PISA ist die bisher umfassendste Schulleistungsstudie, die international durchgeführt wurde. Die Abkürzung PISA steht für Program for International Student Assessment. Dahinter verbirgt sich ein Programm der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zur zyklischen Erfassung basaler Kompetenzen. Ziel ist es eine Beurteilung der Funktions- und Leistungsfähigkeit der nationalen Bildungssysteme zu erhalten.
Die Regierungen der einzelnen Länder sollen durch den Erhalt von Prozess- und Ertragsindikatoren die Möglichkeit bekommen, das nationale Bildungssystem zu verbessern. Weiterhin möchten sich die Teilnehmerstaaten ein Bild davon machen, inwiefern es Schulen gelingt, ihre Schüler auf die Anforderungen der Zukunft vorzubereiten. Es geht jedoch nicht um die Abfrage von Faktenwissen, die Schüler werden vielmehr auf ihre Basiskompetenzen hin überprüft. Man untersucht, inwiefern diese Basiskompetenzen bereits erworben wurden und mit welchen sozialen Hintergründen mögliche Unterschiede zu begründen sind. Hierzu werden zusätzlich zur Auswertung der Testergebnisse schulische und außerschulische Lern und Lebensbedingungen analysiert.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Bildungssituation von Migrantenkindern in Deutschland ein und verknüpft sie mit gesellschaftlichen Herausforderungen wie der Globalisierung und den Ergebnissen der PISA-Studie.
II. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die strukturellen Funktionen des Bildungssystems, den Einfluss der PISA-Studie, die soziale Problematik der Migration sowie die zentrale Rolle der Sprachförderung für den Schulerfolg.
1. Bildungssystem: Das Kapitel erläutert die Platzierungs- und Selektionsfunktionen des Bildungssystems und diskutiert die Problematik sozialer Auslese innerhalb des deutschen Schulwesens.
2. Die PISA-Studie: Hier wird der Hintergrund der PISA-Studie als Instrument zur internationalen Leistungsvergleichung beleuchtet und der daraus resultierende „PISA-Schock“ für das deutsche System beschrieben.
3. Migration und Migrationskinder als Randgruppe.: Dieses Kapitel befasst sich mit der Situation von Migrantenkindern als Randgruppe und den damit verbundenen Herausforderungen für Schulen sowie soziologischen Definitionen von Migration.
4. Mangelnde Deutschkenntnisse als Bildungsproblem: Es wird dargelegt, warum die Beherrschung der deutschen Sprache der entscheidende Schlüssel für schulischen Erfolg und gesellschaftliche Teilhabe ist.
5. Förderung von Migrantenkindern.: Dieses Kapitel behandelt die begrifflichen Differenzierungen zwischen Erst- und Zweitspracherwerb und diskutiert Bedingungen für eine erfolgreiche Sprachförderung.
Schlüsselwörter
Bildungssituation, Migrationshintergrund, PISA-Studie, Sprachförderung, Zweitspracherwerb, Bildungssystem, Chancengleichheit, soziale Herkunft, Schulerfolg, Integration, Leistungsgesellschaft, Mehrsprachigkeit, Migrantenkinder, Kompetenzentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Bildungssituation von Migrantenkindern an deutschen Schulen vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit fokussiert sich auf das Bildungssystem, die PISA-Studie, Migrationsprozesse, Sprachdefizite und Konzepte zur Förderung von Migrantenkindern.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen Migrationshintergrund, Sprachkenntnissen und schulischen Leistungen zu verdeutlichen sowie Lösungsansätze zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung bestehender bildungswissenschaftlicher Daten und Studien.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Funktionsweisen des Bildungssystems, die Bedeutung der PISA-Studie, die soziologische Einordnung von Migration und die Pädagogik des Zweitspracherwerbs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Bildungsgerechtigkeit, Sprachkompetenz, Migrationshintergrund, Schulerfolg und Integrationsprozesse.
Warum ist das Vorschulalter für den Zweitspracherwerb besonders wichtig?
Kinder im Vorschulalter lernen leichter eine zweite Sprache, da sie weniger Hemmungen haben und spontaner Kontakte knüpfen, zudem ist ihre Fehlerreflexion noch nicht so ausgeprägt.
Welche Rolle spielt die Muttersprache laut dem Autor für den Zweitspracherwerb?
Die Muttersprache ist für die Persönlichkeitsentwicklung essenziell und bildet ein fundamentales Fundament, auf dem der Erwerb der Zweitsprache aufbauen kann.
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- Genka Yankova-Brust (Author), 2009, Bildung und Förderung von Migrantenkindern an deutschen Schulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123000